Erste Überlegungen zur Brunnenbohrung

  • Hallo,


    mein Name ist Maik und ich lese mich gerade etwas in die Ganze Thematik Brunnenbau ein. Hintergrund: Wir haben ein älteres Haus und der Brunnen (vermutlich ein Spülbrunnen oder Schlagbrunnen, es kommt nur ein Stahlrohr 1 1/4 Zoll aus der Erde) aus den 80er oder 90er Jahren liefert zunehmend weniger Wasser. Im Vorfilter landet jedes Jahr mehr Sand. Ich habe keine Angaben zur Tiefe etc.


    Da wir einen großen Garten haben und demzufolge viel Wasser brauchen planen wir einen eigenen Brunnen zu bohren. Ich habe mir vom geologischen Dienst ein Schichtenplan organisiert. Die Bohrung ist 5 Jahre her und die Bohrstelle ist etwa 100m entfernt. (Siehe Screenshot).



    Die Wasserstandslinie ist laut zweier Messstellen zwischen 2m und 5m. Beide Messstellen sind jedoch etwas entfernt. Da wir vor einiger Zeit schonmal das Fundament punktuell freilegen mussten und die Erde hier an einer Stelle feucht wurde würde ich aktuell auf 2m als auf 5m tippen.


    Ich möchte in jedemfall eine Tiefbrunnenpumpe einsetzen um möglichst viel Wasser für die Sprinkleranlagen etc. fördern zu können.


    Ich bin für jeden Tipp, Hinweis und Kritik dankbar!


    Im Moment stelle ich mir folgendes Setup vor:


    Brunnenrohr DN115 von unten nach oben:

    1m Sumpfrohr

    4m Filterrohr (Feinsandfilter?)

    4m Brunnenrohr

    Grundwasseroberkante

    xm Brunnenrohr


    Ich würde ein KG-Rohr DN160? als Arbeitsrohr nutzen und hinterher mit Filterkies auffüllen.


    Ich habe ein paar Fragen auf die ich noch keine Zufriedenstellende Antwort gefunden habe:


    Einige erstellen den Brunnen ohne Arbeitsrohr, das spart etwas an Material, ich kann aber auch keinen Filterkies einfüllen. Ist Filterkies bei dem Schnittbild notwendig? Ist das Arbeitsrohr DN160 zu DN115 Brunnenrohr richtig bemessen oder sollte es größer gewählt werden? Oder würdet Ihr generell auf ein größeres Brunnenrohr gehen. Die Materialkosten beim Brunnenrohr spielen dann keine große Rolle mehr.


    Wie tief sollten die Filter unterhalb der Wasserstandsline sein? Danach bemisst sich dann ja die absolute Tiefe.


    Wenn ich ein 160er Arbeitsrohr Nutze reicht mir dann ein 165er Bohrer oder sollte ich eher ein 190er nehmen?


    Zum Vorgehen:

    Ich bohre mit dem Handbohrer bis ich bei der Wasserschicht bin und setze dann das Arbeitsrohr rein. Plunsche ich dann das Arbeitsrohr auf die gewünschte Tiefe oder setze ich das Brunnenrohr rein und plunsche dieses? Wenn ich das Arbeitsrohr auf die Tiefe bringe bekomme ich das sauber wieder rausgezogen bei KG-Rohren wenn die einfach ineinander stecken oder sollte ich die verschrauben?


    Vielen Dank!


    Gruß


    Maik

  • Ich korrigiere mich gleich mal selbst. Statt einem DN160 KG Rohr als Arbeitsrohr ein DN150 Brunnenrohr nehmen sonst bekomme ich das Rohr nicht mehr gezogen.


    Ist denn das DN150 als Arbeitsrohr bei DN115 Brunnenrohr ausreichend um es mit Filterkies zu befüllen? Oder lieber auf ein DN100 Brunnenrohr runtergehen? Bzw. im Arbeitsrohr rauf?

    Oder ist bei dem sandigen Boden kein Arbeitsrohr erforderlich?

  • Ist denn das DN150 als Arbeitsrohr bei DN115 Brunnenrohr ausreichend um es mit Filterkies zu befüllen? Oder lieber auf ein DN100 Brunnenrohr runtergehen?

    Für beide Rohrdurchmesser reicht der Arbeitsrohrdurchmesser für Feinsand (!) nicht aus. Die Filterkiesschicht sollte >= 5cm stark sein.

    Oder man nimmt Kiesbelagfilter, da passt es dann.

    Oder ist bei dem sandigen Boden kein Arbeitsrohr erforderlich?

    Das hängt vom Sand ab, Feinsand, Mittelsand, Grobsand?

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Hallo kg49,


    danke für die Infos. Den genauen Sandtyp bekomme ich ja erst mit der Bohrung. Allerdings muss ich mich ja jetzt bereits auf ein Durchmesser für ein Arbeitsrohr festlegen, da ich den Bohrer brauche und das Arbeitsrohr bestelle.


    Mache ich mit DN150 etwas falsch oder sollte ich auf DN200 gehen?


    Nach einem Brunnenrohr mit Kiesbelagsfilter habe ich auch schon gegoogelt. Aber ich finde nur welche bis DN50 in den Onlineshops.


    Mir ist klar, ich muss erstmal bohren und dann schauen was mich erwartet. Die Frage ist nur mit welchem Arbeitsrohr gehe ich ins rennen und wieviel meter Arbeitsrohr sollte ich bestellen. Also wie tief sollte ich bohren?


    Nach dem Schema würde ich denke in der Schicht zwischen 8 bis 14 Meter liege ich richtig oder macht es Sinn bis in die Tonschicht vorzudringen um kein Feinsandproblem zu bekommen?


    Danke für deine Ratschläge!


    Gruß


    Maik

  • Aber ich finde nur welche bis DN50 in den Onlineshops.

    ? ? ?

    https://www.stuewa.de/de/produkte/pvc-brunnenfilter-und-aufsatzrohre/pvc-filter/vollwandrohre/kiesbelagfilter#:~:text=STÜWA%20Kiesbelagfilter%20bestehen%20aus%20einem,nicht%20sicher%20gestellt%20werden%20kann.


    Brunnenfilter LOTZE Archive » Lotze Wassertechnik


    Nach der Filterentscheidung kommt die Entscheidung für das Arbeitsrohr.

    DN200 ist schon eine Hausnummer, in reinem Sand aber machbar. Ich habe bis 160mm gearbeitet.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Danke für die Links.


    dann könnte man den Feinsandfilter von Lotze in DN100 nehmen und das passende Rohr dazu. 3m oder 4m Filterstrecke dadrunter 0,5 oder 1m Sumpfrohr.


    Arbeitsrohr dann DN150? Oder Kleiner? Eine Schüttung mit Filterkies entfällt dann oder?


    Wie tief würdest du die Filter unter GOK setzen?


    Gruß

  • Wie tief würdest du die Filter unter GOK setzen?

    GOK? Gländeoberkante?

    Sicherlich meinst du den Grundwasserspiegel GWS


    Oberster Filterschlitz mindestens 3 - 4m unter GWS


    Arbeitsrohr DN 150 psst. Falls kein Feinsand, wird halt kein Kiesbelagfilter gesetzt, dünne Filterkiesschicht reicht.

    Ansonsten Kiesbelagfilter, ergänzt mit dünner Filterkiesschicht.


    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Habe vor einem Monat ein ähnliches Projekt abgeschloßen: 150-er TNA Arbeitsrohr DN115 Vollrohr, DN100 Klebekiesfilter. Evtl. hilft es dir weiter. Gartenbrunnen Aufbaufrage


    Vorteile DN200:

    - Falls du dich für Kiesklebefilter entscheidest, kannst du durchgehend bei DN115 bleiben und sparst dir den Adapter (hat mir knapp 100 € gekostet). Kiesklebefilter in DN115 hat ein Außendurchmesser von 156mm und passt nicht in ein DN150 Rohr rein.

    - Falls du kein Kiesklebefilter brauchst, kannst du wie kg49 schon geschrieben hat, eine etwas dickere Filterkiesschicht machen als mit DN150.


    Nachteile DN200:

    - Kosten mehr, zwar bekommt man die wahrscheinlich wieder verkauft, aber es ist trotzdem eine Kapitalbindung für eine gewisse Zeit.

    - Mehr Fläche-> mehr Reibung -> mehr Auflastgewicht. Bin mit DN150 12m tief im sandigen Boden gegangen und am Ende mit ca. 400kg Auflast gearbeitet. Bei DN200 wird es wohl mehr nötig sein. Bei lehmigen Böden wird es noch extremer.


    Generell zu Feinsandfiltern: Habe mich für Kiesklebefilter entschieden, die Lotzefilter werden aber bestimmt einfacher in der Handhabung sein, da diese nur 4kg statt 14kg wiegen und man sollte es nicht unterschätzen. Das war schon ein Akt die 4m Kiesklebefilter inkl. Rohr in das Arbeitsrohr zu versenken.


    Falls du dich für Fa. Stüwa entscheidest, dann entweder selbst abholen oder selbst nach einem Spediteur suchen. Die von Stüwa angebotene Lieferkosten für ca. 400km lagen bei 225€, habe dann selbst nach einem Spediteur gesucht und habe mir die Filter- und Vollrohre für 70€ liefern lassen.


    Gruß

    VD

  • Hallo pulvis,


    danke für die Tipps. Vor allem mit dem Durchmesser! Bei Stüwa hole ich selbst ab ;)


    Wie hast du denn am Ende das Rohr wieder gezogen mit einer elektrischen Winde nehme ich an.


    Gruß


    Maik

  • Genau, bin mit einer 500kg (Leisung, nicht das Gewicht :) ) Seilwinde gearbeitet. Die Überlegung war: falls man 400kg braucht um das Rohr zu versenken, sollte es in die andere Richtung genau so funktionieren. Das hat auch super geklappt. Von der Zugbelastung her, halten die TNA Rohre in DN150 laut Stüwa ca. 2,6t, bei DN200 wird es noch mehr sein.


    Gruß

    VD

  • Danke pulvis und wie hast du die Befestigt? Einfach am letzten Rohr eine Schlinge drum oder Löcher eingebohrt um das Stahlseil durchzuziehen?


    Oder sollte ich eine Befestigung bereits an den ersten Rohren montieren?


    Gruß


    Maik

  • Wie ist dein Plan um das Auflastgewicht am Rohr zu befestigen? Wie schon geschrieben, zum rausziehen brauchst du genau so viel Gewicht wie zum abteufen aber in die andere Richtung.

    Ich habe die gleiche Holzklammer benutzt mit der ich die Gewichte befestigt hatte, einfach das Steilseil um die Holzklamme gewickelt. Zusätzlich hatte ich mir 2 Lüftungsschellen geholt, aber nur weil ich die Holzklammer selbst gemacht habe und die nicht 100% am Rohr anlegte und ab 300kg 2 Mal am Rohr runtergerutscht ist.




    Gruß

    VD

  • Ich würde mir eine passende Holzklammer kaufen und würde nicht selber basteln. Das dauert zu lange ;) Da bohre ich lieber schon.


    Dann brauche ich also vorher nichts berücksichtigen sondern ziehe sozusagen am Ende.

  • Die TNA Rohre sind schon stark genug (DN150 -> Zugbelastung 2,6t), du kannst einfach am letzten Rohr dein Seil festmachen und dann hochziehen.


    Gruß

    VD

Brunnen selber bauen