Brunnenbohrer mit Aufkantung sinnvoll

  • Hallo liebe Brunnenbohrer,


    auch ich habe mich entschlossen einen Brunnen bei uns im Garten zu bohren bzw. es zu versuchen ;) Da unser Haus bzw. der Keller quasi im Grundwasser steht, sollte ich auch nicht all zu tief bohren müssen (so zumindest die Hoffnung ;)).


    Grundwasserspiegel liegt bei ca. 2m unter dem Geländeniveau, sodass mein Plan wie folgt aussieht:

    Bohrung per Hand mit einem 145mm Bohrkopf für Brunnenrohre DN115

    4-5m Einlaufstrecke

    3m Filterstrecke (Schlitzweite muss ich dann ja erst noch bestimmen)

    0,5m Sumpfrohr

    Verschluss mittel Ton

    Damit soll ein Hauswasserwerk versorgt werden und später evtl. mal eine automatische Gartenbewässerung umgesetzt werden, aber erstmal bohren :)


    Passt das so von den Randdaten? Mir kommt die Einlaufstrecke so lang vor, aber ich bin ja nur Laie und so steht es ja im Handbuch :)


    Da ich vermutlich schon in einer so geringen Bohrtiefe auf Grundwasser stoßen werde, habe ich überlegt mir einen Bohrkopf mir Aufkantung zu besorgen, damit ich nicht nach 2m gleich mit dem Abteufen beginnen muss. Habt ihr mit der Aufkantung Erfahrung, macht das Sinn um die Bohrung trotz Wasser noch weiter voran zu treiben? Gelände wird voraussichtlich lehmig/ Kies.

    Ich gehe mal davon aus, dass ich nicht den kompletten Brunnen damit bohren könnte (oder!?) und daher im späteren Verlauf so oder so Kiespumpe und Dreibein zum Einsatz kommen werden. Daher die Frage ob sich der Mehrpreis zu einem normalen Bohrkopf lohnen würde (Aufpreis ca. +50 €).


    Danke schonmal für eure Input und einen schönen Abend noch (wohl eher gute Nacht :D)


    Viele Grüße aus Dachau,

    Dominik

  • 4-5m Einlaufstrecke

    ?

    Was soll das sein? Den Begriff habe ich im Brunnenbau noch nie gehört.

    damit ich nicht nach 2m gleich mit dem Abteufen beginnen muss.

    ?

    Das Abteufen beginnt mit dem ersten Spatenstich ab GOK, wenn eine Bohrung begonnen wird.

    abteufen – Wiktionary


    macht das Sinn um die Bohrung trotz Wasser noch weiter voran zu treiben?

    Kaum, nur bei besonderen Bohrbedingungen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Mit Einlaufstrecke meinte ich die Brunnenrohrlänge ab Geländeoberkante bis zum Beginn der Filterstrecke. In dem Handbuch zum Brunnenbohren steht "die Einlauföffnung der Tiefbrunnenpumpe sollte sich mindestens 2 Meter unter dem Grundwasserspiegel befinden". Sorry wenn ich hier etwas Verwirrung gestiftet habe :)

    Ich will zwar ein Hauswasserwerk aufstellen, aber ich denke das gilt hierfür genauso!?

  • Hallo zusammen, wie vermutet bin ich bei ca. 1.50 auf Grundwasser gestoßen und habe die ersten "Ladungen" Sand/Kiesgemisch geborgen oder es zumindest versucht, rutscht ja alles ab :) Wie gehe ich jetzt am besten vor, um die korrekte Schlitzweite für sie Filterstrecke zu ermitteln? Danke und viele Grüße


    P.S.: Das Gemisch sieht so aus:

  • Wie gehe ich jetzt am besten vor, um die korrekte Schlitzweite für sie Filterstrecke zu ermitteln?

    Nicht ganz einfach:


    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.

    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Alles klar, im Buch hat sich das einfacher gelesen ;)

    Wie dick sollte denn die Filterkiesschicht sein? Ich hab mal was von 5cm gelesen, das würde bei mir mit 145er Bohrkopf und geplantem Brunnenrohr DN115 dann wohl nicht klappen. Da müsste ich dann mindestens mit nem 165er Bohrer ran?

    VG Dom

  • Da müsste ich dann mindestens mit nem 165er Bohrer ran?

    ? ? ?

    Ich komme auf mindestens 200mm.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


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