Brunnenaufbau so richtig, oder hab ich einen Denkfehler?

  • Moin zusammen,


    ich möchte in den nächsten Wochen endlich mein Brunnenprojekt etwas "professioneller" als bisher angehen.

    Zur Vorgeschichte. Beim Hausbau vor 6 Jahren hatte ich noch einige Betonringe von dem gebauten Sichtungsschacht der Kanalanschlüsse über. Diese habe ich dann im Garten "versenkt" und bin dabei auf Wasser gestoßen. Vom Eifer gepackt hab ich dann weitere Ringe draufgepackt und bin so bis in ca. 4 Meter Tiefe vorgedrungen, wobei ich am Ende ca. 60 cm Wasserstand in den untersten Ringen hatte.

    Hierzu muss ich sagen, dass nach ca. 70 cm Mutterboden direkt der Feinsand anfängt und sich dadurch die Ringe gut versenken lassen haben.

    Nun geht es so aber nicht weiter. Meine Idee nun ist, dass ich 0,5 m Sumpfrohr + 2 Meter Filterrohr (DN 150?)+ 1 m Brunnenrohr unten in den Sand treiben wollen würde, um nachher genug Wasser per Saugschlauch aus dem Brunnen fördern zu können. Am Ende würde ich gerne neben einer Pumpe zur Gartenbewässerung auch noch ein Hauswasserwerk für die Toilettenspühlung mit installieren.


    Hier jetzt meine eigentlichen Fragen dazu. Wie bekomme ich die Rohre am besten in den Sand? Plunschen oder gibt es da andere Methoden, da ich ja quasi direkt schon im Wasser bei der Arbeit stehe?


    Zweite Frage, würde es reichen, nachher unten den Sumpf mit Ton zu verschließen und dann jeweils einen Saugschlauch für die Gartenpumpe und Hauswasserwerk in das Brunnenrohr zu legen, oder muss ich da anders vorgehen?


    Vielen Dank schonmal im voraus.


    Viele Grüße,

    Sascha

  • Plunschen oder gibt es da andere Methoden, da ich ja quasi direkt schon im Wasser bei der Arbeit stehe?

    Zum Plunschen muss man im Grundwasser sein.

    oder muss ich da anders vorgehen?

    Ich glaube schon. Das hängt von der Korngrösse des Sandes ab.

    Im Prinzip gilt folgendes:


    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.

    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Vielen Dank KG49 und Lumpi für die schnellen und hilfreichen Antworten.


    Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, sollte ich KG-Rohre nehmen, die etwas breiter als DN150 Filterrohr, und diese einige Meter tief in den Boden plunschen. Dann den Sumpf mit Filter versenken, den Boden mit Ton verschließen und anschließend die Lücke zwischen Filterrohr und KG-Rohr mit Kies ausfüllen.

    Würde das Plunschen auch direkt mit Sumpf-und Filterrohr funktionieren, wenn ich mir das KG-Rohr sparen wollte?


    Laut Bodengutachten hab ich nur feinen Sand mit Korngrößen ab ca 0,5 mm zu finden.


    Anschließend nur die Saugschläuche von Hauswasserwerk und Gartenpumpe bis Mitte des Filters versenken und fertig bin ich, oder muss ich bei den Schläuchen noch etwas beachten?


    Vielen Dank.

  • Tut mir leid, da ich den Vorschlag von Lumpi nicht verstanden habe, kann ich dazu nichts sagen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Naja, KG Rohr finde ich zwar, wie so ziemlich alle hier, nicht gerade gut, aber in deinem Fall könnte es sogar funktionieren. Durch deinen vorhandenen Schacht kannst du ja direkt ein langes Rohr nehmen. Ich würde dennoch Brunnenrohre nehmen und es hinterher wieder anbieten. Dieses per Plunscher versenken. Dabei den Aushub beobachten.

    Danach kannst du dann entscheiden, welcher Filter der passende ist... Bodenkappe aufschrauben ... und in dein Loch hinein stellen.

    Hinterher das Mantelrohr wieder ziehen.

  • Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Hallo zusammen,

    entschuldigt bitte, dass ich diesen Thread für meine Frage kapere...

    Wenn ich mir einen Brunnen bohren möchte und dafür ein 115er Brunnenrohr einsetzen will, welchen Durchmesser muss dann mein Arbeitsrohr haben, damit ich eine "wirksame" Filterkiesschicht zuschütten kann?

    Bei einem 150er Arbeitsrohr (Außendurchmesser 165mm) bliebe mir bei dem 115er Brunnenrohr (Außendurchmesser 125mm) lediglich 12mm für eine Filterkiesschüttung.

    Reicht das aus?

    Danke schonmal für die Antwort.

    Gruß,
    BJ70

  • entschuldigt bitte, dass ich diesen Thread für meine Frage kapere...

    Die Übersichtlichkeit wird dadurch nicht grösser.

    Warum machst Du keinen eigenen Thread auf?

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


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