Vorgehensweise mit Arbeitsrohr in Lehm

  • Hallo zusammen,


    ich habe ein ähnliches Thema wie beim Thead des elektrischen Bohrbrunnens im Lehm.


    Bis 4,50m war der Brunnen entspannt zu Bohren, bestehend aus Mutterboden und erdfeuchtem Lehm. Die Wand ist schön glatt und steht wie eine 1. Das Befreien des Bohrers vom klebrigem Lehm war nur ziemlich müßig. Nun sammelt sich auf dem Boden Wasser, aber noch nicht viel. Wir haben noch ca. 1 m weiter gebohrt, jedoch ist am nächsten Tag das Loch wieder nur noch bei 4,50 und das Grundwasser steht bei ca. 3m. Wenn ich den Brunnen auspumpe sieht man am Boden das Wasser laufen.

    Nun ist es an der Zeit mit einem Arbeitsrohr weiterzumachen. Wir haben in der Umgebung Schachtbrunnen, die aber alle mind. 100 Jahre alt sind. Deren Tiefe ist ca. 8 m. Wir sind vom Grundwasser hier gut gesegnet.

    Unser Bohrer hat 190mm Durchmesser, dazu haben wir noch einen Riverside-Bohrer mit 140 mm.

    Ich habe nun ein paar Fragen zum Arbeiten und Setzen mit dem Arbeitsrohr:

    Der Durchmesser bis jetzt beträgt ca. 190mm, welches Arbeitsrohr (Material und Durchmesser) nehme ich da am besten? Das Rohr muss ich ja am Ende wieder rausziehen können, funktioniert das gut im Lehm? Wir haben eine Seilwinde mit einem 3m Mast zur Verfügung.

    Ich bohre dann im Rohr weiter, wie stelle ich aber sicher, dass das Arbeitsrohr im Lehmboden nachrutscht? Mir ist die Arbeitsweise noch nicht ganz klar, werde aus den anderen Threads und Google nicht ganz schlau.

    Könnt ihr mir helfen?


    Viele Grüße,

    Moonwalker

  • welches Arbeitsrohr (Material und Durchmesser) nehme ich da am besten?

    Material: Brunnenrohr mit TNA Gewinde


    Durchmesser: kommt darauf an

    1. Welches Brunnenrohr soll später gesetzt werden?

    2. Ist eine Kiesschüttung geplant?

    3. Soll es Reserven für eine Teleskopbohrung geben?


    1 - 3 musst Du entscheiden.


    Die erforderlichen Bohrwerkzeuge richten sich dann nach dem Durchmesser des Arbeitsrohres.


    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Ist aus Erfahrung von Nachbarn bekannt, wie dick die Lehmschicht in etwa ist und was darunter dann für Bodenschichten sind?

    Es wird immer wieder angeführt, Schachtbrunnen seien ein gutes Zeichen für schlechte Grundwasserleiter. Das ist nicht zwingend richtig. Hier bei uns sind auch sehr viele alte Schachtbrunnen, obwohl wir hier nazezu ideale Grundwasserleiter haben. Vor 100 und mehr Jahren war sowas aber oft einfach Stand der Technik.


    Versuche doch erst einmal herauszufinden, ob und in welcher Tiefe du besseren Boden zu erwarten hast!

  • Hallo kg49,


    Danke für deine Antwort.


    5" Brunnenrohr mit TNA Gewinde habe ich aus einem anderen Projekt schon da. Das würde ich gerne später verwenden, daher hatte ich auch mit einem 190er Bohrer angefangen, um möglichst viel Ringraum zu haben.

    Für eine Kiesschüttung wird vermutlich bei 5" Brunnenrohr und Verwendung eines Arbeitsrohr dann zu wenig Platz sein. Reserven für eine Teleskopbohrung würde ich nicht vorsehen wollen.


    Ich hatte beim Bohren den Eindruck, dass es nur eine ca. 75cm Meter dicke Schicht ist, die zusammenfällt bzw. vom Grundwasser ausgespült wird und mir dadurch mein Bohrloch darunter wieder füllt. In dieser Schicht hatte sich auch ein kleiner Hohlraum gebildet. Würde es Sinn machen, das Arbeitsrohr nur bis unterhalb dieser Schicht zu treiben und dann ohne Arbeitsrohr weiterzumachen oder ist das zu naiv gedacht?

  • So kann es funktionieren. ...muß natürlich nicht. ;)

    Wenn du Glück hast, bist du in etwa am Ende der Lehmschicht und es kommt jetzt Material, welches du per Kiespumpe fördern kannst.

    Probiere es doch aus. Wenn du das Rohr eh schon da hast, dann stelle es hinein und versuche es so weit wie möglich weiter zu versenken.

  • Ich bohre dann im Rohr weiter, wie stelle ich aber sicher, dass das Arbeitsrohr im Lehmboden nachrutscht? Mir ist die Arbeitsweise noch nicht ganz klar, werde aus den anderen Threads und Google nicht ganz schlau.

    Damit das Arbeitsrohr immer weiter nachrutschen kann wird eine Holzklammer um das Rohr gemacht und dann eine Last ( Gehwegplatten,mit Sand gefüllte Baueimer, mit Wasser gefüllte Mülltonnen z.B. ) dort aufgelegt.

    Damit das zügig rutscht können ohne weiteres 300-400 kg notwendig sein

    So wie in diesem Video zum Beispiel.

    Gruß Jörg

  • Das Prinzip mit der Holzklammer kenne ich. Meine Frage war nur dahingehend, wie sich das im Lehm verhält und ob man im Nachgang das Rohr noch aus dem Lehm gezogen bekommt. Bei Sand bzw. Kiesel hätte ich da weniger Bedenken, als bei Lehm.

  • und ob man im Nachgang das Rohr noch aus dem Lehm gezogen bekommt.

    Das hängt von der Länge der Lehmschicht sowie deren "Klebrigkeit" ab.

    Eine weitere Rolle spielt die Art des Arbeitsrohres.

    In absteigender Reihenfolge:

    Stahlrohr

    Brunnenrohr mit TNA Gewinde

    Brunnenrohr mit Trapezgewinde


    Wobei die beiden letztgenannten in ihrer Reihenfolge durch unterschiedliche zulässige Gewindezugkräfte nicht eindeutig festlegbar sind.


    Aber das wusstest Du doch alles bereits vorher...


    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Einfach zwischendurch mal ausprobieren ob man das Rohr noch ziehen kann.

    Ich weiss nicht...

    Haftreibung ist deutlich grösser als Gleitreibung.

    Im Prinzip entspricht die Problematik eigentlich der Frage:

    Welches Drehmoment kann ich auf eine Schraube geben, bis sie abreisst? Obwohl die Streckung beim Brunnenrohr eine geringere Bedeutung haben dürfte.

    Ich kann mir nur vorstellen, dass eine häufigere Belastung des Rohrgewindes zu einer Materialermüdung führen könnte.

    Bin aber kein Werkstoffkundler.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • In diesem Fall kann man eigentlich nur nach dem Motto gehen : Versuch-Irrtum

    Da keine optimalen technischen Voraussetzungen vorhanden sind und das Material vom Arbeitsrohr nicht bekannt ist heißt es :

    Entweder geht oder geht nicht

    Moonwalker was verstehst du unter einem Mast zum Rohr ziehen ?

    Es werden unter ungünstigen Umständen Zugkräfte von über einer Tonne notwendig sein um das Rohr zu ziehen.

    Ich habe für mein Arbeitsrohr ziehen ( 110 KG bei 10m Länge im Sandigen Boden ) einen Hand-Ketten-Flaschenzug mit 1000kg Zugkraft verwendet.

    Der ist mehrmals kurz an seine Grenzen gekommen

    Gruß Jörg

  • Diese Aussicht ist jedenfalls besser als es bei mir mit dem KG-Rohr war.

    Ich kann nur sagen : ausprobieren

    Wenn du auf 100% Sicherheit gehen willst must du als Arbeitsrohr ein Stahlrohr mit Gewinde nehmen und einen entsprechenden Hubzug zum rausziehen wie die Brunnenbaufirmen bei einem Bohrbrunnen.


    Gruß Jörg

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