Bohrbrunnen im Lößboden

  • Hallo Miteinander!

    Ich durchforste dieses sehr hilfreiche Forum (ich denke dabei vor allem an „kg49“ 😉) auf der Suche nach den Antworten für meine Problemstellung:

    - habe bislang 9,20m Loch mit Durchmesser 160mm gebohrt (1,00m Mutterboden, ab dann Lehm bis ca. 6,00)

    - ab 6,00 Wasserspiegel und damit fängt auch lockerer Lehmboden mit vielen Kalk-/Steinen an, welcher wohl die wasserführende Schicht/Grundwasserspiegel repräsentiert. Durch diese Schicht bin ich mit viel Aufwand und etlichen „Erfindungen“ (habe mir zum Schluss 160er Kernbohrer zugelegt und Adapter für das Bohrgestänge gebastelt) durch und kann jetzt wieder mit der Bohrschnecke, jetzt in der ab dann wohl vorhandenen Lößplatte - laut Geokarten der Stadt Mainz vorhanden - weiter machen (die durchgefrästen und kleinere bis größere Steine konnte ich glücklicherweise nach ein paar Versuchen mit dem Kernbohrer, der unten durch Löss verschlossen wurde, sowie mit Hilfe einer Kiespumpe rausholen…).


    Hier komme ich mit meinem Wissen und der Logik nicht weiter, wie das weitere Vorgehen sein sollte…und habe auch nicht wirklich diesbezüglich viel im Forum gefunden.

    Wenn ich mit meinem zusammen angelesenen Wissen richtig liege, dass

    1. die Pumpe mind. 2m unterhalb des Wasserspiegels

    2. mind. 0,5m oberhalb der Filterstrecke liegen soll,

    wo soll ich dann die Filterstrecke platzieren (mein Gefühl sagt mir, dass diese genau in die wasserführende Schicht (also zwischen 6,00m und 9,00m) soll und damit kann ich die Pumpe niemals korrekt absenken…


    Mir scheinen zwei Alternativen durchführbar:


    1. weiter mit meiner 160er Bohrschnecke noch, hoffentlich, weitere 3-5m bohren in der Hoffnung, dass mir die Brunnenwand nicht einstürzt und so bombenfest bleibt wie die ersten (ab den besagten 9,00m) noch mit dem Kernbohrer rausgeholten „Propfen“ (s. o. ) und den locker gebohrten Löss irgendwie raus zu pumpen, danach mein 125er Brunnenrohr reinlassen (0,5m Sumpfrohr, 2-3m Filterrohr, Rest Vollrohr), Filterkies um das Rohr zu schütten bis 6m (Wasserspiegel) und die Pumpe dann OBERHALB der Filterstrecke zu platzieren oder
    2. Brunnenrohr reinlassen und mit einer kleineren Bohrschnecke und der Hilfe eines Schneidschuhs INNERHAB des Rohres bohren, um dieses weiter abzusenken (mit entsprechendem Streckenaufbau damit das Filterrohr in der wasserführenden Schicht platziert wird ) und die Pumpe UNTERHALB des Filterrohrs absenken…ggfs. Filterkies bis zum Ende der 160er Bohrung (9m) einfüllen. Die Filterstrecke bei dieser Alternative tiefer zu legen erscheint mir nicht sinnig, denn wie soll das Wasser durch die wasserunduchlässige Lößschicht in das Rohr (hier eng an der Brunnenwand) gelangen…


    Dritte Möglichkeit wäre natürlich, dass ich nach den nächsten 3-5m auf die nächste wasserführende Schicht/Ader stoße und damit alles erledigt wäre 😉, aber das lassen wir erst mal Wunschdenken sein…😎.



    Ich wäre für Anregungen und Einschätzung, ob ich mit meinen beiden Überlegungen ganz falsch liege, sehr dankbar!
    Viele Grüße



  • weitere 3-5m bohren in der Hoffnung, dass mir die Brunnenwand nicht einstürzt und so bombenfest bleibt wie die ersten (ab den besagten 9,00m)

    Mir gefällt die Schilderung der Boenschichten nicht. Du magst eine Wasserschicht erreicht haben, aber ob der Boden wasserdurchlässig genug für eine Förderung ist, erscheint mir zweifelhaft.

    Versuche mal die Bohrung mit Wasser zu füllen.

    Wenn das Wasser bis zur GOK ansteigt, kannst Du kein Wasser fördern. Wenn das Wasser im Bohrloch verschwindet und der Grundwasserspiegel nicht ansteigt, kann man über eine Förderung nachdenken.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Guten Morgen kg49!


    Vielen Dank erstmal für die schnelle Antwort. Ich habe das jetzt getestet:

    - aus meiner Regenwasser-Zisterne (Hauswasserwerk ESPA ASPRI 20 5M B) bekomme ich mit dem Testschlauch ca. 20l/6min. = ca. 3,5l/min.

    - Test Start: OK Wasser ca. 6,0m bis GOK

    - erstmal ca. 20 min. (ca. 70l) laufen lassen ohne Zeit zu stoppen - kein Wasser in Sicht😉, also

    - nach 10min. (ca. 35l): OK Wasser ca. 5,70m (30cm Zulauf) bis GOK

    - nach ca. 3min. Wasser wieder ca. 6,00m bis GOK

    Scheint mir einiges weg zu fließen…


    Weitere Umstände: Im Ort gibt es viele Brunnen, meist natürlich schon älter (vor Wasseranschluss Stadtwerke in den 70ern und viel älter 😉) und meistens gegraben mit Durchmessern von bis 1m. Fast alle (zwar etwas tiefer im Ort, wir sind relativ am Ortsrand und höher…) führen Wasser ab ca. 4-6m mit unterschiedlichen Tiefen (Schächte bis 12-14m).


    Daher hoffe ich, nach dem Durchführen des ersten klasse Vorschlags von dir, dass ich annehmen darf, doch ein wenig Wasser aus dem Boden rauszuholen 😎.


    Ich freue mich auf die nächste Stufe der fachlichen Hilfe deinerseits!


    Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch!

  • aus meiner Regenwasser-Zisterne (Hauswasserwerk ESPA ASPRI 20 5M B) bekomme ich mit dem Testschlauch ca. 20l/6min. = ca. 3,5l/min.

    Das ist leider viel zu wenig. Es entspricht 200L/h, die Du auch dem Brunnen entnehmen könntest. Da Du sicherlich eine höhere Fördermenge eingeplant hast, sollte der Brunnen auch mit der entsprechenden Wassermenge gefüllt werde.

    Stell ein ausreichend dimensioniertes Rohr (idealerweise das zukünftige Brunnenrohr mit Filterschlitzen) in die Bohrung und schütte mal 10 Wassereimer schnell hintereinander hinein.

    Das sollte so 1m³/h entsprechen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • OK, probiere ich erst mal ohne Brunnenrohr (müsste ich besorgen und, falls es klappt, weiß ich i. M. noch nicht, wieviel ich davon brauche…oder ob überhaupt 🤨). Habe einige größere Mörtelkübel, damit schaffe ich die Menge schneller 😉.

  • Wenn Du das Wasser die Bohrwand hinunterlaufen lässt, können sich mehr oder weniger grosse Bodenstücke evtl. lösen.

    Wenn Du über eine Pumpe verfügst, kannst Du natürlich auch (mit Bedacht) einfach Wasser aus dem Brunnen pumpen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Hab' jetzt innerhalb Sekunden😉 einen großen Kübel mit etwa 65l reingekippt…

    Nach ca. 4min. war die Hälfte weg, nach ca. 15min. der Rest…

    Hmmm, nicht die prickelnden Wassermassen…🥴, kann das aber auch durch nachfließendes Wasser „verlangsamt“ worden sein? Obwohl was nicht wegfließen kann, kann wohl auch nicht unbedingt nachfließen…allerdings ist jetzt auch der Schlammlevel unten durch die Gießerei um fast 1m gestiegen (reingespült), also fast bis in die Mitte meiner wasserführenden Schicht (wenn denn eine da ist…😉).


    Irgendwas ist vermutlich da und ich werde meine Wasserentnahme wohl rationalisieren müssen…😢.

    Trotzdem würde ich gerne wissen, wie du weiter vorgehen würdest (s. o. meine Anfrage).

    Viele Grüße

  • Dann plunsch und bohr mal die hinabgespülte Erde wieder raus.

    Insgesamt liest sich aber das Ergebnis nicht besonders positiv. Bzw. genauso, wie es bei der Bodenschichtung zu erwarten war.

    Nun, mit einer Förderung von 500L/h hat man an einem Tag auch so 10 m³.

    Es stellt sich die Frage, wie hoch Dein finanzielles Engagement angesetzt ist Pumpen für kleine Fördermengen kommen aus dem Solarbereich und sind teuer, hinzu kommt der Aufwand für den Brunnenfilter. Da kommt schnell ein vierstelliger Betrag zusammen, bis alles fertig ist.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Wir haben relativ großen Garten und noch 'ne Menge Nutzgarten, den wir bewirtschaften…der finanzielle Rahmen ist relativ zweitrangig, mir widerstrebt es teuer bezogenes Leitungswasser, zumal es nicht besonders gut für die Pflanzen ist, in der Trockenzeit, wenn die Regenwasserzisterne (immerhin ca. 10cbm) leer ist, zu vergießen…

    Auf jeden Fall danke für deine Tipps, vielleicht noch mal einen Hinweis, wie du weiter vorgehen würdest…wie tief, welchen Durchmesser, Filterkies, wo die Filterstrecke platzieren, … (s. o.)

    Ich werde auch weiter berichten 😉

  • vielleicht noch mal einen Hinweis, wie du weiter vorgehen würdest…wie tief, welchen Durchmesser, Filterkies, wo die Filterstrecke platzieren,

    Die Fragen lassen sich alle nicht vom Schreibtisch beantworten. Da muss man vor Ort das Bohrgut in die Finger nehmen, die Sandkörnung messen etc.

    Generell gilt die Regel für einen vernünftigen Brunnen:

    Bohren, bis man auf Quarzsand oder Kiesschichten stösst.

    Wenn das nicht möglich ist, ist die Bohrung eines Brunnens in gewisser Hinsicht ein Kompromiss zwischen schlechten Möglichkeiten. Da gibt es keine festen Regeln, man muss, wie bereits gesagt, vor Ort entscheiden.

    Eine Bohrvariante noch zum Schluss:

    Wenn der Boden wider schlechter wird (Ton, Lehm, etc), kann man auch die Pumpe unter den Filter setzen.

    Man teuft noch ein ca. 1m langes Sumpfrohr ab, über dem der Filter dann steht. Man kann die Pumpe in das Sumpfrohr hängen, wenn sie unten(!) das Wasser ansaugt oder einen Kühlmantel setzen.

    Zur Filterung noch folgender Artikel:


    Filterrohre und Kiesschüttung

    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.

    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.

    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.

    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • …so probiere ich es weiter 😉, vielen Dank!

    Den Artikel habe ich mir bereits an anderer Stelle geholt, finde ich sehr informativ, hat mich auch bewogen ins Forum „einzusteigen“….

    Viele Grüße aus Mainz

    Schönen Sonntag!

  • Guten Morgen kg49, ich schon wieder 😉. Ich baue mir gerade einen Riversidebohrer, mit dem ich versuchen möchte noch tiefer zu kommen und mir mit gleichzeitigem Herausholen der „Tonpfropfen“ das Anbohren und Herausplunchen des Schmodders zu ersparen…🥴.


    Habe aber eine andere fachliche Frage: Was hältst du von den Inverter Steuerungen (z. Bsp. https://www.profi-pumpe.de/BRU…kabelt-IPC-2-V::1585.html)?

    Oder ist eine herkömmliche Zwei-Punkte-Steuerung mit Ausgleichsbehälter genauso effektiv? Mich reizt die Idee durch die gesteuerte Leistung einen gleichmäßigeren Druck auf den Leitungen zu haben und möglicherweise tatsächlich ein wenig Energie zu sparen? Oder ist das irrelevant?

    Viele Grüße

  • Leider liegen mir keine praktischen Erfahrungen mit Inverter-Steuerungen für Pumpen vor, sodass ich dazu keine konkrete Aussage machen kann.

    Generell stehe ich jedoch auf dem Standpunkt, im häuslichen Brunnenbau so wenig Elektronik wie möglich einzusetzen,vor allem, wenn der Nutzer nicht in der Lage ist, im Fehlerfall selbständig eine Fehlerdiagnose und Reparatur durchzuführen.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


Brunnen selber bauen