Brunnenrohr auf ca. 10 m und kein Fortkommen mehr

  • Standort: Düsseldorf

    Brunnenrohr: 100 mm

    Kiespumpe: 90 mm

    Bohrtiefe: 10 m (1m Sumpfrohr mit Schneidkopf, 2 m Filterrohr, 7 m blaues Brunnenrohr)

    Wasserspiegel: ca. 8 m

    Vermutetes Problem: Dicke Kiesel


    Lieber Brunnenfachleute,


    ich habe mich mittlerweile bis auf ca. 10m tiefe vorgearbeitet. Leider geht jetzt gar nichts mehr. Mit der Kiespumpe hole ich jetzt noch ein paar Sandkrümel hoch. Das Rohr kommt einfach nicht voran. Selbst mit 500 kg Auflast ist kein Vorankommen möglich.

    Zuletzt habe ich mit der Kiespumpe einen Kiesel hochgeholt, der sich im Kiespumpeneingang verkantet hatte. Der war so groß, dass er nicht in die Pumpe hätte gelangen können (ca. 7 cm). Deshalb meine Vermutung, dass der Rohrrand auf einigen großen Kieselsteinen steht und es deshalb nicht weiter geht. Zuletzt habe ich mir noch einen 70-er Bohrer besorgt um im Rohr zu bohren, bzw. durch herumporkeln im Kies Steine zu lösen, die vielleicht stören. Es fühlt sich tatsächlich so an als ob ich in einem Haufen komprimierter Kieselsteine bohre. Damit habe ich immerhin noch einen großen (ca. 5cm Durchmesser) und einen kleinen Kiesel (ca. 2 cm) hochgeholt. Von Sand keine Spur. der Bohrer hat sich an der Schweißstelle verbogen, so dass ich Angst habe, dass er abbricht. Nebenbei ist es eine riesen Schufterei das lange Bohrgestänge in das Bohrloch abzusenken und aus dem Bohrloch hochzuziehen.

    Jetzt habe ich überlegt, ob ich mir einen Steingreifer baue. Wenn ich aber mit jedem Ablassen nur einen Stein raushole, dann brauche ich einen neuen Rücken. Und wenn diese Schicht dann auch noch einen Meter dick ist?

    Das Rohr ein Stück ziehen? Ändert auch nichts daran, dass die dicken Kiesel hochgeholt werden müssen.

    Ich fühle mich in der Sackgasse. ;(

    Hat noch jemand eine Idee?


    Beste Bohrgrüße


    Rolf

  • Hallo Jordi ,

    Ich würde mir einen Steingreifer mit einem Gewicht bauen den ich an einem weichen Stahlseil in den Brunnen fallenlassen würde in der Hoffnung daß man die Steine durch das Fallgewicht gegriffen bekommt. Wäre jedenfalls leichter als jedesmal das Gestänge ziehen.

    Aber vorher würde ich mit einer wasserdichten USB-Kamera ( gibt es für ca 40-50€ mit Monitor und 15m Länge im Netz zu kaufen ) den Bohrgrund kontrollieren wie groß die Kiesel sind

    Gruß Jörg

  • Die Idee von Heimbrunnenbauer mit dem Steingreifer Ist schon die richtige. Wenn du das Gestänge mit den 3 Greifern ca. 1m lang machst, oben eine Öse, dann das Stahlseil oder ein anderes stabiles Seil daran befestigst kannst du den Steingreifer von einer gewissen Höhe fallen lassen.

    Ich hatte mir ein Bohrgestell für eine Kernbohrmaschine gebaut. Daran einen 150mm Kernbohrer mit langem Gestänge. Ich habe quasi ein Loch in das Gestein gebohrt. Hat mich ca. 1,5 Tage gekostet. Danach kam feinstes und Sand. :thumbup:

  • Vielen Dank für Euer Feetback.

    @ Georg Niederrhein:

    Abstand zum Rhein sind ca. 800 m in Oberkassel.


    @ Heimbrunnenbauer:

    Ich bin mit zu sicher, dass dort Kiesel liegen und habe schon viel Geld ausgegeben, so dass ich mir den Invest sparen möchte. Aber eine gute Idee. Ich hatte schon ein (vermeintlich wasserdichtes) Smartphone geschrottet als ich es ins Rohr und Wasser abgelassen hatte. Aber vielleicht doch eine gute Investition bevor ich noch weiter in andere Werkzeuge investiere. Hast Du Erfahrung mit einem bestimmten Modell?

    Da ich schon 2 m im Wasser bin, habe ich Bedenken, dass das Wasser meinen Steingreifer am Seil so weit abbremst, dass es nicht funktionieren wird. Aber wahrscheinlich die günstigste und erfolgversprechendste Variante.


    Solea:

    Das mit dem Kernbohrer habe ich nicht wirklich verstanden. In welcher Tiefe hast Du das Loch gebohrt? Was für ein Gestell? Kernbohrer + passendem Bohrschlitten habe ich, wüsste aber nicht wie ich das für eine Kernbohrung in 10 m Tiefe nutzen sollte. Und dann müsste ich ja trotzdem die Steine hochholen.


    Ich denke, ich werde die Variante "Steingreifer am Seil" wählen und schauen was passiert.


    Vielen Dank an alle!!!

  • Hi Jordi,

    das mit dem Kernbohren ist gar keine so schlechte Idee.

    Nur müsste die Krone an das Bohrgestänge und in 10 m Tiefe arbeiten. Also ist ein normaler Bohrschlitten für Kernbohrungen eher ungeeignet.

    Zumindest würdest Du eventuelle Steine in Übergröße erst einmal auf das Bohrmaß zurecht schneiden.

    Letztlich sind dann zurecht schneiden und aus 10 m Tiefe herausbringen ein anderer Part.

    Eine möglichst lange Bohrkrone verwenden und wenn das ziehen des Kerns nicht gleich klappt, den Kern brechen und eine Hand voll Sand vor dem nächsten Zieh-Versuch rein.

    Es ist und bleibt aber ein Geduldsspiel im Wasser.

    Gruß Pitt

  • Hast Du Erfahrung mit einem bestimmten Modell?

    Ich habe mir eine günstige Kamera mit Monitor und 10m Länge gekauft ( NoName ) ca 39€

    Habe mir aber auch noch nachträglich eine USB-Kamera mit 15m Länge gebraucht gekauft da die andere zu kurz war für 15€

    Beide bringen für mich zufriedenstellende Bilder und sind beide Wasserdicht

    Gruß Jörg

  • Da ich schon 2 m im Wasser bin, habe ich Bedenken, dass das Wasser meinen Steingreifer am Seil so weit abbremst, dass es nicht funktionieren wird.

    Ich teile Deine Bedenken bezüglich der Zweckmässigkeit bei den vorhandenen Bedingungen.

    Für einen Test (oder für Dauer) möchte ich Dir folgendes vorschlagen, was schon hier im Forum erfolgreich praktiziert wurde:

    Mach gar nichts, nimm einfach eine Pumpe und schau, wieviel Wasser Du fördern kannst.

    Du stehst 2m im Wasser mit einem 100er Rohr, welches am Boden auf grossen Kieseln aufsteht. Sand förderst Du mit der Kiespumpe nicht mehr.

    Ich bin überzeugt, dass durch die Öffnung des Rohres am Boden genügend Wasser fliesst, um mindestens einen Wassersprenger zu versorgen. Sind die Kiesel sehr grob, sollten auch höhere Wassermengen förderbar sein.

    Selbst wenn am Anfang noch etwas Sand gefördert wird, sollte die Konstruktion im Laufe der Zeit sandfrei werden.

    Ein Versuch wäre es wert.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Hallo Jordi,


    es ist im Prinip wie Pitt sagt. Der Kernbohrer befindet sich in 10m Tiefe. den Schlitten habe ich selbergebaut. er ist ca. 2m Hoch. die Bohrlänge beträgt die Länge die der Kernbohre hat. Bei mir sind es 400mm. dann ist der Bohrer voll. Viel mehr geht sowieso nicht, da das Ganze sonst zu schwer wird. Die Steine die sich im Bohrloch befinden verkeilen sich im Kernbohrer sodass du alle großen Steine aus dem Bohloch bekommst.

    Ich hatte mein Steingreifer mit dem Bohrgestänge gekoppelt, funktioniert auch sehr gut.

  • Vielen Dank für Euer Feetback.

    @ Georg Niederrhein:

    Abstand zum Rhein sind ca. 800 m in Oberkassel.


    In der Rheinschleife von Oberkassel ist überall mit sehr groben Rheinkies zu rechnen. Wenn wir plunschen, dann mit 140er Plunscher, mindestens! Der wird dann aber auch über die Maschine bedient und nicht mehr von Hand.

  • Vielen Dank für Eure Hilfe.


    Ich werde zunächst die günstigste Variante auswählen. Einen Steingreifer hab ich mir zusammen geklöppelt. Mal sehen wie ich damit zurecht komme.

    Ich melde mich wenn es Neues gibt oder ich eine Frage habe.


    Grüße


    Rolf

Brunnen selber bauen