Hallo liebe Brunnenbauer!
Vorgeschichte
Ich möchte hier mal mein bescheidenes und noch in Verwirklichung befindliches Brunnenprojekt vorstellen. Angefangen hat alles damit, dass ich vor ein paar Jahren für meine Mutter die Wasserleitung in den Garten hinaus verlängert habe, damit sie es beim Gießen leichter hat als jedes Mal 30-40 m Gartenschlauch aus- und wieder einzurollen, herumzuziehen, zu entwirren etc. Klappt soweit auch ganz gut, 4 Entnahmestellen reichen für kürzere Schläuche.
Dann war relativ rasch die Idee geboren, die Bewässerung zu automatisieren, jedoch war schnell klar, dass die Leitung das nicht hergibt, ohne jeden Regner einzeln zu versorgen. So kam ich auf einen Brunnen, und hätte vermutet, dass der bei uns relativ leicht zu verwirklichen sein müsste. Erstens sollte es eine ziemlich sumpfige Gegend sein, das Haus steht auf Holzpiloten. Zweitens konnte ich herausfinden, dass die Nachbarn über der Straße einen Schachtbrunnen mit 4,5m Tiefe für Brauchwasser haben. Nochmal 50m weiter gibts eine WVA der Gemeinde die aus Grundwasser bezieht, allerdings beides in Bachnähe. Also habe ich versucht mich mal in die Thematik einzulesen und irgendwann hab ich auf gut Glück mal einen 145er Bohrer samt Gestänge bestellt, schlimmstenfalls wäre das meine körperliche Betätigung nach der Bürowoche gewesen und immer noch billiger als eine Fitnessstudio Mitgliedschaft
.
Der lag dann jetzt sicher 1-2 Jahre im Schuppen herum, weil nie wirklich Zeit war.
Es geht los
Dann hatte ich vorletzte Woche plötzlich einen Rappel, hab mir den Bohrer geschnappt und nach anfänglichem Gesudere meiner Mutter, ich solle ihr doch bitte nicht das Blumenbeet zerstören, war ich auch innerhalb von Minuten auf 1m Tiefe. Bis dahin dunkelbrauner, schwerer Mutterboden würde ich mal sagen (Ablage war dann doch das eh noch weitgehend unbepflanzte Blumenbeet
).
Dann wurde es aber auch schon feucht und schlagartig änderte sich das Bohrgut in eine graue, plastilinartige Masse, ich gehe mal von einer Tonschicht aus? Sie lässt sich leicht kneten und formen, man sieht aber auch deutlich einzelne Sandkörner. Wasser lief scheinbar auch immer wieder zumindest leicht nach, man konnte es im Wasserspiegel sehen dass sich da was tut. Wasserstand ist übrigens bei ca. 70-80cm unter GOK.
Das Bohren wurde natürlich schwerer, er hat sich regelrecht festgesaugt. Mit einer Stehleiter und einer 3m langen Holzstaffel als Hebel für das Gestänge gings dann aber relativ entspannt auf ca. 3,2m runter. Dann wurde es weicher, steiniger, das Bohrgut rutschte vermehrt ab. Der Bohrer schert hörbar am Boden, lässt sich noch etwas drehen, verkantet aber öfters, ich schätze ich bin auf die Kiesschicht gestoßen. Das vermute ich auch deshalb, weil ich von einem ca 1,5km entfernten Brunnen der Gemeinde, gleiches Tal, gleiche Bachseite, ein etwas detaillierteres, altes Bohrprofil im Internet gefunden habe. Ich weiß, es kann schon am Nachbargrundstück anders sein, aber vielleicht zumindest mit Glück als Orientierung hilfreich.
Wie gehts weiter?
Tja gute Frage. Zuerst hätte ich mir eine billige, schmale Membran-Tauchpumpe geholt um mal zu schauen wie ich den Dreck rauspumpen kann. Sowas in der Art?
Ich hab händisch geschöpft und war relativ rasch auf Wasserstand 1,4m unter GOK, ist ja nicht so gut. Aber ok, ist ja auch die falsche Schicht dafür.
Eigentlich müsste ich jetzt ja ein Brunnenrohr einbringen und dann schauen, dass ich mit der Kiespumpe weitermache, würden die Profis dem zustimmen? Ich hätte an 125er Glattwand gedacht und 108er Kiespumpe, mit folgendem Aufbau basierend auf dem was ich vom Bodenaufbau her vermute:
- 0,5-0,7m Sumpfrohr (Rest für Holzzange), Schneidschuh vermutlich nicht notwendig, aber vielleicht ratsam für Stabilität?
- 2m Filter
- 4-5m Vollrohr
Ja, falls jemand den elendslangen Text durchgelesen hat und hier angekommen ist
, ich bin natürlich für hilfreiche Tipps und Kommentare sehr dankbar. Schöne Grüße aus dem südlichen Niederösterreich!
Kristof

