Hallo Brunnenfreunde
Wir haben uns vor zwei Jahren einen alten Bauernhof in Frankreich, im Südburgund gekauft.
Auf dem Hof steht ein alter Schachtbrunnen.
Dieser wurde wohl von der Vorbesitzerin als einzige Wasserquelle genutzt.
Das Haus ist irgendwann zwischen 1800-1880 gebaut worden, genauer konnten wir das leider nicht herausfinden.
Der Brunnen ist wohl mindesten so alt wie der Hof.
Durch die Forumsrecherche habe ich schon mal herausgefunden, dass Schachtbrunnen nicht durch irgendwelche chemischen Reinigungsverfahren revidiert werden können.
Im Brunnenschacht kommt ein Rohr aus der Wand, welches nach unten in den Brunnen führt.
Das Rohr kommt im Gewölbekeller an und ist dort an einen Hauswasserautomaten angeschlossen, mit Druckausgleichsbehälter welcher allerdings nicht mehr richtig funktioniert, die Pumpe springt bei jedem kleinen Wasserverlust gleich wieder an.
Unser Trinkwasser wird von diesem Brunnen bezogen, genauso wie das Wasser für unsere Tiere, den Garten, Waschmaschine etc.
Der Hof ist nicht an das Gemeindewassersystem angeschlossen.
Nun, im Sommer, haben wir Probleme mit dem Wassernachschub.
Ich habe vor ein paar Tagen den Brunnen leer gemacht als ich in einem Anflug von Hitzebedingter geistiger Umnachtung beim giessen der Bäume vergessen habe den Wasserstand im Brunnen zu kontrollieren.
Er läuft nun langsamer nach als wir es uns für unseren Verbrauch wünschen würden
Wir werden nach und nach mit den Renovationen Dachrinnen einbauen und Regenwasser sammeln um den hohen Verbrauch einer geplanten Selbstversorgung decken zu können.
Bis dies allerdings soweit ist möchte ich den Brunnen weiterhin für alles nutzen, danach immer noch für den gesamten Haushalt und speziell das Trinkwasser für uns und alle unsere Tiere.
Der Brunnen ist mit einer Holz/Blech Platte abgedeckt.
Beim hineinsehen mit einer Taschenlampe kann man sehen, dass Schnecken und Spinnen darin wohnen, Staub und etwas Dreck auf den Bruchsteinen liegt und er generell wahrscheinlich schon sehr, sehr lange nicht gewartet oder gereinigt wurde.
Aufgebaut ist er, wie erwähnt, aus Bruchsteinen welche mit Lehmmörtel verbunden wurden.
Er ist ca. 10m Tief, geschätzt mit hineingelassenem Seil.
Der Wasserstand war schon auf mehr als der Hälfte der Höhe im Winter und ist jetzt, wieder geschätzt mithilfe des beschwerten Seils, zwischen 0,5 und 1,5 Metern über der Sohle.
Nun möchte ich den Brunnen gerne einmal warten und putzen damit er so hygienisch und ertragreich wie möglich ist.
Mein Plan ist wie folgt:
-Die Brunneninnenwand mithilfe eines Gartenschlauches aber ohne viel Druck mit Gemeindewasser vom Nachbarn aus einem IBC Tank grob herunterspülen.
-Den Brunnen mit einer Schmutzwassertauchpumpe leerpumpen.
-Heruntersteigen, bzw. Meine Partnerin heruntersteigen lassen, auf einer Leiter. Gesichert mit einem Klettergurt mit Schulterriemen, Helm, langen Klamotten. Das Seil würde ich oben an einem Gerüst mit einem Habegger aufhängen um Sie im Notfall hochziehen zu können.
-Den Brunnen von unten besichtigen, Schmutz und Dreck entfernen.
-Die Brunnenwände über dem Boden eben und waagerecht zementieren (Ist momentan schief) und einen neuen, dichten Deckel bauen und draufsetzen.
-Zu einem späteren Zeitpunkt der Hauskomplettrenovation ein neues Rohr duch den Durchbruch der Brunnenwand in den Brunnen versenken, ein neues Hauswasserwerk mit einem ordentlichen Edelstahl Druckausgleichsbehälter installieren und sämtliche Wasserleitungen im Haus ersetzen. Im Zuge dessen würde ich eine Filteranlage mit Vorfilter und Aktivkohlefilter einbauen, wahrscheinlich schon vor der Pumpe.
Das Trinkwasser würde ich, wie jetzt schon, nochmal durch einen gesonderten Filter jagen um eventuelle Bakterien und Viren auch raus zu filtern.
Was denkt ihr Brunnenkenner zu diesem groben Plan?
Auch habe ich noch zusätzliche Fragen:
Den Brunnen vor einem Betreten mithilfe eines Kompressors und langen Schlauches mit frischer Luft versorgen ist sicher Sinnvoll?
Sollen wir den Brunnen leer pumpen und dann sehen wie viel Wasser über Nacht nachkommt um danach nach Möglichkeit jeweils so viel Wasser täglich zu brauchen um es Keimfrei zu halten?
Wenn wir das mal nicht können, wegen Abwesenheit oder einfach weniger Verbrauch, müssten wir den Brunnen leer machen und neu voll laufen lasser bevor wir Wasser verbrauchen?
So wie ich das den Beiträgen, welche ich dazu gefunden habe, entnehmen kann, geht ein Schachtbrunnen nicht kaputt wenn er leergepumpt wird?
Ich habe das Gefühl dass die Menge an Wasser, welche innerhalb eines Tages nachkommt sehr variabel ist, ist das normal bei so alten Brunnen?
Die letzten Zwei Jahre haben wir halt einfach gebraucht, was wir gebraucht haben, weder sind wir, noch eines der Tiere die mit uns zusammen leben krank geworden.
Die Vorbesitzerin hat wohl auch so gelebt mit ihrer Familie, aber ganz ohne Filter.
Liebe Grüße und Danke für eventuelle Antworten!
Till / BamBam

