Posts by 3DD

    Die Pumpe hat unten einen Rundflansch, mit dem sie auf einem Pumpensockel, einem Pumpenhalter mit Erdanker, einem durchbohrten Kanaldeckel oder einer Abdeckplatte befestigt wird. Sie wird nicht dauerhaft nur durch das Rohr gehalten – das ist zwar die einfachste Lösung, aber auch die, bei der das Rohr und die Verbindungen ständig belastet werden.


    Alternativ gibt es Pumpen, die mit einem Winkelflansch an einer Wand oder einer Säule befestigt werden (solche Exemplare, meist Doppelkolbenpumpen, waren wohl in der damaligen DDR besonders beliebt) oder bei denen das mit herumgelegten Bändern geschieht.


    In beiden Fällen wird die Pumpe sicher befestigt, der Schlauch (oder eben das Rohr) hat mit der Befestigung nichts zu tun, sondern wird nach unten ins Loch geführt.

    Ok. Also soll ich keinen Rammfilter in das Brunnenrohr einsetzen?

    Wenn du da unbedingt mit einer Schwengelpumpe arbeiten willst, dann kannst du (wie schon beschrieben) mit einem Saugschlauch arbeiten. Das gilt für den Fall, dass die Tiefe, aus der angesaugt werden muss, mit den Möglichkeiten einer gängigen Schwengelpumpe übereinstimmt (max. etwa 7 m Ansaughöhe).


    Wenn das Wasser deutlich tiefer steht, dann gibt es Schwengelpumpen mit abgesetztem Pumpzylinder (etwa von Nira oder Beyer), bei denen der Arbeitszylinder sich unten im Brunnen befindet. Er wird dort vom Schwengel über ein Gestänge angetrieben. Diese Pumpsysteme kosten aber richtig viereckiges Geld.

    ..."Wasservenen" ... Er meinte zwei Meter weiter wäre es besser gewesen.

    Das mit den Wasseradern ist wohl unausrottbare Folklore. Aber so ein Stöckchenschwinger würde sich ja auch selbst das Geschäft versauen, wenn er mal zur Kenntnis nehmen würde, dass Grundwasser in aller Regel flächig verteilt ist und ein paar Meter Abstand völlig irrelevant sind.


    Vor Jahren hat die Skeptikerorganisation GWUP mal einen Versuch mit Wünschelrutengängern gemacht, die Stein und Bein schworen, dass sie „Wasseradern“ orten könnten, und bei fließendem Wasser wäre es sowieso kein Problem. Die GWUP hat also in Absprache mit den Wünschelrutengängern Leitungen im Boden vergraben und ein Zelt darüber aufgebaut. Die Wünschelrutengänger sollten nun einfach bestimmen, ob gerade Wasser fließt oder nicht (das Wasser wurde in einiger Entfernung vom Zelt nach einem dokumentierten Zeitplan an- und abgestellt). Der Versuchsaufbau war von den Probanden abgesegnet worden.


    Es kam, wie es kommen musste: Keiner der Wünschelrutengänger konnte ein Ergebnis erzielen, dass statistisch von dem abwich, was man auch durch bloßes Raten hätte erzielen können. Also genau das, was an Zufallstreffern zu erwarten war, und nicht mehr.


    Wenn ein Wünschelrutengänger seine Fähigkeit in einem Test nach wissenschaftlichen Kriterien nachweisen könnte, würde er von der GWUP 10.000 Euro bar auf die Hand bekommen. Das Angebot dazu steht nach wie vor. Der US-Skeptiker James Randi hatte sogar bis zu seinem Ruhestand zwei Jahrzehnte lang eine Million USD als Preisgeld für den Nachweis übernatürlicher Fähigkeiten ausgesetzt. Die Zehntausend hierzulande oder die Million überm großen Teich hat sich nie jemand abgeholt. Warum eigentlich nicht?

    Kann ich bestätigen. Ich bin beim Bohren auch auf eine Nussbaumwurzel gestoßen. Ich kam sogar noch mit der Akku-Säbelsäge dran – das ist also nichts, weswegen man sich einen Kopf machen müsste.

    Die klassische Nullung zu erweitern wäre ja auch keine Lösung.


    Man kann der gesamten Anlage aber durchaus etwas hinzufügen. Nur muss das dann ab Übergangspunkt der aktuellen Norm entsprechen (was wiederum genau das ist, was du willst).

    Klar, die klassische Nullung hat Bestandsschutz, aber vielleicht wäre das mal ein Anlass, das Ganze auf einen moderneren Stand mit separatem Schutzleiter zu bringen.


    Alternative: Sprich mal mit deinem Elektriker, ob er dir nicht als Erweiterung der Anlage einen Außen-Stromanschluss nach aktueller Norm legen kann. Das sollte eigentlich gehen.

    In den Anzeigevordrucken war immer die Rede von einer Bohrfirma, Stempel usw

    Kannst du eigentlich ignorieren, wenn du selbst baust. Es zwingt dich ja niemand, eine Firma zu beauftragen – im Gegenzug stehst du für das Ergebnis gerade.


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    Auch ein Schichtenverzeichnis wollen sie haben. Aber wie soll das gehen wenn ich doch per Hand bohren will. Ist das Pflicht?

    Sag, dass du es nachreichst. Beim Bohren stellt sich ja heraus, was du in welcher Tiefe antriffst.

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    Was soll ich davon jetzt halten, ich habe es dann so verstanden das man mir durch die Blume sagen wollte: Machen sie es einfach und stellen nicht so viele fragen...

    Das würde ich lieber nicht so auffassen. Siehe nächster Abschnitt.


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    Wie seht ihr das? Eine nicht angezeigte Brunnenbohrung soll, wenn man sie nur zur Gartenbewässerung auch nur eine Ordnungswidrigkeit sein. Aber was bedeutet das?

    Das bedeutet, dass du bei Verstößen kein Strafverfahren, sondern lediglich ein Bußgeldverfahren zu erwarten hast (wobei Bußgelder auch ziemlich schädlich fürs Konto werden können – §103 WHG sieht Bußgelder bis 50.000 € vor).


    Dazu kommt das Haftungsrisiko.


    Ich kann (darf) dir keinen konkreten juristischen Rat erteilen, sondern nur schildern, wie ich es vor ein paar Wochen gemacht habe (in einem Kreis, der deinem benachbart ist): Ich habe die Anzeige formlos (im RBK gibt es keine Vordrucke) bei der Kreisverwaltung eingereicht und habe dabei alles so ausführlich formuliert, wie es mir fachlich möglich war. Dazu habe ich noch geschrieben, dass man mich vor der weiteren Bearbeitung kurz formlos informiert, wenn sich aus der Schilderung des Projekts ergibt, dass doch eine förmliche Genehmigung erforderlich sei (dann schießen die Gebühren nämlich in die Höhe).


    Das war gut so, denn ich wohne auch in einem Wasserschutzgebiet, und die Behörde wies mich darauf hin, dass ich in meiner Wasserschutzzone ohne Genehmigung nur 5 m tief rammen dürfe (ich hatte vorsichtshalber mal bis zu 7 m veranschlagt). Gleichzeitig beruhigte man mich bei einem sehr netten Telefonat, dass ich vermutlich schon irgendwo zwischen 2 und 3 m auf Grundwasser stoßen würde (bei weniger als 2,50 m war das dann auch der Fall).


    Ich habe die Anzeige daraufhin entsprechend abgeändert und bekam dann die beruhigende Auskunft: „nach Prüfung Ihrer Anzeige vom **.**.2020 teile ich Ihnen mit, dass die Errichtung und die Nutzung des geplanten Brunnes nach § 46 WHG in Verbindung mit den §§ 8, 9 und § 49 WHG erlaubnisfrei sind, vorausgesetzt der Brunnenbau beschränkt sich auf die maximale Eindringtiefe von 5 m in das Erdreich.“ Dazu noch eine Reihe von Hinweisen und die Aufforderung, 50 € zu überweisen.

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