Beiträge von romeo

    Für mich hat der Einsatz eines "Zauberers" aber auch ganz praktische Vorteile. Wenn ich dort bohre, wo es nach dessen Aussagen Wasser geben soll und es findet sich dann kein Wasser, dann habe ich anschließend keine Diskussion mit dem Auftraggeber bzgl. der Kosten der Bohrung.


    Normalerweise teufe ich vor allem in geologisch schwierigen Gegenden zuerst eine Pilotbohrung ab. Bin ich dann der Meinung, daß der Untergrund keinen ausreichend ergiebigen Brunnen zuläßt, dann berechne ich nur den Aufwand für die Pilotbohrung und nicht für einen ganzen Brunnen. Wünscht der AG trotz meiner Bedenken dann immer noch einen Brunnen, dann ist in jedem Fall der volle Preis fällig.

    Das GW wird durch einen Filter angesaugt und hat die Aufgabe, Sand u.a. störende Elemente abzuhalten. Verzichtet man auf einen Filter, dann wird das GW ausschließlich über die kleine Öffnung der fehlenden Bodenkappe angesaugt. Das wird niemals auf Dauer gut gehen. Alles in allem ist Dein Brunnen die pure Stümperei, ich habe ja schon einiges erlebt, aber auf eine Filterstrecke zu verzichten, ist ein neuer Negativrekord. Dazu kommt noch die Verwendung von KG-Rohren, die nicht für einen Brunnen geeignet sind, da der mit der Tiefe zunehmende Erddruck die Rohre zusammendrücken kann. du hättest besser vor Deiner Stümperei ein wenig im Forum lesen sollen, wie man es richtig macht.

    Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, Du wurdest über den Tisch gezogen. Du hast jetzt wirklich nur die Chance, eine mindestens 3 m tiefe Brunnenstube zu buddeln oder besser einen richtigen Bohrbrunnen mit einer Tauchpumpe errichten zu lassen.

    Du mußt eine Wasserprobe in ein analytisches Labor schaffen. Sieh im Telefonbuch unter Labor oder Umweltlabore nach. Die von Dir aufgeführten Parameter dürften zw. 50...80 € kosten. Manche Wasserversorger haben auch eigene Labore.

    Ich mache in so einem Fall immer eine Pilotbohrung um mir einen Überblick über die Untergrundverhältnisse zu verschaffen. Sollten diese so sein, daß ich Zweifel an der Ergiebigkeit der Bohrung habe, dann wird nur der vorher vereinbarte Preis für die Pilotbohrung in Rechnung gestellt. Will der Kunde trotz der unsicheren Untergrundverhältnisse die Bohrung zu einem Brunnen ausgebaut haben, dann ist in jedem Fall der volle Preis fällig.

    Naja, der Brunnen ist ja praktisch gerade noch im Bau. Da müßte es doch eine Möglichkeit geben, die angefangene Arbeit noch sinnvoll weiterzuführen, daß am Ende ein zuverlässig funktionierender Brunnen herauskommt.
    Martin, hast du dir von den Brunnenbauern einen von ihnen fertiggebauten Brunnen zeigen lassen?
    Wichtig zu wissen wäre auch noch, wieviel qm der zu bewässernde Garten hat.



    Der Brunnen befindet sich nicht mehr im Bau, er ist grundlegend verpfuscht.

    Danke Romeo, du sprichst mir aus der Seele.


    Und wenn die Fragen unbequem werden gibt es keine Antwort.



    Also ich bin schon manchmal erstaunt, was auf dem Gebiet des Brunnenbauens so gepfuscht wird. Eine derartige Brunnenvariante ist mir so noch nicht untergekommen. Wenn das alles so stimmt, ist das ein neuer Negativrekord.

    Bei eisenhaltigem Grundwasser wird auf Dauer definitiv der Wärmetauscher leiden. Das müßte Dir eigentlich schon Dein Heizungsbauer erklären. Wenn man zwischen Förderbrunnen und Wärmetauscher eine Enteisenungsanlage schaltet, dann beeinträchtigt dies auch noch den Wirkungsgrad der Wärmepumpe. Alles in allem kann ich bei eisenhaltigen GW nur von einer derartigen Erdwärmeanlage abraten.


    Hier kann ich nur dringend zu einer klassischen Erdwärmeanlage mit den sog. Erdwärmespießen raten. Je nach der Größe des Eigenheimes sind dazu 2-4 Bohrungen bis 60 m Teufe erforderlich. Die Preise schwanken zwischen 40...50 € Netto / Bohrmeter. Die von Dir genannten 20.000 € erscheinen mir selbst bei einem Haus mit über 200 m² Wohnfläche als deutlichst zu hoch.



    Das heißt, daß die restlichen 16 m kein Brunnenrohr aufweisen?? Oder ist Dein "Brunnenbauer" der Meinung, daß das Grundwasser aus 20 m Tiefe bis nach oben drückt und der Mergel auf Dauer standfest ist??


    Wenn das so ist, würde ich diesen Pfusch nicht bezahlen, weil der Brunnen in Kürze kein Wasser mehr bringen wird. Den Kauf einer Pumpe kannst Du Dir damit sparen.

    Die Beschreibung könnte auf ein ehemaliges stehendes Gewässer hindeuten, in dem sich im Laufe der Zeit abgestorbene Pflanzensubstanz angesammelt hat. Als Test empfehle ich einen Pumpversuch von mind. 30 min Dauer. Sollte nach dieser Zeit das Wasser immer noch schwarz und trüb sein, dann hilft nur tiefer bohren. Vermutlich dürfte das GW auch noch eisenhaltig sein. Kann man testen, in dem man gefördertes GW in einem Eimer stehen läßt. Bildet sich an der Oberfläche eine ölig bunt schimmernde Schicht, dann ist das GW stark eisenhaltig.

    30 m tief in einen wenn auch mäßig verfestigten Sandstein zu bohren - die Wahrscheinlichkeit das zu schaffen, ist sehr gering. Mit Muskelkraft ist das nicht zu schaffen.

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