Wichtige Merkmale:
- Hohe hydraulische Durchlässigkeit (Permeabilität) → Wasser kann relativ leicht hindurchströmen.
- Ausreichende Porosität oder Kluftvolumen → Speicherung signifikanter Wassermengen möglich.
- Begrenzt durch wasserundurchlässige Schichten (Grundwasserstauer oder Aquitarde/Aquifuge, z. B. Ton, Mergel, massive Gesteine).
Unterscheidung nach Hohlraumart (nach DIN 4049-3 und hydrogeologischer Praxis):
- Porengrundwasserleiter → Lockergesteine wie Sand, Kies, Schotter (häufigste Art in Mitteleuropa, z. B. quartäre Flusstäler).
- Kluftgrundwasserleiter → Festgesteine mit Klüften und Spalten (z. B. Sandstein, Granit, Basalt).
- Karstgrundwasserleiter → Lösungshohlräume in Carbonatgesteinen (Kalkstein, Dolomit) – sehr hohe Durchlässigkeit, oft schnelle Fließgeschwindigkeiten.
Weitere Einteilung nach Druckverhältnissen:
- Freier (ungespannter) Grundwasserleiter → freier Grundwasserspiegel, der mit dem atmosphärischen Druck in Verbindung steht.
- Gespannter (artesischer) Grundwasserleiter → vollständig von undurchlässigen Schichten umschlossen → Überdruck, Wasser steigt im Brunnen selbstständig auf (Arteser).
Bedeutung: Grundwasserleiter sind die entscheidenden natürlichen Speicher und Transportwege für Trinkwasser, landwirtschaftliche Bewässerung, Industrie und Geothermie. Ihre Ergiebigkeit, Schutz vor Verschmutzung und Nutzbarkeit werden durch Porosität, Durchlässigkeit, Mächtigkeit und Überdeckung bestimmt.
Im Brunnenbau sucht man gezielt nach gut leitfähigen Grundwasserleitern (z. B. Kiessande), um ausreichende Fördermengen zu erreichen.
