Posts by Skyet198

    kg49 . Danke für den interessanten Artikel, aus dem ich auch gerne zitieren möchte:


    "Die Standrohrspiegelhöhe ist die Summe aus geodätischer Höhe und Druckhöhe eines Punktes in einem betrachteten Grundwasserkörper. Die gedachte Fläche durch die Endpunkte aller Standrohrspiegelhöhen ergibt die Grundwasserdruckfläche. Grundwasser, bei dem Grundwasseroberfläche und Grundwasserdruckfläche zusammenfallen, wird als freies Grundwasser(ungespanntes Grundwasser) bezeichnet. An der freien Grundwasseroberfläche ist der Wasserdruck gleich dem Luftdruck der Atmosphäre. Häufig fallen jedoch Grundwasseroberfläche und Grundwasserdruckfläche nicht zusammen. Dies ist der Fall, wenn der Grundwasserleiter von schlecht durchlässigen Grundwasserhemmern (Aquitarde) oder Grundwassernichtleitern abgeschlossen wird, das Grundwasser also nicht so hoch ansteigen kann, wie es seinem hydrostatischen Druck entspricht. Unter diesen Verhältnissen liegt ein gespanntes Grundwasser vor. Der Druck an der Grundwasseroberfläche ist größer als der atmosphärische Druck. Liegt die Grundwasserdruckfläche höher als die Geländeoberfläche, so handelt es sich um artesisch gespanntes Grundwasser und das Grundwasser läuft aus einer Bohrung frei aus."

    Quote


    Das Zitat, dass an der freien Grundwasseroberfläche der Wasserdruck gleich dem Luftdruck der Atmosphäre ist, ist natürlich richtig (freies Grundwasser). Ich will auch gerne erklären, wo man diesen Zustand findet. Diesen Zustand findet man z. B. bei freien Wasserflächen (Seen, Meere, in nicht hermetisch abgedichteten Brunnenrohren, im gefüllten Wasserglas, ....). Dort ist nämlich der Wasserdruck gleich dem Luftdruck oder in Kräften (Kraft ist gleich Druck multipliziert mit der Fläche) ausgedrückt, die Kraft der Luft auf das Wasser ist gleich der Kraft des Wassers Richtung Luft.


    In meinem gestrigen Beitrag habe ich geschrieben, dass in dem Brunnenrohr 1 bar=atmosphärischer Druck="normaler" Luftdruck herrschen und freies Grundwasser (laut deinem Zitat somit richtig). Außerhalb des Brunnens haben wir jedoch gespanntes Grundwasser, und somit ist dort der Druck des Grundwassers größer, als der atmosphärische Druck (habe ich in einfachen Worten auch beschrieben). Deshalb steigt auch das Grundwasser in dem Brunnenrohren teilweise an.


    Ich hoffe ich konnte unter zu Hilfenahme des Fachartikels die Frage des Fragestellenden beantworten. Bin aber immer noch gespannt über die Antwort/anschaulichere Erklärungen anderer Foren-Mitglieder.


    Viele Grüße

    kg49 und Pumpenheini,

    ich würde mich über eine Erklärung Eurerseits freuen. Nino23 hat eine Frage gestellt, die ihn beschäftigt hat und er hat diese nicht grundlos hier ins Forum gestellt. Wir als Forenmitglieder sollten versuchen seine Frage zu beantworten.

    Gegenfragen zu stellen, um den Fragestellenden auf die richtige Spur zu bringen, kann man meiner Meinung nach in der Schule machen. Einen längerer Beitrag muss auch nicht geschrieben werden, sondern den Sachverhalt kurz und knapp erklären, sollte ausreichen. Physik kann auch in einfachen Worten anschaulich erklärt werden. Ich gehe aber davon aus, dass jemand mit einem Hochschulabschluss in einem MINT-Gebiet (kg49?), die Frage von Nino23 leicht und verständlich aus dem Ärmel schütteln wird.


    Viele Grüße

    Hallo Nino23,


    ich versuche mal deine berechtigte und interessante Frage zu beantworten.

    Der Umgebungsdruck außerhalb deines Brunnens wird für den nötigen Ausgleich sorgen, sodass du dir darüber keine Gedanken machen musst.


    Wenn du dein Brunnenrohr gesetzt hast, dann ist der Wasserstand in deinem Brunnenrohr meistens höher, als der Grundwasserspiegel. Dass liegt daran, dass der Umgebungsdruck außerhalb deines Brunnens größer ist als in deinem Brunnen. In deinem Brunnen wirst du Atmosphärendruck (ca. 1 bar haben) und außerhalb einen höheren Druck durch das Gestein, den Sand, etc. (vgl. Trinkhalmprinzip). Wenn du nun Wasser ziehst, so entsteht ein kleiner Druckunterschied zwischen deinem Brunnenrohr und der Umgebung. Die Natur strebt aber immer ein Gleichgewicht des Drucks an, sodass Wasser in dein Brunnenrohr nachströmen wird, bis der Druck im Brunnenrohr ausgeglichen ist.


    Viele Grüße

    Hi Kurty,


    super, dass du jetzt erfolgreich spülen kannst.


    Wie groß ist der Filter, den du mit dem 1 1/4" Spülrohr setzen kannst? Wird das Spülloch groß genug, um problemlos ein 2" Gewebe-/Feinsandfilter einzusetzen? Wie dick ist deine 0,5m Spülspitze?


    Viele Grüße

    Hallo Kurty,


    hast du deine Spüllanze schon fertig?

    Ich bin der Meinung, dass die Spüllanze nicht zu aufwendig gestaltet werden muss, wenn man reinen Sandboden hat. Ich habe letzte Woche 11,5m 1 1/4" verzinktes Stahlrohr durch Feinsand bis auf Festgestein gespült und als Brunnenrohr gelassen. Das ging so schnell. Weniger als 3 min. Hab mich gewundert.


    Wie du schon richtig erwähnt hast ist es wichtig, dass du eine vernünftige und starke Verbindung zwischen Spüllanze und Spülschlauch bekommst. Die sollte auf keinen Fall reißen, weil du beim Spülen auf und ab Bewegungen machen musst, damit die Lanze sich nicht festsetzt und der Sand nach oben befördert wird.


    Viele Grüße

    Vielen Dank für die Antwort. Ich habe alle Dichtungen nochmal überprüft und anstatt der Plastik-Verschraubungen, welche aus Messing genommen. Jetzt funktioniert es. Plastikverschraubungen sind anscheinend auf der Saugseite nicht ganz so dicht, sodass zuviel Luft mitgezogen wird.


    Das mit der Ansaughöhe musste ich mir auch nochmal genau anschauen, aber anscheinend ist nur die Höhe vom Wasserspiegel bis zur Mitte der Pumpe (wenn diese der höchste Punkt vom Saugrohr ist und kein Bogen über die Pumpe gezogen wird) ausschlaggebend. Die Länge des Saugrohrs spielt dabei keine Rolle.


    Da mir der Brunnenbau trotz vieler Rückschläge sehr Spaß gemacht hat, werde ich mir für nächstes Jahr einen zweiten "besseren" Brunnen bauen. Jetzt kenne ich ja die Bodenverhältnisse. Plan ist es bis 11 m mit einem Arbeitsrohr zu arbeiten und dann ins Arbeitsrohr Filterrohre mit ausreichender Kiesschüttung einzubauen, da ich ja viel Feinsand habe. Für das Projekt werde ich mir nochmal eine genaue Planung erarbeiten, hier ins Forum für Hinweise, die ich zu beachten habe reinstellen und bei Realisierung dokumentieren.


    Ich hoffe, dass ich bis dahin noch mehr Theorie hier im Forum anlesen kann.

    Hallo liebe Gemeinde,


    nach 2 Fehlschlägen habe ich nun endlich meinen Bohrbrunnen am laufen bekommen. Aber bevor ich meine Frage stelle, hier die ganze Geschichte.
    Wir haben letztes Jahr ein Haus gebaut und haben mit ca. 300m² Garten und Rasen noch gut Fläche die natürlich bewässert werden möchte. Trinkwasser ist allerdings zu teuer und eine zu wichtige Ressource um diese auf den Rasen zu vergießen. Deshalb habe ich mir damals schon überlegt einen Brunnen bohren zu lassen. Ein Bekannter hat das notwendige Equipment um bis auf 40 m bohren zu können.


    Im ersten Anlauf (ich war leider noch nicht so belesen) haben wir bis auf 7 m mit 130 mm gebohrt und ein DN125KG-Rohr (falsche Wahl, ich weiß;)) eingelassen. Der letzte Meter war mit 0,3 mm Schlitze versehen. Als wir "klargepumpt" haben versandete der Brunnen sehr schnell. Grund hierfür war, dass das Brunnenende nicht verschlossen war. Okay, wieder was dazu gelernt. Im zweiten Anlauf wollten wir nun das 2. Stützrohr im 125 KG-Rohr soweit einbringen, dass es im Festgestein liegt und nach dem Stützen noch ca. 10 m im Festgestein weiter bohren (Bohrer 55 mm), um Kluft- und Spaltwasser in das Stützrohr gedrückt zu bekommen. Wir wohnen in einem Gebiet wo relativ schnell Festgestein (Mergel/Sandstein) kommt. Leider haben wir das zweite Stützrohr (8 m) nicht tief genug gesetzt, weil wir später gemerkt haben, dass Festgestein erst ab 11,5 m kommt. Resultat: Der Brunnen versandete uns wieder. Am Wochenende habe ich nun ein 1 1/4" verzinktes Stahlrohr bis auf das Festgestein gespült und mit einem 7 m Saugrohr klargespült. Endlich kommt nun sauberes Wasser ans Tageslicht. Ab und zu nochmal ein paar kleine Sandsteinchen, aber ich hoffe, dass dies noch die "Überreste" von der Bohrung sind und sich diese irgendwann auch rausgepumpt haben.


    So jetzt zu meiner Frage:

    Im Moment befindet sich noch ein 1 " PE-Saugrohr im 1 1/4" Stahlrohr, um das Wasser hochzupumpen. Meine Idee war eigentlich, dass ich meine Pumpe direkt an das 1 1/4" Stahlrohr anschließe. Jetzt bin ich mir aber bzgl. der Ansaughöhe nicht mehr sicher, da das Stahlrohr ja ca. 12 m im Boden ist. Der Grundwasserspiegel liegt aber bei 2 m, sodass die max. Ansaughöhe eigentlich nicht überschritten wird. Ich habe versucht die Pumpe direkt an das 1 1/4" Stahlrohr anzuschließen, aber irgendwie schafft die Pumpe das nicht. Mit dem 7 m 1" PE Schlauch ist das kein Problem. Kann ich meine Pumpe direkt an das Stahlrohr anschließen oder muss ich weiterhin das 1" PE-Rohr nehmen? Unten findet Ihr auch ein Aufbau von meinem Brunnen und den verschiedenen Bodenschichten.


    Vielen Dank im Voraus für Eure Unterstützung.


    Zusammenfassung:

    Grundwasserspiegel: 2 m

    1. Anlauf 7 m 125 KG Rohr als Brunnenrohr (unten offen)

    2. Anlauf 8 m 75 Stützrohr (unten offen) und weiter bis auf ca. 18 m mit 55 mm gebohrt (7 m im Festgestein)

    3. Anlauf 12 m 1 1/4" Stahlrohr bis auf Festgestein eingespült (Wasser fließt)

Brunnen selber bauen