Tiefbrunnenpumpe am Brunnenboden geht doch?

  • Unterwasserpumpen sollen im Regelfall 1m über der Filterstrecke eingebaut werden, damit eine gleichmäßige Belastung der Filterstrecke erreicht wird und eine ausreichende Kühlung des Motors sichergestellt wird. Bei mir passt das nicht. Jetzt überlege ich daher folgende Lösung:


    1. Ich besorge mir Edelstahlgewebe wie man es von Lichtschachtabdeckungen kennt und schneide es in zwei 37cm breite Streifen (passend für DN115) in der Länge meiner am Brunnenboden befindlichen Filterstrecke ab, bei mir 2m.
    2. Zwischen die Gewebestreifen lege ich mehrlagig gefaltetes Filtervlies. Jetzt habe ich also eine Art "Gewebesandwich" ..
    3. Danach wird das "Gewebesandwich" zu einem "Filterrohr" aufgerollt und an den Stößen gefalzt. Dabei achte ich darauf, dass das Filterrohr gerade noch in mein Brunnenrohr hineinpasst.
    4. Für das obere Ende des Filterrohres bastle ich mir einen Deckel, durch den die PE-Druckleitung, das Stromkabel und die Aufhängedrähte der Pumpe durchgeführt werden und welcher das Filtererohr nach oben hin abschließt. Unten schließe ich mit einem Deckel ab. Dann baue ich da ganze so zusammen, dass die Pumpe genau mittig im Filterrohr hängt.
    5. Schließlich lasse ich das Filterrohr, in dessen Mitte sich ja die Tiefbrunnenpumpe befindet, bis auf den Brunnenboden runter, da sich dort auch meine Filterstrecke befindet. FERTIG!


    Das Funktionsprinzip: Im Filterrohr entsteht bei Pumpenbetrieb hoffentlich ein Unterdruck. Dieser Unterdruck soll für eine gleichmäßige Belastung der Filterstrecke sorgen. Innerhalb des Filterrohres hängt die Pumpe und wird vom Wasser so umspült/gekühlt wie vom Pumpenhersteller vorgesehen. Die zwei oben genannten Gründe, wegen denen Tiefbrunnenpumpen nicht in der Filterstrecke verwendet werden sollen, würden also nicht mehr greifen. Darüber hinaus wäre die Pumpe sogar noch wesentlich besser durch das Feinfilterrohr geschützt, als im normalen Brunnenbetrieb.


    Kann das funktionieren? Sind meine Überlegungen, dass ein Unterdruck zur gleichmäßigen Belastung der Filterstrecke führen sollte richtig? Welche Probleme sind zu erwarten, an die ich noch gar nicht gedacht habe? Alle Anregungen und Überlegungen von Praktikern und Theoretikern sind sehr willkommen.


    Markus

  • 1. Es gibt Tiefbrunnenpumpen, die für den Betrieb unterhalb der Filters konstruiert sind. Wohlgemerkt unterhalb und nicht in der Filterstrecke.


    2. Wenn die Gewebefilter etwas zu filtern haben, weil z.B. Feinsand in Deinen Brunnen eintritt, wird die Pumpe nach einiger Zeit in einem Feinsand Klumpe eingeklemmt sitzen und sich nicht mehr ziehen lassen.


    3. Wie ist Dein Brunnen aufgebau? xm Vollrohr, ym Filter wo steht das GW?

    -------
    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
    -------

  • Hallo Andreas,
    Ich könnte das Filterrohr mit der mittig eingebauten Pumpe so einlassen, dass es genau 30cm über dem Brunnenboden steht. Dann sollte das mit dem Feinsandklumpen mindestens solange kein Problem sein, bis dass die 30cm voll sind. Ich habe keine Ahnung wie schnell sich so ein Feinsandklumpen aufbaut. Weißt Du es zufällig bei Dir (falls ja; welche Schlitzgröße, welche Filterstrecke, welcher Bodentyp)?
    Grüße,
    Markus


    Hier die Daten bei meinem Brunennprojekt: 5m Vollrohr DN115; Unten: 2m Filterrohr. Grundwasserspiegel bei 4,5m.

  • Warum bist Du nicht weiter runter gegangen?


    Nun wenn das nicht geht würde ich da keine Tiefbrunnenpumpe einbauen. Ich würde ein grob geschlitzten 1 1/4'' Brunnenfilter nehmen. Unten eine Kappe drauf, nach oben mit PE Rohr an eine Gartenpumpe. Der Brunnenfilter soll den Sog verteilen, damit der eigentliche Brunnenfilter nirgendwo überlastet wird.


    Aber 0,5 m über dem Filter sich zu wenig. Im Sommer steht das GW im Filter und dazu sinkt der Wasserstand im Rohr ja noch beim Pumpen.

    -------
    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
    -------

  • Hallo Andreas,


    Alles hat Vor- und Nachteile. Eine Gartenpumpe macht Lärm und muss im Winter abmontiert werden was ich beides auf keinen Fall wollte. Deshalb habe ich eine Tiefbrunnenpumpe nebst Rohren, Kiespumpe, etc. gekauft und bereits vor Ort anliefern lassen. Planänderung nicht mehr möglich.


    Meine Frage drehte sich daher weniger darum, wie ich das anders machen könnte, als aus welchen Gründen eine Pumpe nicht in die Filterstrecke eingebracht wird. Solange die Pumpe in ein Feinfilterrohr gesteckt wird, sollte doch der Unterdruck von z.B. 30mbar im Filterrohr zur gleichmäßigen Belastung der Filterstrecke führen. So zumindest nach meinem laienhaften physikalischen Verständnis. Auch Dein Vorschlag mit dem Brunnenfilter basiert ja auf dem gleichen Wirkprinzip.
    Durch das Positionieren einer "fein-umfilterten" Pumpe innerhalb der Filterstrecke werden >2m Bohrtiefe gespart und die Lebensdauer der Pumpe deutlich erhöht (wegen des Feinfilters). Also viele Vorteile, wenige Nachteile, oder?
    Der Kern meiner Frage ist daher: Ist mein physikalisches Verständnis richtig und wenn ja, wieso wird das nicht immer so gemacht?


    Markus



    Zum ersten Teil Deiner Frage: Tiefer geht, will ich aber nicht. Der Brunnen steht auf unserer Datscha in Litauen, Nähe weißrussische Grenze. Es ist ein Schachtbrunnen mit 90cm Durchmesser aus dem noch mit Eimern geschöpft wird. Im Sommer will ich dort die Brunnenrohre in dem Schachtbrunnen durch den 2,5m dicken Grundwasserträger (so die Angaben von zwei Nachbarn) bis auf die nächste Lehm/Tonschicht teufen und die Wasserversorgung automatisieren. Dafür habe ich nur 1 Woche. Um tiefer zu teufen müsste ich diese bis zur zweiten Grundwasserschicht durchstechen. Das ist mir zu aufwendig.

  • War von Schachtbrunnen schon die Rede? Das ist doch was ganz anderes.


    Wie tief ist der Schachtbrunnen jetzt? Das Wasser fließt von der Brunnensohle nach?

    -------
    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
    -------

  • Der Schachtbrunnen ist 4,5m tief. Der Grundwasserspiegel liegt in Trockenzeiten bei ca. 4,5m; in Feuchtzeiten bei 3,5m. In den Schachtbrunnen sollen die 7m (5mVoll-,2mFilterrohre) DN115 eingebracht werden. Die DN115 sind also je nach Grundwasserstand 2,5-3,5m unter Grundwasserspiegel.
    In der Brunnensohle ist ein leichter Grundwasserfluß in eine Richtung feststellbar; Wasser fließt also definitiv von der Brunnensohle nach. Es handelt sich um Flachland und feinkörnigem Sandgemisch.
    Warum fragst Du? Stimmt etwas mit meiner Idee in den Schachtbrunnen Brunnenrohre einzubringen nicht?
    Grüße,
    Markus

  • Nach Deiner Zeichnung hat Deine Pumpe etwa einen Durchmesser von 60mm. So etwas gibt es meines Wissens nicht. Eine 3'' Pumpe hat ca. 76mm Durchmesser.
    Bleiben dir ringsum 19mm in denen Du 3 Ströhmungsbereiche und 2 Wandungen unter bringen willst. Das geht nicht.


    Da die Pumpe und die Rohre ja schon bestellt sind: Würde unten ein Vollwandrohr zusätzlich anbringen. Also auch einen m tiefer gehen.
    Die 3'' Pumpe baust Du in ein DN90 Rohr. Ca. 30cm länger, als Deine Pumpe. Oben am Übergang zur Saugleitung wird es verschlossen. Unten 30 cm. grob geschlitzt. Das lässt Du bis auf den Boden unten in das Vollrohr.

    -------
    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
    -------

Brunnen selber bauen