Verockerte Kiesschicht in 6m tiefe. Wie geht's weiter?

  • Hallo zusammen,

    Ich habe schon viel von dem Forum gelernt. Vielen Dank dafür. Ich komme aber mit meinem Brunnen nicht mehr weiter und brauche Hilfe.

    Ich habe in Hamburg dieses Jahr einen Bohrbrunnen angefangen. Bestehend aus DN 115 Glattwandrohr mit einer 3m Filterstrecke (0,5mm). Das Grundwasser steht bei 2m. Ich bin jetzt 6m tiefe und auf eine total verockerte Kiesschicht gestoßen und komme hier nicht mehr weiter. Schichtaufbau soweit mir bekannt: 5m Feinsand mit Schluffanteil. 1m größerer Sand (tendenziell Mittelsand). Ab 6m (bis mindestens 7m) verockert Kiesschicht. Aktueller Rohraufbau 3m Filter, 3m Rohr.

    Problem: Durch den Filter fliesst der Sand schnell ins Rohr. Weiter plunschen geht wegen der Kiesschicht nicht mehr. Was kann ich tun?

    Opt. 1 Mit Erdbohrer im Rohr versuchen tiefer zu kommen?

    Opt. 2 Mit einer Art Meissel versuchen tiefer zu kommen?

    Opt. 3 Rohr ziehen und 1m 0,3mm Filterrohr unten anbauen? Statt 3m mit 0,5mm

    Opt. 4 Rohr ziehen und andere Stelle versuchen?

    Es gab an der Stelle einen Vorläuferbrunnen als Schlagbrunnen 6m +1m Filter. Der war nach 3 Jahren jedoch wegen Übernutzung (Gartenpumpe) verockert. Die Nachbarn haben da. 10m tiefe Brunnen, die seit Jahren gut funktionieren. In der Nähe gibt es ein Wasserwerk.

    Vielen Dank

  • Ich bin mir ziemlich sicher. Der Plunscher schlägt unten auf, dass man es im Boden spüren kann, fördert aber nur kleinste Mengen verokerten Kies. Den gleichen Befund sehe ich an meinem wieder raus gezogenem Rammbrunnen. Am Filter ist verockerter Kies zu sehen.

    Grüsse

  • Am Filter ist verockerter Kies zu sehen.

    Das wäre nachvollziehbar. An Filtern treten Verockerungen auf.

    Im reinen Boden jedoch wesentlich seltener, es ist Sauerstoff für die Verockerung erforderlich.

    Naja, es besteht die Möglichkeit, den Kies zu brechen. Entweder mit einem Fallmeissel oder mit einem Meissel an einer Stange. In der angegebenen Tiefe ist das machbar. Bohren oder Plunschen geht jedenfalls nicht.

    Alternativ dazu

    1m größerer Sand (tendenziell Mittelsand)

    einen Filter genau in diese Schicht zu setzen. Problem: Du verlierst Tiefe durch das erforderliche Sumpfrohr oder Du müsstest zuerst ein Arbeitsrohr setzen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Ich habe versucht den alten Rammfilter als Meisel einzusetzen. Jedoch nicht mit viel Erfolg. Ich hatte gehofft, daß die feste Schicht dünn ist. Bin aber nicht tiefer gekommen. Ich hatte auch Angst das Rohr zu beschädigen.

    Ich habe überlegt den alten Rammfilter plus 1m Rohr mit Kies zu füllen und als Fallmeissel einzusetzen. Ein gewisses Problem dabei ist, dass der nachfliessende Feinsand den Aufprall stark dämpft.

    Ich weiss nicht ob ich so die restlichen 3m schaffe. Den Rammfilter habe ich vor 3 Jahren mit dem Vorschlaghammer mm für mm rein gearbeitet. Sollte ich besser was anderes als Fallmeissel nehmen?

  • Ich habe überlegt den alten Rammfilter plus 1m Rohr mit Kies zu füllen und als Fallmeissel einzusetzen.

    Das ist alles zu leicht. Das Gewicht muss gross, aber das Volumen (Querschnitt) klein sein. Massiver Doppel T Träger mit angeschweisster Meisselspitze könnte man probieren.

    Den Rammfilter habe ich vor 3 Jahren mit dem Vorschlaghammer mm für mm rein gearbeitet.

    Mit Gewalt geht das nicht. Das muss man mit einer Hilti "hineinvibrieren".

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • anschliessen?

    ???


    Bei einer Stange wird ein Meissel unten angeschweisst. Um viele Schweisspunkte zu erhalten kann es zweckmässig sein, das Rohr unten zu durchlöchern. Durch die Löcher wird dann ebenfalls geschweisst. Da muss man vor Ort festlegen, was sinnvoll ist.

    Achtung: verzinktes Rohr lässt sich nur schwer schweissen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

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  • Hallo zusammen,

    ich will ein Update zu meinem Projekt geben. Ich habe einen Fallmeißel gebaut:

    Dazu habe ich den alten Rammfilter genommen und mit einem 1,5 m 1,5'' Rohr verlängert. Anschließend je ein 2m Stück ein 1'' Rohr, ein 3/4'' Rohr und 1/2'' Zoll Rohr rein gesteckt.

    Den restlichen Hohlraum habe ich mit Basaltsplitt aufgefüllt. Am Ende habe ich meine alte Schlagkappe drauf geschraubt. Zusammen sind dass so 30 kg.

    Ich habe den Meißel ca. 10mal in das Rohr fallen lassen ohne großen Erfolg. Dann habe ich durch loten gemerkt, dass noch ca. 50 cm des unteren Endes voll sein muss. Mein Plunscher hat aber nicht mehr gefördert.

    Daraufhin habe ich eine große 108 mm Kiespumpe beschafft. Und siehe da die hat auf einmal grobe Steine hoch gefördert und so konnte ich weiter machen.

    Leider nur 10cm. Dann wieder fest.

    Mit meinem Fallmeißel gearbeitet. Aber es gab nur ein Knall beim aufschlagen. Ich habe ca. 50 mal fallen gelassen, aber keine Änderung. Jedes mal nur ein "Klong." Die Fallhöhe des Meißels ist ca. 4m. Ich gehe davon aus das ein großer Stein im Weg ist. Heute habe ich das Rohr wieder ausgebaut und mir vorgenommen an anderer Stelle wieder anzufangen.

    Gibt es so was wie einen empfohlenen Mindestabstand?

  • Gibt es so was wie einen empfohlenen Mindestabstand?

    Nein, keiner kann in den Untergrund schauen.

    Noch was zum Fallmeissel:

    Du hast unter Wassser "gemeisselt".

    Ist Dir klar, dass das Wasser die Fallgeschwindigkeit Deines Meissels drastisch reduziert, genauso wie es bei einem Turmspringer passiert?

    Du kannst das bei deiner Wassertiefe nur durch Masse ausgleichen und da sind 30 Kg relativ wenig.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Bitte nicht in Zitaten antworten, Du bist dann nicht mehr zitierbar.


    "Viel mehr Gewicht kann ich technisch nicht händeln."


    Hier liegt glaube ich ein Missverständnis vor. Du sollst keinen 50 Kg Meissel von oben hineinfallen lassen. Das Wasser bremst ihn eh ab.

    Du sollst ihn auf den Grund ablassen, etwas anheben ( so aus den Knien raus) und dann fallen lassen. Vielleicht wäre es besser von einer Ramme zu reden.

    Die Spitze sollte jedoch ein gehärteter Meissel sein.


    Schau Dir mal den uralten Film "Lohn der Angst" an. Da wird gezeigt, wie man mit wenig Aufwand nur mit einer Stange ein Loch in einen Felsen bohrt.


    Vielleicht kannst Du beim nächsten Versuch probieren, das umzusetzen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Heute habe ich in ca. 1m Entfernung erneut probiert. Bis 6m kein Problem in 2 h fertig. Danach 3 cm in 3h. Hier scheint kein großer Stein zu sein, sondern irgendwie wieder eine feste Schicht. der Plunscher (90mm) fördert nur wenig Material (Sand/Kies, auch mal kleine Steine ca. 30mm Durchmesser dabei. Man hört ihn auch auf dem Boden aufschlagen. Der Rand ist schon ziemlich deformiert vom ständigen auf den Boden knallen. Die Kiespumpe (108mm) fördert viel. Das kommt aber eher von der Seite als Sand/Kiesgemisch. Wenn ich meinen Meißel fallen lasse (habe ich so gemacht wie du vorgeschlagen hast) gibt es einen recht dumpfen Aufprall, nicht so ein helles Geräusch wie beim mutmaßlichen Stein im anderen Loch.

    Wenn ich so weitermachen brauche ich Jahre, außerdem mache ich mir Sorgen wegen dem vielen Material, welches scheinbar aus dem Horizont gefördert wird.

    Ich weiß echt nicht mehr weiter. Beide Nachbarn haben einen Brunnen mit ca. 10m Tiefe. Muss also irgendwie durch gehen.

  • Das kommt aber eher von der Seite als Sand/Kiesgemisch.

    welches scheinbar aus dem Horizont gefördert wird.

    Das sollte man vermeiden.

    sondern irgendwie wieder eine feste Schicht.

    Da gibt es nun verschiedene Möglichkeiten. Nach deiner Schilderung scheidet ein einzelner Stein höchstwahrscheinlich aus.

    Es könnte eine Sandsteinplatte o.ä. sein.

    Lässt sich denn durch den Meissel (Ramme) gar kein Material losschlagen, um eine Vorstellung vom Material zu bekommen?

    Wie sind denn die Nachbarn durch das Material gekommen?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

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