Hilfe bei der Filterwahl

  • Hallo Brunnenbohrer


    Ich lese schon einige Zeit hier mit und dank diesem Forum und dem Buch von Albrecht Trunk habe ich mein Bohrprojekt gestartet.

    Grundwasser soll ab 8 m reichlich vorhanden sein, alle 3 Nachbarn haben einen Rammbrunnen liegen aber ca. 1,3 Meter tiefer als mein Grundstück. Da ich vor ein paar Wo hen einen Minibagger da hatte wurde gleich eine 1,5 m tiefe Pumpenstube mit 100 cm Durchmesser vergraben (90 cm Ring und 60er Konus)

    Mit dem 145 Bohrer von Erdbohrer.de bin ich jetz bei ca. 7,5m auf Wasser und Kies gestossen.

    Mein Plan wäre das ich ohne Arbeitsrohr bis auf 15,5 m ein DN 115 abteufe, die Filterstrecke soll zwischen 12-15 m platziert werde.

    Ich bitte nun die erfahrenen Brunnenbauer mir bei der Auswahl der Filterstrecke zu helfen. Mir ist klar das die Analyse des Kiese aus 7,5m ein anderes Ergebniss als die des Material in 13m sein kann.


    Foto 1 zeigt eine Gesamtübersicht (Mengeverhältnis)


    Grüße aus Oberösterreich

    Heinz

  • Mir ist klar das die Analyse des Kiese aus 7,5m ein anderes Ergebniss als die des Material in 13m sein kann.

    Genau...und deswegen ist sie wenig zielführend. Es sei denn, Du möchtest Dich über verschiedene Filter unterhalten. Vor- und Nachteile von Filtern sind aber zuhauf im Netz zu finden.

    Für eine Filterempfehlung hier im Forum benötigt man die Zusammensetzung des Filtergrundes und die geplante Fördermenge.

    Merke: Ein Filterrohr hat nicht die Aufgabe zu filtern, auch wenn es so heisst.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Wasser soll nur für die Gartenbewässerung verwendet werden (mit Pumpe und Bewässerungsanlage) Eigentlich wollte ich einen Rammbrunnen machen und vom Grund meiner Pumpenstube sind es ca 7 m bis zum Grundwasser also auch saugtechnisch möglich. (bei meinen Nachbarn wurden die Rammbrunnen sogar ohne Vorbohren geschlagen)

    Als Luxusvariante möchte ich aber ein 115er Rohr versenken.


    LG

    Heinz

  • Schön, direkt hilft uns das nicht viel, Deine Frage zu beantworten. Geförderte Wassermengen werden in L/h oder m³/h angegeben. Gartenbewässerung ist zu allgemein. Der eine hat 100m² Gemüse, der andere 1000 oder mehr m² Rasen, Gemüse, Obstbäume etc.

    Lies mal folgendes durch, da siehst Du, warum man in unbekanntem Terrain nur kleinste Schlitze wählt:


    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.


    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.


    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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