Hallo zusammen in die Runde. Ich bin ganz neu unterwegs auf dem Gebiet des Brunnenbaus, definitiv spannendes Gewerk! Es wäre schön, wenn jemand zu meiner speziellen „Brunnensituation“ einen Rat geben könnte. Vorne weg: Ich weiß, dass mein „Brunnen“ eigentlich kein Brunnen ist, „Loch im Boden, aus dem Wasser gefördert werden kann“ trifft es eher…
Zur Situation: Ich habe ein blaues Brunnenrohr in meinem neu übernommen Garten entdeckt, das mit einem Deckel verschlossen war. Die Vorbesitzer haben diesen nicht benutzt, wissen auch sonst nichts über das Brunnenrohr.
Hab mich dann selbst auf den Weg gemacht, das zu erkunden. Da ich eine Rohrkamera besitze, konnte ich schon einiges in Erfahrung bringen:
- Blaues Brunnenrohr DN80 bis auf 13m, kein Filterrohr, nur Vollwandrohr
- Danach geht es weiter bis auf 21m ohne Rohr oder sonst etwas
- Bei 21m endet es; der Boden sieht eher sandig/kiesig aus, definitiv anders als die Wandung des Loches
- Der Wasserstand liegt bei ziemlich genau 5m ab GOK
Hab dann zunächst mit einer herkömmlichen Gartenpumpe mit Saugschlauch (und Kugelhahn) Wasser abgepumpt. Pumpe ich mit 600l/h, fällt der Wasserstand von 5 auf 7m ab. Kann gerade noch so pumpen. Drehe ich den Kugelhahn weiter auf, wird Luft angesaugt.
Zweiter Anlauf: Tiefbrunnenpumpe 3“ mit PE-Rohr abgelassen auf 13m, also gerade noch so im verrohrten Bereich. Ist natürlich nicht gut, eine 3“ Pumpe in DN80-Rohr…
Pumpergebnisse dann: 1200 l/h mit Absenkung des Wasserstandes auf 11m. Dann bleibt er konstant. Das Wasser ist klar, keine Rückstände, die sich im Glas/Eimer absetzen. Bei den allerersten Pumpvorgängen war im Eimer eine ganz feine Substanz sichtbar, die sich nach einem halben Tag am Boden absetzte (auf 20 Liter ungefähr ein Volumen wie eine 1-Cent-Münze). Es war sehr fein, ich würde schon sagen es war „Staub“. Ich könnte das auch nicht greifen bzw. zwischen zwei Finger reiben. Sobald ich das Wasser langsam abschütten wollte, wirbelte der Staub im Wasser wieder auf.
Ich habe dann ein paar Brunnenbauer (gewerbliche mit Zertifikat und auch Hobbybrunnenbauer) in der Gegend kontaktiert, ob sie sich den Brunnen mal ansehen könnten oder ggf. auch neu bohren für einen richtigen Brunnen. Leider nur absagen mit Begründung: Es liegen mächtige Tonstein-/Sandsteinschichten vor. Für Neubohren hätten sie nicht die passende maschinelle Ausrüstung (Garten ist nicht direkt zugänglich von der Straße).
Was tun?
1.) Tiefbrunnenpumpe auf 13m so lassen, mit maximal 1200 l/h pumpen und beobachten, ob es dauerhaft funktioniert (die Wassermenge würde mir reichen für die Gartenbewässerung)
oder
2.) DN50-Filter an PE-Rohr, ablassen und mit Gartenpumpe maximal 600 l/h pumpen
oder
3.) DN80-Rohr ziehen und versuchen größer zu bohren für DN115 oder größer
Variante 1 finde ich auf den ersten Blick attraktiv, da ich ungern eine Gartenpumpe oben haben möchte und Variante 3 wird wahrscheinlich in DIY nicht funktionieren bei dem Boden. Bei Variante 1 bleibt aber die Frage, ob sich der Sand/Kies(?) am Boden weiter hochdrücken wird und der Brunnen irgendwann komplett versandet (kann es sein, dass sich Sand um 8 Meter im Rohr hochdrückt?). Wie könnte man das stoppen?
Gibt es sonst noch Alternativen? Ich danke für jede Rückmeldung. Vielleicht hatte jemand von euch eine vergleichbare Situation und kann weiterhelfen, was hier am sinnvollsten ist.

