Der lange Weg zum eigenen Brunnen

  • Hallo geehrte Leser&User des Forum´s

    Kleine Vorstellung meinerseits: Ich heiße Volker, bin 36, Arbeite als Schweißer im Behälterbau, Verheiratet, 2Kinder, Standardtspieser halt^^

    Wir haben vor ca 3,5 Jahren eine alte Hütte Baujahr ca35 zu unserer Lebensbaustelle gemacht.

    Bei Übergabe der Schlüssel bekamen wir noch ein Paar alte Ordner mit Rechnungen und Quittungen von Bisherigen Renovierungsarbeiten.

    Eine war dabei von Besonderem Interesse, die Bohrung eines Brunnen, der im Vorfeld auch schon erwähnt wurde aber keiner mehr denn Standort wusste, aus dem Jahre 77 wie folgt.
    1. 13,5m Bohren 945 DM
    2. 13,5m Plastikrohr 134,40 DM
    3. 1 Spitze 79 DM
    4. Plastikrohr Bohren 15 DM
    5. 2 Std Rohr ziehen 30 DM
    6. 1 Kapsel oder Rapsel (unleserlich)

    Nach nunmehr fast 2,5 Jähriger Suche habe ich ihn aufgetan, er wurde Im Zuge Umfangreicher Renovierungsarbeiten im Jahre 77/78 unter einer ca 20 cm Starken Estrichschicht versteckt.

    Meine Vermutung ist demnach das der Brunnen noch nie in Betrieb war, und nun 35 Jahre wie Dornröschen vor sich hergeschlummert hat.

    Die Anlage sieht Derzeit folgendermaßen aus, ich habe denn Schacht 1m Durchmesser 3m Tief erstmal großzügig freigelegt
    und ihm eine Vernünftige Abdeckung Spendiert.Am Schachtboden lunzt etwa 50cm hoch ein Schwarzes Plastikrohr mit innen ca 98mm und einer ca 6mm starken Wandung heraus.

    Nun habe ich am Wochenende versucht Wasser zu Fördern, was zuerst auch prima gelang für ca 30 Sek dann war er bei der Saugleistung der Pumpe vom Nachbarn auch schon leer.

    Habe dann mal mit nem Lot runtergepeilt, ich komme ca 11-11,5 Meter tief. würden also Rechnerich ca 2Meter Bohrtiefe fehlen.
    Haben als dann einen 11Meter Saugschlauch angehängt und diesen wie einen Staubsauger immer im Rohr auf und niederbewegt.

    Mit dem Erfolg ca einen 10l Eimer Feinsten Sand mit hochzufördern.


    Nun zu meiner eigentlichen Frage, kann es sein das in 35 Jahren sich am Brunnenende 2 Meter hoch Sand ablagert oder eingeschwemmt wurde?

    Werde dieses Wochenende mal versuchen mit einem Kompressor und einer Leistungsstarken Membranpumpe den Sand abzufördern.
    In der Hoffnung das nichts mehr nachkommt, und der Brunnen sich wieder schneller mit Wasser füllt.

    Habt ihr vielleicht ein Paar Ratschläge oder Tipps für mich zum weiteren Vorgehen?


    Grüße aus Mannheim Volker

  • Hallo Volker


    Versuche doch erst mal mit einer CAM den Brunnen an zu schauen.
    Das Brunnenrohr das du beschreibst, hat das seitlich weisse, oder blaue Streifen?

  • Hallo Volker

    Versuche doch erst mal mit einer CAM den Brunnen an zu schauen.
    Das Brunnenrohr das du beschreibst, hat das seitlich weisse, oder blaue Streifen?



    Hallo Fellnase
    Farbige Streifen habe ich keine auf dem Rohr entdeckt, eine Wasserdichte Kamera besitze ich leider nicht. Gibts so-was zum leihen irgendwo? Boels oder ähnliches?

    Ein Arbeitskollege meinte der Brunnen wäre kaputt, so schnell möchte ich aber nicht aufgeben.

    Ich bin 100% überzeugt das aus diesem Brunnen noch nie gefördert wurde.

    ich weiß auch das der Brunnen vom Nachbarn keine 5 Meter von meinem entfernt ist. Vllt. ist deshalb soviel Bewegung im Wasser das sich bei mir Sand im Rohr abgelagert hat.

    Gab es 77 schon Brunnenrohr wie das Blaue mit so feinen Filterrohren?

    Grüße Volker

  • Hallo


    So eine CAM habe ich mir aus fern Ost besorgt, 20 M Kabel, USB mit Beleuchtung so um die 30 TeureHelas.
    Wenn dein Rohr die Streifen hätte wüsste ich genauer was Sache ist.
    Die gab es mit blauen und weißen Streifen als Standard und noch rot und grün, dazu waren die Filterrohre auch abgestimmt. Weiß war 1 mm Schlitzweite, blau 0,75 mm. Wenn der Brunnenbauer sie auch so verbaut hat, wer Weiss.


    Wasser steht ja im Rohr, du könntest mit einer Kiespumpe den Sand fördern.
    Dann würde man sehen wie viel es ist und ob der Brunnen unten verschlossen ist mit einer Kappe.


    Ich vermute das die Filterschlitze zu groß sind und die Kiesschüttung nicht passt.
    Ist dann Bewegung im Wasser, was es ja bei uns immer hat, des drückt zum Rhein, setzt sich der Brunnen zu.



  • Hallo und Danke

    Wenn ich am Samstag wieder runtersteige werde ich mir besseres Licht machen und am oberen Ende mal nach Farbigen Markierungen Schauen.

    Ebenso werde ich versuchen mittels Kompressor und Membranpumpe denn Sand zu fördern.
    Mann müsste ja merken ob man dann weiterhin auf Sand oder ein Plastikende stößt.

    Noch ein zwei Fragen wären da.

    Ist kein Plastikende Vorhanden, habe ich in unten angehängtem Shop sowas wie aufquellende Stopfen gesehen, wäre das eine Lösung?

    Wenn es so ist wie du Schreibst das sich der Brunnen zugesetzt hat, gibt es dann die Möglichkeit diesen wieder freizumachen?
    und falls dann weiter Sand kommt um die Gefahr der Trichterbildung zu vermeiden ein Blaues 2" Rohr einzulassen und aussenrum 2,5cm Kies zu schütten?
    Oder wäre das vergebene Liebesmühe?

    Edit
    Gerade war mein alter Herr da, er sagte er hätte mit einem Arbeitskollegen gesprochen der früher bei Striehl war, dieser meinte evtl. könnte man ein 2" Eisenrohr mit Filter etwa 1-2 Meter tiefer als das bisherige Rohr ist einschlagen und um dieses etwas Schüttung ausbringen. Wäre ja aber ungefähr das gleiche was ich mir so ausgesponnen habe.

    Edit 2

    Wäre diese Kamera hier sowas wie du meinst?http://www.ebay.de/itm/15m-LED-USB-Kamera-Endoskop-Rohrkamera-Kanalkamera-Inspektionskamera-Wasserdicht-/110948789479?pt=Elektroger%C3%A4te&hash=item19d5102ce7


    Grüße Volker

  • Hallo


    So eine Kamera meinte ich.
    Nur wenn es geht kaufe sie nicht bei der Plattform, dieses Auktionshaus bevorzugt bewusst unehrliche Anbieter und unterstützt sie.


    Erst muss mal der Sand aus dem Rohr.
    Dann kann man mit der Kamera schauen was für Filterschlitze vorhanden sind.
    Mit einer Kiespumpe wärst du vielleicht besser dran, aber das wird sich zeigen.


    Möchte momentan nicht spekulieren, lieber Ergebnisse abwarten und dann kann man richtig reagieren.
    Die von dir beschriebenen Stopfen sind Quellton. Diese werden benutzt um Brunnenrohre unten abzudichten.
    Aber auch darüber mach dir mal keinen Kopf.
    Wird schon werden, bist ja nicht alleine wir helfen dir.
    Nur als Info: Der Shop gehört dem Forums Betreiber.:rolleyes:

  • Hallo zusammen

    Habe heute besagte Membranpumpe im Einsatz gehabt,leider ohne Erfolg, aus der Tiefe will sie nichtwirklich fördern vllt weil der dazugehörige Schlauch kein Rückschlagventil hatte.
    Farbige Markierungen hat das Rohr oben die letzten 50cm die im Schacht rausstehen definitiv keine.

    Ich nehme an, das ist x- beliebiges Rohr das dann gebohrt wurde.

    Jetzt muss ich mir wohl erstmal einen Plunscher machen oder besorgen.

    Grüße und schönes Wochenende Volker

  • Heutige Neuigkeiten

    Habe heute morgen durch Zufall vom Nachbarn eine Kiesbüchse bekommen.
    Die Art Sand zu fördern ist ja eine Wohltat zum bisherigen.
    Ich habe von oberkante Schacht bis Brunnenrohrende ziemlich genau 14,5Meter, dann kommt die Verschlusskappe. Das waren dann so um die 15l Sand.

    Haben dann die Pumpe angeschlossen aber nachkurzem Wassersprudeln ging nichtsmehr, also wieder die Büchse zum Einsatz gebracht, wieder ca 15l Sand

    Alsdann Pumpe dran und wieder ein Wenig Wasser gezogen, aber nach kurzer zeit wieder zu,ein 3.mal die Büchse zum Einsatz gezwungen mit gleichem Ergebnis Wieder 15l Sand

    Ein letztes mal pumpe dran heute Abend mit dem Ergebnis etwa 10 Sec Wasser fördern dann 20Sec warten 10Sec Wasser usw.

    Das haben wir so ne halbe Stunde gemacht und für heute zusammengepackt,
    Mal sehen ob morgen wieder Sand unten drin steht.

    Ist die Menge an Sand noch Als Normal beim Reaktivieren eines Brunnens zu Betrachten oder eher schon Kritisch?

    Weitere Vorschläge zum Vorgehen?
    Gruß Volker

  • Ich sehe das als sehr bedenklich an.
    Wenn so viel Sand gefördert wird hast du bald einen Trichter im Boden und es kann die alles einbrechen.


    Ich vermute zu grobe Filterschlitze, oder Riss im Brunnenrohr.


    Ab welcher Tiefe hast du GW? 4,30 Meter?

  • Ich sehe das als sehr bedenklich an.
    Wenn so viel Sand gefördert wird hast du bald einen Trichter im Boden und es kann die alles einbrechen.

    Ich vermute zu grobe Filterschlitze, oder Riss im Brunnenrohr.

    Ab welcher Tiefe hast du GW? 4,30 Meter?



    Guten Morgen Fellnase

    Wasser ist vom 0 Punkt aus gesehen bei ca 7,5-8 Meter.
    Ich denke auch dass das Brunnenrohr einen Bruch hat, den genau im Bereich der Wassersäule hat sich ab und zu die Büchse verhangen.

    Die Nachbarn haben Ihre Bohrtiefe bei zwischen 14 und 16Meter
    und haben ihre Tiefbrunnenpumpe oder ihren Saugschlauch bei 12-14 Meter.

    Wenn ich nun die Kapsel am Rohrende zerstöre und noch auf 16 Meter runter gehe, Blaues Rohr in DN 80 einstelle und die Restlichen 1-1,5cm zum Schwarzen Rohr mit Kies ausschütte würde das Funktionieren? Wenn ja, wie sollte dann der Rohraufbau Schlitzweite des Filters und dessen Länge, sowie die Körnung des Kieses aussehen?

    Grüße Volker

  • Moijn Volker


    Das Problem ist halt das keiner in den Boden schauen kann.
    Ich bin auch nicht vor Ort und kann auch nur raten wie es ausschaut. Daher kann ich, oder auch andere, nur aus unserer Erfahrung heraus etwas vorschlagen, immer unter Vorbehalt.


    Eine Möglichkeit wäre einen Rammbrunnen zu setzen.
    Da kommt es halt auf deinen Wasserverbrauch an.
    Genauer will ich da erst drauf eingehen wenn du deine Entscheidung getroffen hast.


    Dann die Möglichkeit mit dem 3" Rohr.
    Die Bodenkappe zu brechen ist kein Problem.
    Du brauchst dann halt einiges an Werkzeug.
    Als Schlitzweite für den Filter kannst du nur die 0,3 mm verwenden. Es ist auch nur eine Notlösung, denn Filter sollten nach den Bodenverhältnissen berechnet werden, geht aber bei dir dann nicht weil du das Brunnenrohr direkt abteufst und nicht weist was kommt.
    Die 3" Variante wäre immer die bessere.
    Je nach Boden musst du dann 4 bis 5 Meter tiefer gehen.
    Das Rohr welches jetzt im Boden steckt solltest du dann versuchen zu ziehen.
    Wenn das nicht geht dann bis einen Meter unter die Oberkante mit Kies, oder Sand auffüllen und den letzten Meter mit Tonpelletz abdichten. Ist sonst zu gefährlich, wenn was reinläuft ist das GW verseucht.

  • Moin zusammen,


    schließe mich da Fellnase an, ich gehe auch von einem Bruch des Rohres aus.


    Welchen Außendurchmesser hatte die Kiesbüchse genau, denn mit dieser bist du ja bis nach unten gekommen.
    Handelt es sich um Feinsand den du förderst oder welche Körnung hat dieser in etwa?

  • Vielen Dank für deine Einschätzung der Lage.

    Ich werde wohl als erstes schauen solch ein Kamera zu bekommen, um zu sehen ob das Rohr an vermuteter Stelle tatsächlich gebrochen ist. Dann könnte ich nämlich nur die obersten ca 4,5Meter ziehen.

    Ein rammbrunnen scheint mir (was ich hier so gelesen habe) die Schlechtere Alternative zu sein.
    Mit dem 3"Rohr wäre wohl ein Kompromiss, wobei da noch Vorausdenkend eine Frage aufkommt.
    Sollte dieses Vorhaben keine ausreichende Wassermenge zum Gartenbewässern liefern, könnte man das Rohr dann wieder ziehen um es in einer Neuen Bohrung zu verwenden?

    Gruß Volker

  • Moin zusammen,

    schließe mich da Fellnase an, ich gehe auch von einem Bruch des Rohres aus.

    Welchen Außendurchmesser hatte die Kiesbüchse genau, denn mit dieser bist du ja bis nach unten gekommen.
    Handelt es sich um Feinsand den du förderst oder welche Körnung hat dieser in etwa?



    Hallo Plunschmeister
    Die Kiesbuchse ist relativ schmal, Schätze so 60mm Durchmesser ,müsste da aber mal eben schnell nachmessen, Für denn Sand fehlt mir das Passende Messmittel Schätze irgendwo zwischen Spielkasten und Vogelsand sehr fein eben.

    Gruß Volker

    Edit
    Der Durchmesser beträgt exakt 65mm und ca 600mm Länge
    Zur besseren Einschätzung der Sandkörnung, an der Ersatzpumpe des Nachbarn hängt ein Metabo vorfilter in dem sich augenscheinlich alles Fängt.

  • Zitat

    Der lange Weg zum eigenen Brunnen

    Ich hoff' wirklich das du es geschafft hasst und mittlerweille auch einen Brunnen deinen eigenen nennen kannst :) Ich find's echt schön...einen eigenen Brunnen zu haben!Unter anderem ,macht er sich bestimmt auch ganz gut als Deko im Garten...


    Also,wenn du das ganze ohne Hilfe geschafft hasst,dann Respekt!

    War sicher nicht leicht gewesen...

    Mann braucht doch auch jede menge Werkzeug für sowas?Als mein Freund seinen Brunnen auf Vorderman bringen wollte,hatte er auch eine Kanal Kamera wie diese hier http://www.kanalkameras.de/ gehabt!Ob diese nun geholfen hat,oder er sie einfach zur Schau stellen wollte (denn sie sah echt klasse aus) weis ich nicht,aber er war mit den Arbeiten im nu fertig :)

    Vielleicht bekomm' ich ja auch nen Brunnen :) Mann weiss ja nie..


    LG

Brunnen selber bauen