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  1. Brunnenbau-Forum
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  3. Brunnenbau Bohrbrunnen

Brunnenfehlborung retten

  • ChristianR
  • September 19, 2016 at 9:03 PM
1st Official Post
  • ChristianR
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    • September 19, 2016 at 9:03 PM
    • #1

    Hallo zusammen!

    Heute wurde bei uns ein Brunnen gebohrt. Der erste Bohrvesuch schlug fehl, der zweite war auch nur ein mäßiger Erfolg.
    Ab 5,5m ist Grundwasser vorhanden, der Boden ist in der Region fein- bis mittelsandig. Bei etwa 11m kommt eine Tonschicht.
    Nun war es aber leider aufgrund des ersten Fehlversuches schon recht fortgeschrittene Stunde, sodass das Freispülen des Brunnens wohl etwas zu kurz kam.
    Im Brunnen ist ein blaues 3" Brunnenrohr verbaut. Die untersten 5m haben Filterschlitze und wurden vom Brunnenbauer komplett mit weißem Schaumstoff umwickelt, ebenso wurde das Filterende so abgeschlossen.
    Bevor der Brunnenbauer das Bohrloch wieder zugeschüttet hat, hat er etwa 600l Wasser mit Druck in das Brunnenrohr gepumpt. Leider blieb es bei diesen 600l.
    Danach hat er das Loch mit dem Bohrgut zugeschüttet und getestet, wie ergibig der Brunnen ist. Das im Rohr stehende Wasser war innerhalb kürzester Zeit weggepumpt, man konnte das Wasser aber nachfließen hören..
    Auch der zweite Versuch war damit ein Fehlschlag.

    Der Brunnenbauer meinte, dass man mit etwas Glück und Geduld den Brunnen vielleicht noch freigespült bekäme. Wie kann man dabei vorgehen? Ist diese Option realistisch?

    Ich habe drei 500l-Regentonnen zur Verfügung, die ich mit Wasser füllen könnte. Dann würde ich eine recht leistungsstarke Tauchpumpe (18m³/h) leihen und mit dieser über einen 2"-Schlauch, der am Ende mit dem Brunnenrohr verschraubt ist, Wasser in den Brunnen drücken.
    Ist das der richtige Ansatz?

    Ich habe in einem anderen deutschsprachigen Forum bereits um Rat gebeten und erstelle, auch wenn es mir widerstrebt, hierher einen Crosspost.
    Da ich die Pumpe für den Brunnen bereits gekauft habe (730 Euro), muss ich aber möglichst schnell zu einer Lösung kommen, um die Pumpe ggf. zurückzuschicken.
    Falls ich im anderen Forum eine Antwort erhalte, werde ich diesen Thread hier auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

    Viele Grüße
    Christian

  • Brunnen reinigen
  • Schwanti
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    • September 19, 2016 at 10:22 PM
    • #2

    Hallo Christian,

    Quote

    Die untersten 5m haben Filterschlitze und wurden vom Brunnenbauer komplett mit weißem Schaumstoff umwickelt, ebenso wurde das Filterende so abgeschlossen.


    So gut kenne ich mich zwar mit der Materie nicht aus, die Profis wissen sicher mehr, aber was soll/kann man sich unter dem weißen Schaumstoff vorstellen? Ein Feinsandfilter ist in der Regel was anderes...

    So wie ich das sehe kann die mangelnde Ergiebigkeit bei dir verschiedene Ursachen haben:

    1. Wieviel gibt der Grundwasserleiter überhaupt her, denn auch mit dem besten und durchlässigsten Filter kann man nie mehr fördern als nachkommt. Brunnen in der Nachbarschaft? Auskunft von der Wasserbehörde?

    2. Wurde der Hohlraum wirklich nur mit dem Aushub aufgefüllt? Zumindest im Bereich der Filterstrecke hätte wohl eher irgendwas in Richtung "Filterkies" hineingehört.

    3. Ein Brunnen wird normalerweise langsam hochgefahren. Anfangs geringe Entnahme die man vielleicht über 2 Wochen langsam steigert. Diese Phase dauert je nach Bodenmaterial und Verdichtung beim Bohren unterschiedlich lange. Wie wurde gebohrt? Trocken? gespült? gerammt?

    4. Dein Schaumstoff-Filter ist schon dicht

    Freispülen entgegen der Fließrichtung bei einem Bohrbrunnen? Hm... Bei einem Rammbrunnen mag das ja gängige Praxis sein. Aber bei dir auf 5m Filterstrecke? Probieren kann man es ja mal. Ich würde da vielleicht eher das sog. "Kolben" probieren. Also eine passende und dichtende Manschette am Stiel im Brunnen auf und ab bewegen.

    Unser Heizungsbauer hat erzählt das jemand seinen Brunnen mit 500 l/h auf 2,5 m³/h steigern konnte. Der betreibt jetzt eine Wärmepumpe dran. Der hat sich aber auch ein Dreivierteljahr an seinem Brunnen gespielt.

    Warte noch ein paar Antworten von den Profis ab, hast du evtl. Fotos?

    Gruß

    Schwanti

    Von Fachfirma im Rammkernbohrverfahren erstellter Brunnen. Bohrdurchmesser 330mm.
    Endteufe 15m, Brunnenrohrdurchmesser DN125, Grundwasserspiegel 10m unter GOK, 5m Wassersäule im Rohr, 1m Sumpfrohr, 3m Filterstrecke SW 1mm. Pumpversuch: 4 l/s = 17cm Absenkung. Grundfos-Brunnenpumpe mit Frequenzumrichter, Betrieb einer Wärmepumpenanlage.

  • ChristianR
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    • September 20, 2016 at 9:59 AM
    • #3

    Hallo,

    Quote from Schwanti

    1. Wieviel gibt der Grundwasserleiter überhaupt her, denn auch mit dem besten und durchlässigsten Filter kann man nie mehr fördern als nachkommt. Brunnen in der Nachbarschaft? Auskunft von der Wasserbehörde?


    ein Nachbar hat in etwa 30m Luftlinie Entfernung einen Brunnen bohren lassen. Dort liegt derselbe Grundwasserleiter allerdings in einer Kiesschicht. Dort können 3m³/h gefördert werden und der Grundwasserspiegel sinkt nur um einen Meter ab.

    Quote from Schwanti

    2. Wurde der Hohlraum wirklich nur mit dem Aushub aufgefüllt? Zumindest im Bereich der Filterstrecke hätte wohl eher irgendwas in Richtung "Filterkies" hineingehört.


    Ja, leider wurde nur der Aushub ins Bohrloch geworfen (in der Reihenfolge, wie er entnommen wurde).

    Quote from Schwanti

    3. Ein Brunnen wird normalerweise langsam hochgefahren. Anfangs geringe Entnahme die man vielleicht über 2 Wochen langsam steigert. Diese Phase dauert je nach Bodenmaterial und Verdichtung beim Bohren unterschiedlich lange. Wie wurde gebohrt? Trocken? gespült? gerammt?


    Es wurde mit einem hydraulischen Trockenbohrer gebohrt. Es wurden verschraubbare Bohrschnecken verwendet, die innen einen geschätzten Durchmesser von etwa 4" haben. In diese wurde nach dem Entfernen der Bohrspitze (per Seilwinde hochgezogen) dann das Brunnenrohr gesetzt. Danach wurden die Schnecken wieder nach oben gezogen.
    Es wäre also möglich, dass man die Fördermenge langsam steigern könnte?

    Quote from Schwanti

    4. Dein Schaumstoff-Filter ist schon dicht


    Zumindest läuft das Wasser (allerdings zu langsam) nach. Die genaue Brunnenleistung wollte ich noch mit einer Saugpumpe bestimmen.

    Quote from Schwanti

    Freispülen entgegen der Fließrichtung bei einem Bohrbrunnen? Hm... Bei einem Rammbrunnen mag das ja gängige Praxis sein. Aber bei dir auf 5m Filterstrecke? Probieren kann man es ja mal. Ich würde da vielleicht eher das sog. "Kolben" probieren. Also eine passende und dichtende Manschette am Stiel im Brunnen auf und ab bewegen.


    Das "Kolben" hört sich interessant an. Vielleicht kann ich ja eine entsprechende Konstruktion bauen und das bringt dann etwas. Hast du dazu vielleicht ad hoc weitere Informationen parat? Ansonsten google ich natürlich auch.

    Quote from Schwanti

    Warte noch ein paar Antworten von den Profis ab, hast du evtl. Fotos?


    Fotos vom Brunnenbau selbst habe ich leider nicht gemacht. Daher kann ich nur Bilder von dem, was man jetzt noch sieht, bieten.
    Zum einen ist es das obere Ende vom Brunnenrohr (wie gesagt, ein 3" Rohr) und zum anderen etwas vom Aushub.
    Auf dem Bild vom Aushub ist auch schon etwas von der Tonschicht unter dem Brunnen (die geknetete "Wurst" links unten im Bild). Der Rest des Bodens auf dem Bild sollte aus dem Bereich des Filters stammen.

    Viele Grüße
    Christian

    P.S.: kann man die Bilder irgendwie einbinden, dass sie nicht gleich in voller Auflösung geladen werden?

  • marg
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    • September 20, 2016 at 3:04 PM
    • Official Post
    • #4

    die Bilder sind gut skaliert

    naja zu dem Glück mit dem Freispülen sag ich mal nicht viel,
    nach meiner Erfahrung bringt der Brunnen nicht wesentlich mehr venn man spült oder einsch die Zeit arbeiten lässt. Mach einen Pumpversuch mit einer kleineren Pumpe und verwende einen Wasserspeicher.
    Versuchen kannst du es mit dem gegenspülen, nur mehr wie 1bar würde ich nicht auf das Rohr geben, das pvc Brunnenrohr ist nicht dafür ausgelegt und könmnte an den Muffen bersten

    marg

  • ChristianR
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    • September 20, 2016 at 3:25 PM
    • #5

    Hallo,

    ich habe gerade mit einer Kreiselpumpe einen Test gemacht. Dabei habe ich im Mittel etwa 300l/h gefördert, der Grundwasserspiegel ist von 5,5m auf ca. 7,5m abgesackt. Ich konnte aber konstant fördern. Nach dem Stoppen der Pumpe war der Spiegel recht schnell wieder bei 5,5m.

    Die Info mit 1bar ist hilfreich. Der Brunnenbauer meinte "mit ordentlich Druck" - da hätte ich jetzt etwas mehr angesetzt.

    "Die Zeit arbeiten lassen". Bedeutet das, dass der Brunnen mit der Zeit ergiebiger werden kann, wenn ich langsam anfange?

    Dann würde ich einen Zwischenspeicher von vllt. 2m³ nehmen und den dann langsam volllaufen lassen.

    Viele Grüße
    Christian

  • Schwanti
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    • September 20, 2016 at 5:26 PM
    • #6

    Um den Brunnen durchlässiger zu machen reicht einfaches Gegenspülen aus meiner Sicht nicht aus oder hat nicht die Wirkung, es geht darum ein Wechselspiel der Strömungsrichtung im Filterbereich hinzubekommen. Hier mal ein paar Beispiele bezüglich Brunnenentwicklung, ließ dir das mal durch:
    Brunnenentwicklung
    Bei dir kämen wohl die Punkte 1,3 und 4 in Frage.

    1. Druckluft würde also auch gehen. Wobei dann der Brunnen oben NICHT abgedichtet wird, offen bleibt, die Lanze bis runter und dann hebt(schiesst) es dir die Wassersäule nach oben raus... 3 Zoll ist noch nicht so groß als das es nicht gehen würde.

    2. Du hast ja eigentlich kein Sandproblem in deinem geförderten Wasser? Es IST einfach zuwenig Wasser, deshalb wird das Pumpen mit 1,5 facher Förderleitung nichts bringen weil es nicht geht.

    3. Beim schocken würde ich das so verstehen das du erst abpumpst und dann z.B. mit deiner schweren Pumpe und den Regenfässern von oben wieder Wasser reinlässt (viel!), dann wieder abpumpst, wieder Wasser rein usw.

    4. Der beschriebene Kolben. Im Prinzip nichts anderes wie Punkt 3, nur das man mit dem vorhandenen Wasser im Brunnen arbeitet. Funktionsprinzip wie ein Pömpel fürs WC der im Rohr auf- und abbewegt wird, dabei möglichst dicht abschließt. Dann hast du auch saugen und drücken im Wechselspiel.

    Um noch schnell auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen, bezüglich der Pumpe, hm nunja....
    Für all die Versuche würde ich die "Gute" auf keinen Fall nehmen. Deine Saugpumpe wird zwar die Wassersäule nicht ganz runter saugen können, aber den Schlauch kann man ja trotzdem ganz runterstecken zum absaugen... Evtl. eine billige vom Baumarkt extra noch kaufen. Wenn die Dreck erwischt und hin ist dann schmeißt man sie halt weg, um eine Markenpumpe wäre es schade. Schont auch den Geldbeutel.
    > Deshalb meine Meinung: Zurückschicken!

    Erst wenn man sieht das der Brunnen vielleicht doch noch was wird kann man überlegen. Aber speziell bei 3 Zoll gibt es nicht viel "günstiges"...

    Gruß

    Von Fachfirma im Rammkernbohrverfahren erstellter Brunnen. Bohrdurchmesser 330mm.
    Endteufe 15m, Brunnenrohrdurchmesser DN125, Grundwasserspiegel 10m unter GOK, 5m Wassersäule im Rohr, 1m Sumpfrohr, 3m Filterstrecke SW 1mm. Pumpversuch: 4 l/s = 17cm Absenkung. Grundfos-Brunnenpumpe mit Frequenzumrichter, Betrieb einer Wärmepumpenanlage.

  • ChristianR
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    • September 20, 2016 at 8:22 PM
    • #7

    Wow, Schwanti, dein Beitrag bringt mich wirklich weiter!
    Einen Kompressor habe ich leider nicht, daher kann ich Methode 1 wohl nicht ausführen.
    Ein Sandproblem habe ich nicht. Das geförderte Wasser ist kristallklar.
    Methode 3 hört sich echt vielversprechend an, das werde ich ausprobieren.
    Methode 4 hört sich auch gut an, da ist allerdings etwas mehr Bastelarbeit von Nöten - daher vielleicht für später eine Vorgehensweise.

    Für die "Experimente" zum Freispülen nutze ich eine billige Baumarktpumpe, die ich "geerbt" habe. Ob die das überlebt oder nicht, ist mir da recht egal.
    Für eine dauerhafte Nutzung hätte ich schon ganz gerne eine vernünftige Tauchpumpe. Die SQ 2-55 geht auf jeden Fall zurück, denn selbst mit viel Optimismus glaube ich nicht daran, dass ich die Förderleistung des Brunnens soweit hochgefahren bekomme, dass konstant etwa 1,8m³/h gefördert werden können. Zumal der Durchsatz beim Einsatz einer Schlauchspritze wahrscheinlich noch hoch gehen würde und die Pumpe dann trocken liefe.

    Ich habe die Kreiselpumpe jetzt bereits einige Zeit am dauerlaufen, sie fördert derzeit etwa 420l/h. Beim ersten Testlauf habe ich wohl noch zuviel am Ventil verstellt, die 420l/h sind über längere Zeit konstant. Der Grundwasserspiegel ist dabei von 5,5m auf ca. 7,25m abgesenkt.

    Bei 420l/h käme eine Grundfos SQ 1-35 ggf. in Frage. Der zulässige Betriebsbereich geht von etwa 350l/h bis 1,7m³/h. Zur Förderung in einen Tank wäre sie daher ggf. geeignet.
    Gibt es über das Trockenlaufen wegen zu hoher Fördermenge ein weiteres Risiko für die Pumpe?

    Viele Grüße
    Christian

  • Schwanti
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    • September 21, 2016 at 12:36 AM
    • #8
    Quote

    denn selbst mit viel Optimismus glaube ich nicht daran, dass ich die Förderleistung des Brunnens soweit hochgefahren bekomme, dass konstant etwa 1,8m³/h gefördert werden können.


    Schreib deinen Brunnen nicht zu früh ab, probieren geht über studieren. Soviel sind 1,8 m³/h nun auch wieder nicht bei einer Filterstrecke von 5 m.

    Probier die Methode 3 einfach mal aus. So wie marg schrieb mit max 1 bar und viel Wasser, wobei es eher nicht um die Menge geht, sondern eher um die Geschwindigkeit. Du willst ja spülen und nicht versickern. Vielleicht pro Vorgang ne halbe Regentonne, d.h. 250 Liter mal runter, dann wieder 10 Minuten abpumpen und das Ganze ein paar Mal wiederholen. Du wirst es sehen wenn die Methode Wirkung zeigt, dein Wasser wird beim abpumpen nicht mehr glasklar sein, d.h. die Partikel werden ausgespült.

    Quote

    Gibt es über das Trockenlaufen wegen zu hoher Fördermenge ein weiteres Risiko für die Pumpe?


    Ja einige ;)
    1. Trockenlauf wurde ja schon erwähnt. Da die einzelnen hydraulischen Stufen (Laufräder) der Unterwasserpumpen i.d.R. durch den Förderstrom "in Schwebe" gehen und damit annähernd reibungslos gelagert sind, darf auch ein minimaler Wasserfluss nicht unterschritten werden. Kein konstanter Wasserfluss führt zu Reibung führt zu Hydraulik kaputt.

    2. Überhitzung des Motors. Zu geringer Förderstrom = keine ausreichende Wärmeabfuhr = Thermoschutz spricht an, wenn konstruktiv so gebaut das er auch funktionsfähig ist ;-). Wenn nicht brennen die Motorwicklungen durch, Erd- und oder Kurzschluss = FI und/oder Sicherungen draußen. Deswegen sollte die Pumpe auch nicht ganz unten sein sondern oben im Brunnen, dann fließt das Wasser zuerst von unten über den Motor drüber und kühlt diesen.

    3. Häufige Schaltungen. Die maximale Anzahl an Schaltungen (Angabe pro Stunde) sollte auch nicht überschritten werden. Also im Minutentakt ein/aus wird der Lebensdauer nicht förderlich sein.

    Gruß

    Von Fachfirma im Rammkernbohrverfahren erstellter Brunnen. Bohrdurchmesser 330mm.
    Endteufe 15m, Brunnenrohrdurchmesser DN125, Grundwasserspiegel 10m unter GOK, 5m Wassersäule im Rohr, 1m Sumpfrohr, 3m Filterstrecke SW 1mm. Pumpversuch: 4 l/s = 17cm Absenkung. Grundfos-Brunnenpumpe mit Frequenzumrichter, Betrieb einer Wärmepumpenanlage.

  • ChristianR
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    • September 25, 2016 at 9:14 PM
    • #9

    Vielen Dank noch einmal für die ganzen Tipps.
    Ich möchte ein kurzes Update posten. Ich habe den Brunnen jetzt schon 4-5 mal gespült und konnte die Leistung bereits auf 790l/h steigern. Ich bin optimistisch, dass noch mindestens 1000l/h drin sind.

    Ich plane jetzt mit einem Zwischentank, in den ich mit einer Grundfos SQ 1-35 das Brunnenwasser pumpe. Den Durchsatz möchte ich mittels Ventil reduzieren, sodass das Grundwasser nicht kritisch abgesenkt wird und die Pumpe sicher im zulässigen Bereich betrieben wird (also mindestens 0,5m Wassersäule über der Pumpe).
    Vom Zwischentank aus (3000l) möchte ich dann das Wasser mit einer Grundfos SBA 3-45 A in die Beregnerleitung / Wasserpipeline einspeisen.

    Bei pessimistisch geschätzen 700 geförderten Litern pro Stunde läuft die Pumpe nicht trocken und hat auch nicht zuviel Last (das entspräche einer Wassersäule von 40m, die Grenze liegt irgendwo bei 45m mit einer Förderleistung von 350l/h).
    Der Wasserfluss wäre auch sehr konstant, da abgesehen vom Ventil und der Leitung kein Widerstand beim Einleiten des Wassers in den Zwischenspeicher vorhanden ist.

    Eine Überhitzung des Motors würde ich ausschließen, da die Pumpe im zulässigen Bereich betrieben wird. Darüber hinaus wirbt Grundfos damit, einen wirksamen Überhitzungs- / Trockenlaufschutz integriert zu haben.

    Häufige Schaltungen sollte es auch nicht geben. Sogar noch weniger, als wenn die Pumpe direkt am Beregnungssystem angeschlossen wäre, da sie nur einmal pro Tag angeschaltet wird, um den Wassertank zu füllen. Die Tauchpumpe im Zwischenspeicher hat da eine höhere Belastung - die verträgt laut Spezifikation alle zwei Minuten einen Schaltzyklus.

    Habe ich etwas übersehen oder gibt es etwas, das gegen die aufgezeigte Lösung spricht?
    Wie setzt man am sinnvollsten eine Durchflussmengenbegrenzung um? Ein Kugelventil oder ein Muffenschieber dürfte zwar funktionieren, ist aber von der Dosierung her eine recht wackelige Angelegenheit. Ich habe herausgefunden, dass es sehr genaue Durchflussmengenbegrenzer gibt, die man auch in Trinkwasserleitungen einbauen kann, habe aber keine Bezugsquelle gefunden (Hersteller bspw. Bertfelt).

    Viele Grüße
    Christian

  • Schwanti
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    • September 25, 2016 at 10:14 PM
    • #10

    Das mit dem Tank ist wohl die beste Lösung. Für den Tank würde aber eine Saugpumpe reichen bzw. ein Hauswasserwerk käme auch mit geringeren Entnahmen gut klar (Hochdruckreiniger z.B.). Die SBA ist ja auch nicht ganz billig.

    Als Durchflussmengenbegrenzer kannst du auch mal nach "Taco-Setter" googeln. Die sind weiter verbreitet, hauptsächlich in Heizungsanlagen und haben ein Schauglas. Auf Trinkwasserqualität kommt es dir ja nicht an denke ich.

    Evtl. wäre ein 1/2" Schrägsitzventil noch was. Feiner als Muffenschieber und Kugelventil allemal. Zum "regeln" sind alle handelsüblichen Ventile nicht wirklich geeignet (Kavitation!)

    Gruß
    Schwanti

    Von Fachfirma im Rammkernbohrverfahren erstellter Brunnen. Bohrdurchmesser 330mm.
    Endteufe 15m, Brunnenrohrdurchmesser DN125, Grundwasserspiegel 10m unter GOK, 5m Wassersäule im Rohr, 1m Sumpfrohr, 3m Filterstrecke SW 1mm. Pumpversuch: 4 l/s = 17cm Absenkung. Grundfos-Brunnenpumpe mit Frequenzumrichter, Betrieb einer Wärmepumpenanlage.

  • ChristianR
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    • September 25, 2016 at 10:23 PM
    • #11

    Der TacoSetter Inline 100 mit einer Durchflussmenge von 8-30l/min hört sich ideal an (480-1800l/h).
    Dass er einstellbar ist, ist ebenfalls sehr gut - besser als bei den von mir gefundenen Durchflussmengenbegrenzern. Auch preislich ist er attraktiv.

    Bei der Verwendung eines "normalen" Hauswasserwerkes müsste ich mir noch Gedanken über die Trockenlaufsicherung machen - das können die wohl nicht von Haus aus. Lärmemission könnte ggf. ebenfalls ein Problem darstellen (wenn die Beregnung nachts um 3 Uhr losgeht und dann das Hauswasserwerk anfängt zu röhren, freuen sich die Nachbarn). Für's Portemonnaie aber auf jeden Fall eine Überlegung wert!

    Edit: zum Thema Regeln mittels Ventil: problematisch ist auch, dass der Durchfluss nur durch den Querschnitt eingestellt wird und dieser Fix ist. Für den Durchfluss ist aber noch mindestens der Grundwasserspiegel relevant. Außerdem bei beruhigtem Zulauf im Tank ggf. noch der Wasserstand im Tank.

    Viele Grüße
    Christian

  • Schwanti
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    • September 25, 2016 at 10:41 PM
    • #12

    Ach ja, fast vergessen:
    Du kannst auch mal "Strangregulierventil" googeln. Oder "Watts Regulierventil". Die gibts auch mit Handrad und seitlicher Anzeige. Die sind fast noch besser wie die Tacos.

    Der Wasserstand im Tank wird wohl eher nichts an der eingestellten Zulaufmenge ausmachen. Den Zulauf würde ich aber gegenüber der Entnahme anordnen. Damit ist ein gewisser Wasseraustausch sichergestellt. Tank am besten auch abgedunkelt aufstellen, sonst gibt es fiese Algen.

    Gruß
    Schwanti

    Von Fachfirma im Rammkernbohrverfahren erstellter Brunnen. Bohrdurchmesser 330mm.
    Endteufe 15m, Brunnenrohrdurchmesser DN125, Grundwasserspiegel 10m unter GOK, 5m Wassersäule im Rohr, 1m Sumpfrohr, 3m Filterstrecke SW 1mm. Pumpversuch: 4 l/s = 17cm Absenkung. Grundfos-Brunnenpumpe mit Frequenzumrichter, Betrieb einer Wärmepumpenanlage.

  • ChristianR
    Beginner
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    12
    • September 26, 2016 at 9:09 AM
    • #13
    Quote from Schwanti

    Ach ja, fast vergessen:
    Du kannst auch mal "Strangregulierventil" googeln. Oder "Watts Regulierventil". Die gibts auch mit Handrad und seitlicher Anzeige. Die sind fast noch besser wie die Tacos.


    Danke für den Hinweis, da werde ich noch etwas in die Tiefe gehen. Das "Watts Regulierventil" habe ich beim kurzen googlen nur für bis zu 16l/min gefunden, was wohl aber auch ausreichend wäre.

    Quote from Schwanti

    Der Wasserstand im Tank wird wohl eher nichts an der eingestellten Zulaufmenge ausmachen.


    Doch, wenn ein beruhigter Zulauf verwendet wird, bei dem das Rohr bis kurz über den Boden des Fasses reicht. In dem Fall steigt die zu überbrückende Wassersäule mit steigendem Wasserstand, weil aufgrund des geschlossenen Systems bei leerem Tank das letzte Stück Rohr das Wasser noch "nach unten zieht". Mit einer Belüftungsbohrung im Zulaufrohr direkt unter der Tankoberseite könnte man das geschlossene System aber aufbrechen und das Problem somit umgehen.

    Quote from Schwanti

    Den Zulauf würde ich aber gegenüber der Entnahme anordnen. Damit ist ein gewisser Wasseraustausch sichergestellt. Tank am besten auch abgedunkelt aufstellen, sonst gibt es fiese Algen.


    Es werden wohl insgesamt drei verbundene IBC-Wassertanks werden. Der Zulauf kommt sogar in einen anderen Tank als der Ablauf, sodass ein beständiger Wasseraustausch gewährleistet ist.
    Über die Sonnenproblematik muss ich mir nochmal Gedanken machen.

    Viele Grüße
    Christian

  • ChristianR
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    • November 12, 2016 at 9:15 AM
    • #14

    So, es ist Zeit für ein weiteres Feedback. Es hat etwas gedauert, weil ich auch noch das ganze Beregnungssystem installiert habe. Insgesamt habe ich fast 400m PE-Rohr verlegt...

    Ich habe ein WattFlow-Strangregulierventil gekauft und verbaut. Dieses ist jetzt auf etwa 600l/h eingestellt. Ich habe allerdings noch Bedenken, dass das zuverlässig funktioniert.
    Wenn die Brunnenpumpe jeden Tag Wasser fördert, funktioniert es sicherlich. Aber als mal eine Woche Pause war, musste ich manuell an der Einstellschraube drehen (nicht großartig verstellen, eher ein winziges Stück auf- und zudrehen), damit das Wasser richtig floss. Allerdings habe ich auch nicht länger als eine Minute gewartet, bis ich an der Stellschraube gedreht habe.

    Es stehen jetzt im Garten drei blechummantelte 1000l-IBCs. Einer davon ist mit einer längeren Rohrstrecke an die anderen zwei angeschlossen, daher habe ich dort aus Kostengründen nur ein 32mm-Rohr verbaut. Die anderen beiden Tanks, in denen der Zulauf aus dem Brunnen und die Tauchpumpe zur Beregnung sind (verschiedene IBCs) werden noch mit einem 63mm-Rohr verbunden.

    In den IBC mit der Tauchpumpe kommt jetzt noch ein Schwimmerschalter, der die Brunnenpumpe aktiviert, sobald der Wasserstand unter einen definierten Pegel sinkt und wieder abschaltet, wenn der Tank voll ist.

    Offen sind jetzt noch die Installation eines selbstgebauten beruhigten Zulaufs (ein PVC-U-Rohr, welches in eine "Dose" aus zusammengeschweißten Muffenstopfen für HT-Rohr führt) und das Anklemmen des Schwimmerschalters.

    Jetzt habe ich aber erstmal alles winterfest gemacht und hoffe, dass sich meine Befürchtungen mit dem Strangregulierventil nicht erfüllen.

    Ein herzliches Danke noch einmal an Schwanti für die hilfreichen Tipps!

  • Anne
    Guest
    • February 14, 2017 at 10:24 AM
    • #15

    Hallo,
    ich bin ja etwa spät hier, aber es würde mich sehr interessieren, wie du die Situation mit dem Bohrmeister geklärt hast. War er überhaupt daran schuld oder passiert sowas des Öfteren? gibt es da irgendwelche Versicherung, die solche "Fehler" abdeckt?

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