Pumpe für 30 Jahre alten Brunnen zur Gartenbewässerung gesucht

  • Hallo Fachleute,


    ich bin auf der Suche nach einer Pumpe für die Gartenbewässerung und hoffe, ihr könnt mich dazu beraten.


    Hier einige Details zur Ausgangssituation:

    Auf meinem Grundstück befindet sich ein mindestens 25 Jahre alter Brunnen. Dieser ist etwa 7,5 Meter ab Erdoberfläche tief. Ein Rohr mit 1,5 Zoll Innendurchmesser (muss ich nochmal genau messen) ragt senkrecht aus dem Brunnen hervor. Ich weiß nicht, wie die im Wasser steckende Seite des Rohrs aussieht. Ich habe jedoch eine Handpumpe angeschlossen und konnte reichlich Wasser fördern. Demzufolge ist das Rohrende zumindest im Wasser. Der Brunnen befindet sich genau dort, wo später die Terasse sein soll. Der ist eine Pumpe direkt oberhalb des Brunnenrohrs nicht möglich. Auch eine Klappe im Terassenboden ist für mich keine Option. Daher muss die Pumpe im Winkel ansaugen können. Wie in den Variantenzeichnungen zu sehen, befindet sich der Brunnen ziemlich mittig auf dem Grundstück.


    Ich habe nun 2 Varianten aufgezeichnet, wie ich mir eine Umsetzung der Pumpenposition und der Entnahmestellen vorstelle. In der ersten Variante befindet sich die Pumpe im Schuppen. In der zweiten Variante würde ich ein eigenes kleines Pumpenhäuschen bauen. Variante 1 ist mein Favourit.

    Variante 1: https://drive.google.com/open?…V98Sy-JhurIZZz3ykQ3rz9eW9

    Variante 2: https://drive.google.com/open?…61lcD3zHW7aI4VBFAKRkZK5n-

    Ich hoffe, die Links funktionieren, sonst lasst es mich bitte wissen. Ich versende die Bilder auch gerne per Mail. Keine Sorge, sind nur 2 Skizzen. Andernfalls sind die Bilder als PDF noch im Anhang zu finden.


    Mit der Pumpe soll der Garten von beiden Entnahmestellen aus bewässert werden. Gerne würde ich 2 Rasensprenger sowie eine Spritzpistole parallel betreiben. Auch der Anschluss von Bewässerungsschläuchen und einer Bewässeungsanlage ist geplant. Diese müssen jedoch nicht zwangsweise parallel betrieben werden.


    Könnt ihr mir eine passende Pumpe für das Vorhaben empfehlen? Worauf muss ich besonders achten?

    Welche der beiden Varianten würdet ihr bevorzugen bei der Installation?

    Wie verfahre ich mit der Pumpe im Winter ohne großen Aufwand?


    Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.


    Vielen Dank im Voraus.

    Gruß Philippe W.

  • Worauf muss ich besonders achten?

    Zuerst muss die erforderliche Leistung der Pumpe ermittelt werden. Danach kommt alles andere wie Pumpenauswahl etc.

    Zur Leistungsbestimmung lese Dir folgendes durch und wenn Du zu einem Ergebnis gekommen bist, teile uns das mit.


    Pumpenstärke


    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:


    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.


    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    • Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll
    • Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.


    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    • Druckverluste durch Höhenunterschiede
    • Druckverluste durch Wasserströmung
    • Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.


    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.


    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.


    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.


    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:


    PH + Ps + PB = PA


    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.


    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.


    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.


    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern.


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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