Bohrbrunnen DN125

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich eine lange Zeit hier mitgelesen habe nun auch mal ein Beitrag von mir.

    Ich gebe hier, auch in Erwartung der einen oder anderen Ohrfeige auch meine Mißerfolge und Fehleinschätzungen wieder.


    Mein 17 Jahre alter Bohrbrunnen versagt wegen gefallenen Wasserspiegel den Dienst. Damal war der Pegel bei 6m unter GOK. Der Brunnenbauer verweigerte für mehr als 10m den Dienst. Filterkies einzubauen vor dem entfernen des Arbeitsrohrs hat er "vergessen".

    Aus der Erinnerung waren da vorwiegend Mittelsande.

    Verbaut war ein Gewebefilter und ein 0,3mm Schlitzfilter ohne Sumpfrohr, DN100 mit unterem Deckel.

    Ziehen geht nicht mehr, weil ich das obere Ende des Brunnens eingebaut habe. Somit fällt tieferbohren aus.

    Die Pumpe hing in den letzten Jahren bereits ganz unten im Gewebefilter. Eine Bewässerung war nur eingeschränkt möglich durch langsames umpumpen in eine Zisterne.


    Nun habe ich mich zu einem Brunnenneubau entschlossen.

    Angefangen hab ich mit einem 200er-KG-Arbeitsrohr, auf 4m geschlitzt mit einer 0,8mm Trennscheibe. Die unteren 2m hab ich fertig mit 0,5er Schlitzen gekauft. Ich war mir des Risikos bewußt, das Arbeitsrohr im Loch zu lassen und oben verschließen zu müssen.


    Soweit so gut: Mit Schweiß bin ich auf 11m gekommen, Pegel bei 8m unter GOK. Somit stehen 3m des geschlitzten Rohres im Wasser.

    Gefunden hab ich Fein- und Mittelsande im trockenen Bereich, dünne lehmige Schichten und ein paar Kiesel.

    Ab 9m war jede Menge Holz dabei, sodass ich fast annahm, ein Grillkohleflöz angebohrt zu haben. Die Ergiebigkeit reicht aber nicht für ein Gewerbe :(.

    Jetzt bei 11m geht es nicht mehr weiter. Der Sandeintrag durch die Eigenbauschlitze ist nahezu äquivalent dem Austrag durch die 140er Kiespumpe. Es geht mit 3h Arbeit und 150kg Auflast ca. 2cm weiter. Die geplante Filterkiesschüttung hätte also auf keinen Fall funktioniert. Dumm von mir.


    Jetzt habe ich abgebrochen und den Plan umgestellt auf Variante B.

    Direktes abteufen eines 125er Brunnenrohres mit 0,3er Schlitzen (4m Filterstrecke) auf 15...16m. Sumpfrohr 0,5m unten dran für spätere Kiesfüllung ganz unten.

    0,5m Sumpf für Kiesfüllung

    2 m Schlitzfilter 0,3mm

    0,5m Rohr (falls ich die Pumpe mal tiefer hängen muss)

    2m Schlitzfilter 0,3mm

    10...11m Brunnenrohr (Pumpe 4" bei 10m)


    Das ist jetzt der Plan.


    Die 140er Kiespumpe (von Erdbohrer) war für die Katz und ist jetzt abzugeben. Hab sie etwas modifiziert, da die Kolbenmanschette sich gern an der Austragsöffnung verhakt hat und ich leer wieder hochkam. Hab einfach eine Blockierschraube in die Kolbenstange mit Gewinde eingesetzt.

    Die Modifikation werd ich wohl bei der 108er Kiespumpe schon wegen meines nur 2,9m hohen Eigenbaudreibeins machen müssen, sonst heb ich das Ding nimmer über die Rohroberkante.


    Soviel zur Schilderung der nackten Tatsachen. Probleme hab ich momentan noch keine (weiteren). Trotzdem freue ich mich schon auf Euer positives und negatives Feedback.


    PS: Ein parallel angefragter gewerblicher Brunnenbauer hat mich zuerst für meinen Plan abgewatscht, den Ausbau mit 125er Rohr zu machen (Kühlung). Für eine 4" Pumpe nimmt man immer DN100 Rohr. Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, wie leicht die Pumpe da verklemmt. Es war mal eine Schraube beim Kabelschutz rausgewandert. Ich braucht eine ordentliche Seilwinde, um die Pumpe zu bergen.

    Ich mach das jetzt aber selber weiter.


    Geplante Entnahme liegt bei 3m³/h, die derzeitige Pumpe leistet ca. 1,5...2m³. Sie soll aber noch eine Weile verwendet werden.


    PPS: Den Tipp mit dem selbst geschlitzten Rohr hab ich von einem Schwarzbrunnenbauer der Region. Der baut Brunnen mit selbst geschlitztem KG-Rohr. Hätte mir klar sein müssen, dass es schiefgeht.

    Risiko: Feinsand.

    Dann muss ich das Rohr eben irgendwie nochmal rausholen....

  • Ich bin kein Experte würde aber auf jeden Fall die neue Rohrtour im bereits versenkten KG Rohr weiter abteufen. So hast du wenigstens schonmal 11 Meter gespart :)


    Vielleicht kannst du alternativ auch ein KG Rohr ohne Schlitze als Schutzrohr verwenden?

    Normalerweise wird das Schutzrohr ja ohnehin wieder gezogen.


    In meinem Feinsand ging das ziemlich leicht wieder raus. Waren allerdings auch nur 7 Meter KG Rohr und nur eine Muffe..

  • Das versuch ich erst, wenn das 125er Rohr drin ist. So wie Du es schon ausgesprochen hast, soll zumindest nicht noch der Schweiss für umsonst gewesen sein.


    Update:

    Das absenken des Brunnenrohrs mit der Eigenbau-Holzzange hat erstmal geklappt.

    Ab morgen kommt dann die 108er Kiespumpe zum Einsatz. Hoffentlich geht's dann vorwärts. abwärts.

  • Jetzt weiß ich, warum das 200er KG nicht weiter ging:

    Mit dem eingeführten 125er Rohr konnte ich den Sand entfernen und bin auf eine Klamotte gestoßen.

    Jetzt hab ich das 125er Rohr nochmal gezogen und werde im 200er Rohr versuchen, zum Stein vorzudringen und seine ungefähre Größe zu bestimmen.


    Weitere Maßnahmen sind wohl erst möglich, wenn ich ungefähr die Größe kenne....

    Für die 108er Kiespumpe ist er zu groß. Vermutlich auch für die 140er :(

  • Da ich eigentlich nur Sand habe, ist es wohl einfacher, ich bohre neu.

    Ich hab mich mit der Klamotte schon zu lange geärgert.

    Bin jz schon wieder bei 5 m nach ein paar Stunden. Das KG lass ich jz gleich weg.

    Die Lehmschicht war jz mit einem Loch Erfahrung schnell überwunden.


    Bevor ich mit nem Meissel anfange, ist ein Reboot wohl schneller, zumal ich den Meissel erst bauen muss.

  • Eine Frage an die Fachleute:

    Ergäbe es Sinn, die abgebrochene Bohrung zu erhalten und für geringe Entnahmemengen auszurüsten?

    Grundsätzlich hab ich ja 3m Wasserstand.

    Der Neuansatz ist aber nur ca. 1,5m entfernt.


    Ich denke da an eine ganz kleine Pumpe zum Beispiel um meine Zisterne nachzufüllen.

    Was wären denn die kleinsten Pumpen ab 3 Zoll bis 4 Zoll?

  • Nachdem ich mich jetzt durch eine Schicht Holz/Weichbraunkohle hindurchgearbeitet habe geht es jetzt im Schnitt mit 10cm pro Stunde voran. Leider hab ich überwiegend Feinsand. Der Einsatz der Kiespumpe ist beschwerlich.

    Ein für die Holzschicht selbst gebauter Erweiterungsbohrer hat kurzzeitig geholfen, Holzstücke unter der Rohrkante ins Rohr zu fördern. Beachtlich, wie die 108er KP die dann einsaugt.

    Dem Erweiterungsbohrer hab ich in einer Feinsandschicht den Hals rumgedreht.

    Was stärkeres musste her. Ich hab einen Pfostenanker in der Garage gefunden und kurzerhand zum Bohrer umfunktioniert. Geht Klasse zum Auflockern und zerkleinern.

  • Stampfbewegungen wirken wie bei einem Plunscher.

    Rohr sinkt ein.

    Den aufgelockerten Feinsand bekomme ich dann mit der Kiesbumpe hoch.

    Holz und Weichbraunkohle werden ausreichend zerkleinert.

    Wenn ich wieder einen Blockierer unter die Rohrkante bekomme, biete ich die unteren Flügel etwas nach aussen.

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