Hallo zusammen,
ich bohre aktuell einen Brunnen im Bereich 65558 und würde gerne eure Einschätzung hören. Es geht nicht um Trinkwasser, sondern hauptsächlich um Wasser für Garten/Bewässerung.
Der Standort liegt in einem kalkreichen Gebiet, in der Nähe gibt es auch ein Kalkwerk. Daher frage ich mich, ob die hellen/weißen Bodenschichten eventuell mit Kalk, Mergel oder kalkhaltigem Sand/Lehm zusammenhängen könnten.
Zur Lage:
Die örtliche Trinkwasserquelle bzw. bekannte Quelle liegt ungefähr bei 168 m Höhe. Mein geplanter Brunnen liegt bei etwa 160 m Höhe. Das Tal liegt ungefähr bei 153 m Höhe. Das Gelände hat dort etwa 14 % Gefälle Richtung Tal. Außerdem befindet sich ein kleiner Bachlauf nur ca. 5 m vom Bohrpunkt entfernt. Laut der RLP GWO Karte liegt das Grundwasser bei 125m.
Interessant ist auch: Früher gab es etwa 10 m entfernt eine kleine oberflächliche Quelle bzw. einen sehr feuchten Bereich. Später wurde dort wohl eine Drainage eingebaut. Ich vermute daher, dass diese alte Quelle oder feuchte Stelle durch eine oberflächennahe wasserführende Schicht gespeist wurde und die Drainage das Wasser heute teilweise abfängt.
Beim Bohren bin ich aktuell bei ca. 4,5 m Tiefe. Ich bohre momentan mit etwa 150 mm Durchmesser.
Mein bisheriges Bohrprofil sieht ungefähr so aus:
0–1 m:
Mutterboden / normaler Oberboden
1–2 m:
weiße, sandige, lockere Schicht
Diese Schicht könnte eventuell die ehemalige Quellschicht bzw. Sickerwasserschicht gewesen sein.
Sie war auffällig hell/weiß und eher lose.
2–3 m:
Lehm mit Sandanteil
3–4 m:
Lehm
Dieser Bereich war sehr feucht.
4–4,5 m:
Lehm bis fester Ton
Ab etwa 4 m wird es deutlich fester und toniger.
Der Ton wirkt aktuell trockener als der feuchte Lehm darüber.
Meine Vermutung ist, dass der sehr feuchte Bereich bei 3–4 m eventuell Wasser führt oder Wasser aufstaut. Der feste Ton ab ca. 4 m könnte möglicherweise eine Sperrschicht sein, auf der sich Wasser sammelt. Andererseits weiß ich nicht, ob darunter vielleicht noch eine bessere wasserführende Schicht aus Sand oder Kies kommen kann.
Im hydrologischen Bericht bzw. in den Unterlagen zur Umgebung sind auch Quellen/Messstellen bzw. Bohrungen in der Gegend aufgeführt. Die bekannte Quelle liegt höher, ungefähr bei 168 m, mein Brunnenansatzpunkt liegt bei 160 m und das Tal bei etwa 153 m. Deshalb frage ich mich, ob das Wasser hier möglicherweise hangabwärts in einzelnen Schichten läuft.
Meine Fragen wären:
- Kann die weiße, sandige, lockere Schicht bei 1–2 m die ehemalige Quell- oder Sickerwasserschicht gewesen sein?
- Passt das Bild dazu, dass bei 3–4 m sehr feuchter Lehm kommt und darunter ab 4 m festerer Ton, also eventuell eine Stauschicht?
- Würdet ihr bei 4,5 m Tiefe weiterbohren, um durch die Ton-/Lehmschicht zu kommen?
- Kann in so einer Lage unter dem Ton noch eine bessere wasserführende Schicht aus Sand/Kies kommen?
- Spielt das kalkreiche Gebiet mit Kalkwerk in der Nähe eine Rolle für die weißen Schichten? Könnte das eher Kalk/Mergel sein?
- Würdet ihr mit 150 mm weiterbohren oder erstmal mit kleinerem Durchmesser, z. B. 100/120 mm, durch die feste Tonschicht vorbohren und später wieder aufweiten?
- Außerdem habe ich Anhang denn hydrologischen Bericht der damals erstellt worden ist
Ich möchte den Brunnen möglichst ordentlich aufbauen. Nach meinem bisherigen Verständnis sollte der Filter später nicht im Ton/Lehm sitzen, sondern nur in einer wirklich wasserführenden Sand- oder Kiesschicht. Durch Ton oder Lehm würde ich eher mit Vollrohr gehen.
Mich würde interessieren, wie ihr diese Schichten einschätzt – besonders wegen der alten Quelle, der Drainage, dem Bachlauf in nur 5 m Entfernung, dem Gefälle zum Tal und der bekannten Quelle oberhalb.

