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  1. Brunnenbau-Forum
  2. Brunnenbau
  3. Brunnenbau Bohrbrunnen

Brunnenbau günstig/gut

  • SamTech
  • July 10, 2026 at 7:33 AM
  • SamTech
    Beginner
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    3
    • July 10, 2026 at 7:33 AM
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich bohre aktuell einen Brunnen im Bereich 65558 und würde gerne eure Einschätzung hören. Es geht nicht um Trinkwasser, sondern hauptsächlich um Wasser für Garten/Bewässerung.

    Der Standort liegt in einem kalkreichen Gebiet, in der Nähe gibt es auch ein Kalkwerk. Daher frage ich mich, ob die hellen/weißen Bodenschichten eventuell mit Kalk, Mergel oder kalkhaltigem Sand/Lehm zusammenhängen könnten.

    Zur Lage:
    Die örtliche Trinkwasserquelle bzw. bekannte Quelle liegt ungefähr bei 168 m Höhe. Mein geplanter Brunnen liegt bei etwa 160 m Höhe. Das Tal liegt ungefähr bei 153 m Höhe. Das Gelände hat dort etwa 14 % Gefälle Richtung Tal. Außerdem befindet sich ein kleiner Bachlauf nur ca. 5 m vom Bohrpunkt entfernt. Laut der RLP GWO Karte liegt das Grundwasser bei 125m.

    Interessant ist auch: Früher gab es etwa 10 m entfernt eine kleine oberflächliche Quelle bzw. einen sehr feuchten Bereich. Später wurde dort wohl eine Drainage eingebaut. Ich vermute daher, dass diese alte Quelle oder feuchte Stelle durch eine oberflächennahe wasserführende Schicht gespeist wurde und die Drainage das Wasser heute teilweise abfängt.

    Beim Bohren bin ich aktuell bei ca. 4,5 m Tiefe. Ich bohre momentan mit etwa 150 mm Durchmesser.

    Mein bisheriges Bohrprofil sieht ungefähr so aus:

    0–1 m:
    Mutterboden / normaler Oberboden

    1–2 m:
    weiße, sandige, lockere Schicht
    Diese Schicht könnte eventuell die ehemalige Quellschicht bzw. Sickerwasserschicht gewesen sein.
    Sie war auffällig hell/weiß und eher lose.

    2–3 m:
    Lehm mit Sandanteil

    3–4 m:
    Lehm
    Dieser Bereich war sehr feucht.

    4–4,5 m:
    Lehm bis fester Ton
    Ab etwa 4 m wird es deutlich fester und toniger.
    Der Ton wirkt aktuell trockener als der feuchte Lehm darüber.

    Meine Vermutung ist, dass der sehr feuchte Bereich bei 3–4 m eventuell Wasser führt oder Wasser aufstaut. Der feste Ton ab ca. 4 m könnte möglicherweise eine Sperrschicht sein, auf der sich Wasser sammelt. Andererseits weiß ich nicht, ob darunter vielleicht noch eine bessere wasserführende Schicht aus Sand oder Kies kommen kann.

    Im hydrologischen Bericht bzw. in den Unterlagen zur Umgebung sind auch Quellen/Messstellen bzw. Bohrungen in der Gegend aufgeführt. Die bekannte Quelle liegt höher, ungefähr bei 168 m, mein Brunnenansatzpunkt liegt bei 160 m und das Tal bei etwa 153 m. Deshalb frage ich mich, ob das Wasser hier möglicherweise hangabwärts in einzelnen Schichten läuft.

    Meine Fragen wären:

    1. Kann die weiße, sandige, lockere Schicht bei 1–2 m die ehemalige Quell- oder Sickerwasserschicht gewesen sein?
    2. Passt das Bild dazu, dass bei 3–4 m sehr feuchter Lehm kommt und darunter ab 4 m festerer Ton, also eventuell eine Stauschicht?
    3. Würdet ihr bei 4,5 m Tiefe weiterbohren, um durch die Ton-/Lehmschicht zu kommen?
    4. Kann in so einer Lage unter dem Ton noch eine bessere wasserführende Schicht aus Sand/Kies kommen?
    5. Spielt das kalkreiche Gebiet mit Kalkwerk in der Nähe eine Rolle für die weißen Schichten? Könnte das eher Kalk/Mergel sein?
    6. Würdet ihr mit 150 mm weiterbohren oder erstmal mit kleinerem Durchmesser, z. B. 100/120 mm, durch die feste Tonschicht vorbohren und später wieder aufweiten?
    7. Außerdem habe ich Anhang denn hydrologischen Bericht der damals erstellt worden ist

    Ich möchte den Brunnen möglichst ordentlich aufbauen. Nach meinem bisherigen Verständnis sollte der Filter später nicht im Ton/Lehm sitzen, sondern nur in einer wirklich wasserführenden Sand- oder Kiesschicht. Durch Ton oder Lehm würde ich eher mit Vollrohr gehen.

    Mich würde interessieren, wie ihr diese Schichten einschätzt – besonders wegen der alten Quelle, der Drainage, dem Bachlauf in nur 5 m Entfernung, dem Gefälle zum Tal und der bekannten Quelle oberhalb.

    Files

    quellen.pdf 2.04 MB – 46 Downloads

    Edited once, last by SamTech (July 10, 2026 at 12:38 PM).

  • Brunnen reinigen
  • SamTech
    Beginner
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    • July 11, 2026 at 8:48 AM
    • #2

    Kommentar:

    Ich habe noch eine wichtige Angabe zur Höhe: Das Gelände am geplanten Brunnenstandort liegt bei ca. 160 m ü. NN. Die eigentliche Grundwasseroberfläche soll laut den verfügbaren Angaben ungefähr bei 125 m ü. NN liegen. Das wären also rund 35 m Höhenunterschied bis zum eigentlichen Grundwasser.

    Daher gehe ich aktuell eher davon aus, dass ich mit meiner Handbohrung wahrscheinlich nicht das richtige Grundwasser erreichen werde, sondern höchstens Schichtwasser / Stauwasser aus oberflächennahen wasserführenden Schichten.

    Meine Frage wäre deshalb:
    Kann so ein Schichtwasser in meiner Situation trotzdem ausreichen, um über den Sommer ungefähr 100 Liter pro Tag zu fördern?

    Es geht nicht um große Mengen und auch nicht um Trinkwasser, sondern nur um Gartenbewässerung. 100 l/Tag wären ja relativ wenig, aber mir ist klar, dass Schichtwasser stark von Regen, Jahreszeit, Hanglage und Drainagen abhängig sein kann.

    Würde es eurer Meinung nach reichen, eine brauchbare Schichtwasserlage zu treffen, wenn ich nur ca. 100 l/Tag über den Sommer brauche? Oder ist das zu unsicher, weil diese Schichten im Sommer schnell trockenfallen können?

  • ynnus
    Benutzer
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    • July 19, 2026 at 1:29 PM
    • #3

    Bei 100l pro Tag würde ich einfach Regenwasser in einem großen Tank sammeln. Wenn du da einen 2000l Tank hättest reicht es dir ja 20 Tage. In der Zeit hat es vermutlich schon wieder geregnet.

    Allerdings sind 100l auch extrem wenig für die Gartenbewässerung. Das ist ja nur ein Mini Schluck. Was soll denn damit bewässert werden? Und die Pumpe wäre wohl total unterfordert. Die läuft dann ja nur ein paar Sekunden pro Tag oder gerät schnell ins Takten (Ausgleichsbehälter notwendig). Da könnte man auch mit einer Schwengelpumpe arbeiten.

    Bei so geringen Mengen lohnen sich meiner Meinung nach der Aufwand und die Kosten für einen Brunnen in deinen schwierigen Bodenverhältnissen nicht.

  • SamTech
    Beginner
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    • July 19, 2026 at 2:51 PM
    • #4

    Es gibt dort lediglich das Dach einer kleinen Gartenlaube, ansonsten keine größeren Dachflächen. Aktuell soll das Wasser hauptsächlich zur Bewässerung des Gemüsebeets dienen. In Zukunft würde ich damit eventuell auch den Rasen und die Obstbäume bewässern. Das möchte ich aber erst entscheiden, wenn ich weiß, wie ergiebig der Brunnen bzw. die wasserführende Schicht tatsächlich ist.

    Mittlerweile bin ich bei ca. 6 m Tiefe angekommen und habe für die eigentliche Bohrung bisher tatsächlich keinen Cent ausgegeben, da ich mir bis jetzt alles selbst gebaut habe. Das komplette Bohrgestänge besteht beispielsweise aus alten verzinkten 3/4-Zoll-Wasserrohren, die mit Doppelmuffen zusammengeschraubt werden. Über einen selbst gebauten Adapter treibe ich das Gestänge mit einem Motorerdbohrer an.

    Bei etwa 5 m Tiefe war mit dem normalen Spiralbohrer dann praktisch kein Durchkommen mehr. Der Bohrer ging kaum noch ins Material, klebte extrem fest und ließ sich teilweise nur noch mit einem Kettenzug aus dem Bohrloch ziehen. Dafür habe ich mir aus alten Gerüstteilen einen Dreifuß gebaut.

    Deshalb habe ich mir anschließend aus einem alten Stahlrohr einen Riverside-Bohrer selbst gebaut und bin damit schließlich weitergekommen. Ich kann später gerne noch ein paar Bilder von den selbst gebauten Sachen schicken.

    Aktuell bin ich bei etwa 6 m Tiefe und es stehen ungefähr 50 cm Wasser im Bohrloch. Mit dem Spiralbohrer komme ich jetzt allerdings wieder nicht mehr sinnvoll weiter, da mir das sehr nasse, rote, tonig-kiesige bis teilweise steinige Material beim Hochziehen wieder komplett vom Bohrer herunterfließt bzw. zurück ins Bohrloch fällt.

    Deshalb habe ich mir jetzt zusätzlich eine Kiespumpe gebaut. In das vorhandene 150-mm-Bohrloch möchte ich nun ein KG-Rohr DN 125 als Arbeitsrohr einsetzen und versuchen, mich damit und mit der Kiespumpe weiter nach unten zu arbeiten.

  • SamTech July 19, 2026 at 8:14 PM

    Changed the title of the thread from “Brunnenbohrung PLZ 65558 – ehemalige Quelle, Bachlauf in der Nähe, Lehm/Ton ab 4 m – weitermachen?” to “Brunnenbau günstig/gut”.
  • ynnus
    Benutzer
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    • July 21, 2026 at 3:29 PM
    • #5

    SamTech Ich kann deinen Arbeitseifer gut nachvollziehen. Manchmal versucht man es dann trotzdem irgendwie, auch wenn Kosten und Nutzen vielleicht nicht im Verhältnis stehen. Auch wenn du die Geräte selbst zusammenbaust kostet es Material und Zeit. Und am Ende Brunnenrohr, KG-Rohr usw, mit ungewissem Ausgang, ob es überhaupt klappen wird. Aber wie gesagt, kann ich gut nachvollziehen, geht mir bei vielen Dingen auch so. ;)

    Wenn es später mal um Rasenbewässerung geht wirst du aber viel Wasser benötigen. Man spricht so von 10 - 20l pro m² an heißen Sommertagen, alle 3 - 4 Tage. Lieber seltener, dafür mit mehr Wasser, als täglich mit nur ein paar Liter bewässern. Dann muss dein Brunnen schon ordentlich Wasser liefern, je nachdem, wie groß dein Rasen ist.

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