Neubau eines Schachtbrunnens, Ausführung der Brunnensohle

  • Hallo Leute,


    ich habe nun schon mehrere interessante Beiträge im Forum gelesen und mich aufgrund der fachkundigen Beiträge dazu entschlossen Mitglied zu werden.


    Ich versuche gerade einen alten Rohrbrunnen, der auch immer sehr ergiebig war, allerdings im Laufe der Zeit ziemlich viel ertragen musste, durch einen Schachtbrunnen zu ersetzen.


    Mein Plan geht nun dahin, dass ich um das alte Rohr einen Schacht grabe und das Ganze mit Hilfe von Betonringen abstütze. Wenn ich die derzeitige Wassersäule zu Grunde lege, sollte der Brunnen eine Tiefe von ca. 10 Meter erreichen.


    Um das Vorhaben zu realisieren habe ich mich dazu entschlossen Schachtringe DN 1000/500 mit Steigeisen (die ich im unteren Bereich zusätzlich versiegeln würde) zu verwenden. An der Brunnensohle wollte ich einen Sickerring DN 1000/500 setzen und diesen Bereich später mit Kies auffüllen.


    Auf der einen Seite möchte ich das Ganze nicht überdimensionieren, andererseits möchte ich auch nicht zu knapp kalkulieren und unter Umständen einen Sickerring zu wenig verwenden. Daher würde mich interessieren ob eurer Meinung nach ein Sickerring mit einer Höhe von 50 cm ausreicht oder ich doch besser einen zweiten setzen sollte bevor es mit den Steigeisen losgeht.


    Für eure Mühe vielen Dank im Voraus und viele Grüße

    Strati

  • Ich gehe mal davon aus, dass Du Dir Gedanken darüber gemacht hast, wie die Erdbewegungen bei dem zur Verfügung stehende Platz (um das Rohr) zu bewältigen sind und welche Sicherungsmassnahmen erforderlich sind.

    Hast Du Dir aber auch mal Gedanken darüber gemacht, wie es weitergehen soll, wenn Du das Grundwasser erreicht hast? Der Sand oder der Kies werden sofort nachströmen, wenn Du an einer Stelle gegraben hast.

    Damit Du davon eine Vorstellung bekommst, empfehle ich folgendes Video, zumindest bis zur Fertigstellung des Schachtes ansehen:

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,

    vielen Dank für deinen Beitrag und den angehängten Videoclip. Ich kenne den Beitrag und habe mir diesbezüglich auch schon einige Gedanken gemacht.

    Sicherlich kann und darf man die von Dir angesprochenen Punkte nicht außer Acht lassen und ich werde sie auch ganz bestimmt berücksichtigen aber in Bezug auf die mir von mir gestellte Frage bezüglich der Sickerringe hilft mir dein Beitrag leider nicht weiter.

    Es ist für mich, gerade beim Setzen der ersten Betonringe äußerst wichtig zu erfahren wie ich die Höhe der Sickerringe zu dimensionieren habe. Ich möchte gerade in dieser ersten, enorm wichtigen Bauphase keinen Fehler machen.

    Viele Grüße

    Strati

  • äußerst wichtig zu erfahren wie ich die Höhe der Sickerringe zu dimensionieren habe

    Dann musst Du eine Probebohrung machen um zu erfahren, welche Zusammensetzung der Boden in der von Dir gewünschten Tiefe hat. Von uns kann auch keiner in die Erde schauen.


    Mal was anderes:


    allerdings im Laufe der Zeit ziemlich viel ertragen musste,

    Was soll man darunter verstehen? Ein ordentlich erstellter Bohrbrunnen, der kein eisenhaltiges Wasser liefert und nicht überfordert wird, hält Generationen!

    Schachtbrunnen werden eigentlich nur dann erstellt, wenn nur ein schlecht leitendes Wasserstockwerk vorliegt.

    Die Stärke des Schachtbrunnens liegt in seinem Volumen, d.h. wenn wenig Wasser nachfliesst, sammelt sich in 23h soviel an, dass in der verbleibenden Stunde der Tagesbedarf abgepumpt werden kann.

    Ansonsten ist ein richtig angelegter Bohrbrunnen dem Schachtbrunnen überlegen und auch leichter herzustellen, es sei denn der Boden ist mit "Wackersteinen" durchsetzt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    der Brunnen wurde seinerzeit sicherlich ordentlich erstellt aber leider hat der Vorbesitzer des Grundstückes sich damit verabschiedet, den Brunnen bis zum Rand mit Eisenrohren zu füllen. Ich konnte zwar den Großteil der Rohre entfernen aber trotz großer Mühe leider nicht alle herausfischen. Dazu kommt, dass ich das Grundstück zwischenzeitlich verpachtet hatte und der Pächter es trotz mehrfacher Hinweise nicht immer geschafft hatte die Brunnenöffnung entsprechend abzudecken, so dass im Laufe der Zeit das ein oder andere seinen Weg in den Brunnen gefunden hat.


    Es ist mir im Moment zwar möglich eine gewisse Menge an Wasser zu fördern aber die im Rohr befindliche Wassersäule ist ziemlich schnell aufgebraucht. Zwar strömt das Wasser relativ schnell wieder nach aber es ist schon ziemlich nervig, dass z.B. beim sprengen des Rasens immer mehrere kleine Pausen einzuplanen sind.


    Wenn meine Frage ob ich ein oder zwei Sickerringe an der Brunnensohle verbauen soll nicht ohne weiteres beantwortet werden kann, werde ich wohl nur einen Sickerring einbauen. Falls dieser nicht ausreicht, könnte ich immer noch die Steigeisen des untersten Schachtrings entfernen und in diesen ein paar zusätzliche Löcher bohren. Lieber erst einmal etwas weniger Wasser als gleich eine viel zu große Menge, die man überhaupt nicht benötigt.


    Viele Grüße

    Strati

  • Danke für die ausführliche Rückmeldung.

    werde ich wohl nur einen Sickerringeinbauen.

    Schachtbrunnen bekommen ihr Wasser üblicherweise über die Sohle.

    Du musst aufpassen, dass Dir seitlich kein Sand eingespült wird. Du kannst ja aussen keine Kiesfilterschicht schütten.


    Versuch mal in den Archiven der verschiedenen Brunnenforen Berichte über den Bau von Schachtbrunnen zu finden. Meines Wissens sind die erfolgreich abgeschlossenen Projekte recht selten.

    Bei den geschilderten Verhältnissen würde ich jederzeit einen Bohrbrunnen vorziehen.

    Trotzdem: Viel Erfolg und gib mal Rückmeldung, wenn das Projekt, egal wie, abgeschlossen ist.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo kg49,


    ich danke Dir für deine Wünsche und kann schon mal so viel sagen, dass der Sickerring gestern mit Erfolg gesetzt wurde.


    Trotz Baubeginn werde ich natürlich versuchen so viel wie möglich über den Bau von Schachtbrunnen in Erfahrung zu bringen denn zusätzliche Informationen können bei einem solchen Projekt mit Sicherheit nicht schaden.


    Zur visuellen Unterstützung habe ich ein Bild des gesetzten Sickerrings beigefügt. Der Anfang ist gemacht und ich kann nur hoffen, dass der Brunnenschacht jetzt ohne größere Probleme weiter wächst.


    Viele Grüße

    Strati



  • Dann sieh mal zu, dass Du in einer Kiesschicht landest, ansonsten beteht die Gefahr, dass Dir Sand über die Löcher eingespült wird. Bei den Löchern hat das Wasser u.U. eine höhere Strömungsgeschwindigkeit als bei der Bodenöffnung.

    Das ist aber immer unterschiedlich und muss vor Ort beurteilt werden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo Strati

    Ich würde einen zweiten Ring nehmen und alles runter setzen! Wenn du auf die Wasserschicht kommst und Sand da ist, dann in der Mittegraben und langsam die Seiten reinziehen wenn sie nicht von selber nachkommen. Versuch so tief wie es geht die Sickerringe unter Wasser zu bekommen. Dann setzt du in der Mitte kleiner Betonringe und fühlst um sie den Raum mit Filterkies.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Hallo tomerb,

    ich danke Dir für deinen Beitrag aber ich habe mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen mit nur einem Sickerring zu arbeiten.


    Es ist mir wichtig keine zu große Menge Wasser zu bekommen, die ich unter Umständen überhaupt nicht benötigte. Sollte ein Sickerring jedoch nicht ausreichen, kann ich die Steigeisen des untersten Schachtrings entfernen und in diesen ein paar zusätzliche Löcher bohren um auf diesem Weg die Menge des einfließenden Wassers zu erhöhen.

    Natürlich werde ich versuchen den Sickerring so tief unter Wasser zu bekommen wie möglich und deinen Ratschlag, in der Mitte des Schachtes kleiner Betonringe zu setzen und den entstandenen Zwischenraum mit Filterkies zu füllen, werde ich in meine Überlegungen mit einbeziehen.

    Doch leider bin ich noch nicht so weit aber seht selbst…..


  • Hallo Leute,


    da wieder ein paar Tage ins Land gezogen sind, möchte ich Euch gerne eine kurze Meldung des aktuellen Zwischenstandes geben.


    Mittlerweile hat der Brunnenschacht eine Tiefe von drei Metern erreicht, doch leider bin ich jetzt auf eine durchgängige Schicht grauen Sandsteins gestoßen. Ich kann nur hoffen, dass sich die Stärke des Hindernisses in Grenzen hält und der Aufwand überschaubar bleibt.


    Ich könnte jetzt aufgeben und hätte zumindest schon mal eine prima Zisterne, wenn im untersten Ring keine Löcher wären. ^^


    Viele Grüße

    Strati

Brunnen selber bauen