5,5m Wassersäule - aufhören oder weitermachen?

  • Guten Morgen!


    Ich brauche mal eine Expertenmeinung:

    Ich habe bei 6m Grundwasser und aktuell 0,5m Sumpfrohr, 2m Filterrohr und 9m Vollwandrohr versenkt. Das Wasser steht also 3m im Vollwandrohr. Auf den letzten 2m habe ich fast ausschließlich Kies rausgeholt.


    Da die letzten 3m sehr einfach abzuteufen waren, überlege ich gerade, ob ich noch 1-2m tiefer gehen soll. Tiefer ist ja wahrscheinlich besser.

    Aber was ist, wenn sich die Schicht ändert (z.B. Feinsand)? Wäre 7,5m Wassersäule mit der Filterstrecke im Sand schlechter als 5,5m mit dem Filter im Kies?


    Freue mich auf eure Einschätzung! Vielen Dank vorab.

  • Wäre 7,5m Wassersäule mit der Filterstrecke im Sand schlechter als 5,5m mit dem Filter im Kies?

    Ja

    Tiefer ist ja wahrscheinlich besser.

    Ja aber nur, wenn man sich mit der Bodenschicht um den Filter nicht verschlechtert.


    Die Situation lässt sich recht einfach beantworten:

    Da das Sumpfrohr sowieso am Schluss geschlossen werden muss, würde ich weiter plunschen und sofort aufhören, wenn die Kiesschicht zu Ende geht.


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Wir haben nun bei 11,5m Rohrtiefe gestoppt. Dabei ist uns aufgefallen, dass doe Kiespumpe nur bis 10,2m absinkt. D.h., es stehen 1,3m Sand im Rohr.


    2 Stunden plunschen und 150l Sand später hat sich das leider nicht geändert. Zuletzt mit Fremdwasser, um den Druck von oben auf eventuell nachrückendes Material zu erhöhen.

    Passiert sowas öfter und gibt es hier ein zu empfehlendes Vorgehen?

  • Arbeitet ihr mit Kiespumpe oder Plunscher? Durchmesser?

    Durchmesser des Brunnenrohres?

    Grösse der Filterschlitze?

    Grösse des jetzt herausgeholten Sandes? (Korngrösse?

    Genaue Messunf erforderlich, ggf. auf mm-Papier legen und ausmessen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Passiert sowas öfter und gibt es hier ein zu empfehlendes Vorgehen?

    ... das ist ziemlich normal. Abhängig von der Bodenbeschaffenheit ist es kaum möglich, das Sumpfrohr leer zu bekommen. Die KP entwickelt unter Wasser einen so starken Sog, dass immer wieder neuer Sand angesaugt wird. Es könnte nützlich sein, den Kolben aus der KP zu schrauben und diese als Plunscher zu benutzen. Der Sog ist dann nicht ganz so stark.


    Viel Glück und Gruß

    Bohrbrunnen1 DN 100, 9m, 30cm Sumpfrohr, 2m Filterrohr SW 0,3, 7m Vollrohr; GW bei ca. 5m; HWW 1100 W mit Vorfilter und Druckschalter mechanisch
    Bohrbrunnen2 DN 100, 15m, 1m Sumpfrohr, 4m Filterrohr SW 0,3, 10m Vollrohr; GW bei ca. 5m; HWA 1400W mit Vorfilter und elektronischer Regelung


  • Kiespumpe DN115

    Brunnenrohr dunkelblau DN125

    Filterschlitze 0,3mm

    Sand muss ich morgen schauen, gefühlt relativ grob



    Das mit der Kiespumpe ohne Kolben ist eine gute Idee. Heute habe ich mit ganz sanftem Ziehen (v.a. der erste Meter beim Hochholen) gute 40cm geschafft. Mal schauen, ob das Niveau bis morgen bleibt.


    Danke euch beiden!

  • Kiespumpe DN115

    Brunnenrohr dunkelblau DN125

    Hier könnte das Problem seine Ursache haben. Die Kiespumpe hat fast den gleichen Durchmesser wie das Rohr. Wird die Pumpe hochgezogen, entsteht ein Sog ähnlich wie bei einem Plunscher . Ich habe deswegen immer mit einer Kiespumpe gearbeitet, die deutlich unter 100mm Durchmesser hatte.

    Vorsichtig und langsam hochziehen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Das gleiche hatte ich auch bei meinem letzten Meter. Du musst wirklich ganz langsam und behutsam das Rohr leerräumen und dann verschliessen.

    Meine Brunnenbau-Story im Blog.


    Bohrbrversuch Nr. 1

    Mit 200 mm Bohrer auf 8,50 M gebohrt. Danach kein Fortschritt.

    Bis 10,5 M geplunscht mit DN 100

    Dann ist mir das BR gerissen.


    Bohrversuch Nr. 2 erfolgreich!

    Mit 200 mm Bohrer auf 2,00 M gebohrt.

    Danach mit 150 mm auf 7 Meter.

    Mit KP das DN 100 Glattwandrohr bis auf 15,2 Meter abgeteuft.


    GW bei 9,9 M

  • Danke für die aufmunternden Worte :-D

    Ich habe leider nur die eine Kiespumpe und kann den Kolben nicht ausbauen. Bzw kann ich schon, aber dann habe ich keine Möglichkeit mehr, das Seil zu befestigen.


    Ich arbeite mich langsam vor. War gestern auf 19cm und habe mich dann auf 30cm zurückbewegt...

  • Aber ein oben geschlossener Plunscher. Meinem Verständnis nach verringert das nicht den Sog, den ich beim Hochziehen erzeuge.

    Es handelt sich um ein Modell dieser Bauart. Also Kolben drin -> oben dicht.



    Während ich auf die Tonpellets zum verschliessen des Rohres warte, plane ich gerade den weiteren Aufbau der Anlage. Einsetzen werde ich eine Gardena Tiefbrunnenpumpe 6000/5 inox. Es handelt sich um die nicht-automatic Version. Diese hat meiner Recherche nach kein eingebautes Rückschlagventil (steht zumindest hier). Ich fasse mal zusammen, wie der Aufbau meiner Recherche nach aussehen wird und hoffe auf Korrektur ;-)


    1. TBP mit Ansaugföffnung 1m über der Filterstrecke, was mir 2m Wasser über der Pumpe gibt
    2. DN32 Steigleitung zum Brunnenkopf
    3. Rückschlagventil mit Entleerungsfunktion
    4. Kartuschenfilter
    5. Druckschalter
    6. Anschluss für Kompressor zum Entleeren des Systems
    7. Verteilung auf 2-3 Magnetventile für die Beregnungsanlage (DN32) sowie zwei Wassersteckdosen und Zapfstellen (DN20)


    Macht das soweit Sinn? Empfehlungen zu den einzelnen Komponenten?


    Vielen Dank weiterhin für euren Input!

  • Es handelt sich um die nicht-automatic Version.

    Das ist gut, sie hat aber immer noch einen Thermoschutzschalter und den Kondensator eingebaut.

    Ob sie für Deine Bedürfnisse ausreicht, kann man nur der Pumpenkennlinie entnehmen, die Du sicherlich Dir angeschaut hast. Die Druckverluste Diner Anlage wirst Du sicherlich auch berechnet haben.

    Als Druckschalter scheinst Du einen elektronischen "Presscontrol"geplant zu haben. Denk noch mal über einen mechanischen Druckschalter mit Ausgleichsbehälter nach.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Die Pumpe war günstig und mit 5 Jahren Garantie. Muss also erst einmal herhalten. Von der Kennlinie her passt es mit 1200l/h bei 4 bar. Nach Verlusten durch Leitung und Einbauten sollten die letzten Regner noch ausreichend Druck haben.


    Bzgl. Druckschalter habe ich noch nichts geplant, da ahnungslos ;-) Aber du hast Recht, mein Setup ohne Ausgleichsbehälter liesse auf elektronisch schliessen... Grundsätzlich gerne mechanisch, da einstellbar (noch andere Vorteile?).

    Bei meiner Heizungsanlage habe ich diesen hier verbaut. Ist das Overkill?

  • Ist das Overkill?

    Ja.

    Was simples aus Edelstahl reicht. Wenns etwas mehr kosten darf, dann halt ein Markenprodukt wg. der besseren Membran.

    Andererseits, als ich vor 30 Jahren meinen ersten eigenen Brunnen baute und das Geld sehr knapp war, habe ich ein 50L Bierfass genommen. Ganz ohne Membran und nur mit Luftpolster. Das läuft heute noch absolut problemlos.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

Brunnen selber bauen