Brunnen selber bohren geplant

  • Moin Moin und hallo aus dem hohen Norden.

    Ich heiße Tobias und plane einen Brunnen selber zu bohren.

    Ich habe damals vor den Hausbau Probe Bohrungen machen müssen, da wir in der Nähe eines See's wohnen und der Standort früher vor 30 Jahren ein kieswerk war und der spühlsand hier auf mein Grundstück aufgeschüttet wurde.

    Ich plane in der Nähe BS1 zu bohren.

    Grundwasser kam bei der Probebohrung bei 4,90m

    Was meint ihr ?

    Und welche Empfehlungen habt ihr für mich?

    Bohrer Größe, Tiefe der bohrung, Brunnenrohr Größe, Filter Länge, Schlitzweite , Schlitzlänge usw 😆.

    Ich bin auf eure Antworten gespannt .

    Schönen 1 mai 😊

  • Um einen Brunnen zu dimensionieren, ist neben den örtlichen Gegebenheiten eine weitere Grösse erforderlich: die geplante Wasserentnahmemenge in L/h oder m³/h.

    Leider hast Du dazu überhaupt nichts gesagt.

    Du solltest Dich zuerst mal sehr ausführlich in die Thematik einlesen. Das Forum gibt dazu eine Fülle von Informationen.

    Der eigene Kenntnisstand ist wichtig, um gegebene Ratschläge beurteilen zu können und auch, um die Fragen auf das erforderliche Minimum zu beschränken.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo kg49

    Ich habe noch nichts dazu geschrieben, weil ich die Bewässerung nach dem Brunnen plane werde, so ist es einfacher.

    So weiß ich was möglich ist.

    Es soll aber damit ca 800qm Rasen und ca 100qm Beete bewässert werden.

    Möchte es so planen, das die Pumpe oben mindestens 2,8 bar erreicht und ca 2000-3000L die Stunde liefert.

    Die Bewässerung wird von Hunter sein.

    Gruß ELEANOR

  • Na, dann geb ich Dir mal etwas "Futter" zum Nachdenken und Lesen:


    Über den interessanten Bodenabschnit des geplanten Brunnens (Filter) liegt leider kein Schichtenverzeichnis vor.


    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Gösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.


    So, jetzt kannst Du Dich schon mal entscheiden, ob Du mit oder ohne Arbeitsrohr den Brunnen erstellen willst.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ok ich habe es verstanden 😊.

    Ich werde mir ein 180mm Brunnenbohrer mit 12m Gestänge und 150mm Bohrrohr 12m als Arbeitsrohr besorgen.

    Dazu noch ein Plunscher oder Kiespumpe , wobei ich noch nicht genau weiß welche Größe und welche Ausführung besser wäre .

    Brunnenrohr wollte ich später 110mm nehmen, geplant wäre 4m 0,3mm Filter und 8m Bohrrohr.

    Das Sumpfrohr finde ich ganz schön vom Verhältnis teuer und werde wohl die Strumpf Ton Methode nehmen.

    Was sagt der Fachmann ?

    Gibt es noch paar Tips ?

  • Plunscher oder Kiespumpe

    Kiespumpe ist für den Anfänger besser.

    geplant wäre 4m 0,3mm Filter und 8m Bohrrohr.

    Das richtet sich nach dem Bodengrund.

    Das Sumpfrohr finde ich ganz schön vom Verhältnis teuer

    ? ? ?

    Das Sumpfrohr ist einfach ein 1m langes Brunnenrohr ohne Filterschlitze. Was ist da teuer? Da Du ein Arbeitsrohr nehmen willst, bekommt das Sumpfrohr einen Schraubverschluss, bevor es versenkt wird.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Das Sumpfrohr ist einfach ein 1m langes Brunnenrohr ohne Filterschlitze. Was ist da teuer? Da Du ein Arbeitsrohr nehmen willst, bekommt das Sumpfrohr einen Schraubverschluss, bevor es versenkt wird.

    Ah ok, dann habe ich mich vertan, was ich im Netz gefunden habe.

    Dann ist es ja überschaubar:thumbup:

  • Lieber einen nehmen, den ich im Bohrrohr auch noch benutzen kann

    Eine Kiespumpe muss, im Gegensatz zu einem Plunscher, nicht auf den Durchmesser des Rohres abgestimmt sein.

    Mit einer grösseren Kiespumpe kann man natürlich auch grössere Steine fördern. Man kann für Steine aber auch einen Steinfänger nehmen.


    Man muss sich über eins im Klaren sein, und das wird auch immer wieder in den Bohrberichten geschildert:

    Brunnenbohrungen, die problemlos "durchlaufen", sind sehr selten.

    Brunnenbau muss man als Projekt verstehen, dessen Erfolg erst mal offen ist. Man vergiesst viel Schweiss, braucht Durchhaltevermögen und manchmal auch Geräte, mit denen man am Anfang nicht gerechnet hat. Aber es ist machbar, auch wenn manche schon der Verzweiflung nahe waren.

    Ob es sich finanziell gelohnt hat, weiss man erst hinterher.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Quote

    Eine Kiespumpe muss, im Gegensatz zu einem Plunscher, nicht auf den Durchmesser des Rohres abgestimmt sein.

    mit der Frage plagende ich mich gerade im Detail rum. Hab 200er Bohrer um ein DN160er Arbeitsrohr nach unten zu treiben. Welche Größe soll jetzt meine kiespumpe haben? Die 140mm passt bestimmt gut rein, nimmt auch mal nen Stein mit (hab ja nix anderes😤) ist aber die teuerste von allen und gebraucht nicht verfügbar. Was passiert wenn ich zb eine 100er Pumpe nehme? Dauert das nur länger? Oder ist das zum scheitern verurteilt?


    Grüße

    Lula

  • Dauert das nur länger?

    Ja, ist aber gut per Hand zu handeln. Grössere benötigen häufig eine Elektrowinde.


    Oder ist das zum scheitern verurteilt?

    Nein. Eigene Erfahrungen mit einem 160er Arbeitsrohr waren immer positiv.

    Wie schon genannt, die Steine dürfen nicht zu gross werden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo KG49

    Ich stehe jetzt vor dem Kauf dee Materiellen.

    Bin mir aber nicht sicher ob meine ausgewählten Brunnenrohre und Arbeitsrohr mit dem Brunnenbohrer passend zu mein Boden wäre .

    Ich habe sehr feinen Sand hier und meine Überlegung war zuerst das ich DN150 als Arbeitsrohr nehme und DN 125 als Brunnenrohr .

    Aber durch meinen feinen Sand benötige ich eine gute Kiesschüttung und das kommt mir etwas knapp vor .

    Wäre hier ein DN180 Arbeitsrohr mit ein 200mm Bohrdurchmesser sinnvoller?

  • Das wird nicht reichen. Die Kiesschüttung sollte mindestens 5cm stark sein.

    Du wirst bei Feinsand Sandfilter bzw. Kiesbelagfilter nehmen müssen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen