Brunnen nach 15-20 Jahren wieder in Betrieb nehmen - Wasserdruck lässt intervall-artig nach

  • Hallo Zusammen,


    auf meinem Grundstück hat der Vor-Vor-Besitzer einen Brunnen bohren lassen. Datum unbekannt, muss vor 1996 gewesen sein.


    Brunnentiefe habe ich mit dem Lot 15,50m gemessen.

    Wasser steht ab 9m Tiefe (bei mehreren Messungen in den letzten Wochen konstant)


    Das obere Stück ist ein KG Rohr mit DN 110mm. Was in der Tiefe verbaut ist, ist mir nicht bekannt. Auch nicht ob der Brunnen am Grund verschlossen ist. Ich habe mich dennoch entschieden, den Brunnen wieder zu aktivieren und zur Gartenbewässerung einsetzen zu wollen.


    Hierfür habe ich mir eine "No-Name" Tiefbrunnenpumpe mit u.g. Eckdaten gekauft. und auf eine Tiefe von 14,50m (Unterkante Pumpe; Pumpenhöhe ca. 100cm) gehängt.


    Angeschlossen ist ein Rückschlagventil direkt am Pumpenkopf und zum Test ein 1" PE-Rohr mit 25m Länge.


    Ich konnte hiermit ca. 150L Wasser fördern - dieses war gelb bis rostrot und sandig - bis der Druck dann fast vollständig abgefallen ist. Nach ca. 5sec war der Wasserdruck wieder vollständig gegeben, jedoch auch nur für ca. 20sec. Danach fiel der Wasserdruck wieder ab.

    Ein Tieferhängen der Pumpe auf 15,0m brachte zunächst wieder ca. 100-150L Wasser, aber dann das selbe Spiel...

    Aus dem Brunnenschacht hörte man bei Druckabfall den Motor der Pumpe und einmal auch ein gurgeln.


    Ist mein Brunnen versiegt? Über Tipps zur weiteren Vorgehensweise wäre ich sehr dankbar!



    Viele Grüße,

    André



  • Aus dem Brunnenschacht hörte man bei Druckabfall den Motor der Pumpe und einmal auch ein gurgeln.

    Erster Schritt: Den Wasserstand während des Pumpens messen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Guten Morgen,


    leider ließ sich der Wasserstand beim Pumpen nicht genau ermitteln. Optisch konnte ich feststellen, dass der Wasserspiegel deutlich gesunken ist. Vor dem Pumpen konnte ich die Reflexion des Taschenlampenlichts deutlich sehen, während des Pumpens nicht mehr.

    Da der Pumpendurchmesser bei 89mm liegt und das KG-Rohr innen nur 103mm ist, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass einfach keine "optische Achse" gegeben ist um die Reflexion sichtbar zu machen.


    Anbei ein Video des Pumpvorgangs. Man sieht unterschiedlichen Sandgehalt im Wasser und wie nach ca. 1:10min der Wasserdruck deutlich nachlässt und dann bei 1:35min für einige Sekunden wieder kommt.


    Link zum Video: https://www.dropbox.com/s/3jov…/20190831_112318.mp4?dl=0


    Anbei außerdem ein Foto des geförderten Sands

  • Vor dem Pumpen konnte ich die Reflexion des Taschenlampenlichts deutlich sehen, während des Pumpens nicht mehr.

    So misst man ja auch nicht den Wasserstand, sondern mit einem Lichtlot.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ein Lichtlot habe ich nicht. Auch der örtliche Werkzeugverleih leider nicht.

    Ich werde nachher noch mal mit einem normalen Lot probieren den Wasserstand während des Pumpens zu ermitteln und mich dann wieder melden.

  • Ein Lichtlot habe ich nicht. Auch der örtliche Werkzeugverleih leider nicht.

    Sowas bastelt man sich selbst. Dazu reicht ein simples Vielfachmessinstrument mit Widerstandsmessbereichen.


    Ich werde nachher noch mal mit einem normalen Lot probieren den Wasserstand während des Pumpens zu ermitteln

    Das wird nicht funktionieren.


    Damit Du etwas voran kommst, empfehle ich Dir folgende Vorgehensweise, da ja bis jetzt alles falsch gemacht wurde (Angefangen vom Brunnenbau):

    Der Brunnen ist ja -15,50m tief (vielleicht noch mal nachmessen)

    Das Wasser fängt in -9,0m an, also 6m Wassersäule.

    Die Pumpe darf nie ganz unten hängen, also hängst Du sie mal in eine Tiefe von -12 bis -13m.

    Dann schliesst Du den Schlauch an Deiner Pumpe fast ganz.

    Nach dem Einschalten der Pumpe wird ein ganz dünner Strahl aus dem Schlauch spritzen. Beobachte, ob der Strahl dauerhaft spritzt oder versiegt. Wenn der Wasserstrahl weiter vorhanden ist, öffnest Du ganz langsam den Schlauch, bis der Wasserstrahl abbricht bzw. die Pumpe abschaltet.

    Die Wassermenge, die bis zum Abbruch pro Minute gefördert wurde, ist die Förderleistung Deines Brunnens.

    Du kannst den schlauch wieder etwas schliessen, die Pumpe wieder einschalten und dann sollte eine geringere Wassermenge dauerhaft(!) laufen als vor dem Abbruch. Mit einem Eimer kannst Du dann die Wassermenge/Minute bestimmen.

    Mehr ist dann nicht drin.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

    The post was edited 1 time, last by kg49 ().

  • Guten Abend zusammen,


    genau so bin ich jetzt vorgegangen.

    Zunächst die Pumpe 2m höher gehangen.

    Bei 3/4" hatte ich immer noch Aussetzter, aber mit 1/2" habe ich einen konstanten Druck, der zudem deutlich höher ist als aus meinem Hausanschluss.

    Auch wird jetzt deutlich weniger Sand gefördert.


    Vielen Dank, kg49, für die schnelle Unterstützung und die wertvollen Tipps.


    Die geplante Gartenbewässerung mit Versenkregnern werde ich dann mit dem jetzigen Wissen mit mehreren getrennten Wassersträngen realisieren, die nacheinander geschaltet werden.

  • Evtl. versuchen, die Pumpe noch höher zu hängen. Die Sandförderung könnte weniger werden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen