Brunnen (Sandpfropfen) reinigen? Kiespumpe?

  • Habe in 2000 bei mir in Griechenland einen Brunnen vom Profi erstellen lassen; war leider aber nicht dabei. Tiefe 18 Meter, 3 Stück 8-Zoll Rohre a 6 Meter. Wasserspiegel bei 5 Meter, bis heute unverändert. Außen wurde Kies aufgefüllt, mit einem separaten Rohr zum Kies-Nachfüllen.
    Keine Ahnung in welcher Wasserhöhe wo der Filter ist.


    Habe dann eine Tauchpumpe ca. 15 Meter tief abgesenkt (zum Gießen) und zusätzlich ein Hauswasserwerk mit Saugpumpe (Saughöhe ca. 8 Meter) oben aufgestellt. Ging alles prima, das Wasser schien kein Ende zu haben. Auf alle Fälle war mehr Wasser da als die beiden Pumpen fördern konnten (schätzungsweise 6-8 Tausend Liter pro Stunde).


    Im Sommer d.J. viel dann die Tauchpumpe aus. Wollte sie hochziehen, ging nicht, bin fast bis zur Belastbarkeitsgrenze des Seiles gegangen.


    Habe festgestellt, dass sich in 8 Meter Tiefe eine feste Schicht gebildet hat, die ich auch nicht mit 8mm starken Baustahleisen durchstechen kann.
    Es kann nur Sand und Schlamm sein, was sich sozusagen "festzementiert" hat.
    Ich hoffe, dieser "Pfropfen" geht nicht bis zum Brunnenboden, die Tauchpumpe ist (vermutlich) nicht vom Sand zugeschüttet, hat ja bis zuletzt funktioniert. Auch wenn ich den Kompressor vollaufen lasse und dann den Kesseldruck auf einmal in den Schlauch von der Tauchpumpe freigebe, kann ich die Luft im Brunnen mit lautem Geräusch entweichen hören.
    Auch steigt dabei aus dem Brunnen ein Rauch bzw. Nebel auf, ich weiß aber nicht welchen Weg die Luft von der Tauchpumpe bis zur Wasseroberfläche nimmt, wenn das Rohr bei 8 Meter tiefe zugestopft sein soll. Vielleicht durch den Filter wieder in den Brunnen rein ?…


    Also meine Fragen: wie durchsteche ich diesen festen Pfropfen und wie hole ich den Sand raus? Reicht hier eine Kiespumpe? oder soll ich die feste Schicht erstmal anbohren?


    Innendurchmesser vom Rohr ist ca. 180 mm. Welchen Durchmesser Kiespumpe und Bohrer soll ich nehmen? Muss dabei bedenken dass Schlauch, Seil und Stromkabel von der Tauchpumpe im Wege stehen werden, wenn ich bohre oder pluntsche.
    Oder soll ich die Tauchpumpe abschreiben und Beschädigung/Riss vom Seil in Kauf nehmen und mit 150 mm bohren und plutschen?


    Für Eure Ratschläge wäre ich sehr dankbar,
    Gruß, Plamen

  • hi Plamen,


    also hört sich ja ganz schön verzwickt an bei Dir. Also auf bohren würde ich persönlich erst mal verzichten, wegen Kabel usw. wie du ja auch geschrieben hast. Ich glaube Du müßtetst erst mal herausfinden, ob es wirklich Sand ist( aber was soll es sonst sein) :lol:
    Kiespumpe ist wohl eine gute Überlegung trotz Kabel und Seil usw


    http://www.erdbohrer.de/Plunscher:::8.h ... ptf75nh9m2


    Größe... naja paßt einiges rein, kostet aber auch etwas
    viel Glück und berichte mal
    svenndi

  • Hallo Palmen,


    also hört sich ganz nach einer Verockerung deines Brunnens an, unten hat sich dann die Pumpe festgesetzt.
    Da hilft kein bohren, auch kannst du hier nichts mit der Plunsche erreichen.
    Würde ja auch nicht wegen dem Kabel und dem Schlauch gehen.
    Entweder wurde der Brunnen überlastet oder Ihr habt da zB Eisenhaltiges oder andere Stoffe im Wasser.
    Helfen könnte hier Carela Bio plus.
    Besteht aus zwei Komponenten, wird vor dem Einfüllen im Brunnen angemischt.
    Könnte auch mit zitronensäure gehen.


    Gruss
    Plunschmeister

  • Hi Svenndi, Hi Plunschmeisetr,


    erstmal vielen Dank für die Rückmeldungen...
    und nun weitere Fragen, bitte dem Laien nicht übelnehmen...
    - was ist eine "Verokerung"?
    - was ist eine "Überlastung"? Ab wann ist ein Brunnen überlastet? Was genau passiert bei einer Überlastung?


    Zum Eisengehalt: hatte in 2001 eine Wasseranalyse in Deutschland machen lassen; Wasser wurde für "rein" befunden, mit der Anmerkung "der Gehalt an Eisen und Mangan ist für Leitungswasser ohne Vorbehandlung zu hoch". Die Werte sind: Eisen 0,16 mg/l Mangan 0,1 mg/l. Falls es wichtig ist, kann ich die Analyse als pdf mailen.


    Nun zum Einsatz von "Carela Bio Plus" und Zitronensäure :
    Ich habe ja eine permanente Wassermenge im Brunnen von 3 Meter Höhe mal 180 mm Durchmesser, die ich nicht leerpumpen kann. Ohne das genau ausrechnen zu müssen, sind das nicht wenige Liter. Wie konzentriert muß ich das Zeug reinschütten, damit es wirkt?


    Und zuletzt: was ist das letztendlich was mein Brunnenrohr verstopft? Ist es Sand was vom Eisen "festgebacken" wurde? Muß ich befürchten, dass das ganze Brunnenrohr ab 8 Meter bis 18 Meter zugeschüttet wurde?
    Wieso entweicht die Luft in großer Menge (100 Liter Kompressor mit 10 bar aufgeladen) relativ ungehindert, wenn ich diese im Schlauch von der Tauchpumpe einblase? Die Luft geht ja nicht irgendwo unter der Erde hin, sondern ich kann sie im Brunnenrohr hochsteigen sehen und hören.


    Zum anbohren : ich habe mir vorgestellt, ich kann diese „Ding“ – was immer das ist – mit einem Bohrer leicht bzw flach anbohren, damit die feste Kruste erstmal aufgebrochen wird. Den Rest (dachte ich mir) kann ich mit der Kiespumpe nach und nach abtragen. Oder mit einer Trash.Pumpe mit 800 Liter/min absaugen.


    Zur Trash-Pumpe : wird das überhaupt funktionieren? Ich hoffe, die starke Saugwirkung mit 3 Zoll Saugschlauch und 800 L/min würde den ganzen Sand/Kies/Eisen-Dreck mitnehmen? Wenn der Saugschlauch unten direkt auf dieses „Ding“ aufliegt? Oder doch nicht?
    Die Trash-Pumpe muß ich wohl sehr oft ausschalten und warten bis Wasser wieder nachgelaufen ist. Mein Brunnen gibt schon Wasser her, aber nicht 800 Liter die Minute…
    Habe ich eventuell einen Vorteil bei der Saugwirkung, wenn ich mit 2 Zoll-Schlauch absauge statt mit 3 Zoll?


    Gruß,
    Plamen



    entweichen entweicht


    ist als Laie ver

  • Hi Plamen,


    viele Fragen, aber schaue mal hier:
    www.der-brunnen.de/aufbereitung/Eisen1/eisenwasser1.htm
    Auf den ersten Blick, du hast mit 0,16 mg/l zu viel Eisen im Wasser.
    Grenzwert ist laut Trinkwasserverordnung 0,2mg/l.
    Alles ander kannst du unter dem Link nachlesen.
    Bei Verockerung kann man den Brunnen aber wieder regenerieren, bei verkalkung geht nichts mehr.


    Carela Bio plus:
    www.aquatex.dk/de/home/reinigungsproduk ... nerierung/
    und


    ansonsten mal selber googeln.


    Gruss
    Plunschmeister

  • Hi Plaman,


    erstmal würde ich feststellen, um was es sich da handelt.
    Falls es sich um eine Eisen-Manganablagerung in deinem Brunnen handelt, sollten hier eine rötlich-braune (rostige) Ablagerung zu lokalisieren sein.
    Kann dann auch sein, das du braunes Wasser hast.
    Sollte dein Brunnen aber an den FR oder sonst irgendwie defekt sein, sprich es ist Sand eingedrungen, dann helfen diese Mittel auch nicht.


    Also erst genau Analysieren, was den Brunnen verstopft hat und nicht einfach irgendwelche Mittelchen einbringen.
    Vielleicht eine Probe nehmen.
    Wenn du mechanische Mittel einsetzen willst, Bohrer oder Plunsche, besteht halt immer auch die Gefahr, das du dein Kabel durchtrennst.


    Alternativ Hochdruckreiniger mit entsprechender Düse.


    Plunschmeister

  • Hallo Plamen,


    noch ein Tipp von mir, falls Du es doch erst nochmal mechanisch probieren möchtest, ohne Dein Kabel zu verletzen.
    Einfach oben den Stecker abmontieren oder falls es nicht geht abpetzen (kannst ja später einen neuen Stecker setzen) und ein robustes Metallrohr überstülpen und an einem festen Draht runterlassen. 1 m dürfte reichen.


    Überlegs Dir halt.


    Gruß Michael

  • Hallo Michael,


    Danke, die Idee ist sehr gut.


    Ich habe allerdings drei Dinger, die ich beim Anbohren schützen muß : der Tauchpumpenschlauch, das Stromkabel und das Zugseil. Muß ich wohl im Rohrdurchmesser höher gehen, aber scheint wie gesagt eine gute Lösung zu sein.


    Ich habe mich über Verokerung (Rat vom Plunschmeister) belesen und glaube das könnte der Hauptgrung für die Verstopfung sein : Eisen-Mangan-Ablagerungen. Werde mein Glück im Frühjahr mit "Carela Bio Plus forte Spezial" versuchen. Bei der Brunnen-Größe muß ich wohl eine menge "Carela" einkippen... Wenn die Ablagerungen aufgelöst oder aufgeweicht sind, kann ich dann den (vermuteten) Sand mit einer Trash-Pumpe absaugen.


    Wird sich halt zeigen ...


    Gruss
    Plamen

  • @ michel


    Hi michel, aber selbst mit Schutzrohr dürfte ein Bohren unmöglich sein.
    Da die Verockerung eine unregelmäßige Oberfläche gebildet hat, würde beim Ansetzen eines Bohres in ca 8 m Tiefe und bei einem Brunnendurchmesser von 180 mm, der Bohrer immer zur Seite weglaufen, sprich zur Brunnenwandung.
    Resultat wäre, dass auch dein Schutzrohr an der Schneide in den Drall des Bohrers gerät und sich dieser somit nicht mehr drehen lässt. Der Bohrer verkanntet sich schlichtweg.
    Sollte Plaman besagte Gerätschaften nicht haben, wäre es eine Investition, die nicht zum Erfolgt führt.
    Dann eher Hochdruckreiniger mit einer rotierenden Düse, falls zur Hand.


    Gruss
    Plunschmeister

  • ....
    HD-Reiniger Versuch steht schon hinter mir ... starkes Gerät, kein Baumarkt-Spielzeug, WAP Alto 380 Volt, rotierende Düse (Dreckfräser), 120 bar Arbeitsdruck wird angezeigt. Habe über die Lanzenspitze ein ca. 8 kg. schwers massives Metallrohr als Beschwerung gestülpt. Einige Minuten arbeiten lassen, die Spitze sinkt nicht weiter als die 8 Meter ein. Ich vermute, der HD-Strahl ist unter Wasser bei weitem nicht so effektiv wie draußen an die Luft.


    Als nächstes kommt eine Unterwasser-Kamera zum Einsatz mit eingebauten LED's (angeblich für bis zu 30 m. Tiefe geeignet, wird sich halt zeigen, Conrad-Ware !?).


    Falls ich aussagefähige Bilder bekomme, kann ich Euch wissen lassen.


    Gruss
    Plamen

  • Hi Plunschmeister,


    möchte mal zu Deinem Vorschlag "Zitronensäure" nachhacken :
    - ist das gleichwertig zum "Carela Bio Plus..."
    - wie viel Granulat sollte ich mindestens/höchstens einschütten
    - wie lange einwirken lassen (gefühlte Wassertemperatur im Brunnen ca. 16 Grad, habe ich aber nicht gemessen)


    Als Vorteil gegenüber "Carela" (bilde ich mir ein) gelangt und bleibt das Granulat direkt an der Problemstelle und kann gezielt einwirken, wogegen bei Carela weiß man nicht wie sich das verteilt. Ein anderer Vorteil ist der Preis natürlich ...


    Gruß
    Plamen

  • Hi Plaman,


    Zitronensäure ist gut bei Kalkablagerungen in Kochendwassergeräten u.ä.,
    speziell weil sie dort erhitzt einwirken kann, aber für Eisen- und
    Manganoxidablagerungen ist sie nicht gut genug wirksam. Schon gar nicht
    wenn man bei Raumtemperatur arbeiten möchte.
    Also Gleichwertig ist es auf keinen Fall. Ich persönlich habe mit Zitronensäure keine Erfahrung,
    hatte mal was in einem anderen Forum gelesen. da wurde der Zitronensäure noch was zugesetzt.
    Muss mal in diesem Forum nachfragen.


    Wie viel Meter Filterstrecke hast du eigenrlich?


    Nich das du bei deinem Videokameraeinsatz solche Bilder bekommst:
    www.brunnenreinigung.de/Brunnenregenerierung.htm

  • Hi Plaman,


    also es geht mit Zironensäure, habe auch die genaue Rezeptur erhalten.
    Derjenige regeneriert so 5- 10 Brunnen jährlich.
    Schicke mir mal deine mailadresse.
    Oder soll ich dir es per PN schicken.
    Gruss
    Plunschmeister

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