Bohrbrunnen in Raunheim

  • Hallo zusammen,


    mein alter Rammbrunnen fördert kein Wasser mehr. Dieser war auch bereits über 19 Jahre in Betrieb und wurde mit immer stärkeren Pumpen betrieben was dem Filter nun zugesetzt hat. Das alte Rohr haben wir gestern gezogen und der komplette Filter war dicht und teilweise kam bereits Sand rein.


    Daher möchte ich nun einen richtigen Brunnenbohren. Das Material und auch das Werkzeug werde ich bei Erdbohrer.de bestellen.


    Grundwaser beginnt bei 3,50. Der Boden ist wie folgt beschaffen:
    GOK
    0-1 Sand, schwach organisch, schwach schluffig
    1-1,3 Schluff, stark sandig, steif
    1,3 - 4,20 Sand
    3,82 GW
    4,20 - 5,60 Sand, schwach kiesig, naß
    5,60- 6,20 Schluff stark sandig, steif
    6,20 - Bohrende Sand, schwach kiesig, naß


    Mein alter Rammbrunnen war ca. 7 Meter eingerammt und förderte sonst immer sehr viel Wasser. Ich würde gerne den Bohrbrunnen auch ab dieser Tiefe nutzen wollen.


    Mein Plan ist wie folgt:


    Bohren mir einem 200 mm Brunnenbohrer bis das Bohrloch nicht mehr stabil ist.
    Anschließend möchte ich einen Brunnenrohr DN 115 ein Plunschen. Dazu werde ich eine Kiespumpe nutzen.
    Als Brunnenfilterrohr werde ich eine Schlitzweite von 0,3mm nehmen weil ich ja echt viel Sandboden habe.


    Mein Brunnenrohr würde ich wie folgt verrohren.(von unten nach oben=


    1m Brunnenrohr
    2m Filterrohre
    5m Brunnenrohr


    Nach dem Einplunschen will ich das Brunnenloch mit Quellton abdichten.
    Meine Fragen sind:
    1. Macht der Aufbau des Brunnenrohrs so Sinn?
    2. Reichen 2m Filterrohr um genug Wasser zu fördern? Ziel sind 3m³ Wasser die Stunde(Bewässerungsanlage für Grünflächen mit Vorfilter, was mit dem Rammbrunnen super funktionierte.)


    Vielen Dank im voraus für eure Hilfe. Ich habe schon länger nach so einem Forum gesucht.

  • "Ziel sind 3m³ Wasser die Stunde(Bewässerungsanlage für Grünflächen mit Vorfilter, was mit dem Rammbrunnen super funktionierte.)"


    Super? Naja, kein Wunder, dass der Rammbrunnen zerstört war. Rammbrunnen sind für eine Förderleistung von 800 - 900 Liter/h vorgesehen.


    Unter den gegebenen Umständen würde ich 3, besser 4m Filterrohr verbauen.


    Gruss
    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo kg49,
    vielen Dank für die Rückmeldung.
    Dann werde ich wohl 4 Meter Filter nehmen. Das bedeutet dann auch, das ich wesentlich tiefer gehen muss, oder die wasserführende Schicht ab 4 Meter mitnutzen sollte, oder? Was meinst du?

  • Die Rohre müssen soweit im Wasser stehen, dass die Pumpe mindestens 1m über der oberen Filterkante hängt. Über der Pumpe sollte sich auch in trockenen Zeiten mindestens 1m Wasser befinden.
    >>> 2m Brunnenrohr + 4m Filter + 1m Sumpfrohr = 7m, die sich unter Wasser befinden sollten.
    Entspricht nach Deinen Angaben einer Mindesttiefe von 11m. Je nach wechselnden Wasserstandstiefen könnte man 15m ansetzen, falls die Bodenverhältnisse in dieser Tiefe es zulassen.
    Gruss
    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Also ich habe mich für die 11 Meter variante entschieden. Der Grundwasserstand ist bei uns recht stabil. Vielleicht liegt das auch am Main der unweit von uns fließt.
    Ich werde 6,5meter runtergehen und dann 4 Meter Filterrohrer verlegen. Darunter ein Sumpfrohr.
    Ich halte Euch auf den laufenden... Vielen Dank für die schnelle Hilfe.

  • Bitte beachte, dass der Grundwasserspiegel stark schwanken kann, auf einer Anhöhe besonders stark. Du solltest also mindestens 3 m Wasser über der Pumpe haben besser 5 m, gerade bei großen Fördermengen.
    Sind bei Grundwasserspiegel 4 m = 9 m bis zur Pumpe, dann 1 m bis zum Filter, 3 oder 4 m Filter + Sumpfrohr als 14 bis 15 m Gesamttiefe, 11 m wären etwas knapp.


    Vorsicht mit Quellton, bin nicht der Einzigste der schlechte Erfahrung damit gemacht hat, bastle Dir lieber einen Holzstopfen der verquillt und etwas groben Kies darauf oder irgendeine andere Lösung.
    Bei mir hat sich das Zeug einfach aufgelöst, da quillt nix zu, das wird nur eine einzige Pampe, die letztlich wieder raus muss.


    Grüße Bernd

  • Ok... :-) Danke nochmal für den Tipp


    Ich wollte so bei knapp 5,5 Meter unter GOK pumpen. der Filter beginnt bei 6,50 und geht bis 10,50 meter unter GOK dann das Sumpfrohr. Grundwasser über dem Ansaugpunkt wäre dann knapp 2 Meter..
    Auch kein Problem dann hänge ich halt ein 2 Meterrohr mehr dran, wäre dann bei 13 Meter Rohr. Da das Rohr in einem Brunnenschacht enden soll bin ich dann knapp 13,5 tief im Boden.

  • Zwei passende Kanthölzer nehmen und mit Holzfräser zwei passende Kreisausschnitte hineinfräsen. Anschliessend Löcher bohren und mit zwei Gewindestangen verbinden.
    Gruss kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Alter Falter bin ich platt....


    Ich habe heute mit ein paar Freunden angefangen den Brunnen zu bohren. Die ersten Meter waren traumhauft und mit dem Erdbohrer kam ich wunderbar voran.
    Anschließend habe ich das Brunnenrohrer versenkt und mit mit der Kiespumpe eingeplunscht. Die ersten Meter waren verdammt einfach der Sandboden gab sehr schnell nach, so das ich ingesamt 7 Meter tief gekommen bin.


    Nun bin ich an einem Punkt, wo das einplunschen mit der Kiespumpe nur noch zentimeter fortschritte macht. Ist das normal? Ich siehe immer wieder Sand mit der Kiespumpe hoch(Gott sei Dank mit einer elektrischen Seilwinde) doch das Rohr rutscht nicht mehr so einfach bis gar nicht nach. Der Einpressdruck auf dem Rohr ist so bei knapp 30 Kilo konstant aber bisher hat auch mehr Gewicht nicht geholfen.


    Haben erfahrene Brunnenbauer einen Tipp?


    Der Boden ist überwiegend sandig. Ich hatte eine kleine Schicht Feinsand, aber Gott sei Dank ziehe ich das nicht mehr hoch. Der Sand von der Körnung so Sandkasten bzw. Flußsand.


    Lieben Gruß und dank bereits jetzt für Eure Hilfe,
    Euer Tobi aus Raunheim

  • 30KG Auflast???
    Da fehlt eine Null!!!
    Geh mal auf 300 - 400KG, dann läuft das auch besser.
    Gruss
    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ok das erklärt nun auch das Video mit dem Mann der zwei Mülltonnen gefüllt mit Wasser als Last verwendet hat.


    Da das mein Gestell auf knapp 3 Meter hängt und meine Kiespumpe aufgezogen knapp 1,60 hoch ist sind die 2 Meter Brunnenrohrer doch etwas unhandlich. Würdest du von einem Wechsel auf 1 Meter Rohrer abraten?

  • Die Umlenkrolle für das Seil der Kiespumpe sollte schon eine Höhe von 4m haben. Wenn sich dies nicht realisieren lässt, muss man halt auf kürzere Brunnenrohre ausweichen.
    Jede Verbindung kann eine Problemstelle darstellen (auch wenn dies bei blauen Brunnenrohren nicht sehr wahrscheinlich ist), deswegen sollte die Anzahl der Verbindungen so gering wie möglich sein.
    Gruss
    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ein Wochenende später und es gibt wieder was neue.


    Erstmal vielen Dank an kg49 für die Hilfe bisher. Nachdem wir die Auflast auf 140 Kilo erhöht haben ging die Bohrtiefe 7-9 Meter ohne weitere Probleme voran.
    Das Erdreich was mit der Kiespumpe herausgezogen wurde war weiterhin roter Sand was sehr grobkörnig war. Die letzten 30 cm der Rohres(Tiefe 8,70 - 9.00 Meter) sackten ab wie ein Messer in weicher Butter.


    Anschließend wurde ein weiteres 2 Meter Rohr aufgeschraubt und mit 140 Kilo Auflast beschwert. Das Rohr bewegte sich danach noch ca. 30-40 cm. Das Erdreich was nun aus der Kiespumpe kommt hat sich verändert. Nun haben ich schneeweißen Sand, vermutlich Quarzsand.


    Die Auflast habe ich nun auf 210 Kilo erhöht, aber das Rohr bewegt sich nur noch in Millimeterschritten. Laut meinen Berechnungen müsste ich noch mindestens 3 Meter runter.


    Nun meine Fragen:


    Soll ich die Auflast erhöhen?
    Soll ich vielleicht mit einem Erdbohrer von innen den Feinsand herausbohren?
    Soll ich plunschen mit einem Plunscher statt mit einer Kiespumpe?
    Macht es nun Sinn mein Filterrohr mit 0,3mm Schlitzen in diesen Sand hineinzutreiben? Wenn ja, sollte ich dann in meinem Brunnenrohr ein dünneres einlassen wo ich ein Feinsanfilter aufschrauben kann?

Brunnen selber bauen