SQ 2-55 die richtige wahl für mich?

  • Hallo liebe Brunnenbau Forum

    Gemeinde! Ich konnte dem Forum in der Vergangenheit immer mal gute Tips entnehmen - dafür erstmal vielen Dank!

    Jetzt stehe ich grade vor einer komplette Sanierung meiner Hauswasserversorgung und könnte noch ein paar Tips / Empfehlungen gebrauchen zu denen ich bis jetzt keine Antworten finden konnte!

    Zur aktuelle Situation: Es werden aus einem Bohrloch (ca. 100mm) insgesamt 3 Haushalte (5 Erwachsene und 2 Kinder) mit Wasser versorgt. Zum Bohrloch selbst kann ich wenig sagen - außer das es schon älter ist als ich (40 Jahre) und hat es uns bis jetzt nie im Stich gelassen hat sondern immer mit sehr eisenhaltigem Wasser versorgt! Das Brunnenrohr beginnt gut 100cm unterhalb der Oberfläche und befindet sich in einem 120cm tiefen Schacht. Der Grundwasserpegel steigt 1-2 mal im Jahr so hoch das es aus dem eigentlichen Bohrloch in den Schacht läuft; dieses pumpe ich dann mit einer kleinen Tauchpumpe ab damit es nicht verunreinigt wieder ins Bohrloch fließen kann wenn es zu hoch steigt.

    1. Zwischenfrage: Gibt es hier eine Art Brunnenkopf der so Dicht ist das von unten drückendes Wasser nicht aus dem Bohrloch fließen kann? Oder eine andere Lösung?

    Im Bohrloch hängt ein ca. 5-6 Meter langer 1 1/2 Zoll PE Schlauch mit Fussventil das ich jährlich von Eisen und Mangan Ablagerungen befreie damit das den Betreib nicht ganz einstellt. Der Schlauch selbst setzt sich nicht ganz so schnell zu. Vom Bohrloch aus geht es 9 Meter waagerecht (auch 1 1/2 Zoll) bis zu einer „Baumarkt“ Kreiselpumpe (ca 4500 liter Max und 4-5 Bar Max). Hier hatten wir früher eine Kolbenpumpe / oft defekt - Rep Satz recht teuer - Alternative gesucht und Marken Kreiselpumpe reingesetzt / Ergebnis vergleichbar - nach ca. 6 Monaten wurden die Pumpen laut und verloren an Leistung / Schaufelrad hatte sich aufgelöst und Simmering undicht oder defekt. Auf Dauer lohnt sich das reparieren nicht - teile zu teuer und der Aufwand zu hoch. Meine Lösung für den Übergang- günstige Pumpe dran - alle 6 Monate neu und fertig.

    Jetzt aber soll eine dauerhafte bessere Lösung her. Mein Rohwasser hat 6,9mg Eisen und 0,3 mg Mangan. Habe jetzt eine modernere gebrauchte Kiesfilter Anlage (Max 2,5cbm pro h) besorgt aber benötige noch die Pumpen für die Anlage. Der Hersteller der Filteranlage schlägt folgende vor:

    Tiefbrunnenpumpe Grundfos SQ 2-55 (Habe hier im Forum gelesen das die durch die aufwendige Elektronik empfindlich ist)

    Und als Pumpe zwischen offenem Kiesfilter und Druckkessel (750 Liter mit Kompressor zur Regelung des Luftpolsters) eine Lowara 1,5 CBM / 55m mit 0,55 kw Drehstrom Motor.

    Da beide Pumpe recht hochpreisig sind würde ich gerne noch 1-2 Meinungen hören ob das auch die richtigen Pumpen für meine Situation sind oder ob es vergleichbare oder bessere Modelle gibt. 4 Zoll wird wohl leider nicht ins Bohrloch passen. Habe auch etwas Angst das zB die Grundfos nach 2 Jahre total verschlampt als Eisenklumpen für 1000€ den Geist aufgibt. Und mit Lowara kann ich persönlich nichts anfangen weil ich den Hersteller vorher garnicht kannte.

    Wichtig ist mir noch das die Pumpen nicht so laut sind- das hört man im gesamten Haushalt.


    Für Tips und ehrliche Meinungen bin ich sehr dankbar! Vielleicht stellt das ganze Projekt von Außen betrachtet ja auch ganz anders da und jemand findet eine bessere Gesamt Lösung für meine Situation!

    Ps: Ein Öffentlicher Anschluss ist hier leider nicht möglich.


    Vielen Dank für eure Hilfe :)


    Gruß CarstenRing

  • Welchen Innendurchmesser hat denn das Brunnenrohr und aus welchem Material (Farbe) ist es? Die Bohrung hat ja 100mm.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo und danke für die schnelle Reaktion! Das Rohr ist blau / der obere Rand ist vom Durchmesser etwas weiter als das Rohr selbst. Da am oberen Rand ein Stück ausgebrochen ist war die letzte Messung etwas ungenau - da kam ich auf gut 100 mm - ich meinte damit die Bohrung 🙈 - die wird dann wohl 110mm haben. Morgen Mittag klettere ich in den Schacht und versuche mal genau zu messen!

    Viele Grüße aus dem Münsterland

    CarstenRing

  • Nicht nötig, das sind Normmaße. Man sollte nur bei seiner Beschreibung zwischen Bohrung und Brunnenrohr unterscheiden, dann ist das auch gleich verständlich.


    Bei diesem Wasser kommt als Tiefbrunnenpumpe nur eine 3" Pumpe in Frage.

    Zu denken geben mir die Korrosionsbeschreibungen.

    Korrosion kann ja verschiedene Ursachen haben.

    Ich vermute hier weniger Kontaktkorrosion sondern evtl. Kavitation.

    Du solltest mal darüber nachdenken, ob Kavitation die Ursache für den enormen Pumpenverschleiss sein könnte.

    Weiterhin wäre zu überprüfen, ob die Ansaugöffnung mindestens 0,5m über der Filteröffnung des Brunnenfilters sitzt. Hat der Brunnen einen Filter? Hier wäre eine Kamerafahrt mal angebracht, wenn darüber keine Kenntnisse vorliegen.

    Sowas kann man sich ausleihen oder preiswert kaufen. Bei den Verschleisskosten der Pumpen kommt es darauf auch nicht mehr an.

    Zurück zur Kavitation. Da der Sandfilter offen ist, dürfte kein Pumpendruck benötigt werden, also ist auch eine mehrstufige Pumpe, vor allem mit hoher Drehzahl wie die SQ, suboptimal.

    Ich würde mal was ganz anderes probieren, nämlich eine Schraubenpumpe. Du wirst um eine regelmässige Wartung, evtl. alle 1/2 Jahre, nicht drumrumkommen, und bei Schraubenpumpen lässt sich der Rotor und Stator leicht selbst wechseln.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo Kg49


    Vielen Dank für die Ausführliche Antwort :)

    Kavitation - habe ich mich noch nicht mit beschäftigt oder anders - sagt mir grade nichts 🙈 - ich Google und Wiki mich mal rein in das Thema :)


    Schraubenpumpe ist ein sehr Interessante Alternative! Da schaue ich mich mal um im 3“ Bereich.


    Und zum Aufbau des Brunnens kann ich wirklich nichts sagen - ich schaue mal bei Amazon nach einer 50€ Kamera die auf 20m geht und werde dann eine Fahrt abwärts machen!


    Ich melde mich sobald ich was neues zu einem der Punkte habe - Danke nochmal und Gruß

    CarstenRing

  • Guten Abend,


    Habe mich jetzt etwas in Kavitation eingelesen - liest sich recht logisch - denke das die Saugleitung von der Tiefe her hart an der Grenze ist, werde die bei der Kamera Fahrt gleich mit prüfen. Die Kamera ist bestellt und sollte Anfang der Woche ankommen! Habe da noch eine Frage zu Schraubenpumpen: Ich finde irgendwie online nur Modelle im Preisbereich von gut 200€ in 3“. Ist das der normale Bereich? Die machen nicht so einen „hochwertigen“ Eindruck oder gibt es da Hersteller die Du empfehlen könntest?


    Danke und viele Grüße

    CarstenRing

  • Nein, so 200 - 300€ ist so das preisliche Maximum, was mir bekannt ist. Ein simpler Motor in Einphasenausführung mit Betriebskondensator und ein ganz simpel gestrickter Hydraulikteil, der ja auf Verschleiss ausgelegt ist.

    Kostet dann so 30 - 40€, u.U. alle halbe Jahre.

    Gedacht sind die Schraubenpumpen für Sandförderung.

    Für mich ist entscheidend, dass der Stator aus Hartgummi ist und eventuelle Eisenausfällungen rausgedrückt werden. Sie rotieren auch nicht so schnell wie die SQ Pumpen.

    Ob der Tip erfolgreich ist, kann ich nicht garantieren, mir wäre es einen Versuch wert.

    Es gibt Anbieter ausserhalb von Ebay in Deutschland, die würde ich mal anrufen aber nur etwas auf die Aussagen geben, wenn diese von mehreren Anbietern übereinstimmen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Du kannst auch mal die Problematik im Wasserforum schildern. Vielleicht hat da einer noch einen Tip für eine eisenresistente Pumpe.

    https://www.wasser.de/aktuell/forum/index.pl

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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