"Geerbte" Bohrung ohne Filterrohre mit Feinsand

  • Hallo zusammen und danke für die Antworten.


    Ich habe hier geschaut nach Bohrungen aus der Nachbarschaft:

    http://maps.lgrb-bw.de/?view=lgrb_adb


    Der Standrort ist in BW, nicht das Brühl in NRW.

    Screenshoot:

    Da gäbe es sogar einige Bohrungen in der Nähe (z.B. Nr. 1195), aber irgendwie bin ich zu doof da zum Schichtenverzeichnis zu kommen. Geht das bei jemanden von euch?


    Die nächsten Bohrungen sind in der Region vom örtlichen Aldi ;)

    -> Mannheimer Landstraße 5C, 68782 Brühl



    Die Probenentnahme mit der Kiespumpe bzw. einem Plunscher (muss erst angeschafft werden) habe ich vorgeschlagen, mal sehen wie die Reaktion ist. Die Hardware braucht mein Freund sowieso, wenn er den Brunnen weiter abteufen will. Die Frage ist welchen Durchmesser er da wählen soll.

    Kann man mit einer kleineren Pumpe auch größere Rohre absenken? Wenn wir eine neue Bohrung mit neuem Arbeitsrohr machen müssen, wie groß muss dann das Rohr sein?


    Wie sieht dann der Aufbau eines neuen Rohrs bei feinsandigem Boden aus?

    Ein Arbeitsrohr DN125-150(?) bestehend aus von oben nach unten:

    11m Brunnenrohr

    3-4m geschlitztes Filterrohr

    0,5-1m Sumpfrohr

    unten verschlossen mit Dichtungston


    Und darin dann ein Brunnenrohr DN100-125 (?) mit

    11m Brunnenrohr

    3-4m Gewebefilter

    unten verschlossen mit einer Verschlusskappe


    Reicht dafür ein Gewebefilter? Die Kiesfilterrohre habe ich auf Erdbohrer.de nicht gefunden. Muss der Zwischenraum zwischen geschlitztem Filterrrohr und Gewebefilterrohr mit Filterkies aufgefüllt werden?


    Was meint ihr, ist es möglich die schon eingebauten 12m Brunnenrohr zu ziehen und wiederzuverwenden? Das ist ein blaues Brunnenrohr. Evtl. vielleicht sogar die vorhandene Bohrung? Soweit ich das sehen konnte (ich hatte einen knappen Meter außen am Rohr entlang gegraben), ist der oberste Meter komplett im trockenen Sand. (da steht aktuell ein Gartenhaus auf Pflasterfläche drüber und hält das Wasser von Untergrund ab) Das dürfte doch vollständig einbrechen, sobald ich das Rohr ziehe? Oder mal etwas weiter freigraben und ggf. den Sand nässen?


    Evtl. liege ich ja auch komplett falsch mit meinen Vorstellungen?


    Vielen Dank schonmal für eure Anworten!

    Marc

  • Heute ging es los... Zuerst Platz schaffen und außen am Rohr runter graben bis zum ersten Gewinde.



    Das sieht mir nach Glattwand Brunnenrohr aus, oder irre ich mich?

    Dann haben wir mit einer Kiespumpe die unteren zwei mit Sand vollgelaufen Meter Rohr geleert.



    Das hier ist die Ausbeute:

    Beim letzten Hub kam einiges an feinem Kies mit, das dürfte das Material von unter dem Rohr sein.


    Der weitere Plan ist das Rohr weitere 5 Meter tiefer auf 19 Meter zu bringen, dann eine 3“ Filterstrecke mit von unten nach oben: Endkappe, 5 Meter Feinsandfilter und den Rest 14 Meter Brunnenrohr einbringen, den Spalt auf den unteren 5,5 Metern mit Filterkies auffüllen und das äußere Rohr dann bis auf diese Höhe zu ziehen. Die 3 Zoll Pumpe sitzt dann auf Höhe knapp oberhalb des obersten Filterrohrs.


    Nun meine drei Fragen:

    Das eingebaute Rohr, gehe ich recht in der Annahme, dass das Glattwand Brunnenrohr ist?


    Welche Körnung muss der Filterkies haben, bzw wie lege ich das fest. Dazu lese ich auch gerne was, irgendwie finde ich immer nur die Angabe, man müsse das aufgrund der Sandprobe festlegen, aber nicht wie man das macht. Eine Sandprobe kommt noch, der Sand muss mich trocknen...


    Damit die innere Filterstrecke nicht beim Zusammenbau auf Nimmerwiedersehen im Rohr verschwindet muss ich die irgendwie beim Anbau der einzelnen Segmente fixieren. Ich dachte an zwei Holz klammern, die im Wechsel immer im ein Rohrstück nach oben gesetzt werden. Oder hat jemand eine bessere Idee?


    Und nun freue ich mich über Antworten!


    Viele Grüße,

    Marc

  • Du hast vermutlich nicht genug Zwischenraum für eine brauchbare Kiesschüttung.


    Ich würde das jetzt so machen...


    Sandanteil vermessen.

    Brunnenrohr mit 2m Filter holen, mit für den Sand passender Schlitzbreite, das in das alte Rohr passt.

    Und das dann in dem Kies da unten platzieren.

    Also 2,5-3m tiefer "bohren".

    Aber aufpassen ob sich die Schichtzusammensetzung ändert.

    Dann mit Ton verschließen.

    Altes Rohr ziehen und bei eBähhh-Kleinanzeigen vertickern

    Fertig.


    Also ich würde das so versuchen...

    Aber warte lieber auf eine kompetentere Antwort von jemandem mit mehr Wissen und Erfahrungen.

    Gruß Dirk

    alias VaraEdo


    Wenn das die Lösung ist,

    dann hätte ich gerne mein Problem zurück.

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  • Das eingebaute Rohr, gehe ich recht in der Annahme, dass das Glattwand Brunnenrohr ist?

    Ja


    Welche Körnung muss der Filterkies haben, bzw wie lege ich das fest.

    Der Abstand zwischen geplantem Brunnenrohr und Arbeitsrohr ist zu klein für eine wirksame Filterkiesschüttung. Dafür sind mindesten 5cm bei Feinsand erforderlich. Grobsand und Kies erfordern keine Filterkiesschüttung.

    Ich dachte an zwei Holz klammern,

    Das geht oder eine Holzklammer und eine Kettenpeitsche.


    Du solltest Das Arbeitsrohr bis auf die gewünschte Tiefe abteufen und dabei alle 0,5m eine Bodenprobe in einem Glas aufbewahren. Anschliessend anhand der Bodenproben entscheiden, ob soviel Feinsand vorliegt, dass ein spezieller Filter erforderlich ist. Feinsandfilter sind im Netz zu finden. Von Gewebefiltern würde ich wegen der langfristige Haltbarkeit Abstand nehmen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo kg43,


    Der Filterkies sollte nur eine zusätzliche Barriere vor dem eigentlichen Feinsandfilter sein. Mir schwebt da ein Kiesklebefilter oder noch lieber ein gesinterter PE-Filter vor. Der wäre ja nicht schädlich, wenn ich den einbaue obwohl nicht unbedingt nötig, oder? Mit ist im Prinzip wichtiger, dass ich nicht laufen hin und her fahre. Wegen 5m Feinsandfilter geht Kostenmäßig nicht die Welt unter. Alleine der Sprit für einmal fahren entspricht einem Meter Filter... ;)


    Aber die Bodenproben werde ich alleine aus Interesse nehmen! ;)


    Euch beiden Danke für die Antworten! Ich werde auf jeden Fall berichten wie es weiter geht.


    Viele Grüße,

    Marc

Brunnen selber bauen