Grundwasserwärmepumpe - Sickerschacht?

  • Könnte mir jemand sagen, ob das Versickern des Grundwassers aus der GWWP besser mittels Schluckbrunnen oder mittels Sickerschacht zu erfolgen hat?
    Grundwasser ist sehr hoch (ca. 2,50 - 2,40 m). Müsste ja dann eine Sickerpackung von 1-1,50 m eingelegt werden, dass das Grundwasser nicht freigelegt wird. Der Förderbrunnen existiert bereits in 6-7 m Tiefe.
    Hat ein Sickerschacht hier irgendwie Auswirkung auf die Pumpleistung des WP (Druck entfällt)? Mehr Heizkosten? Wieviel jährlich?
    Stimmt das, dass ein Sickerschacht nicht so schnell veraltert? So weit ich weiß, ist am Standort kein eisenhaltiges Grundwasser.
    Kann ein Sickerschacht besser gereinigt werden? Wann muss mit einer Veralterung gerechnet werden?
    Bestehen sonstige Nachteile bei einem Sickerschacht?
    Wie hoch sind die Kosten für einen Sickerschacht und für einen Schluckbrunnen?
    Wo entsteht weniger Dreck? Meine Außenanlagen sind fertig und ich habe ein kleines Grundstück.
    So, das wärs fürs Erste.
    Dankeschön.
    Gruß
    Kimi

  • Hallo Kimi,
    willkommen hier bei uns.


    Leider ist das was du wissen möchtest nicht mein Fachgebiet, aber nur Geduld es kommen bestimmt noch fachkundige Antworten.
    Um diese Jahreszeit ist es etwas ruhig hier.

  • Hallo Kimi
    Kannst Du mal deinen Entnahmebrunnen inklusive Pumpe beschreiben ? eine Tiefe von 6 Metern ist meiner Meinung nach viel zu flach für eine WP-Heizung solch eine Anlage benötigt 3-4 qm Wasser in der Stunde. Der Schluckbrunnen sollte einen Abstand von mindestens 15 Metern haben und gegen die Fließrichtung stehen. Zu deinen Kosten wenn dein Haus kein Niedrigenergiehaus ist lohnt es sich nicht . Um genaue Antworten zu geben bräuchte man mehr Details auch die Bodenbeschaffenheit.
    Gruß Rammbrunnen

  • Hallo Rammbrunnen,
    jetzt ist es zu spät, der Förderbrunnen und damit meine Wärmepumpe laufen seit ca. 2 Jahren. Ansonsten bin ich so ganz zufrieden mit ihr. Gut von den Kosten her denke ich, rechnet sie sich nicht so sehr.
    Ich habe kein Niedrigenergiehaus, sondern ein besseres KFW-60 Haus.
    Der Boden ist bei mir grob kieskörnig, gemischt.
    Welche Wärmepumpe ich habe, muss ich mal zu Hause nachsehen. Welche Angaben benötigst Du konkret?
    Kann auch im Gutachten nach sehen, wenn ich weiß, was konkret Du benötigst.
    Der derzeitige Sickerschacht, der für das Ableiten des Grundwassers benützt wird, liegt ca. 12,50 m von dem Förderbrunnen in Fließrichtung entfernt. Jetzt käme nur ein 2. Schacht daneben in Frage, wobei wertvolle Außenanlagen zerstört werden würden. Grünflächen habe ich eh wenig. Dann bliebe nur der Gehweg, unter dem die Elektroleitungen geführt werden.
    Schöne Grüße
    Kimi

  • Hallo
    Die Wärmepumpe kann man vernachlässigen die Daten der Förderpumpe wären interessant, den Schluckbrunnen kann man abdecken und Gras drüber anpflanzen.Hat eine Firma die Anlage gebaut ?
    Gruß Rammbrunnen

  • Danke für den Tipp.
    Sehe heute abend gleich mal nach und werde dann Euch berichten.
    An Rammbrunnen:
    ja, den Förderbrunnen hat ein professionelles Unternehmen gebohrt. Den Sickerschacht der Tiefbauer vom Bauträger und die Zuflüsse vom Grundwasser hat wahrscheinlich der Subunternehmer des Bauträgers (= Sanitärunternehmen) geplant.
    Gras möchte ich auf meinem ganzen Grundstück nicht. Ich spreche von einem bereits bestehenden Stäucherbeet als Sichtschutz hinter der Garage mit 3 m Breite x ca. 2,50 m Länge (am Garagenstellplatz vor der Garage befindet sich der Förderbrunnen). Hinter dem Sträucherbeet befindet sich eine kleine Gartenhütte, die wiederum an den hinteren Nachbarn angrenzt. Vor der Gartenhütte ragt noch in das kleine Sträucherbeet der bestehende Sickerschacht (DN 1000) rein. Rings um das Haus ist ein Blumenbeet angelegt mit 1,20 m Breite. Also hier geht auch kein Schacht rein (auch zu nahe am Haus) und dann ist nur der Gehweg zwischen dem Blumenbeet und Sträucherbeet mit 1,20 m übrig. Die Außenanlagen bestehen seit ca. 1 Jahr.
    Gruß
    Kimi
    An Brunnenbauer:
    wo finde ich den Wärmemengenzähler?

  • Moin Kimi,
    es gibt WP mit integriertem WMZ.


    Aber ich stelle Dir anheim mal hier zu schauen, da bist du vielleicht besser aufgehoben:
    Haustechnikforum - Wärmepumpen - HaustechnikDialog



    Gruß
    PM

  • Danke für den Tipp mit der Internetseite, schau ich gleich mal nach......
    Also ich habe eine Grundfos Typ SP3A-6, Motorleistung P2: 0,37KW, FörderleistungQ: 3,2 m3/h bei 23 m Förderhöhe.
    Die Brunnenbohrung geht auf 6,9 m u. GOK. DN 125 Ausbaudurchmesser und 3 m Filterlänge; Aquifer 2,4 m bis min. 7 m u. GOK.
    Auf meiner Abrechnung für 2009 (war aber auch noch Bauzeit dabei) habe ich 8.141 KWh verbraucht und 1.181,61 EUR bezahlt.
    Bei Brunnentest wurde eine Grundwassermächtigkeit von min. 4,6 m angetroffen. Pumpversuch 120 Min. Förderleistung von Qmax. 2,8 l/s (Qmax = 10,1 m3/h) - Absenkung von s = 0,07 m.
    Schöne Grüße
    Kimi

  • Hallo
    Habe deine Nachricht erhalten,ob nun ein Sickerschacht oder ein Schluckbrunnen (Funktion ist die selbe) hast ist eigentlich uninteressant.
    Deine Werte hören sich Super an bis auf die Grundwasserabsenkung 0,07mm kann nicht stimmen da auch der Durchfluss der WP zwischen 3 und 4 qm Wasser in der Stunde liegt (Natürlich kann ich mich auch täuschen) einen Saugbrunnen für eine WP bohrt man auch mindestens 10m tief dabei geht es dann nicht um die Entnahmemenge sondern um die Temperatur.
    Wie auch Plunschmeister schon geschrieben hat wäre vielleicht ein Erfahrungsaustausch mit anderen Wärmepumpen Besitzern angebracht.
    Alle Alternativen Energie Formen sind nur was für Leute die daran glauben
    ich habe noch nie gehört das sich so etwas rechnet.
    Gruß Rammbrunnen

  • Hallo Kiwi,
     
    ob ein Sickerschakt oder Sickerbrunnen besser ist, kann ich Dir nicht sagen.
     
    Ich habe für meine Wärmepumpe 2 Bohrbrunnen mit 8,5 m Tiefe, Grundwasser liegt bei uns ebenfalls 2-2,5 m unter der Erdoberfläche.
    Ich habe eine Grundfos SP2-?, meine WP braucht 2 m3 die Stunde.
     
    Bohrbrunnen sind es geworden, da es bei mir eine Sanierung war und eine Zufahrt zum Brunnenstandort für einen Bagger/LKW nicht möglich war (sonst wären es Schachtbrunnen geworden). Die Brunnen sind ca. 30 m voneinander entfernt (25 m bei uns vorgeschrieben).
     
    Da beide Brunnen eine 1m60 hohe Brunnenstube mit 1 m Durchmesser haben, war eine Grube von je ca. 2x2 m notwendig.
    Bei einem Sickerschacht wären Betonringe mit Schneideisen aufgelegt und das innere des Ringes ausgebaggert worden; dann wären die Ringe nachgerutscht, die nächsten aufgelegt, weitergegraben....
    Eine gewisse verwüstete Mindestfläche hat man sowieso (ich schätze jetzt mal so um die 10 m2, die man aber innerhalb einer Gartensaison wiederauf Vordermann hat).
    Preislich waren so ca. 15-20 % Unterschied (Schachtbrunnen billiger).
     
    Wärmepumpe ist nicht nur für die, die daran glauben. Ich stecke 1 kWh Strom hinein (inkl.Brunnenpumpe) und krieg 4kWh Heizenergie raus. 1 kWh Heizenergie kostet mich ca. 4 cent. Aus einem Kilo Holz bekomme ich ca. 4 kWh Heizenergie; kostet mich ca. 22 Cent (Holzbriketts; Pelletspreis wäre in etwa gleich), da kostet mich die kWH Heizenergie ca. 5,5 cent (Bei Scheitholz : ca. 16 cent/Kilo/4 cent pro kWh).
    Finanziell kann die Wärmepumpe locker mithalten. Weiters entfällt der Lagerraum/Pelletstank, Kaminkosten, Strom für automatische Zündung...
     
    Öl war kein Thema, Gas hätte ich erst einleiten müssen. Bei WP oder Pellets gab es damals noch ca. 5400 Förderung (damir waren die Mehrkosten für Brunnen oder den bei Pellets benötigten Lagerraum herinnen).
     
    Das wichtigste bei der Wärmepumpe ist, dass die Vorlauftemperatur so gering wie möglich ist (bei mir max. 45 Grad), d.h. gross dimensionierte Heizkörper oder eine Fussbodenheizung; je grösser der Temperaturunterschied Vorlauftemperatur/Medium(in diesem Fall Grundwasser mit 11-13 Grad), desto schlechter ist der Wirkungsgrad. Eine Tiefenbohrung (0-5 Grad) oder gar eine Luftwärmepumpe wären in meinem Fall unrentabel gewesen.
     
    lg
     
    christoph
     
    Ergänzung: Errichtungskosten Pellets/Wärmepumpe waren in etwa gleich, die Kosten für den Pelletstank war ungefähr ident mit den Brunnen, da ich einen Lagerraum "opfern" hätte müssen

  • Recht herzlichen Dank an Rammbrunnen und Christoph!
    Ich bin jetzt am Sammeln erst von Punkten Pro und Contra Sickerschacht und Brunnenbohrung fürs Abführen des Grundwassers aus WP.
    Bei mir ist es auch nicht mehr möglich mit LKW und Bagger rein zufahren, da alle Außenanlagen bereits fertig sind. Ohje, 10 m2 hört sich zwar nicht viel an, bei mir ist so viel Platz hinter der Garage kaum vorhanden, v.a. auch mit teuren Materialen wie Edelstahlrosenbogen bestückt.
    Stimmt es, dass Sickerschächte eine Lebenserwartung von ca. 10-15 Jahren und Bohrbrunnen, wenn sie richtig gemacht wurden von 60 Jahren haben?
    Bei Sickerschächten wird doch auch das Wasser nicht unterhalb des Ruhegrundwasserspiegels geführt, sodass es hier eher zu Verockerungen kommen kann (wenn Wasser höhere Mengen an Eisen mit sich führt)? Auch anderweitige Verschmutzungen sollen hier problematischer sein.
    Wie breit sind denn Sickerschächte und Bohrbrunnen in der Regel für 3-4 cqm Wasser aus Wärmepumpe? Muss hier auch Starkregen berücksichtigt werden, dass sie nicht volllaufen?
    Viele, viele Fragen............
    Schönen Dank.
    Kimi

  • Hallo Kimi,
     
    ich glaube, es ist am Besten, Du fragst einen Brunnenbauer in Deiner Umgebung.
     
    Bei mir hätten alle mit dem Lastwagen/Bagger zufahren wollen (ginge nur mit Rodung und zuschütten des Schwimmbeckens). Infolgedessen fiel die Variante Schachtbrunnen/Sickergrube weg. Und auch eiune Firma, die Ihren Brunnenbohrer nur auf einem LKW hatte, fiel aus. Übrig blieb nur eine Firma, (von 4), die einen ca. 1 m breiten, selbstfahrenden Brunnenbohrer auf Gummiraupen hatte. Und so kam ich zu einem Sickerrohrbrunnen.
     
    In allen Kostenvoranschlägen wurden mir prinzipiell Sickerschächte mit 1m Durchmesser (2-5m tief) angeboten. Durchmesser vom Einstiegsdeckel (bodengleich) 60 cm (da kommt man eh kaum noch durch).
     
    Wir haben kein eisenhältiges Wasser, Verockerung ist bei uns kein Thema.
     
    Ich wollte in meinen Sickerbrunnen ursprünglich auch das Regenwasser der Dachrinne einleiten; mein Brunnenbauer riet mir davon ab, da man sich Blätter und ähnliches Kleinzeugs hineinspült und der Brunnen sich dadurch schneller verlegt. Ich glaube, dass sich hauptsächlich dadurch ein Sickerschacht "abnutzt". Hast Du eisenhaltiges Wasser?
     
    Weiters ist es bei uns Vorschrift, dass die Brunnenstube/der Sickerschacht dicht gegen Oberflächenwasser sein müssen (was durch einen entsprechenden Deckel und das verkleben der Betonringe der Brunnenstube mit Brunnenschaum problemlos geht). Hintergrund: Wenn mir z.B. die Flasche mit Motoröl für die kettensäge umfällt, kanns nicht direkt ins Grundwasser fliessen sondern muss sich durch 2 m Erde kämpfen.
    Oberflächenwasser und Regengüsse sind daher kein Thema.
     
    Mein Schluckbrunnen hat einen Rohrdurchmesser von 150mm und 4m Filterrohr.
     
    Platzbedarf: für den Einbau der Brunnenstube wurde eine grube von ca. 2x2x2 m ausgehoben. und irgendwo muss der Minibagger (1m breit) das Zeug ja auch hinschaufeln; einen Teil braucht er ja dann wieder zum hinterfüllen.
     
    Aber wenn es beengte Verhältnisse gibt, frag erst einen Brunnenbauer, was er überhaupt machen kann. Vielleicht sparst Du Dir dann etwas überlegen ;-)
     
    lg
     
    christoph