Brunnen in Südamerika

  • Erst einmal ein freundliches Hallo in die Runde aus dem tropischen Tiefland Boliviens im Herzen Südamerikas.
    Wir sind vor einigen Jahren ausgewandert und haben ein Grundstück mit viel Dschungel mit mehr als einem Quadratkilometer erworben.
    Unter anderem sind wir gerade dabei, einen Brunnen zu graben, weswegen ich mich hier mal angemeldet habe.
    Wie es die Einheimischen machen, haben wir ein kreisrundes Loch in den Boden gegraben mit 200cm Durchmesser.
    Ziel ist es, eine Granitplatte auf ca. 8 bis 12 Meter zu erreichen unter der dann immer das Wasser sein soll.
    Jetzt, nach ca. 6 Metern, stellt sich mir doch die Frage, ob es nicht sicherer wäre, etwas gegen einstürzende Wände zu tun. Die Leute hier machen das nie und finden uns zu vorsichtig, aber man kann ja nicht aus seiner Haut.
    Jetzt weiss ich schon mal, dass dieser Brunnentyp Schachtbrunnen genannt wird.


    Leider gibt es hier keine Betonringe. Unsere Idee war, jetzt einen dicken Betonring auf dem Boden des Brunnens zu giessen und auf diesem eine Backsteinmauer bis oben zu errichten und diese dann langsam durch Untergraben nach unten gleiten zu lassen.
    Ist das sicher genug?

  • Von einem Bekannten weiss ich, dass er in seiner Jugend (also vor mehr als 50 Jahren) in Deutschland ebenfalls Brunnen ohne Ausmauerung gegraben hat. Hängt wohl vom Bodenmaterial ab, ob sowas ohne Risiko machbar ist.
    Euch schwebt wahrscheinlich etwas vor, wie es in diesem Beitrag abgebildet ist:
    http://www.brunnenbau-forum.de…erwerk-foerdert-luft.html


    Eine Ausmauerung eines Schachtbrunnens ist schon seit Jahrhunderten Stand der Technik und sollte auch sicher sein, wenn man es richtig macht. Da habe ich meine Zweifel, ob der von euch angedachte Weg machbar ist. Die Steine haben Kanten, die nach hinten rausragen. Ob sich dann das ganze absenken lässt, ohne dass die Kanten hängenbleiben? Betonringe sind glatt, und doch gibt es auch dabei immer wieder Probleme, wenn die Leute nicht exakt arbeiten.
    Ausgemauerte Schachtbrunnen dürften wohl anders hergestellt worden sein.


    Mal aber eine ganz andere Frage: Ihr seid auf 6m bereits runter gekommen, habt also nur noch 2 - 6m zu graben. Eine gemauerte Brunnenwand kostet ja auch einiges an Geld und Zeit. Könnt ihr die restlichen Meter nicht von einem oder mehreren der Leute als Lohnarbeit graben lassen, die das als ganz normal und ungefährlich betrachten?
    Gruss
    kg49

  • Mittlerweilw denke ich auch, dass es wahrscheinlich schon geht, den Brunnen sicher auf die gesamte Tiefe runter zu graben. Ich habe jetzt jemanden mit viel Erfahrung an der Hand. Auch er meinte, dass das nie und nimmer rutschen wird. Und an der Schichtung würde man gut erkennen können, ob es gefährlich wird. Bei 2 Meter Durchmesser würde ein kleiner Abbruch auch nicht schwerwiegend sein.
    Wie wagen es also und suchen die Granitschicht. Habe allerdings noch keine grosse Ahnung, wie ich das mit dem Gerüst da drinnen für das Hochmauern machen werde.
    Die Preise für Steine und Mörtel halten sich hier in Grenzen. Wobei die im Video ja ganz ohne Mörtel gearbeitet haben, weil es ja praktisch ein selbstabstützendes Gewölbe, nur senkrecht ist. Was meint ihr?

  • Mauert den Brunnen aus, bevor Ihr das GW erreicht. Mein Brunnen hat ähnlich ausgesehen, nur schmaler. Ab Grundwasser hab ich mich nicht mehr runter getraut. Wenn die Erde einmal in Bewegung kommt, kommt da niemand mehr lebend raus.


    Verwendet konische Steine, die im Kreis gelegt genau in den Brunen passen. Wenn die oberen 6m gesichert sind, kann man Stückweise weiter graben und untermauern. Würde nicht darauf setzen, dass das ruscht, sondern ganz im Gegenteil den Raum zwischen Mauer und Erdreich ausgießen.


    Man kann die Steine evtl. auch selbst aus Beton gießen. Oder gießt Euch aus Beton viertel Kreisbögen. Die könnt Ihr dann untern versetzt einbauen.


    Früher ist man für den Brunnenbau große risiken eingegangen. Aber damals hat so mancher Brunnen auch Menschenleben gekostet.

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    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
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  • Natürlich wollen wir den Brunnen ausmauern, bevor wir in das Grundwasser kommen. Ich hatte ja schon oben geschrieben, man kommt immer zuerst auf eine massive Granitplatte bis zu 2 Meter Stärke (wahrscheinlicher ist 50cm bis 70cm).
    Auf diese sollte dann gemauert werden. Und dann erst der Granit durchbrochen werden.
    So der Plan. Mal sehen, was die nächsten Wochen so bringen. Bei Interesse kann ich ja hier immer den Fortschritt zeigen.

  • Sind jetzt bei 12,50 Meter angekommen. Leider immer noch keine Granitplatte in Sicht. Bislang läuft alles ganz sicher ohne Abstützen oder Ausmauern. Das Material ist sehr fester und trockener Lehm. Löst sich vom Grund eher in Brocken.
    Nachdem wir schon ca. 40 Kubikmeter rausgemacht haben, merkt man doch, wie schwer die Arbeit ist.