Bauprojekt Schachtbrunnen

  • Servus ins Forum,


    ich hab mir heute DN1000/500 Schachtringe bestellt, welche am Dienstag geliefert werden. Insgesamt will ich auf eine Tiefe von 4m kommen. Wasser steht jetzt nach langer Trockenzeit immer noch bei 2m.


    Die Bodenverhältnisse sind mir bis ca 5m bekannt. Kurze Schicht Mutterboden, dann 1m Sand, dann bis ca 4,5m feinkörniger Kies mit vielen mittelgroßen Kieselsteinen. Ab 4,5m dann eine händisch unüberwindbare, knallharte Schicht aus Lehm/Ton und Mergel.


    Aufgrund der Zugänglichkeit muss das ganze Vorhaben in Handarbeit geleistet werden. Der Plan ist im Ring zu stehen und von innen auszuschaufeln. Nach Bündigkeit mit Oberkante der nächste drauf usw.


    Müsste man die einzelnen Ringe an der Schnittstelle abdichten? Oder macht man das nur bei sehr feinem Sand?


    Gespeist wird der Brunnen mit von untem aufsteigendem Wasser, richtig? Ich hatte zusätzlich noch an einen perforierten Ring gedacht, hatte aber Bedenken mir da über die Zeit Sand/Kies reinzuziehen. Auch könnte ich diese Löcher bei Bedarf nach Fertigstellung noch einbringen und hab‘s daher erstmal weggelassen.


    Bis 2m Tiefe sehe ich das entspannt, kritischer wird es wenn das Wasser hinzukommt. Gibt es hier irgendwelche Tipps die man wissen sollte? Ich würde das Wasser stoßweise wegpumpen und gleichzeitig weiterschaufeln, in der Hoffnung es strömt nicht wie wild nach.


    Freue mich über ein paar Anmerkungen, Bedenken oder Erfahrungen. Über die Knochenarbeit und das Volumen welches ich zu bewegen gedenke bin ich mir bewusst.


    Gruß aus Oberbayern!

  • so schlecht hört sich das doch gar nicht an. Boden klingt leichter zu bewältigen als bei mir mit stehender Lette nach 0,5m =O

    Ich habe beim buddeln eine Tauchpumpe laufen lassen, habe sie immer am tiefsten Punkt stehen lassen, und dann ging es fleißig weiter. Sollte aber machbar sein bei dir! Abgedichtet habe ich bei mir nix.

    Schachtbrunnen mit DIN 100 Schachtringen und einer Höhe von 50cm.
    Wasser nach 2m,Oberflächenwasser.
    Tiefe zur Zeit 1,8m.

  • Tag

    Als u könntest schauen, das du dir eine Schlampumpe besorgst und da mit den Boden absaugst und so die Ringe absenkst.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Danke für eure Antworten.


    Also seht ihr erstmal keine großen Hindernisse oder Denkfehler bei meinem Projekt, das ist gut. Über eine Schlammpumpe denke ich nach, aber ich will erstmal mit dem Spaten anfangen. Am Dienstag wird geliefert, am Mittwoch will ich starten.

  • Servus Leute,


    das Projekt schreitet voran.


    2,5m (5 Ringe) hab ich bereits versenkt, das Wasser läuft bald in die Gummistiefel. Ich pumpe fleißig ab, aber schnell kommt das Wasser nach. Ich tue mir aktuell unheimlich schwer Material nach oben aus dem Brunnen zu bekommen. Es ist sehr eng, durch das Wasser bleibt kaum was auf der Schaufel, und dann mit dem vollen Eimer die Leiter hoch ist mühselig.


    Gibt es da keine effektivere Lösungen? Ich dachte an eine Art „Sandsauger“ oder „Kiessauger“ mit dem man das Sand-Kies Gemisch nach oben bekommt. Gibt es sowas? Auch an ein Förderband hab ich gedacht, aber das müsste nahezu senkrecht stehen und sowas hab ich noch nicht gesehen.


    Wie habt ihr das gemacht? Mit einer Seilwinde hab ich auch schon probiert, aber das ist sehr zeitaufwändig und nicht ungefährlich für den der unten steht.


    Danke.

  • Aufgrund der Zugänglichkeit muss das ganze Vorhaben in Handarbeit geleistet werden.

    Das ist schlecht. Aufgrund des grossen Wasserzuflusses wäre es eine Fleissarbeit, das Sand-Kiesgemisch herauszuholen. Du bräuchtest dazu keine Schaufel, sondern eine durchlöcherte Kelle, damit das Wassr beim Hochheben abfliessen kann.

    Eine Förderung per Winde erscheint mir unabdingbar. 1-2 Helfer, Verbindunen mit Schäkeln.

    Ich betrachte das Projekt als nicht besonders durchgeplant. Bei dem Boden und dem Wassezufluss wäre bei den gegebenen Rahmenbedingungen ein Rammbrunnen oder Spülbrunnen effektiver. Man könnte das auch mit einem später zu ziehenden Arbeitsrohr realisieren.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Also geplant ist das ganze schon. Der Schachtbrunnen ist das sinnvollste was ich an Brunnen hier für meinen Anwendungszweck bauen kann. Wenn ich da was falsch sehe kläre mich bitte auf.


    MrPower

  • Der Schachtbrunnen ist das sinnvollste was ich an Brunnen hier für meinen Anwendungszweck bauen kann.

    Von der Theorie her vielleicht, obwohl ich nicht weiss, was gegen einen Rammbrunnen spricht. Der Wasserzufluss ist ja nach Deiner Schilderung optimal dafür.

    Ein Schachtbrunnen wird eigentlich gebaut, wenn der Wasserzufluss gering ist und man einen Speichervorrat für den Tagesbedarf benötigt, der dann so im Laufe von 23h zusammenfliesst.

    Bei Deinem Wasserzufluss und vor allem der Nichtzugänglichkeit für schweres Gerät sehe ich halt Probleme bei einer 1Mann Bohrung.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Das wäre der Verwendungszweck. Gespeicherte 1.500 Liter abends verregnen, und am nächsten Abend das gleiche Spiel von vorne. Ein Rammbrunnen oder irgendeine andere Brunnenart kann das bei meinen Rahmenbedingungen leider nicht leisten.


    Meine Schilderung des Wasserzufluss ist relativ. Für einen Schachtbrunnen finde ich das ordentlich, für eine durchlaufende und permanente Wasserentnahme ist es zu wenig.


    Ich hab mich eh entschieden, daher zieh ich das durch und melde mich bei Fertigstellung.


    Gruß aus Oberbayern!

  • und melde mich bei Fertigstellung.

    Von den Berichten lebt das Forum. Viel Erfolg!

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo MrPower

    Mit was für eine Pumpe pumpst du den ab? Versuch es mal mit einer Schmutzwasserpumpe. Bei zwei einhalb meter müsste sie das noch drücken.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Das Projekt ist fertig ! Es ist ein göttliches Gefühl nach der Plackerei mit dem 1 Zoll Schlauch durch den Garten zu laufen und sich an der nicht versiegenden Wasserquelle zu erfreuen :thumbup::)8)


    Ich schilder mal die Situation, zu der ich dann auch noch ein paar Fragen habe. Mal sehen ob ich dann wirklich fertig bin....


    Ich hab jetzt insgesamt 6 Schachtringe mit einer Höhe von a 50cm versenkt. Das ergibt 3m, mit einem Wasserpegel von ca 120cm. Geplant war mehr, aber das Wasser strömt jetzt doch entgegen meiner vorherigen Aussage zu schnell nach. Die provisorische Pumpe mit einer Fördermenge von 6000l/h schaffte es nicht mehr den Wasserstand vollständig rauszupumpen. Es blieb irgendwann immer eine Wassersäule von ca 30cm stehen, ohne weitere Pegelsenkung. Die Pumpe lief heute ab Mittag ca 4 Std im Dauerbetrieb. Ab da war ich oben mit dem 6. Schachtring bündig.


    Reicht das? Hier hat es seit 2 Monaten nicht mehr geregnet, dennoch so ein Zufluss und eine solche Menge. Oder soll man noch tiefer gehen um auch für die größte Dürre oder Wasser Absenkung gerüstet zu sein?


    Der Brunnenboden ist sehr grobkörniger Sand (oder eher kleinkörniger Kies) mit sehr sehr viel Grob-Kies. Belässt man das so? Ich nehme an alle paar Jahre (?) muss man mal runter und ein paar Eimer füllen um ein Versanden vorzubeugen?


    Irgendwo hab ich gelesen das so ein Brunnen vor Betrieb „angelernt“ werden muss. Ist das bei Schachtbrunnen auch nötig? Wie macht man das?


    Der Brunnen steht ca 3 Grad schief. Ich hab bis unten auf ca 300 Grad am Umfang ausgeschachtet. Es hat was gebracht, aber jetzt am Ende steht er wieder schief. Ist das bedenklich? Der Brunnen wird nach Fertigstellung unsichtbar unter der Erde sein.


    Ich nehme an wenn die Seiten einmal wieder verfüllt sind und sich alles wieder gesetzt und verfestigt hat ist in ein paar Jahren ein Tiefersetzen nicht mehr ohne weiteres möglich. Daher weiß ich grad nicht ob die aktuelle Tiefe dauerhaft reichen wird. Heute ist es der Wahnsinn, gerne würde ich das gleiche auch in 10 Jahren noch sagen.


    Schöne Grüße !

  • Glückwunsch für den erfolgreichen Abschluss!

    Eine wichtige Zusatzinfo noch: In 4m Tiefe beginnt eine Lehmschicht,

    Es wäre unklug, bis auf diese Tiefe abzuteufen, da dann der Zufluss von unten gesperrt würde.

    Man könnte max. 0,5m, also einen Ring noch tiefer gehen, wenn man will. Ob dies erforderlich ist, kann Dir keiner sagen.

    Der Grundwasserspiegel kann die nächsten Jahre steigen oder fallen, das kann man ohne nähere Kenntnis der Bodenverhältnisse nicht sagen. Interessant wäre z.B. die Frage: Wo kommt denn das Wasser her, das Du jetzt förderst?

    Wir wissen es nicht und werden es auch nicht wissen. Eine Vertiefung des Brunnens könnte also nur der Gewissensberuhigung dienen. Die Förderung ist mehr als ausreichend.

    Anlernen musst Du bei diesen Bodenverhältnissen nichts und niemand.

    Den Bodengrund (feiner Kies) kannst Du so lassen. Ab und zu mal nachmessen. Falls er ansteigt, ein paar Eimer rausholen und mit groben Rollkies (kein Bruch!) abdecken.

    Falls Du eine Tiefbrunnenpumpe setzen willst, denk an die Kühlung!

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Danke kg49!


    Dann bin ich jetzt fertig und kann mich an das Aufräumen machen. Die ganze Arbeit hat Spuren hinterlassen und die ca 7qm (grob gerechnet 700 ! Eimer) Material müssen weg. Morgen werde ich die Ränder verfüllen.


    Du hast übrigens vollkommen recht mit der noch maximal möglichen zusätzlichen Tiefe von +0,5m. Mir kam da der Einfall wenn es denn mal irgendwann tatsächlich notwendig wäre einen 80er Schachtring in den vorhandenen Schachtringen runterzulassen und diesen abzuteufen. So würde ich nochmal einen halben Meter rausholen und müsste an die vorhandenen Ringe gar nicht mehr dran. Aber hoffentlich wird das nie nötig sein.


    Das der Brunnen 3 Grad schief steht ist egal? Noch könnte ich was dran machen wenn es wichtig wäre ich wüsste aber bis auf die Optik (bei mir egal da nicht sichtbar) nicht wieso.


    Wo mein Wasser herkommt wüsste ich auch gerne. Für mich ist es Sickerwasser was nicht durch die Lehm- und Mergelschicht durchkommt. Es bildet sich somit ein großer unterirdischer „See“ und nimmt man an einer Stelle was weg gleicht sich das eben schnell wieder aus. Ich hoffe das diese Theorie stimmt dann hab ich lange Freude an dem Brunnen.


    Jetzt brauch ich noch Pumpe, Schachtdeckel, Pegelanzeige etc und dann kann es losgehen.


    Danke für alle Hinweise und Tipps :thumbup::thumbup:


    Servus !

Brunnen selber bauen