Alter Schachtbrunnen reaktivieren

  • Hallo zusammen,


    ich hab ein Grundstück in einem Dorf gekauft, dass schon seit rund 1900 genutzt wird.

    Ich habe einen Schachtbrunnen mit ca. 9m Sohltiefe und 7m Wasserstand.

    Der Brunnen ist aus Steinen (unbekannter Art, keine Ziegel. An Brucknanten blau, evtl. Schlacke? Wir hatten früher Eisenhütten in der Gegend) gelegt (ohne Mörtel) und hatte eine lichten Durchmesser von 150cm.

    Darauf war ein aus Ziegeln gemauertes Gewölbe mit einem kleinem Einstieg. Auf dem Einstieg lag ein großer Stein als Abdeckung, ich wollte hier eine sicherere Alternative mit einer Klappe. Bei dem Versuch/Planung da einenen Metalldeckel anzubringen ist mir dann aufgefallen, dass das Gewölbe marode war (Frost, Wurzeln) und ich habe es letztes Jahr agbetragen und durch eine Betonplatte ersetzt mit einem 62,5er Schachtdeckel.

    Hat zwar >500€ gekostet, aber die Alternative zuschütten wäre auch nicht billig geworden - Bzgl. Standsicherheit war dringend Handlungsbedarf, auch weil der Brunnen teilweise unter Nachbars Einfahrt liegt.


    Besagter Nachbar ist 85, und laut ihm gibts den Brunnen "schon immer". Mehr Infos gibts nicht - außer dass er Jahrzehnte nicht genutzt wurde, und im Jahrhundert-Dürre-Sommer 1947 auch kein Wasser mehr drin war. Im Ort gabs in den 50er zentrale Wasserversorgung.








    Zur Geologie - der Ort liegt auf einer Höhenlage am östlichen Rand der mittleren Frankenalb - nähe Amberg Oberpfalz.

    Kalkstein-Karst (Jura) ist der vorherrschende Grundgestein. Wie tief es bei mir liegt, ist unbekannt, darüber ist schwerer Lehm.

    An einigen Stellen im Dorf liegt der Karst sehr flach. Auch Dolinen gibts vereinzelt im Ort.



    Der Brunnen ist an der Sohle soweit ich das von oben sehe recht verdreckt, ein Styropor-Block schwimmt, Holzlatten sind zu sehen, und an der Sohle ist viel schwarzer, stinkender Schlamm.


    Ich habe mit einer großen Schmutzwasserpumpe letzten Sommer mal ca. 1,5m³ testweuse gefördert und damit den Wasserstand deutlich gesenkt. Es hat glaube ich 3 Tage gedauert bis wieder der alte Wasserstand erreicht war.

    Zufluss ist als mäßig, aber mit einem rel. großen Reservoir, was mir hilt.

    Genutzt werden soll das Wasser zur Bewässerung von 600m² Rasen und sonstiger Bepflanzung auf dem 1300m² Grundstück.



    Mit der Schmutzwasserpumpe kann ich aber nichts anfangen, daher müsste eigentlich eine Brunnenpumpe her.

    Die will ich aber nicht einfach in den Schlamm absenken - daher müsste man mal darunter, den Dreck rausräumen und den Schlamm rauspumpen bzw. mit Eimer raufholen.


    Mit dem neuen Schachtdeckel sehe ich eigentlich bzgl. der Standsicherheit keine Probleme. Das Absteigen schon eher. Leiter 6m habe ich, ist aber zu kurz :(

    Und dann sollte wohl noch irgendwie Frischluft da rein, denke daran einen 100er Luftschlauch mit einem passenden Gebläse einige Stunden vorher runterzulassen um da unten nicht bewusstlos zu werden.

    Dann noch Hosengurt, Helm, Anglerhose und 1-2 Helfer.

    Evtl. noch ein Dreibein um die Person unten bergen zu können und auch Eimer hochziehen zu können.


    Freue mich über jede Art von Anregung, Tipps zum Vorgehen, Technik etc...

  • Schöner Brunnen.

    Planung hört sich an und für sich gut an.

    Dreibein und Mannsicherung oben eine Muss.

    Gebläse muss auch während der Arbeit laufen.

    Unten ist Vorsicht beim Abtragen des Bodengrundes angesagt. Alte Schachtbrunnen sind sehr komplexe, bei der Errichtung wohl überlegte Bauten.

    Schau Dir mal den Bau an, besonders den unteren Ausbauteil:


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • interessanter Film aus meiner Heimat (Niederbayern).
    Abtragen will ich da eigentlich nicht groß was, eigentlich nur den Schlamm entfernen, der sich da wahrscheinlich über die Jahrzehnte gesammelt hat. Einige Zeit zumindest wurde auch Regenwasser eingeleitet.


    Ich frage mich, welche Pumpe Sinn macht. Die typischen Tiefbrunnenpumpen sind ja für Bohrbrunnen gedacht und arbeiten ja mit reichlich Überdeckung. Bei mir wäre es wichtig, möglichst flach Ansaugen zu können.

    Alternativ könnte man evtl auch noch mal in der Brunnemitte ganz lokal einen kleinen Pumpensumpf machen. Im Fels macht das aber sicher keinen Spaß.

  • eigentlich nur den Schlamm entfernen, der sich da wahrscheinlich über die Jahrzehnte gesammelt hat.

    Abtragen sollst Du nichts, nur aufpassen,denn

    dann kommt es darauf an, wie der Wassereintritt konstruiert wurde. Brunnenbüchse? Aus Holz? Vermodert oder noch intakt?

    Man kann dann viel kaputt machen bzw. viel retten, wenn man weiss, wofür etwas war.

    Selbst defekte Brunnebüchsen können wichtige Informationen geben.

    Alles ausführlich fotografieren, bevor etwas entfernt wird.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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