Mein Bohrbrunnenprojekt

  • Hallo zusammen,


    Auch ich möchte mich an einem Bohrbrunnen versuchen. Gedacht ist er zur Bewässerung unseres Gartens, 2qm täglich wären schon ein Anfang.


    Da wir hier in einer alten Auenlandschaft leben, bei der fast jeder Nachbar seinen eigenen kleinen Brunnen hat, sollte es also möglich sein.


    Auch auf unserem Grundstück befand sich ein gegrabener, eingefasst Brunnen, der aber vor längerem verschüttet würde.


    Nachdem vor Kurzem ein alter Baumstumpf mit nem Bagger entfernt würde, hat der Baggerkapitän gleich mal noch paar Schaufeln tiefer versucht an Wasser zu kommen, was leider nicht wirklich gelungen ist. Da bei den Nachbarn ab 4-5 m genügend Wasser anliegt , bin ich mit meinem 3m-Baggerloch schon Recht nah dran.


    Jetzt möchte ich mit einem 200er Bohrer noch bissi weiter runter, um dann ein 200er KG-Rohr als Arbeitsrohr zu setzen. ...und dann schauen wir mal...


    Ist der Anfang so erstmal richtig?


    Für Tips und Anregungen wäre ich dankbar


    LG Thomas

    LG Thomas


    Gebesee, Thüringen


    Bohrbrunnen in Planung, Grundwasser bei etwa 4-5m , ehemalige Flussaue

  • Ist denn das Baggerloch so gross, dass man auf dem Grund arbeiten kann?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo kg,


    Nein, leider nicht, ist auch schon bissi Wasser zusammengelaufen.


    Ich habe über dem Loch eine Arbeitsplattform errichtet. Die will ich wenigstens für das Bohren nutzen, dann KG-Arbeitsrohr setzen (möglichst gleich ein 5m-Stück) dann die Grube wieder verfüllen. So jedenfalls der Plan bis hierhin.


    LG Thomas

    LG Thomas


    Gebesee, Thüringen


    Bohrbrunnen in Planung, Grundwasser bei etwa 4-5m , ehemalige Flussaue

  • Na, dann viel Erfolg. Lies Dir mal den folgenden Text durch, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was man beachten sollte:


    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Update:


    Heute haben wir angefangen, mit dem Handbohrer (d=200mm) ein wenig tiefer vorzudringen. Trotz nasser, lehmiger Schicht gelang das unerwartet gut. OK, man kann immer nur max eine halbe Umdrehung rausholen, aber nach gefühlten 50cm waren wir durch die Lehmschicht durch. Da in dem Baggerloch schon Wasser steht, habe ich versucht, mit einer billigen Schmutzwasserpumpe das Wasser abzupumpen.... keine Chance... läuft sofort nach...

    Jetzt sind wir schon in einer Kiesschicht und so haben wir das erste 5m-Stück 200erKG eingesetzt. Plunscher müsste natürlich ausprobiert werden, funzte auch ganz gut, gefördert haben wir schon recht feinen Kies...

    Morgen wollen und müssen wir das Ganze etwas rückenfreundlicher gestalten (erhöhte Arbeitsfläche) sonst hält man das ned lange durch.

    Bei Nachbars wurde heute eine professionelle Bohrung bei etwa 7m Tiefe beendet, Luftlinie etwa 30m von meinem Bohrloch entfernt. Ich bin mal gespannt, wie tief wir mit unserer "self-Made" Methode kommen werden... Jetzt müssen wir erstmal auf die 200er Holzzange warten, bis dahin stelle ich mich selbst auf das Rohr...


    LG Thomas

    LG Thomas


    Gebesee, Thüringen


    Bohrbrunnen in Planung, Grundwasser bei etwa 4-5m , ehemalige Flussaue

  • Ernüchterung...


    Heut macht sich Ernüchterung breit, so gut wie es losging, so ernüchternd ist das heutige Ergebnis. Plunschen war abgesagt, allerdings war die Ausbeute an gefördertem Sand/Kies eher mager. Das Arbeitsrohr ist nicht weiter reingerutscht, obwohl ich draufstand...

    Jetzt warten wir Mal die Ankunft der Zwinge ab, um mehr Gewicht auf's Rohr zu geben, und dann schauen wir Mal...

    Allerdings ist es beim Plunschen so, dass, wenn sich Mal ein größerer Kiesel unter die Dichtung schiebt, das ganze feine Zeugs wieder rausgewaschen wird. 😕

    Gibt's da einen Trick, wie man bessere Ergebnisse erzielt? Oder sollte ich mir lieber eine Kiespumpe besorgen?


    Morgen schauen wir Mal weiter


    Bis denne

    LG Thomas


    Gebesee, Thüringen


    Bohrbrunnen in Planung, Grundwasser bei etwa 4-5m , ehemalige Flussaue

  • Moin,


    Plunscher ist pure Gämmelei und in keinster Weise mit einer Kiespumpe zu vergleichen. Die fördert ein Vielfaches und erspart viel viel Arbeit, Ärger und Kraft.....


    Mit freundlichen Grüßen


    Kurty

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Kann ich meinen Vorredner nur zustimmen. Meine Kiespumpe war jedes mal mindestens halb voll. Außerdem reicht das Gewicht bei weiten nicht. Ich hatte immer, von Anfang an, 300kg drauf und das Rohr ist bei jedem Vorgang ca. 20-30cm nachgerutscht.

Brunnen selber bauen