Wahl des Rohrdurchmessers

  • Guten Tag,


    Ich habe angefangen einen Brunnen zu bohren und bin mittlerweile in 4m Tiefe auf Grundwasser gestossen. Leider ist auch feinkörniger Sand (Durchmesser 0,27mm) dabei. Mein Gedanke ist jetzt, mit der Kiespumpe im Brunnenrohr weiter runter zu kommen, so dass ich ausreichend Filterstrecke eintäufen kann. Ich überlege, ob ich dies in einem DN125 Rohr (0,3mm Filterschlitze) mache und dann ein DN100 Rohr mit Gewebefilter reinstelle, um den letzten Sand auch rauszubekommen und gleichzeitig noch eine Tiefbrunnenpumpe mit vernünftigen Durchmesser (4” oder zumindest 3,5”) einsetzen zu können.


    Hier nun meine Frage: Der Innendurchmesser eines DN125er Rohres beträgt 127mm, der Außendurchmesser eines normalen (nicht Glattwand) DN100 Rohres über der Muffe 120mm. Reicht das aus, um genügend Wasserfluss in den Innenbereich des DN100 Rohres zu bekommen sowie das Rohr überhaupt niederbringen zu können?


    Ich habe im Forum schon eine Weile geschaut, ob diese Frage schonmal gestellt wurde, habe aber leider nichts darüber gefunden.


    Vielen Dank!

  • und dann ein DN100 Rohr mit Gewebefilter reinstelle

    Reicht das aus, um genügend Wasserfluss in den Innenbereich des DN100 Rohres zu bekommen

    Das funktioniert nur, wenn das 125 Rohr wieder gezogen wird.

    Die 3,5mm sind sehr knapp.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Guten Morgen,


    Vielen Dank, kg49! Dann denke ich, wenn ich die Option haben möchte, das äußere Rohr eventuell stehen zu lassen, habe ich eventuell drei Optionen:


    1) Ein DN150er Brunnenrohr eintäufen (bekommt man irgendwo die 0,3mm Filterrohre?), damit genügend Spielraum für die Wahl eines DN115 Rohres und dann noch 4” Pumpen besteht. Hierzu auch die anscheinend ewige Frage, Glattwand oder mit Muffen, Trapez- oder TNA-Gewinde. Wie sind die Erfahrungen mit TNA, muss man wesentlich vorsichtiger beim Eintäufen sein?


    2) Bei dem DN125 bleiben und dann das Risiko in Kauf nehmen, daß ich ein DN80er Rohr reinstellen muss und damit eine 3” Pumpe nehmen muss. Hier ist dann allerdings auch nicht mehr viel Platz zwischen Pumpe und Rohrmantel - um die 6mm, je nach Pumpe.


    3) Gibt es eine Option, bei der man in ein DN125 Rohr ein DN100 Glattwandrohr stellen kann und trotzdem einen Gewebefilter einsetzen kann? Den Gewebefilter habe ich bisher nur auf Rohren mit Muffen gefunden. Auf Glattwandrohren wäre das eine tolle Option, da man dann deutlich mehr Spielraum zwischen den Rohren hätte (14mm statt der 7mm).


    Option 3 wäre gut, ich denke allerdings, daß ihr mir zu Option 1 raten werdet, aber habe ich etwas übersehen?


    Vielen lieben Dank und Gruß


    BBNeu

  • wenn ich die Option haben möchte, das äußere Rohr eventuell stehen zu lassen,

    Diese Option besteht nicht. Das funktioniert nicht, weil der Brunnen versiegen wird. Details zu dieser immer wieder vorgeschlagenen Vorgehensweise sind in früheren Forenbeiträgen zu finden.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Diese Option besteht nicht. Das funktioniert nicht, weil der Brunnen versiegen wird. Details zu dieser immer wieder vorgeschlagenen Vorgehensweise sind in früheren Forenbeiträgen zu finden.

    Gruss

    kg49

    Oh ha, vielen Dank, kg49, das ist eine weitere sehr wertvolle Information. Denkst Du, dass dies auch der Fall ist, wenn man eine 4m Filterstrecke mit 0,3mm Schlitzung im äußeren Rohr hätte und dann der leistungsfähigere Gewebefeinfilter (2m?) ungefähr in der Mitte der 4m Strecke steht? Eventuell könnte man auch noch Kies in den Zwischenraum füllen?


    Ich suche ich nochmal nach vorherigen Einträgen, hatte leider trotz einiger Versuche noch nichts hierzu gefunden.


    Vielen Dank und Gruss


    BBNeu

  • Warum willst du unbedingt den Schlitzfilter belassen, wenn du einen anderen Filter hinein stellen möchtest? Er kann dann nur schaden, aber nicht wirklich nützen..

    ...und nur weil du zu Anfang etwas feinen Sand hast, muß das doch noch lange nicht so bleiben...


    Gruß

    Lumpi

  • Warum willst du unbedingt den Schlitzfilter belassen, wenn du einen anderen Filter hinein stellen möchtest? Er kann dann nur schaden, aber nicht wirklich nützen..

    ...und nur weil du zu Anfang etwas feinen Sand hast, muß das doch noch lange nicht so bleiben...


    Gruß

    Lumpi

    Hallo Lumpi,


    Der einzige Grund ist, dass ich mir etwas Sorgen mache, ob ich das DN150er Rohr wirklich wieder ziehen kann. Da wird es dann wohl auch besser sein, Glattwand TNA Rohr zu verwenden? Habt ihr schonmal Schwierigkeiten mit dem Ziehen des Rohres gehabt?


    Gruß


    BBNeu

  • Hallo,


    Das ist kein Problem. Ich Verwender seit Jahren DN 150 Arbeitsrohr. Ganz normales Brunnenrohr nix Glattwand o.ä..


    Natürlich bekommst du das nicht per Hand gezogen. Aber mit einem anständigen Dreibock samt Winde ist das schneller wieder oben als du gucken kannst....,


    Sei erfinderisch.....Trecker mit Frontlader, Gabelstapler, Radlader oder oder oder. Du kennst bestimmt jemanden der etwas hat. Oder halt ein Dreibock. Anfangs, als meine Ausstattung noch eher sperrlich war, habe ich zum ziehen einfach die Holzklammer wieder an das Rohr geschraubt und links und recht einen Wagenheber drunter gestellt und gepumpt. Auch das ging völlig problemlos, wirkte jedoch nicht all zu professionell.


    Sei erfinderisch !

    Standort: 29693 Aller Leine Tal
    Erstellter Brunnen: Borhrbrunnen, 150`er Arbeitsrohr, 125`er Brunnenrohr
    Bekannter Grundwasserstand: ca. 4,5 Meter
    Bodenverhältnisse: weicher Heidesand "Mollersand" ab 5 Meter feiner Kies
    Brunnentiefe: 10 Meter (1m Sumpfrohr, 2m Filter, 7m Brunnenrohr)

  • Das ist kein Problem. Ich Verwender seit Jahren DN 150 Arbeitsrohr. Ganz normales Brunnenrohr nix Glattwatt

    Vielen Dank! Werde ich dann mit einer Winde versuchen.


    Benutzt Ihr denn dann nur normales Brunnenrohr oder auch eine Filterstrecke? Falls man das Rohr ja dann wider Erwarten doch ohne Innenrohr benutzen kann, wenn sich die Sandsituation weiter unten verbessern sollte.


    Entschuldigt bitte all diese Fragen, ich versuche mich weiter vorzubereiten und finde das ein oder andere leider nicht im Forum.


    Viele Grüße


    BBNeu

  • In ein Arbeitsrohr gehört normalerweise keine Filterstrecke, denn wenn man im Feinsand plunscht, dringt dieser durch die Filterschlitze ein.

    Lies mal zu der Thematik folgendes:


    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.


    Generell gilt:

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Falls Filterkies geschüttet wird, muss dieser unter Berücksichtigung dieser Überlegungen ausgewählt werden. Filterkies ist idealerweise fast kugelförmig, Splitt ist auf jeden Fall ungeeignet.


    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Guten Morgen,


    Ich werde also ein DN150 Arbeitsrohr ohne Filterstrecke verwenden und dieses, nachdem ich ein 115er Rohr mit Feinfilter reingestellt habe, später ziehen.


    Hierzu noch eine Frage: Welchen Durchmesser würdet ihr für die Kiespumpe einsetzen - 140mm oder 108mm?


    Gruß


    BBNeu

  • Das hängt vom Muskelschmalz ab. aber alleine um später das 115Rohr plunschen zu können, eine 108er. Evtl. sogar eine 90er für ein 100er Rohr.

    Entscheidend ist dabei auch die Frage, ob mit Steinen zu rechnen ist und ob diese mit einem Steinfänger oder mit dem Plunscher geborgen werden müssen.

    Deine Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Guten Tag,

    Hier nochmal eine Frage, ich tue mich ziemlich schwer DN150er Rohr als TNA Version für mein Arbeitsrohr zu bestellen. Fontario meldet sich nicht auf meine E-Mail und deren Webseite funktioniert irgendwie nicht richtig, da meine Bestellung sich nicht abschließen lässt.


    Kennt Ihr noch andere Bezugsquellen für DN150 mit TNA Gewinde?


    Vielen Dank und Gruß


    BBNeu

Brunnen selber bauen