Brunnen in Düsseldorf - Material wird gefördert aber kein Fortschritt

  • Hallo zusammen,

    ich habe heute wieder den ganzen Tag investiert und komme nicht weiter. Aufgeben ist eigentlich keine Option, aber ...


    Situation:

    Bohrbrunnen im Düsseldorfer Süden

    Grundwasser Minimum laut Stadt bei 10.90m

    Blaues Brunnenrohr DN115, 3m Filterstrecke, 0.5m Sumpfrohr

    Ziel: 15-16m Rohrtour versenken.


    Aktueller Stand:

    Ich habe 11.50m Rohrtour drin, davon schauen noch knapp 90cm raus, also 10.60m versenkt


    Im Rohr stehen Stand heute Abend etwa 60cm Kies (zumindest war das als letztes in meiner 108er Kiespumpe).

    Ich habe Wasser bei etwa 9.50m ab OK Brunnenrohr, ab GOK also bei 8.60m


    Heute:

    Habe ich den ganzen Tag damit verbracht

    - Rohr etwas ziehen

    - Ohne Last Kiespumpe

    - Mit bis zu 400kg Last Kiespumpe

    - Stahrohr von ~40kg zum auflockern/rumstochern (am Seil)

    - Wasser von oben zugeben (an sich aber nicht nötig, denke ich)

    - Fluchen


    Ich hatte zwischen drin:

    - Kiespumpe komplett leer

    - Kiespumpe halb voll, nur Sand

    - Kies, mal grob (bis 10cm), mal fein (2-3cm)


    Irgendwann nach Stunde 7 ist das Rohr nach Ziehen mal genau an die gleiche Stelle gerutscht, da hatte ich einen großen Stein im Verdacht. Rumstochern und Stahlrohr „fallen lassen“. Dann ging es aber sogar wieder etwas weiter als vorher...


    Im Ergebnis habe ich heute 20cm geschafft.


    Ich würde mich sehr über weitere Tipps freuen, ich will eigentlich nicht aufgeben...!

  • Im Ergebnis habe ich heute 20cm geschafft.

    Ohne ironie:

    Das ist doch was. Wenn sich das Rohr durch deine Bemühungen jetzt nicht an einem Stein vorbeigequetscht hat und früher oder später splittert, zeigt das doch, dass es weiter geht.

    Wenn Du Kies oder Sand durchbohrst, sollte sich das Rohr eigentlich bei diesen Bohrdaten noch drehen lassen. Sollte es bombenfest stehen, könnte das ein Hinweis sein, dass, wie oben geschildert, ein Stein klemmt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • :-)

    Danke, man muss auch mit den kleinen Fortschritten happy sein...

    Rohr lässt sich (zu zweit) ohne Probleme heben und - während des Anhebens - auch drehen.


    Ich hab im Forum gelesen, das man eins der Kolbengummis weglassen kann/soll.

    Ich hab den guten Standard von Erdbohrer, ging an sich die letzten Meter ganz gut!

  • Also Drehen mit Gewicht (um zu sehen ob der Schneidschuh aufsitzt)?

    Genau. Kannst ja vorsichtshalber ablasten, es geht nur darum festzustellen ob das Rohr sich in der Tiefe an einem Hinderniss verhakt. Denn wenn du das Rohr vorher immer anhebst sagt das ja nicht viel aus. Natürlich mit Gefühl, wenn du meinst nun wirds zuviel fürs Gewinde dann lieber abbrechen.

    Generell aber: Wenn du in Sand oder Kies plunschst und das Rohr dann ein Stück ziehst dann rutscht mit guter Wahrscheinlichkeit wieder Material nach, die Bohrung ist ja nicht formstabil. Dann kommst du natürlich auch nicht vorwärts. Macht man eigentlich nur wenn man im Rohr in Ton bohrt und die Bohrung unter dem Rohr erweitern muss oder wenn man von einem Hinderniss weiss dass es zu entfernen gilt.

  • Danke für die ganzen Tipps, ich werde berichten...


    Nochmal zur Kiespumpe (108er von erdbohrer.de):


    Der Kolben geht relativ langsam runter, das dauert locker 10 Sekunden oder mehr...

    Kann man das beschleunigen? Am Kolben sind zwei Gummis, könnte es sein das da eins zuviel ist?

  • Vielleicht stehe ich da auf dem Schlauch, aber:

    Wie bekommt ich denn auf die Kolbenstange mehrere Kilo Gewicht? Ohne die Kolbenstrecke zu verkürzen?

    Ich hätte jetzt gedacht ich kann maximal ein Gummi entfernen und dann ein paar dicke Unterlegscheiben „nachlegen“...

  • Ohne die Kolbenstrecke zu verkürzen?

    Ohne das gar nicht. Aber wenn du eine 2-3 cm dicke Stahlronde auftreiben kannst die locker ins Rohr passt (2cm weniger Durchmesser wäre schon OK) und eine Bohrung gem. Kolbenstangendurchmesser hat dann vermindert sich der Weg nur um eben die 2-3cm, das würde ich dann doch für vernachlässigbar halten. Um ein wirklich merkbar schnelleres Absinken zu erreichen wirst du beim Gewicht aber eher in Kilo denken müssen als in Gramm, mit ein paar Unterlegscheiben kommst du nicht weit...

  • So, ich habe jetzt nochmal 2h zum Feierabend investiert:


    - 15cm Fortschritt

    - Mal nur wenig Sand in der KP

    - Dann auf einmal halb gefüllt

    - Dann wieder nichts

    - Dann mal ein solcher Brocken wie auf dem Foto

    - Zu Beginn habe ich ausgelotet, da waren 60cm Sand/Kies unten im Rohr, zum Schluss nur noch 10cm


    Die Schichtenverzeichnisse vom Land NRW (und auch von mir aus 2km entfernt) sind etwas ungenau: Kann es sein, dass es „Schichtwechsel“ im Zentimeter Abstand gibt? Oder räume ich einfach nur das Brunnenrohr leer?


    Rohr lässt sich drehen, Auflast waren aber auch nur 80kg.

    Heißt es einfach nur „dranbleiben mit mehr Gewicht“? Und auch nicht nur für 2h sondern durchgehend?


    Ich freue mich über motivierende Ratschläge ;-)

  • Oder räume ich einfach nur das Brunnenrohr leer?

    Zumindest das lässt sich durch einfaches Ausmessen der Tiefe, in der die Kiespumpe arbeitet, feststellen.

    Eigenmotivation ist hier angesagt, und wenn es nur cmweise vorangeht.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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