Tiefbrunnenpumpe gesucht

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach einer Tiefbrunnenpumpe auf dieses Forum gestoßen und wollte euren Rat einholen. Ich suche eine Tiefbrunnenpumpe 4" für einen 9m tiefen DN100 Brunnen (blaues Rohr). Wasser steht ab 5 Meter. Mein Brunnenbauer hängt die Pumpe dann auf die richtige Höhe, da nur er weiß, wo der Filter im Rohr sitzt.


    Folgende Überlegungen habe ich schon getätigt. Hoffe das hilft euch, mir eine Empfehlung auszusprechen.


    Es soll ein Bewässerungssystem von Hunter installiert werden. Die Düsen sind MP Rotatoren mit Druckkompensierten Aufsteigern (2,8 bar - PROS-04-PRS40-CV). Das System ist auch soweit geplant. Verwendet werden:


    Strang 1: 2 x MP 1000 und 3 x MP 2000 mit einem Gesamtdurchfluss für den Strang von 8 Liter / min (0,5 qm/h)

    Strang 2: 3 x MP 1000, 1 x MP 2000 und 2 x MP 3000 mit einem Gesamtdurchfluss für den Strang von 14 Liter / min (0,85 qm/h)


    Für die Auslegung der Pumpe habe ich folgende Werte angenommen (alles mit Reserven betrachtet und gerechnet):


    Regner Druck laut Hunter:__________2,8 bar

    Ventil Druckverlust:_________________0,2 bar

    Rohr Druckverlust:__________________0,75 (DN25 maximale Länge 40 Meter (inkl. Sicherheit) - eigentlich sind es 30 Meter - laut Druckverlust.de passt auch die Strömungsgeschwindigkeit mit 1,7 m/s)

    Filter Druckverlust:_________________0,5 bar

    Brunnen:___________________________1,0 bar

    Wasserzähler:______________________0,2 bar (DN25 Q6)



    Summe Druckverlust:_______________5,45 bar

    Durchflüsse mal 2 und gleichzeitig:_45 Liter / min (2,6 qm/h)


    Verteilung (zwischen Pumpe und Ventile) soll alles in DN32 erfolgen, nur die Stränge laufen ab den Ventilen in DN25.


    Folgende Pumpen habe ich in der engeren Wahl:


    http://www.tip-pumpen.de/detail_aj4plus100_57.php

    http://www.tip-pumpen.de/detail_msc4_11.php


    Jetzt meine Frage: Passen die Pumpen? Wenn nein, welche würdet ihr mir empfehlen und warum. Vom Budget würde ich gerne in der Region bleiben (inkl. PressControl oder mechanischen Druckschalter von max. 500€)


    Vielen Dank schon mal und euch noch einen schönen Abend.


    Viele Grüße

    Mark





  • da nur er weiß, wo der Filter im Rohr sitzt.

    Das solltest auch Du wissen, hast Du keinen Ausbauplan zusätzlich zum Schichtenverzeichnis erhalten? Das gehört eigentlich zum professionellen Brunnenbau dazu.


    Du benötigst also auf einer Pumpenkennlinie den Schnittpunkt (Arbeitspunkt) bei

    5,45 Bar (= 54,5m) und 45L/min bzw. 2,7m³/h

    Bringt denn der Brunnen die erforderliche Schüttung, d.h. wurde vom Brunnenbauer die sandfreie Förderung von mindestens 2,7m³/h dauerhaft festgestellt?

    4m Brunnenrohr im Wasser ist ja nun nicht so unheimlich viel, da bleiben mit Sumpfrohr für den Filter gerade mal 2m. Ist der Boden ergiebig, reicht das, ansosnten könnte es knapp werden.

    Nun zu den Pumpenvorschlägen:

    Ist überhaupt nicht geeignet, da sie die o.a. Bedingungen nicht erfüllt.


    Könnte gerade so gehen, aber knapp dimensioniert. Da Tabelle und keine Kennlinie, ist der erforderliche Arbeitspunkt nicht ablesbar.


    Zum Fabrikat: Ich würde noch mal nach TIP Pumpen in den verschiedenen Foren googeln und Meinungen dazu lesen. Auch die Amazon Rezensionen sind interessant zu lesen.


    Eine 4" Pumpe kann nur in einem DN100 Brunnenrohr verbaut werden, wenn die Rohre exakt senkrecht verlaufen (das sollte der Fall sein, wenn mit einem Arbeitsrohr gearbeitet wurde) und das Wasser möglichst wenig Eisen enthält. Bei reichlichem Eisenanteil ist von einer 4" Pumpe abzuraten.

    Gruss

    kg49

  • Hallo kg49,


    vielen Dank für deine Anmerkungen. Ich werde versuchen die erforderlichen Informationen beim Brunnenbauer zu bekommen.


    Was ich noch vom Tag des Brunnenbohrens weiß ist, dass die sandfreie Förderung festgestellt wurde. Wieviel m³/h das dann waren, kann ich nicht mehr sagen (war viel Wasser auf einmal und ein dicker kräftiger Strahl aus einem 3/4 Schlauch - ist zwar keine inhaltliche Aussage, wollte es nur gesagt haben ;-) ). Weiterhin haben meine kompletten Nachbarn genau die gleiche Art an Brunnen im Garten wie ich. Und bei denen funktioniert der Brunnen, auch bei heißem Wetter den ganzen Sommer über. Die benutzen die Gardena Tiefbrunnenpumpe 6000/5 inox, was ich aber nicht will - da diese öfteren wegen Defekten ausfallen (Automatik defekt, Undichtigkeiten, etc.). Ich habe den Vorteil, dass mein Brunnen Richtung Park steht und ich somit weit genug weg bin von den anderen Brunnen.


    Vielleicht habe ich mich in meinem ersten Thread etwas unklar ausgedrückt. Die geschriebenen 45l/min bzw. 2,7 m³/h sind meine theoretischen Top-Wünsche, dh. Strang 1 und 2 parallel, dazu die theoretischen Summenwerte der Regner verdoppelt. Würde nur 1 Strang mit der höheren Durchflussmenge laufen, so wären das theoretisch 14 l/min bzw. 0,9 m³/h bei 5,45 bar.


    Welches Fabrikat bzw. welchen Hersteller würdest du empfehlen, wenn man zunächst die ins Spiel gebrachten TIP-Pumpen vergisst? Ich denke mit den nun oben genannten mindestens benötigten Durchflussmengen dürfte die Auswahl doch recht groß sein, oder? Ich hätte halt gerne eine Pumpe, die länger als 2 Jahre hält. Kenne zwar durch meine Recherchen viele Pumpenhersteller, jedoch weiß ich nicht, welche qualitativ hochwertig sind zu einem vernünftigen Preis.


    Vielen Dank und einen guten Start ins Wochenende.


    Viele Grüße

    Mark

  • welche qualitativ hochwertig sind zu einem vernünftigen Preis

    Das ist fast schon ein Widerspruch in sich. Auf jeden Fall würde ich von jeglicher Elektronik bzw. Automatik in der Pumpe abraten.

    Aus einem anderen Posting von mir:


    "Der Pumpenmarkt ist dreigeteilt.

    Zum einen die sehr renommierten deutschen Pumpen wie z.B.Grundfos oder KSB.

    Dann kommen die italienischen Pumpen wie z.B. ZDS, Ebara, Pedrollo etc.

    Als dritter auf dem Markt etablieren sich die chinesischen Pumpen, die zum Teil recht preisgünstig sind.


    Bei Dreiphasenpumpen sind, was Qualität und Laufzeit betrifft, Grundfos und KSB das Mass aller Dinge.


    Bei den Italienern sind die Hydraulikteile eigentlich o.k., die Motoren sind nicht ganz mit Grundfos vergleichbar. Man sollte hier darauf achten, dass man zur italienischen Hydraulik einen Motor von Franklin bekommt, die sind von der Qualität ähnlich wie Grundfos.

    Bei den Chinesen ist es Glückssache, zum Teil echter Schrott, zum Teil liest es sich recht vernünftig.


    Persönlich habe ich nur Erfahrungen mit Grundfos, dafür sehr gute, einfach nicht kaputt zu bekommen, auch wenn man bei 230V manchmal etwas tricksen muss."


    Die unproblematischte Laufdauer haben Dreiphasenpumpen (400V). Bei Grundfos sind durchaus Laufzeiten von über 20 Jahren bekannt geworden.

    230V Pumpen sind immer etwas problematisch, da sie einen Betriebskondensator benötigen, der ausfallen kann. Diesen gibt es eingebaut (2wire Technik) oder in einem Zusatzkasten (3Wire Technik), was den Austausch erleichtert. Für die Lebensdauer spielen aber auch die Lager und Dichtungen eine Rolle.


    Ansonsten gibt es in dem von Dir genannten Bereich jede Menge Pumpen, angefangen mit einem Chinesenkracher für ca. 160,-€ bis zu hochwertigen Grundfos Pumpen für 600 - 700,-€.

    Qualitativ hochwertige Tiefbrunnenpumpen werden leider über Amazon nicht vertrieben, die Rezensionen dort lassen üblicherweise gewisse Rückschlüsse zu.


    Grundfos ist teuer. Wenn man also in einem preisniedrigerem Segment suchen soll, landet man bei den Italienern. Hier kann man nur schauen, wie oft solche Pumpen negativ im Internet auffallen.


    Eine unauffällige, seit Jahren vertriebene Pumpe wäre:

    https://www.erdbohrer.de/Pumpe…0-6-9-bar-3000l::547.html

    Sie bringt bei 5,5 Bar 1800L/h, der Betriebskondensator ist eingebaut.


    Wenn Du mit der Vertriebsfirma Kontakt aufnimmst, kannst Du sie sicherlich gegen Aufpreis auch in 3Wire Technik bekommen.


    Gruss

    kg49








     

  • Nun, Motor- und Hydraulikteil sind getrennt, also auswechselbar, sie hat Nema Standard. Der Kondensator ist in der Pumpe.

    Was mir nicht gefällt, ist der hydraulische Teil aus Kunststoff. Nicht nur wegen der Langzeitstabilität, sondern auch wegen der Montage bzw. Demontage der Steigleitung. Da muss man beim Schrauben zum Teil sehr kräftig mit der Zange oder dem Schraubstock zupacken. Es sind halt doch am Pumpenauslass erhebliche Drücke, die abzudichten sind.

    Bis jetzt war ich immer froh, mit Metall arbeiten zu können. Allerdings gibt es die Pumpe auch in vollständiger Edelstahlausführung:

    https://diepumpe.com/Tiefbrunn…umpe-QPGo-3-13::1272.html


    Interessante Pumpen (mit Motorkonfigurator!) gibt es auch bei:

    http://duggmbh.de/de/Wassertechnik/Pumpen

    Gruss

    kg49

  • Hallo kg49,


    vielen Dank nochmal für deinen Kommentar. Ich habe mich nun bewusst für die Pumpe mit dem Kunststoff entschieden. Ich gebe dir natürlich Recht, dass komplett aus Metall besser ist, aber ich bin schon über mein Limit hinsichtlich Preis gegangen. Gerne hätte ich meinen Wunsch erfüllt und Grundfoss oder KSB genommen, geht aber nicht. Ich hoffe einfach drauf, dass wer günstig kauf, kauft 2 mal, nicht eintreten wird. Und wenn wirklich der Hydraulikteil defekt werden sollte, so hoffe ich, dass es ZDS dann noch gibt und ich nur diesen tausche.


    Ich werde berichten, wenn alles installiert ist und läuft - wird aber noch dauern, da noch gar kein Mutterboden im Garten liegt ;-).


    Viele Grüße

    Mark