Material für die Verrohrung

  • Hallo zusammen,


    ich hab gestern meinen Bohrbrunnen von einer Fachfirma bekommen. Zum Brunnen:


    Gesamttiefe: 13 m

    Unten 1m Sumpfrohr (Vollrohr), Darüber 3m Filterstrecke mit 0,75mm Schlitzen und darüber wieder 9m Vollrohr

    Abschluss ist ein Brunnenkopf mit 1" Gewinde

    Der Boden besteht aus reinem Kies aus ca. 8mm Steinen, also perfekt und kein Sand, kein Lehm

    Die Pumpe soll ausschließlich zur Gartenbewässerung und Planschbeckenbefüllung genutzt werden

    Gartenbewässerung wird über ca. 8 Gardena Versenkregner (S80, T100, T200, T380) ausgeführt


    Der Brunnen war leider nicht ganz billig. Mit Anfahrt hat mich das jetzt 2000 € gekostet, daher ist mein Budget erschöpft und ich werde erstmal keine Grundfos SP oder Ebara einbauen, sondern hoffen, dass die Pumpe die ich hier bei Amazon gefunden habe Dambat/IBO 3,5 SDM 3/11


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    Die Pumpe soll ich laut Brunnenbauer 80 cm über dem Boden hängen, d.h. sie hängt dann in ca. 12m Tiefe und müsste dann laut der Pumpenkurve (gelbe Linie) noch gute 95 Liter/Minute schaffen. Die Bewertungen sind durchgängig gut, also gebe ich dem Ding eine Chance denke ich.


    Fragen:

    - Kennt jemand die Pumpe und kann mir was dazu sagen?

    - Die Pumpe hat einen 1 1/2" Anschluss und ich will mit einem 1" Rohr nach oben gehen. Es wird von den Rezensenten empfohlen ein Rückschlagventil direkt am Pumpenausgang zu montieren. Was benötige ich denn nun alles an Material um die Pumpe, ein Rückschlagventil (welches), das 1" PE Rohr und den Brunnenkopf miteinander zu verbinden? Ich bin IT-Ingenieur und KNX Planer, aber von dem ganzen Sanitöter Zeugs habe ich keinen Plan.


    Merci und Grüße,

    Daniel

  • Ich bin IT-Ingenieur und KNX Planer,

    Tja, als Ingenieur sollte man auch in der Lage sein, sich in fremde technische Fachgebiete einzuarbeiten. Ist eine der Qualifikationen, die man im Studium erwirbt. Oder soll ich besser sagen, erwerben sollte?

    Für meine Generation war es selbstverständlich, sich zig mal in Gebiete einzuarbeiten, von denen wir im Studium nie was gehört hatte.

    Ich schreibe das, weil Dein Post deutlich macht, dass Du nicht nur in Sanitär-, sondern auch in simplen physikalischen Grundproblemen nicht die erforderlichen Kenntnisse aufweist.

    Details:

    Man sollte in einer Brunnenbeschreibung (mit Angabe des Brunnenrohrdurchmessers) schon angeben, in welcher Tiefe das Grundwasser liegt, damit beurteilt werden kann, ob die Pumpe korrekt gesetzt wurde. Diese darf nämlich nach allen Regeln des Brunnenbaus nicht im Filterbereich sitzen.

    Du solltest, wenn Du schon die Preise einer Fachfirma bezahlt hast, von dieser nach Arbeitsbeendigung einen Brunnenausbauplan sowie ein Schichtenverzeichnis bekommen haben. Beides gehört zum Arbeitsumfang eines Brunnenbaus, ohne dass dies extra vereinbart werden muss.

    Da aber die Fa. die Pumpe in den Filterbereich gehängt hat, bzw. die Anweisung für diese Positionierung gegeben hat, spricht dies nicht unbedingt für deren Qualifikation.

    Zur Pumpenauswahl:

    Die zu erwartende Druck- und Förderberechnung bzw. Bestimmung aus der Pumpenkennlinie, ist leider vollkommen falsch.

    Für die Bestimmung der Höhenverluste ist nicht die Position der Pumpe, sondern ausschliesslich die Position des Grundwasserspiegels bei Last zuständig.

    Weiterhin sind Strömungsverluste und Betriebsverluste zu berücksichtigen.

    Lies mal den folgenden Artikel zur Pumpenauswahl.

    Da Du schon eine Pumpe ausgewählt hast, kannst Du mit Hilfe dieses Artikels die zu erwartenden Leistungen der Pumpe bestimmen.

    Es wird von den Rezensenten empfohlen ein Rückschlagventil direkt am Pumpenausgang zu montieren.

    Das ist nicht besonders praktisch, denn dann muss jedesmal im Winter die Pumpe zur Entwässerung gezogen werden.


    Pumpenstärke


    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:


    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.


    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    • Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll
    • Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.


    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    • Druckverluste durch Höhenunterschiede
    • Druckverluste durch Wasserströmung
    • Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.


    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.


    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.


    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.


    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:


    PH + Ps + PB = PA


    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.


    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.


    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.


    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Für meine Generation war es selbstverständlich, sich zig mal in Gebiete einzuarbeiten, von denen wir im Studium nie was gehört hatte.

    Ich schreibe das, weil Dein Post deutlich macht, dass Du nicht nur in Sanitär-, sondern auch in simplen physikalischen Grundproblemen nicht die erforderlichen Kenntnisse aufweist.

    Was für eine nette Art ein neues Forenmitglied zu begrüßen. Zur Erklärung: Ich bin Diplom-Ingenieur im Fachbereich Informationstechnik. Mein Studium bestand zu 40 % aus Elektrotechnik und 60% Informatik.


    Nach Deiner Logik wäre auch jeder mit einem Medizinstudium in der Lage eine OP am offenen Herzen vorzunehmen und doch würdest du Dich im Fall der Fälle eher an einen Kardiologen wenden statt an einen Orthopäden oder?


    Dass ich mich gern in fremde Fachbereiche einarbeite habe ich denke ich dadurch gezeigt, dass ich mich hier an dieses Forum wende. Ansonsten würde ich einfach einen Installateur beauftragen und gut ist.


    Zu Deinen offenen Fragen:


    Das Rohr ist DN125

    Grundwasser kommt ab ca. 7-8m

    Das Zeug was der Typ aus dem Boden rausgeholt hat war durchgängig der von mir bereits beschriebene Kies mit 8mm Körnung


    Kannst du oder jemand anderes mir sagen wohin ich die Pumpe hängen soll? Die Empfehlung des Brunnenbauers war ja kurz unterhalb der Filterstrecke. Ich entnehme Deiner vorherigen Antwort, dass das nicht ideal ist.


    Ob das nun wirklich eine Fachfirma war oder sich nur so nannte weiß ich nicht. Auf jeden Fall machen die den ganzen Tag nichts anderes als Brunnen bohren und sind auch mit einem 120.000 € teuren Bohrgerät gekommen. Der Typ machte jetzt nicht unbedingt den Eindruck als habe er die Weisheit mit Löffeln gefressen, aber immerhin hat er es geschafft mir ein blaues Brunnenrohr 12,5 m tief in die Erde zu rammen und hat den Brunnen im Anschluss klar gepumpt. Mehr habe ich auch nicht erwartet.


    Dann versuche ich meine Frage zu konkretisieren: Unter diesen Bedingungen: Kann ich diese Pumpe verwenden und wenn ja in welchen Bereich des Brunnens soll ich sie hängen. Wohin kommt das Rückschlagventil wenn nicht an die Pumpe? Zwischen Brunnenkopf und Druckschalter? Welche Fittinge und Rohrverbinder benötige ich.

  • Ich sollte noch erwähnen, dass ich die 8 Regner auf 3 Kreise aufteile, so habe ich die Flexibilität bei zu wenig Druck nicht alle Regner gleichzeitig betreiben zu müssen. Zuviel Druck kann die Pumpe eigentlich nicht machen, da die Regner 6 Bar aushalten. Bitte korrigiert mich wenn ich einen Denkfehler habe.

  • Was für eine nette Art ein neues Forenmitglied zu begrüßen.

    Ich betreibe nicht dieses Forum und verkaufe auch nichts, erteile aber Ratschläge und Informationen aus meiner Praxis de Hobbybrunnenbaus, um Usern den Frust zu ersparen, den ich selbst vor über 30 Jahren erlebt habe, als es noch kein Internet zur Informationsgewinnung gab.

    Dafür leiste ich mir den "Luxus", ungeschminkt meine Meinung zu sagen. Wem sie nicht passt, muss nicht weiterlesen.

    Und was ich hier so in den letzten Jahren bezüglich Brunnenbau von Fachfirmen und Laien gelesen habe sowie die Erwartungshaltung und Naivität der Letzteren, würde ausreichen, ein Buch zu schreiben, was allerdings kaum einen interessieren dürfte.

    aber immerhin hat er es geschafft mir ein blaues Brunnenrohr 12,5 m tief in die Erde zu rammen

    Keine besondere Qualifikation. Bei den von Dir geschilderten Bodenverhältnissen dürfte das sogar jeder Laie hinbekommen. Dauert zwar etwa länger, dafür kostengünstiger. Aber das ist ein andere Thema.

    Kann ich diese Pumpe verwenden


    Ich antworte erst mal auf diese Frage.

    Wenn Du meinen Artikel zur Pumpenstärke gelesen hättest, wüsstest Du jetzt, dass diese Frage ohne weitere Kenntnisse der Bewässerungsanlage gar nicht seriös beantwortet werden kann. Entscheidend ist der Arbeitspunkt und den kannst nur Du selbst berechnen.

    Du kannst natürlich auch danach die Pumpe aussuchen:

    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:


    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Vielleicht triffst Du die letzte Möglichkeit.

    Die Empfehlung des Brunnenbauers war ja kurz unterhalb der Filterstrecke. I

    In dieser Position wäre die Pumpe wahrscheinlich wegen mangelnder Kühlung ausgefallen.

    Es sei denn, sie hätte eine Mantelstromkühlung. Weiss ich nicht, einen anklickbaren Link hast Du ja nicht in Deine Anfrage gesetzt.

    Gruss

    kg49

    Es fördert nicht die Problemlösung, wenn von Seiten der Ratsuchenden erst nach mehreren Tagen auf einen Forenbeitrag geantwortet wird, da dies häufig ein erneutes Einlesen in die Problemstellung erfordert.


    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar und vollständig beschrieben wird.


  • Dafür leiste ich mir den "Luxus", ungeschminkt meine Meinung zu sagen.

    Manche Menschen haben so viel Meinung und Ahnung, dass gar kein Platz mehr für Wissen vorhanden ist.


    Jedes Forum hat ein paar Deppen deren Leben so armselig ist, dass sie es nötig haben mit ihrer Erfahrung einen auf dicke Hose zu machen und wie die Geier darauf lauern einem Anfänger mit immer den selben Artikeln ihr unfassbares Wissen unter die Nase zu reiben. Und ich hatte das unfassbare Glück gleich bei meinem ersten Post direkt an so ein Würstchen zu geraten - was habe ich doch für ein Glück. Den Luxus seine ungeschminkte Meinung kund zu tun habe ich eben auch.


    Vielleicht hat ja hier noch jemand Lust mir echte Hilfe zu geben. Ich habe mich im Übrigen nun doch umentschieden und soeben eine EBARA Brunnenpumpe 4WN Set 4-7 gekauft. Mir fehlt allerdings noch ein Presscontrolschalter. Kann ich diesen hier nehmen?

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