Warum Kiesschüttung beim Brunnenbau

  • Filterkies wird zwichen Brunnenrohr und Filterrohr geschüttet. Filterkiese haben die Aufgabe Schwebeteilchen im Boden abzuhalten. u.a. feinen Sand. Dabei darf die Kiesschüttung nicht so klein gewählt werden, da der Kies sonst durch die Brunnenfilter eindringen könnte. Bei zu großem Filterkies besteht die Gefahr das Schwebeteilchen (Sand) bis an den Filter schwemmen und diesen verstopfen.


    Es gibt verschiedene Filtersande und Filterkiese.


    Filtersande: 0,25 - 0,5 mm, 0,5 -1,0mm, 0,70 - 1,5mm
    Filterkiese: 2,0 - 3mm, 3 – 6mm, 6 - 8,0mm


    Sollte einmal das Filterrohr nicht zu der anliegenden Bodenschicht passen und keine Kiesschüttung passen, kann man sich mit einem Kiesbelagfilter weiterhelfen.


    Welchen Filterkies zu welcher Schlitzweite der Brunnenrohre?
    Nachstehend aufgeführt in der Tabelle.


    Filterkiese 0,7-1,5mm / Schlitzweite de Filter 0,3mm
    Filterkiese 2-3mm / Schlitzweite de Filter 0,75-1,5mm
    Filterkiese 3-6mm / Schlitzweite de Filter 1,5-3mm


    Info: Filterkiese dürfen nicht scharfkantig sein damit diese nicht die Filterrohre versperren.
    Die größe der Kiesschüttung um das Brunnenrohr sollte mindestens 40mm betragen um eine ausreichende Filterrleistung bereitzustellen.
    Übrigens bekommt man Filterkies in verschiedenen Größen auch im Baumarkt. Der heißt dann nur Waschkies.


    :idea:

  • Hi,


    kann man eigentlich statt eines Blindstopfens mit Tonpellets auch einfach eine Filterkiesschüttung in das Sumpfrohr einbringen, um das Rohr vor Sandeintrag abzudichten?
    Man könnte ja dann auch noch zusätzlich einen Puck aus VA-Stahl mit einem etwas kleineren Durchmesser drauffallen lassen, oder?


    Gruss Michael

  • der Druck beim Leerpumpe könnte am Brunnenausgang so hoch sein das es Dir den Kies einfach wegspült. Am besten einen Quellstopfen aus Holz oder Tonpellets im Sack runterlassen. Auch ein geringer Abstand lässt schon kleine Teile durchsickern. Wenn der Puck schwer genug ist und ziemlich genau passt könnte das funktionieren. Was ist aber wenn du den Boden mal wieder frei haben willst ?
    Gruß Marg

  • Hallo alle zusammen. Ich habe von meinem Großvater ein Grundstück vererbt bekommen. Da ist ein Brunnen der nur von unten Wasser durchlässt. Der hat keine perforierten Rohre eingebaut. Was kann ich tun ? Ständig ist Sand im Wasser und ich hab nur ärger mit dem Hauswasserwerk und der Brause:confused: Besteht die Möglicjkeit den Brunnen von unten zu verschließen und trotzdem Wasser zu fördern ohne Sand?
    Ich bedanke mich mal schn jetzt.

  • Hallo Rammbrunnen, ich habe mich entschlossen das KG Rohr zu belassen und einen neuen Brunnen zu bohren. Ich habe ernsthaft die Befürchtung das dass alles Murgs ist, mit dem Rohr ziehen. Das reisst doch auseinander, die Muffen und die verdichtete Erde um das Rohr.
    Ich glaube mein älterer Herr hatte den Brunnen nur mit einer Schwengelpumpe in Betrieb. Funktioniert da villeicht besser wegen der geringen Fördermenge.


    nun mal sehen. Was hälst du davon das Rohr irgend wie von unten zu ziehen. Ich mein den Ansatzpunkt zum ziehen auf dem Brunnengrund anzubringen.
    Dann schiebt man die Rohre event. ineinander


    Bob der bobby:rolleyes:

  • Hallo marg,
    Mit Quellstopfen können offene Brunnenböden gänzlich verschlossen werden; eine Filterkiesmischung hingegen bleibt wasserdurchlässig und erhöht so die die Filterkapazität beträchtlich. Leider sichert sie aber nicht zuverlässig gegen Bodenauftrieb/Wegspülen der Schüttung ab. Daher meine Frage:
    Ist Dir als "sehr erfahrener Brunnenbauer" ein Verfahren bekannt, welches beide Vorteile vereint (also durchlässig wie eine Filterkiesmischung ist und zugleich einen nachträglichen Auftrieb der Schüttung unterbindet)?
    Markus

  • Zitat


    erhöht so die die Filterkapazität beträchtlich.


    Wie kommst Du darauf? 2m 115mm Rohr hat eine Mantelfläche von 20 * 1,15 * PI = 72 dm^2. Mit dem Boden bekommst Du 1 dm^2 oder 1,4% dazu.

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    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
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  • Hallo Andreas,
    Du verwechselst in meinen Augen die Mantelfläche mit der freien Schlitzfläche. Das Wasser kann schließlich nur durch die freien Schlitze eintreten und nicht durch den Mantel. Solange also das Filterohr und das Brunnenrohr an der Sohle NICHT ständig im Trockenen stehen kommt da auch etwas durch die Schlitze. Unter der Annahme, dass das Filterrohr im Grundwasserträger sitzt, ist meines Erachtens daher die Schlitzfläche maßgeblich und nicht die Mantelfläche - und die "offene" Fläche wird nun einmal bei einem bodenoffenen Rohr um ca. 130% vergrößert (bei 1m langem Filterrohr, SW0,3mm, DN115). Sollte ich da einen Denkfehler haben, lasse es mich wissen ...
    Markus

  • Je nach Schlitzweite und Durchmesser hat ein m Filterrohr eine Kapazität von 2-3 m^3/h. Zwei m also 4-6 m^3. Die Schlitze im Brunnenrohr sind nicht der Flaschenhals. Stellst Du das Rohr in einen Teich kannst Du Wasser pumpen ohne Ende.


    Auch in groben Kies brauchen wir uns über Filter kaum Gedanken machen. Das Wasser fließt. Eine lange Filterstrecke brauchen wir in Böden, die das Wasser nur zögerlich durchlassen. Die haben eine großen Anteil feiner Sedimente, welche Du auch am Boden Filtern müsstest. Also hast Du auch am Boden effektiv eine viel kleinere Eintrittsfläche.


    Wenn Du Wasser aus dem Brunnen pumpst sinkt der Wasserstand, ein Unterdruck entsteht. Nicht nur unmittelbar am Schlitz, sondern in der gesamten Umgebung der Filters. Somit scheint mir die Mantelfläche das richtige Mass.

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    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
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  • Hallo Andreas,


    Als Laie hatte ich vermutet, dass in einem Grundwasserleiter die wirklich geringen Feinsedimentanteile mit der Grundwasserströmung ausgespült worden sind, so dass im Grundwasserleiter, da wo der Brunnenrohrboden ja auch sein sollte, in der Regel ein tragendes Sand-/Kies-Korngerüst mit einer erhöhten Porenzahl und Wasserdurchlässigkeit vorliegt? Deinem Kommentar entnehme ich, dass das wohl nicht der Regelfall ist?


    Aber auch wenn ein Korngemisch mit hohem Feinsedimentanteil den Brunnenrohrboden umschließt, könnte es doch unter Umständen möglich sein, dass die Feinsedimente (sofern sie nicht einen kritischen Mengenanteil überschreiten) nach ein paar Stunden Pumpen aus den Partikelzwischenräumen herausgespült werden ohne den Porenraum zu verstopfen?
    Nach dem Auswaschen des Feinanteils bliebe am Brunnenrohrboden dann ein tragendes (und wegen der hohen Pumpströmung z.B. 50cm dickes) Korngerüst mit hoher Wasserdurchlässigkeit zurück. Ist das in der Praxis völliger Quatsch ..? Die Filterkapazität der Filterstrecke wäre dann trotz hohem Feinsedimentanteil deutlich erhöht...


    Markus

  • Die Vorstellungen von unterirdischen Flüssen oder Wasseradern tauchen immer wieder auf.
     
    Ein Bekannter von mir war überrascht, dass mein Brunnen keine Attrappe ist. Hab die Pumpe angestellt und ihm den Schlauch in die Hand gedrückt. Da war er noch erstaunter, dass das Wasser glasklar ist. Obwohl das Wasser aus Lehmboden mit geringen Schichten stark schluffigem Kies kommt.
     
    Die Fließgeschwindigkeit ist einfach sehr viel zu gering um nur irgendein Körnchen aufzuschwemmen.
     
    Fast überall in Deutschland treffen wir auf Grundwasser. Das bewegt sich großflächig und sehr, sehr langsam. Im Jahr fällt rund 60cm Niederschlag pro m^2, also 0,6 m^3. Mein Brunnen liefert 0,4 m^3 pro Stunde bei einem Querschnitt von rund 0,2 m^2 und fördert keinen Krümel.
     
    Es gibt in der Tat auch Brunnen die dauerhaft Sand fördern. (Es ist aber nicht die Strömung, die den Sand zum Filter bringt, sondern die Gravitation.) Das ist sehr gefährlich. Denn es entstehen Hohlräume die irgendwann kollabieren. Das würde auch bei Wasseradern passieren, die sich ein unterirdisches Flussbett graben.
     
    Es gibt zwar Flüsse die sich über Millionen von Jahren durch Felsen gegraben und z.B. Tropfsteinhöhlen gebildet haben. Aber auf die treffen wir nie. A wegen der Tiefe, B wegen des Felsmassivs, das den Hohlraum stabil hält und C weil man von oben nicht erkennen kann wo untern der Fluss durch den Berg fließt.

    Zitat


    Aber auch wenn ein Korngemisch mit hohem Feinsedimentanteil den Brunnenrohrboden umschließt, könnte es doch unter Umständen möglich sein, dass die Feinsedimente (sofern sie nicht einen kritischen Mengenanteil überschreiten) nach ein paar Stunden Pumpen aus den Partikelzwischenräumen herausgespült werden ohne den Porenraum zu verstopfen?
    Nach dem Auswaschen des Feinanteils bliebe am Brunnenrohrboden dann ein tragendes (und wegen der hohen Pumpströmung z.B. 50cm dickes) Korngerüst mit hoher Wasserdurchlässigkeit zurück. Ist das in der Praxis völliger Quatsch ..?


     
    Nein, wenn Du die Zusammensetzung des Korngemisch kennst und eine passende Filterweite auswählst, ist das genau das was beim Klarpumpen passiert. Außer, dass die 50cm unrealistisch sind.
     

    Zitat


    Die Filterkapazität der Filterstrecke wäre dann trotz hohem Feinsedimentanteil deutlich erhöht...


     
    Du müsstest in dem Fall doch eine Bodenkappe mit gleicher Schlitzweite verwenden. Da gewinnst Du doch nichts nennenswert.

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    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
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  • [quote='andreas_gn','http://www.brunnenbau-forum.de/index.php?thread/&postID=26265#post26265']
    .. wenn Du die Zusammensetzung des Korngemisch kennst und eine passende Filterweite auswählst, ist das genau das was beim Klarpumpen passiert. Außer, dass die 50cm unrealistisch sind.


    Andreas,
    wenn ich bei zunächst offenem Brunnenrohrboden klarspüle entsteht unter dem Brunnenrohrboden in der Regel also ein z.B. ballonförmiges tragendes Korngerüst, an dessen Manteloberfläche die Strömungsgeschwindigkeit so niedrig ist (irgendwo stand <2cm/s), dass feine Sedimentanteile nicht mehr mitgeschwemmt werden. Ich hatte gemutmasst, dass die längste Achse, die gerade noch in das ballonförmige Korngerüst passt, 50cm betragen könnte. Du sagst, dass sei unrealistisch. Klar hängt das von vielen Faktoren ab, wie dem Korngemisch, der Bodenströmung im Pumpenbetrieb, etc. . Dennoch: Welche Ausmaße könnte das Korngerüst denn im besten bzw. im Durchschnittsfall nach Deinem Schätzung annehmen?
    Markus

  • Hallo Marcus,


    so falsch liegst du da nicht.
    Filterkies hat die Aufgabe Erosion im Grundwasserleiter zu verhindern. Die Filterschlitze verhindern ein Eindringen der Schüttung in den Brunnen. Die Filterkiesschüttung erfolgt anhand einer Siebanalyse des Bodenmaterials.
    Ist alles aufeinander abgestimmt, durchdringen feine Sedimente die Kiesschüttung und auch die Filterschlitze.
    Auch unterhalb der Bunnensohle wird eine Filterkiesschüttung eingebracht und das selbst, bei Verschluss durch einer Bodenkappe.
    In welchem Ausmaß sich nun das Korngerüst entwickelt, werden dir hier sicherlich Leute mit mehr Erfahrung sagen können.

  • Die Frage kann pauschal nicht beantwortet werden. Es hängt davon ab, wie sich der Bodengrund zusammensetzt, wie hoch die Eindringgeschwindigkeit des Wassers ist, wie stark der Brunnen belastet wird und warum überhaupt eine Kiesschüttung in Erwägung gezogen wird.

    Gruss

    kg49