Probleme beim Graben vom Schachtbrunnen

  • Hallo zusammen,


    ich versuche gerade mit Schachtringen einen Brunnen im Garten zu schaffen. Die ersten 4 Ringe (1 Meter Durchmesser, 50 cm hoch) wurden beim Hausbau von unserem Tiefbauer direkt im Garten "versenkt". Mit dem Loch Drumherum bin ich momentan schon auf ca 3-3,5 Metern Tiefe angelangt. Leider hat der Tiefbauer die Ringe nicht ganz waagerecht gesetzt, so dass ich jetzt Probleme habe, die Ringe nach unten rutschen zu lassen.

    Ich habe inzwischen zwar schon 6 Ringe mit je 25 cm oben aufgesetzt und konnte damit die Ringe nochmals ca 30 cm nach unten rutschen lassen, doch nun ist irgendwie Schluss. Ich habe wieder unten ca. 15 cm ausgegraben, aber dieses mal ist nur der unterste Ring gerutscht und die oberen stecken fest (hab jetzt ca 5-7 cm zwischen den untersten beiden Ringen).

    Hat einer eine Idee, wie ich die Ringe wieder zum Rutschen bekomme?

    Unten bin ich übrigens gerade so auf der ersten Wasserschicht angekommen, der Sand ist schon sehr nass.


    Danke,
    Sascha


    PS: Fotos reiche ich nach, sobald es mal hier oben im Norden nicht regnet :-)

  • tach auch

    nun versuch mal mit en Montiereisen zwichen die Ringe zu kommen und hebel wenns geht rauf und runter. Auch könntest du oben en dickes Kantholz drüberlegen uns mal mit en dicken Hammer drauf hauen.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • moin,


    das mit dem Moniereisen muss ich mal versuchen. Mit dem Kantholz und dickem Hammer hatte ich keinen Erfolg.

    Hier mal ein paar Fotos dazu. Oberirdisch hab ich eigentlich noch recht viel Gewicht auf dem Schacht.... das letzte Foto zeigt den ca. 5-7 cm dicken Spalt zwischen den letzten beiden Ringen.


    Das runter rutschen lassen hatte auch nur geklappt, indem ich den Sand um die Ringe eine Stunde lang stark bewässert habe, bis alles schön matschig war

  • Hat denn der Löffelbagger einen so engen Schacht ausgehoben???

    Ich sehe folgende Möglichkeiten, die ich bitte als reines Brainstorming zu verstehen:

    Zuerst den untersten Ring absolut plan ausrichten.

    Danach die Seitenwände gründlich wässern und hoffen, dass sich was tut.

    Die Seitenwände teilweise freilegen, wieder wässern und hoffen.

    Eine Betonabdeckung kaufen (die bräuchtest Du später sowieso) und einen Rüttler mieten.

    Wieder wässern und den Rüttler oben auf der Platte laufen lassen.

    Ein ordentliches Gerüst oder Dreibein aufstellen und die Ringe wieder ziehen.

    Mit einem ordentlichen Kettenzug sollte sich das bewerkstelligen lassen. Ich schätze die grossen Ringe so auf 500 - 600 kg.

    Mehr fällt mir dazu nicht ein.

    Gruss

    kg49

  • Kleines Update.


    Der Löffelbagger hatte direkt von der einen Ecke der Baugrube aus noch einmal etwas ausgehoben und dann da direkt die Ringe versenkt. Ging insgesamt bis ca. 3 Meter unter Bodenoberkannte.


    Ich habe jetzt mit einem Brecheisen die Ringe, Ring für Ring, nach unten gedrückt bekommen und kann so in ca 2-5 cm Schritten immer weiter nach unten kommen. Habe so heute schon knapp 25 cm geschafft.


    kg49, wieso brauch ich eine Betonabdeckung? Ich bin mir zwar noch nicht so sicher, wie ich das Loch von oben sichern will, aber müsste es nicht auch gehen einen "Alibi-Brunnen" mit Kurbel und Eimer selber zu mauern? Funktionstüchtig werde ich den Eimer wohl nicht bekommen, oder hat da jemand Erfahrung mit?


    Der unterste Ring ist jetzt ca 10 cm unter der Wasseroberfläche. Wie weit sollte ich noch runter, oder muss ich jetzt mit KG Rohren weiter machen? Ich will später auch ein Hauswasserwerk anschließen, aber habe noch immer die romantische Idee vom Eimer, der Wasser nach oben befördert

  • aber habe noch immer die romantische Idee vom Eimer, der Wasser nach oben befördert

    Ich war davon ausgegangen, dass Du einen professionellen Schachtbrunnen zur Wassergewinnung in grösseren Mengen bauen willst.

    Schachtbrunnen sollten bestimmte Vorgaben einhalte, z.B. sollte die in Ihnen enthaltene Wassermenge einem Tagesbedarf entsprechen.

    Wenn Dein Herz an Folklore hängt, dann kannst Du natürlich auch etwas im nostalgischen Stil bauen, nur... Ziehbrunnen entsprechen nicht den behördlichen Vorgaben.

    Brunnen müssen gegen hineinfallende Dinge (Staub, Blätter, Tiere, etc.) gesichert sein.

    Gruss

    kg49

  • hallo

    nun das mit der Tiefe hängt da von ab wie fiel Wasser du benötigst! Wenn die Ringe nun rutschen und es nicht zu schwer ist würde ich schauen so tief wie möglich zu kommen. Dann würde ich noch mit einer Schmutzwasserpumpe das Wasser versuchen wech zu halten. wenn sie das nicht mehr schaft müsste genügent Wasser nachlaufen für en normale Pumpe-

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • Ich habe jetzt mit einem Brecheisen die Ringe, Ring für Ring, nach unten gedrückt bekommen und kann so in ca 2-5 cm Schritten immer weiter nach unten kommen. Habe so heute schon knapp 25 cm geschafft.


    Serwus,


    hast du jetzt zwischen mehreren Ringen einen Spalt?

    Ich hab bis jetzt Versuch die Spalten zu verhindern (Eisenspangen) damit da nicht Material eingeschwemmt werden kann bzw. damit der ganze Schacht nicht schief wird...


    Sonst eben gut einwässern, und ordentlich Druck von oben! (Abdecken und ein paar Regentonnen raufstellen und mit Wasser befüllen)


    Ich plane den Ring mindestens 1m unter Wasserstand zu bringen, um einen kleinen Buffer zu haben und Schwankungen ausgleichen zu können...

  • So langsam geht es voran. Habe schon einen Wasserstand von ca 45 cm, nur irgendwie ist jetzt Schluss....

    Seit gestern sind die Betonringe nochmal 15 cm nach unten gerutscht, aber an dem Wasserstand hat sich nichts getan. Der Pegel ist noch immer ca. 5 cm unterhalb der Oberkannte vom untersten Betonring. Ist das normal?

    Zum Graben sauge ich momentan auch mit einer Schmutzwasserpumpe das Wasser bis auf ca. 5 cm ab, dabei fiel mir auf, dass recht viel Sand unterhalb des Betonrings in den Brunnen gesaugt wird. Mache ich da was falsch, oder tut sich da nochmal was mit dem Wasserstand?

  • Seit gestern sind die Betonringe nochmal 15 cm nach unten gerutscht, aber an dem Wasserstand hat sich nichts getan. Der Pegel ist noch immer ca. 5 cm unterhalb der Oberkannte vom untersten Betonring.

    Wenn der unterste Betonring 15cm nach unten gerutscht ist und der Pegel steht unverändert 5cm unter der Oberkante, dann bedeutet dies, dass Dein Wasserpegel um 15cm gefallen sein muss. Ist das wirklich so? Eigentlich sehr ungewöhnlich.

    dass recht viel Sand unterhalb des Betonrings in den Brunnen gesaugt wird

    Meinst Du von unten oder von der Seite? Versuche doch Dich etwas präziser auszudrücken.

    Gruss

    kg49

  • Die wasserführende Schicht wird den Sand hineinspülen.

    Normalerweise vertieft man ja erst in der Mitte. Bleibt denn diese Mulde erhalten oder wird diese ebenfalls zugepült (nivelliert)?

    Das Problem besteht darin, dass Du das Wasser abpumpst und somit ein Druck von aussen nach innen entsteht.

    Soalnge Du pumpst sehe ich keine Möglichkeit, den Sandeintrag zu verhindern, es sei denn, Du würdest durch Wasserhinzugabe den Wasserstand im Brunnen gleich oder höher als den Grundwasserspiegel halten.

    Feiner Sand ist sowieso nicht das Gebiet für Schachtbrunnen, die relativ weit unter dem Grundwasserspiegel enden sollen, da sind Bohrbrunnen wesentlich unproblematischer.

    Gruss

    kg49

  • Teilweise wird die Kuhle in der Mitte nivelliert. Ist mir heute morgen aufgefallen, dass über Nacht die Kuhle in der Mitte zugespült war.


    Besteht später wenn ich nachher das Wasser richtig nutze auch noch das Problem, dass der Sand in den Brunnen gespült wird, oder ist das später zu vernachlässigen?


    Siehst Du eine Möglichkeit den Sand später draußen zu halten? Macht da ein Vlies oder Sieb sinn, mit dem ich den Boden vom Brunnen auskleiden kann?

    Plane 1 Meter Wassersäule im Brunnen zu haben.

  • Besteht später wenn ich nachher das Wasser richtig nutze auch noch das Problem, dass der Sand in den Brunnen gespült wird,

    Ja

    Macht da ein Vlies oder Sieb sinn, mit dem ich den Boden vom Brunnen auskleiden kann?

    Nein


    Den Boden sollte man als Kiesfilter gestalten, genauso wie bei Brunnenrohren. Liegt feiner Sand vor, so muss zuerst auch eine feine Kiesfilterschicht gelegt werden, so ca. 2 - 3 mal so gross im Durchmesser wie Dein Sand, also ca. 1mm. Darauf kommt dann eine gröbere Filterkiesschicht von ca. 6mm Durchmesser. Das ganze so 30 - 40 cm hoch.

    Ich spreche hier von Filterkies, den es im Netz speziell zu kaufen gibt. Normaler Kies ist unbrauchbar. Googel nach Filterkies.

    Gruss

    kg49



  • Danke für die Info. Werde mir den Filterkies bestellen, damit sollte es hoffentlich klappen.


    Bin jetzt bei ca 50 cm Wasserstand, da sollte ich wohl dann die 40 cm Filterkies zusätzlich zu dem einen Meter Wassersäule rechnen, oder?


    Hab heute ca 200 Liter Sand aus dem Brunnen geholt, nur irgendwie ist nichts mehr abgesackt. Durch das hinaussaugen des Wassers ist sehr viel Sand in den Brunnen gesaugt worden, so dass die untersten 5-10 cm vom Betonring immer mit Sand gefüllt sind.

  • Bin jetzt bei ca 50 cm Wasserstand, da sollte ich wohl dann die 40 cm Filterkies zusätzlich zu dem einen Meter Wassersäule rechnen, oder?

    Im Prinzip schon.

    Hab heute ca 200 Liter Sand aus dem Brunnen geholt, nur irgendwie ist nichts mehr abgesackt

    Irgendwann wird der Boden oben einsacken, wenn Du so weiter machst.

    Das Wasser scheint so massiv von aussen zu drücken, dass ich Probleme für die weitere Fertigstellung sehe. Wahrscheinlich wäre ein Bohrbrunnen wesentlich optimaler für diesen Bodengrund.

    Gruss

    kg49

  • Hallo Sacha

    Du musst das Gewicht auf die Ringe erhöhen! Wir machen das mit dem Gewicht vom Seilbager und wen das nicht mehr reicht haben wir einen Stahlkanz mit aufnahme möglichkeiten für zusätzliches gewicht. Das höchste an das ich mich erinnere sind 25t gewesen. oky wir waren auch bei etwas über 30m.

    Bohrbrunnen 17 meter bei 10 meter Wasser. Pumpe DAB 30/50 Tiefenbrunnrnpumpr mit 6m3 leistung. Weitere Brunnen DN 300 mit 60m3 leistung. Pumpe Grundfos Wasserknecht.

  • kg49 du hattest mal wieder total Recht....

    Über Nacht ist das Erdreich um den Brunnen herum um ca. 10 cm nach unten gerutscht und hat auch die Betonringe mit nach unten genommen.

    Wenn das jetzt so weiter geht, dann würde ich das Abrutschen des Bodens ums Bohrloch sogar noch mit in Kauf nehmen.

    Am Ende muss ich den Brunnen nur innen irgendwie sandfrei bekommen, damit ich den Filterkies einbringen kann.

    Bruttowasserstand 65 cm; Nettowasserstand 47 cm ... macht also 18 cm Sand im Brunnen


    Hier mal ein kleines Video vom Sand, der beim Absaugen in das Brunnenloch gezogen wird.

    Ab ca 1 Min wird's im Video interessant:

  • Ein sehr interessantes Video. Ich habe den Eindruck, dass die Wassereinspülung vor allem seitlich erfolgt, weniger in der Mitte.

    Mit diesem "Schläuchelchen" und der Pumpleistung wird es Dir kaum gelingen, soviel Sand seitlich abzusaugen, dass die Ringe gleichmässig rutschen. Da müsste ein Absaugwagen der Kanalreinigung sein Werk tun. Es haben schon Brunnenbauer von dieser Möglichkeit berichtet.

    Man könnte mal probieren, wie sich das Ganze verhält, wenn man das Wasser nicht absaugt, sondern den Sand per Hand ausbaggert.

    Gruss

    kg49

  • kg49, danke für deine Sicht.

    Mit dem per Hand ausbaggern hab ich mir auch schon überlegt, aber vielleicht erst,w enn ich die Endtiefe des Brunnens erreicht habe?? Das Wasser ist zum Tauchen dann doch etwas kalt ;-)


    Ich war auch überrascht, aber seitdem ich so sauge rutschen die Ringe gleichmäßig nach unten..... vorher in den oberen Schichten hatte ich da mehr Probleme, die gleichmäßig nach unten zu bekommen.


    Momentaner Plan: Weiter absaugen und Sand mit dem Eimer nach oben bringen, bis der Wasserstand ca. 130 cm oberhalb des untersten Betonrings ist (das Gelände neben dem Brunnen wird wohl etwas absacken, aber da ist der Mutterboden abgetragen und den Sand, den ich unten raushole, kann ich oben gleich wieder aufschütten). Dann ohne pumpen den Sand bis zum Boden herausholen und mit dem Filterkies auffüllen..... könnte klappen?

  • Mal ein kleines Update...

    Wasserstand ist bei 1,0 Meter, wobei sich gerade der Grund vom Schacht mit ca 25 cm Sand vollgespült hat (netto also nur 75 cm Wasser). Leider rutschen die Ringe jetzt nicht mehr nach, da ich auf eine Schicht mit gröberen Sand (mit einigen Kieseln) gestoßen bin und beim Abpumpen vom Wasser noch der feine Sand aus der darüber liegenden Schicht in den Brunnen gesaugt wird.

    Nach dem Aufsetzen des letzten Betonrings hatte ich unten auch Probleme mit meiner Pumpe (15.700 l/h) das restliche Wasser abzupumpen, das Wasser drückt einfach sehr schnell nach.


    Bin mir gerade noch nicht so sicher, ob ich es bei dem einen Meter lassen soll, oder ob ich es weiter versuchen sollte tiefer zu kommen.