Bohrbrunnen Newbie Niederrhein

  • Hardfacts: Bohrbrunnen in 47638 Gartengrundstück120qm

    Spass mit dem Element Wasser zu arbeiten, automatische Bewässerung ist angedacht


    Bodenverhältnisse: unklar, Nachbar hat in 5 M Entfernung einen Brunnen ohne Tiefenangabe, Grundwasser ist hier in etwa bei 9-10 Meter zu erwarten bis ca 6,20 M abwechselnd mal mehr oder weniger gröberer Kies





    Hallo zusammen, ich habe einen Garten den ich nun komplett umkrempel, da dieser im Rohzustand ist kann ich Dreck machen ohne das man irgendwas zerstört.


    So nun zum Bohrloch,erste 3 Meter mit 200 er 2 Mann Erdbohrer in die Tiefe gegangen, dann mit 6 Meter 100 er Handbohrer weiter gemacht. Dann war bei 5,80 Ende, neuen Bohrer bestellt, gestern von Erdbohrer einen 160mm Bohrer mit 8 Meter erhalten, an dieser Stelle vielen Dank für die schnelle Lieferung, echt klasse!


    Nun gestern Loch schnell aufgebohrt und war relativ zügig wieder an der alten Bohrtiefe von knapp 6 Meter. Dann stand auf einmal aus dem nichts bei ca 6,50 Meter etwas Wasser im Bohrloch. Das Wasser sinkt aber wieder ins Erdreich nach ca. 10 Minuten so das das Bohrloch wieder trocken scheint, Mache ich einen erneuten Hub steht dann wieder Wasser drin.


    Nun ich bin total verunsichert wie ich weiter machen soll, das ausheben ist nun da es Nass ist ein Kraftakt, aber es geht noch irgendwie, es kommt eine Schicht mit feinstem Sand mit Daumengrossen Kieselsteine ans Tageslicht. Soll ich erstmal weiter Bohren oder ab nun mit einer Kiespumpe weitermachen?


    Ich mache das Projekt mit meinem Vater, er meinte ein KG Rohr als Arbeitsrohr ablassen er wollte dann unten einschlitzen, ich habe ihn mehrmals darauf aufmerksam gemacht das man das so nicht macht...


    Ich habe viel gelesen die Tage hier, leider auch viel Input wo man sich nicht alles merken kann.

    Ich habe viel überlegt, mittlerweile wenn es die Bohrverhältnisse erlauben würde ich auf ein Arbeitsrohr verzichten, wie gesagt im Moment, es scheint da das Bohrloch stabil bleibt.


    Mein Wunsch wäre ein TNA 115 Brunnenrohr, ist mein Bohrlochgrösse dafür in Ordnung oder sollte ich weiter aufbohren?


    Mache nachher mal Fotos von dem was hier so los ist:)

  • Ab Grundwasseranfang wird normalerweise mit der Kiespumpe weitergearbeitet, also geplunscht. Am Anfang mit Fremdwasserzugabe.

    Ob Arbeitsrohr oder Brunnenrohr direkt kann Dir vielleicht folgender Artikel beantworten:

    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

Brunnen selber bauen