Bohrbrunnen in Süddeutschland - unmöglich?

  • Hallo,

    ich wohne in Süddeutschland bei Tübingen und möchte gerne einen Bohrbrunnen im Garten haben. Mein Nachbar hat einen alten Schachtbrunnen, der bei 4 m Tiefe Wasser hat. Leider gibt es hier nirgends Brunnenbohrgeräte auszuleihen und die einzige Erdbohrungsfirma in der Gegend möchte 10.000 € (!) - da wäre noch nicht mal eine Handschwengelpumpe dabei - und ich müsste mehrere Bäume fällen, damit das 2,5 m breite Fahrzeug durchpasst.

    Weder Hand-Brunnenbohrgeräte noch maschinelle Brunnenbohrgeräte werden hier irgendwo zum Verleih angeboten. Ich habe seit Wochen einen Auftrag bei MyHammer eingestellt, auf den sich bisher niemand gemeldet hat. Hat jemand eine Ahnung, warum das hier so schwierig ist?

    Liegt das am Boden? Wir haben hier schwere Lehmböden mit Tonschichten.

    Sieht jemand eine Möglichkeit, wie ich doch noch zu meinem Brunnen komme?

    Eine Genehmigung habe ich schon.

    Bin für jede Hilfe dankbar.

    Viele Grüße

    Claudia

  • Liegt das am Boden? Wir haben hier schwere Lehmböden mit Tonschichten.

    Damit hast Du Dir doch selbst eine Antwort gegeben.

    Es kommt ja nicht nur darauf an, ein Loch in den Boden zu bohren, sondern es muss auch Wasser für eine Pumpe beikommen. Und das ist bei den von Dir geschilderten Bodenverhältnissen anscheinend nur in grösseren Tiefen der Fall.

    Wenn, kann man nur einen Schachtbrunnen bauen (siehe Nachbar).

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Ich bin Anfänger und habe mit einem Erdbohrer mein Brunnenloch vorgebohrt. Habe allerdings in 9,50m immer noch kein Grundwasser.


    Mit einem Erdbohrer für rund 150,-€ ein Loch bis aufs Grundwasser in 4m zu bohren ist ne Sache von 2 Stunden. Schwieriger wirds, unterhalb des Grundwasserspiegels weiter zu bohren. Da ist wohl nur Matsch, der vom Bohrer rutscht. Man braucht eine Kiespumpe und damit sollen Lehmschichten wohl schwierig sein.

    Allerdings sind 4m ja nicht wirklich tief. Das sollte schon irgendwie hinzukriegen sein. Man kommt ja relativ kommod von oben dran.


    Ich würde einfach mal mit nem Erdbohrer - den kann man ja zur Not auch mit minimalem Verlust weiterverkaufen - eine Probebohrung bis aufs Grundwasser vornehmen. Dann siehst Du ja, welches Material Du genau vor Ort bzw. im Grundwasser hast. Wenn´s Kies ist sollte das relativ einfach gehen, solang nicht zufällig ein Stein unterm Rohr liegt.

    Wenn nicht, gibts hier sicher Experten die Dir mehr zu Lehm und Ton sagen können. Aber dann kennst Du zumindest dein Problem.

  • TheodorB

    Informiere Dich doch bitte mal über die Eigenschaften eines Bohrbrunnens und eines Schachtbrunnens, bevor Du solche Tips hier verbreitest.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Was spricht denn dagegen einfach mal schnell nachzuschauen, welcher Untergrund vorliegt? Sie weiß es ja offenbar selbst nicht genau?


    Oder von was hängt die Frage nach Bohr- oder Schachtbrunnen sonst ab?

  • Es ist eine Sie. Trotzdem habe ich nicht vor, Ihr die Arbeit abzunehmen ;-)


    Ich weiß ja nicht, wie´s Euch geht aber ich betreibe das als Hobby. Mal 2 Stunden im Garten zu arbeiten ist für mich n netter Zeitvertreib und Ausgleich zum Job, keine unmäßige Belastung.


    Was wäre denn die Alternative?

  • Hilfreicher wäre es doch erstmal Schichtenverzeichnisse aus der näheren Umgebung ausfindig zu machen. Die meisten Bundesländer haben entsprechend Geo-Portale, die solche Daten öffentlich und meist kostenlos zur Verfügung stellen.


    Damit kannst du abschätzen, ob du ansatzweise eine Chance hast. Zudem solltest du dich hier einmal durch alles Beiträge klicken, die deinem Vorhaben ähneln, dann verstehst du grundsätzlich, wo die Probleme bei einem Bohrbrunnen bestehend und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen.


    Meine Vorredner haben das aber schon deutlich gemacht.

  • Hallo, vielen Dank für eure Beiträge.

    Meine Nachbarn haben Schachtbrunnen, weil sie beim Ausgraben des Erdreichs für das Fundament des Hauses Wasser gefunden haben. Ich glaube, man hat das in den 60er Jahren so gemacht (Schachtbrunnen mit Betonringen).

    Nach den oberen Lehm- und Tonschichten kommt in 4 Metern Tiefe eine wasserführende Schicht mit einem Kies-Lehmgemisch.

    Ich werde mich mal in diesem Forum schlau machen, welcher Brunnen der geeignetste ist. Ein Schachtbrunnen kommt allerdings nicht infrage, da ist mir der Aufwand mit Bagger und so zu groß....

  • Hallo, vielen Dank für eure Beiträge.

    Meine Nachbarn haben Schachtbrunnen, weil sie beim Ausgraben des Erdreichs für das Fundament des Hauses Wasser gefunden haben. Ich glaube, man hat das in den 60er Jahren so gemacht (Schachtbrunnen mit Betonringen).

    Nach den oberen Lehm- und Tonschichten kommt in 4 Metern Tiefe eine wasserführende Schicht mit einem Kies-Lehmgemisch.

    Ich werde mich mal in diesem Forum schlau machen, welcher Brunnen der geeignetste ist. Ein Schachtbrunnen kommt allerdings nicht infrage, da ist mir der Aufwand mit Bagger und so zu groß....

    Das hört sich noch gar nicht mal so schlecht an. Aber da ich die Gegend überhaupt nicht kenne mache ich lieber keine Aussagen. Schichtenverzeichniss ist tatsächlich erforderlich, und auch dann kann es immer wieder Unterschiede geben.


    Aber bitte nicht hobbymässig wie Teddy, der darf bei mir angestellt werden wenn er in 2 Stunden 4 Meter Ton locker durchbohrt. LOL

  • bitte nicht hobbymässig wie Teddy, der darf bei mir angestellt werden wenn er in 2 Stunden 4 Meter Ton locker durchbohrt. LOL

    Die Wette würd ich sogar annehmen, hab bei mir auch die ersten 3m Mutterboden und dann Lehm und das hat mich mit nem guten Erdbohrer nicht wirklich aufgehalten. Ich bin aber auch Sportler. Job hab ich allerdings schon.


    Schichtenverzeichnis hin- oder her. Ich verstehe den OP so, dass eben in geringer Tiefe mit hinreichender Wahrscheinlichkeit grundwasserführender Kies ist und man in den Garten weder mit Schachtringen noch mit schwerem Gerät so weiteres reinkommt.


    Klar, ne weitere Recherche kann nicht schaden aber sicher ist man eh erst, wenn man nachschaut. Kann ja wenige m nebendran schon anders sein. Ich persönlich würd einfach mal runterbohren und nachschauen. Kost ja fast nix außer Zeit, macht Spaß und am Ende weiß mans sicher, was Sache ist.

  • eine wasserführende Schicht mit einem Kies-Lehmgemisch.

    Kies mit ein wenig Lehm: Klingt erstmal vielversprechend, wobei eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit natürlich nicht zwangsläufig auch eine hohe Ergiebigkeit bedeutet.

    Lehm mit Kieseinschlüssen: Lehm/Ton ist ja ohnehin nicht besonders schön zu bohren, und da er ein schlechter Wasserleiter ist kann so eine Schicht im Inneren gerne auch mal trocken und steinhart sein. Wenn da dann aber noch Kiesbrocken eingeschlossen sind wirds schnell häßlich, das kann dir richtig den Tag versauen.

    Die Mischung machts also, diese Angabe als solche gibt also leider nicht so furchtbar viel her.

    Jedenfalls wäre bei den Bodenverhältnissen ein Riversidebohrer und ein Edelmanbohrer keine schlechte Wahl. Ersteren kann man leicht selbst bauen, letzterer ist schon anspruchsvoller. Und als Fertiggerät richtig teuer. 'Eben mal kurz nachschauen' kann also durchaus einige Investitionen in Werkzeug bedeuten. Dreibein mit Ketten- oder Flaschenzug ist ohnehin fast Pflicht bei so einem Boden.


    Aber vielleicht erstmal nochmal ganz von vorn: Du sprachst von einer Firma die dir ein Angebot erstellt hat? Was stand denn da konkret drin?

    Die 10 Mille können natürlichauch einfach ein Abwehrangebot gewesen sein weil die den Auftrag gar nicht wollten, sowas kommt vor. Allerdings kann es auch durchaus sein dass die die örtlichen Verhältnisse von früheren Aufträgen nur zu gut kennen und daher tatsächlich einen immensen Aufwand zugrunde gelegt haben und so auf diese Summe kamen (wobei 10kEur schon heftig sind).

    Du sprachst von einem 2.5m breiten Bohrgerät, das ist schon ein ordentliches Trumm. Es gibt auch sehr schmale Geräte die durch eien 80cm Tür passen. Also entweder haben die schlicht kein kleineres oder die rechnen sich damit keine Chancen aus und haben daher gleich die grosse Maschine zugrunde gelegt. Wenn dem so ist dann dürfte ein Selbstbau irgendwas zwischen 'harzig' und 'unmöglich' werden.

    Also: Irgendwelche näheren Angaben aus dem Angebot verfügbar?

Brunnen selber bauen