Brunnenbau nahe Bonn - NRW

  • Hallo in die Runde,


    ersteinmal vielen Dank für eure Ratschläge in meinen anderen Threads. Eure Hinweise und Denkanstöße verstehe ich nun immer besser.


    Auch wenn ich immernoch unbedarft bin, was den Brunnenbau angeht, will ich euch dennoch meine derzeitige Planung und Ausarbeitung präsentieren:


    Planung Standort / Abschätzung Untergrund:

    Eine Stabile Bohrvorrichtung habe ich bereits gebaut genauso wie eine Holzzange mit den Abmessungen 150x30x13cm.



    Nach Recherche in online verfügbaren Daten, habe ich mit hoher Wahrscheinlichkeit folgende Bodenverhältnisse bei der Bohrung.


    bis 3,0m - Schluff mit Sand und Ton und Kies (Oberpleistozän)

    ------------------------

    Schluff 40,0 - 100,0

    Sand 15,0 - 30,0

    Ton 15,0 - 30,0

    Kies 0,1 - 15,0

    in %

    ------------------------


    bis ~ 13m - Mittelkies mit Grobkies und Sand (Oberpleistozän)


    ------------------------

    Mittelkies 40,0 - 100,0

    Grobkies 40,0 - 60,0

    Sand 15,0 - 30,0

    in %

    ------------------------


    14-15m Tonschicht von ca. 1m Stärke



    Bohrung:

    Die Bohrung soll mit einem Bohrer 190mm mit Aufkantung erfolgen. Für das Bohren im Rohr oder Hindernisse, werde ich mir einen 145mm und 98mm Bohrkopf dazu kaufen.


    Gebohrt (und geplunscht) wird mit einem Arbeitsrohr TNA DN150 in 7,5mm Stärke. Der erste Teil des Rohres wird abgefasst, sodass es hoffentlich besser durch die Erdschichten rutscht.


    Abteufen ins Grundwasser:


    Nach der Bohrung (GW Spiegel ca. bei 5-6m) erfolgt das Abteufen des genannten Arbeitsrohres mit einer Kiespumpe in der Dimension 108m. Hierbei werde ich die lange Ausführung verwenden. Die Bedienung erfolgt mit einer Umlenkrolle/Seilrolle in 180mm bis 22mm Seildurchmesser. Seil wird ein 20m langes 20mm Polyhanfseil, welches mittels geeignetem Knoten am Kolbengestänge der Kiespumpe befestigt wird. Ein elektrischer Seilhebezug bis 300/600 Kg soll ein wenig Unterstützen und wird mit einem Karabiner an eine nachträglich an die Kiespumpe geschweißte Öse (oben) montiert.


    Ein Steinheber mit Spitzen aus Baustahl für das Bohrgestänge soll ggf. auftretende Steine bergen / lockern. Ein noch zu bauender Fallmeißel wird auch bereit liegen, um im Notfall Steine zu beseitigen. Zudem werde ich mir noch eine Gestängesicherung bauen.


    Gewicht wird bis zu einem gewissen Grad mit großen Betonplatten aufgelastet. Sollten größere Gewichte von Nöten sein, werden zwei Stabile PP Fässer auf die Holzzange gestellt, die mit einer Gartenpumpe befüllt / entleert werden.


    Planung / Ausbau Brunnenrohr bzw. Filterstrecke:

    Ich weiß, dass die Planung hier noch ein wenig verfrüht ist, da ich jedoch keine Überraschung erleben will, habe ich einmal zwei Szenarien aufgezeichnet, die wahrscheinlich eintreten können:


    Szenario 1:



    * Bohrstecke 11 m

    * Min GW-Stand 6,5m

    * Mittel GW-Stand 5,5m

    * Max GW-Stand 2,5m

    * 3m Filterstrecke

    ** Überdeckung Filter min. 2m (Monat 08/09/10/11)

    ** Überdeckung Filter mittel 3m (Monat 04/05/06/07)

    ** Überdeckung Filter max. 6m (Monat 12/01/02/03)

    *Angenommen Tonschicht ab 11m

    * Filterrohr PVC DN115, SW 0,3mm

    ** Förderleistung ca. 3 m³/h bei angenommen 1,5m³/h pro Meter Filterrohr


    Szenario 2:



    * Bohrstecke 13 m

    * Min GW-Stand 6,5m

    * Mittel GW-Stand 5,5m

    * Max GW-Stand 2,5m

    * 3m Filterstrecke

    ** Überdeckung Filter min. 3m (Monat 08/09/10/11)

    ** Überdeckung Filter mittel 4m (Monat 04/05/06/07)

    ** Überdeckung Filter max. 7m (Monat 12/01/02/03)

    *Angenommen Tonschicht ab 13m

    * Filterrohr PVC DN115, SW 0,3mm

    ** Förderleistung ca. 4,5 m³/h bei angenommen 1,5m³/h pro Meter Filterrohr


    Szenario 2.1:


    Tritt im 2. Szenario Feinsand < 0,3mm im Bereich der Filterstrecke auf, werde ich entsprechende Feinsandfilter einbringen müssen. Dazu gibt es verschiedene Optionen.


    1. Sandfilter mit HDPE Filterkörper mit einer Förderleistung max. 3,5m³/h. Kosten bei Lotze 113,90 pro Meter.


    Ist hier zusätzlich eine Kiesschüttung empfehlenswert oder sogar notwendig? Bei mir wäre 25mm Platz.


    2. Kiesbelagfilter mit ähnlichen Eckdaten und Kosten. Gibt es diese auch in DN115? Bisher habe ich keine Quelle aufgetan.


    Ist hier zusätzlich eine Kiesschüttung empfehlenswert oder sogar notwendig?


    3. Gewebefilter DN115 mit max. 2m³/h Förderleistung pro Meter. 65,95 pro Meter.


    Ist hier zusätzlich eine Kiesschüttung empfehlenswert oder sogar notwendig?


    + Bodenkappe DN115.



    Planung Pumpenkopf, Pumpe und Steuerung:


    - Folgt -



    Über Einschätzungen vorab freue ich mich.


    Viele Grüße

    P373

  • Eigentlich perfekt. Aber manchmal etwas "übertrieben":

    Tritt im 2. Szenario Feinsand < 0,3mm im Bereich der Filterstrecke auf, werde ich entsprechende Feinsandfilter einbringen müssen.

    Geringe Feinsandanteile o.ä. werden sich immer in einer Bodenschicht finden lassen. Dazu dient ja dann das Klarpumpen, welches die Feinsandanteile herausholen soll, sodass der verbleibende Grobsand oder Kies die eigentliche Filterschicht bildet. Der Brunnen wird allmählich sandfrei.

    Wenn es jedoch gleich von Anfang an sandfrei werden soll ist nichts gegen die Verwendung eines Feinsandfilters einzuwenden. Möchte man jedoch maximale Werte an Wassermenge fördern, ist das Klarpumpen die Vorgehensweise, die einen maximalen Wasserertrag bietet.

    Kommt halt auf den Einzelfall an. Du solltest bohren und hier dann eine auf mm-Papier fotografierte Bohrprobe zur Beurteilung einstellen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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