Sand im Brunnenwasser

  • Hallo,

    Im Juni 2018 habe ich einen Brunnen gebohrt, Grundwasser fängt bei 2,3 m an,

    eingebaut habe 2m Brunnenfilterrohr 0,5mm in 5 Zoll und 4 m Brunnenrohr.

    Nach fertigstellung betrug die Wassersäule 3,7 m, habe eine 4 Zoll pumpe mit eine 1,2 Qm Leistung pro Stunde eingebaut,

    abgesehen davon dass das Wasser sehr eisenhaltig ist, hat alles gut funktioniert, wasser wird zum Rassengiessen gebraucht.

    Mit dem Brunnenwasser habe ich meine Regentone gefüllt und von da aus über Graf Wasser Konsole meine Rasensprenger versorgt.

    Ich wollte aber auch das Wasser direkt aus dem Brunnen benutzen, leider hat der Druck der Pumpe nicht ausgereicht, deswegen habe ich die gegen eine stärkere umgetauscht, die 3,3 Qm bringt.

    Jetzt tritt folgendes problem auf, nach 20 sec pumpem wird das Wasser immer sandhaltiger bis die Pumpe durch die Sandmenge immer weniger Wasser fördert und abgeschaltet werden muß. Ich habe versucht die Pumpe überal zu positionieren (auch im Filterbereich, wass nicht gut ist), immer das gleiche Problem ist aufgetreten.

    Letztendlich habe ich mich enschlossen den Brunnen um 2m zu verlängern, was mir auch gelungen ist, nur leider das Problem ist immer noch da. Der Brunnenboden ist nicht verschlossen.

  • deswegen habe ich die gegen eine stärkere umgetauscht, die 3,3 Qm bringt.

    Falsche Pumpe. Die Förderleistung ist zu gross für diesen Brunnen. Du hättest eine Pumpe nehmen müssen, die zwar einen höheren Druck, aber keine grössere Förderleistung hat. Stichwort: Pumpenkennlinie.

    Der Brunnenboden ist nicht verschlossen.

    Der sollte unbedingt verschlossen sein.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Du musst die Tiefe mal nachmessen. Wenn der Brunnen keine Tiefe verloren hat, muss auch nicht neu geplunscht werden.

    Pellets bestehen aus Quellton. Sie ergeben einen Quellstopfen, wenn man sie z.B. in einen Nylonstrumpf packt und dann auf den Boden des Brunnens schiebt. Entweder mit einer Stange oder einem schweren Gewicht. Danach eine Nacht quellen lassen.


    Die Pumpe ist wesentlich aufwendiger zu dimensionieren. Dabei wird oft viel falsch gemacht. Ich habe mal eine Übersicht erstellt, was alles für eine richtige Pumpendimensionierung in schwierigen Fällen zu berücksichtigen ist. Lies es Dir in Ruhe durch, bei Unklarheiten einfach fragen:

    Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.

    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.

    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes

    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).

    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .

    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.

    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.

    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.

    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.

    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:

    PH + Ps + PB = PA

    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.

    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.

    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt.

    Zuletzt darf man nicht vergessen sicherzustellen, dass der Brunnen überhaupt in der Lage ist, die berechnete Wassermenge zu liefern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo,

    danke für die ausführliche Antwort, den Brunnenboden werde ich nach der Kontrole dicht machen, eine Sache verstehe ich aber nicht, warum ist die Pumpe zu Gross.

    Im Interenet habe ich eine Tabele gefunden, wo die Brunnenfilterrohr durchlässigkeit mit Zahlen angegeben ist ,oder gibt es auch andere Zahlen?


    Vielleicht liegt das Problem das der Boden nicht verschlossen ist?

  • Vielleicht liegt das Problem das der Boden nicht verschlossen ist?

    Das kann natürlich ein Teil der Ursache sein.

    Die angegebenen Durchflussmengen bei Filterrohren beziehen sich nicht auf im Boden eingebauten Filterrohre, sondern auf Filterrohre, die im freien Wasser, z.B. in einem Teich stehen.

    Das Problem sind auch nicht die Rohre, sondern ob diese Rohre optimal auf den Bodengrund abgestimmt sind. 0,5mm ist ein ordentlicher Querschnitt, den kann man eigentlich nur nehmen, wenn die Filterrohre im Kies stehen oder eine Kiesschüttung um die Rohre gemacht wurde.

    Für den von Dir geschilderten Sand sind sie eigentlich zu grob. Üblich sind in unbekannten Böden 0,3mm.

    Die Wasserförderung muss auch an den Brunnen und seinen Filter angepasst werden.


    Da Du nichts zum Bodengrund gesagt hast (Feinkörnigkeit) kann man keine weitere gesicherte Aussage machen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo,

    wie wird der Bodengrund untersucht?, ich denke bei mir ist es sowieso zu späth.

    Nach dem messen habe ich festgestellt das ca. 1,7 m Sand in dem Filterrohr stand, mit dem Pluntscher habe ich versucht auf volle 8 m zu kommen, war aber unmöglich, neues Sand und Kies kammen nach.

    Dichtungston habe ich im Strumpf vorbereitet und den auch versenkt, was ca. 40 sec. gedauert hat, dann mit eine Dachlatte (zussamen geschraubt) und einen 100 mm HT Blindstopfen zussamen gedrückt und mit 25 kg belastet.

    Leider habe ich 70 cm durch das schnell nachlaufenem Sand verloren, das heißt mein Filterrohr hat jetzt eine Strecke von ca. 1,3m.

    Nach einsetzen und einschalten der Pupme kamm Trübes Wasser, aber nach paar Minuten wurde immer klarer, der Wasserspiegel sengt sich vom 2,3 m, auf 4,2 m, die Pumpe hängt bei 5 m und fördert 3,2 Qm Wasser, wird das Filterrohr nicht überfordert ?, oder kann ich froh sein des genug Wasser da ist.

  • wie wird der Bodengrund untersucht?,

    Durch genormte Siebe oder indem man ihn auf mm-Papier streut und die Körner auszählt.

    wird das Filterrohr nicht überfordert

    Das Filterrohr wird nicht überfordert, das geht nicht kaputt.

    Der Brunnen wird aber überfordert. Du solltest Die Förderung auf max. 1,5m³/h drosseln.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

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