Probleme sind Sand / Lehm, wir kommen nicht weiter

  • Hallo


    Wir bohren unsere erste Brunnen und haben leider Probleme bei circa 7m tiefe.


    Wasser haben wir ab 2.3m…leider aber kein wasserführender Schicht bis jetzt gefunden…laut Bodenanalyse haben wir : Sand, u-u* FI Sand/Auelehm


    Bis 7m haben wir mit ein 145 Bohrer geschafft, leider kommen wir nicht weiter. Wenn man bohrt (2-3 Umdrehungen), viel Sand/Lehm (siehe Bilder) kommt raus aber wenn man wieder der Bohrer niederbringt merkt man sofort das es überhaupt nicht an Tiefe gewonnen hat und meistens sogar 10-15 Cm höher steht…:;(


    Wir haben ein KG160 Rohr als Arbeitsrohr geplant, leider ist der Loch mit diese Bohrer zu klein, und der Rohr passt nicht…da müssten wir mit ein größere Bohrer das Loch aufbohren.


    Was denkt ihr mehr Sinn hat?


    Mit ein größere Bohrer das Loch aufbohren, Arbeitsrohr setzten und versuchen mit der Bohrer weiter zu Bohren?


    oder


    Mit Erdbohrer aufhören und Brunnenrohr setzen und mit dem Kiespumpe versuchen tiefer zu kommen? Funktioniert die Kiespumpe trotz diese klebige Lehmige matsch?

    Wir sind auf jeden Tip Dankbar…


    Vielen Dank in Voraus und Gruße aus Landkreis Celle

  • Was denkt ihr mehr Sinn hat?

    1. Ohne Rohr geht es nicht. Entweder ein Arbeitsrohr oder direkt das Brunnenrohr. Dazu folgende Informationen:

    Arbeitsrohr und Brunnenrohr

    Möchte man beim Bau eines Bohrbrunnens Kies um die Filterrohre schütten oder sogar einen speziellen Sandfilter setzen, so kann man das Brunnenrohr nicht direkt abteufen sondern muss zuerst ein Arbeitsrohr verwenden. Arbeitsrohre werden manchmal auch als Schutzrohre bezeichnet.

    Im professionellen Bereich werden dafür Stahlrohre verwendet, die ineinander verschraubt bis zur gewünschten Endteufe abgesenkt werden.

    Diese Stahlrohre werden dem Hobbybrunnenbauer nur in den seltesten Fällen zur Verfügung stehen. Hier nimmt man dafür Brunnenrohre in Glattwandausführung mit TNA Gewinde. Diese haben keine "Verdickung" an den Verbindungsstellen und können somit in schwierigen Böden leichter versenkt werden als Brunnenrohre mit Verbindungsmuffe.

    In sehr leichten Böden habe ich auch gute Erfahrungen mit sogenannten KS-Rohren (Kabelschutzrohr) gemacht. Hier nimmt man die Ausführung mit Klebemuffe, steckt die Rohre ineinander und verbindet sie mit 12 – 16 kurzen Schrauben kleinen Durchmessers, die in 3 – 4 Ebenen versetzt an den Muffen angeordnet werden. Dies ist wesentlich günstiger als 2 -4 Schrauben mit grossem Durchmesser zunehmen. (Wie beim Nähen: viele kleine Stiche). Die Rohre werden in Standardlängen von 6m angeboten. Kürzt man sie, können die Einzelstücke mit Muffen verbunden werden. Wenn man die Muffen anfast, ist der Widerstand beim Abteufen nicht grösser als bei normalem Brunnenrohr.

    KG Rohre haben im Brunnenbau nichts verloren, auch wenn es durchaus Berichte von Brunnen aus KG Rohr gibt.

    Dem ersten Rohr, was beim Plunschen gesetzt wird, gibt man unten eine Fase, so dass das Bohrgut in das Rohr gedrückt wird.

    Die Arbeitsrohre werden dann auf die gewünschte Tiefe (Endteufe) mit entsprechender Auflast (400Kg sind keine Seltenheit) abgeteuft.

    Anschliessend wird in das Arbeitsrohr die Brunnenrohrtour mit Sumpfrohr, Filterrohr(en) und Vollrohren bis zur GOK gestellt.

    Möchte man eine Kiesschüttung anbringen, ist es sinnvoll darauf zu achten, dass das Brunnenrohr mittig im Arbeitsrohr steht. Bei einer Kiesschüttung wird schrittweise geschüttet und das Arbeitsrohr gezogen. Die Kiesschüttung erfolgt etwa bis 1m über die Filteroberkante.

    Anschliessend wird das Arbeitsrohr endgültig gezogen.


    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.


    Mehr kann man zu den Rohren nicht sagen.


    2. Mit KG-Rohr kommt ihr in diesem Boden nicht weiter. Da geht nur Brunnenrohr mit TNA Gewinde.


    3. Ob das Bodenmaterial mit einer Kiespumpe gefördert werden kann, muss man ausprobieren


    4. Wenn ihr keinen reinen sand oder Kiesboden erreicht, war die Arbeit umsonst. Aus dem fotografierten Boden lässt sich ohne grösseren Aufwand kein Wasser fördern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • 4. Wenn ihr keinen reinen sand oder Kiesboden erreicht, war die Arbeit umsonst. Aus dem fotografierten Boden lässt sich ohne grösseren Aufwand kein Wasser fördern.


    Wir haben bei Profi Brunnenbauer nachgefragt wie tief hier man bohren musste.... die meinten alle 50-60m. Kosten um 6000€...


    Wir haben daher wenig Hoffnung dass wir irgenwand ein Kies oder Sand (Wasserführend) Schicht treffen würden (nicht inenerhalb 10-15m).


    Wir haben auch versucht mit eine Membranpumpe zu testen wie schnell sich wieder das Loch (moment 7m tief) auffüllt. :Die Pumpe kann 1400 l/Stunde, und hat in circa 15 Minuten (350l) die Wassertiefe von 2,3 bis 5,2m (2,9m) gebracht. Nach circa 20 min war das Wasser wieder bei 2,3m Tiefe.


    Vielleicht macht ein Schachtbrunnen bei unsere Bodenverhältnisse mehr Sinn?


    Gibt es auch ein Schachtbrunnen ebook oder ähnlich?


    Vielen Dank in Voraus!

  • Vielleicht macht ein Schachtbrunnen bei unsere Bodenverhältnisse mehr Sinn?

    Das sollte man sich wirklich überlegen.


    Gibt es auch ein Schachtbrunnen ebook oder ähnlich?

    Es gibt verschiedene Berichte zum Graben eines Schachtbrunnens.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

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