Ungünstige Bodenbedingungen

  • Hi,


    Ich habe dieser Tage einen alten Brunnenbauversuch aufgegeben und den Brunnen gezogen.

    Möchte an anderer Stelle noch einen Versuch mit Schlagbrunnen Unternehmen. Alles andere wäre für das bisschen Garten überdimensioniert und zu teuer.

    Eine recht geringe Förderleistung mit Handpumpe würde.mir.schon reichen.


    Mein Problem ist der Bodenaufbau. Ich bin unsicher, in sich die Arbeit überhaupt lohnen kann.

    Bodenschichten in etwa:

    - ca. 2 m lehmige Braunerde

    - ca. 4 m Feinsand an der Grenze zu Schluff

    - Mindestens 3 m toniger Lehm oder sogar Ton (Schätzung aufgrund des Widerstands beim Ziehen).

    - Grundwasser ab ca. 3,8 m


    Der.gezogene Rammfilter war durch falsches anpumpen, mit Feinsand und Lehm zugesetzt und nach 10 Jahren leicht verockert.


    Die alten Brunnenrohr sehen noch OK aus. Allerdings waren die Hanfdichtungen teilweise komplett verschwunden.


    Meine Fragen:

    - ist überhaupt mit einer nutzbaren Förderung von Wasser aus der Feinsandschicht zu rechnen?

    - kann es sich lohnen durch die Tonschicht zu rammen. Die kann mich einiges mächtiger sein, als ich bisher weiß. Unweit von hier gab es früher eine Ziegelei.


    Gruß

    Liuthar

  • Nachtrag:

    Nach Fingerprobe in sehr nassem Zustand ist der Schluffanteil im Feinsand nicht sonderlich hoch. Allerdings finden auch auch kaum gröbere Sandkörner.


    Schon 200 bis 300 Liter je Woche würden m. E. ausreichen, da ich größtenteils mit Niederschlagswasser bewässert. Eng wird es nur bei anhaltender Trockenheit.


    PS: ich hasse die Autokorrektur und hoffe keine sinnverändernden Korrekturen übersehen zu haben.


    PPS: hier noch ein Foto des Sandes auf mm Papier

  • ich hasse die Autokorrektur

    Die stellt man auch ab, wenn man mit seinem Text nicht unangenehm auffallen will.

    Es soll Leser geben, die auf eine ordentliche Schriftform Wert legen.

    Das Foto zeigt eigentlich recht eindeutig, dass es sich auch bei den Quartzanteilen um ausgeprägten Feinsand handelt.

    Ich halte einen Rammbrunnen mit den dort verwendeten Filtern für suboptimal.

    Da nur 6m Tiefe, würde ich mit einem Arbeitsrohr einen Bohrbrunnen setzen, in diesen einen 1m Feinsandfilter einbauen und das Konstrukt bei dem geringen Wasserbedarf mit der Schwengelpumpe betreiben.

    Oder, falls zu kostenintensiv (Feinsandfilter), wieder die Bohrung mit dem Arbeitsrohr, mittig einen Rammbrunnen einstellen und ringsrum eine 5-10cm dicke Grobsandschicht bzw. Feinkiesschicht als Filter. (Körnung 0,5 - 1mm)

    Wegen der geringen beabsichtigten Förderung könnte das funktionieren.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Vielen Dank kg59,


    das deckt sich im Ergebnis mit meiner vorläufigen Einschätzung.


    Die zweite Alternative wäre ja noch recht kostengünstig. Ich schaue mal, ob ich in meiner Region (Raum Dieburg) einen Plunscher zur Miete oder zum Gebrauchtkauf auftreiben kann. Auf den ersten Blick sieht das hier leider schlecht aus.


    Ansonsten versuche ich es wohl nochmal mit dem Rammbrunnen, bevor ich aufgebe.


    Gruß


    Liuthar

  • Seit über einem halben Jahr nicht verkauft.

    https://www.ebay-kleinanzeigen…dn150/1015362226-239-4472

    Vielleicht verleiht er auch, bei einem attraktiven Angebot.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Nochmal Danke.


    Ich behalte den im Kopf.

    Leider hat mein Erdbohrer nur 120 mm.

    Vielleicht finde ich ja noch einen 90er.

    Gäbe eine etwas verkürzte Filterstrecke und sicher dauerhaft etwas Feinsandförderung. Aber damit könnte ich leben. Zumindest solange der Brunnen nicht verstopft.

  • Zumindest solange der Brunnen nicht verstopft.

    Das ist das Risiko. Lies mal:


    Filterrohre und Kiesschüttung


    Es wird viel zu viel gebuddelt und viel zu wenig nachgedacht beim hobbymässigen Brunnenbau. Und manche "Profis" denken auch zu wenig.


    Im Prinzip gilt grundsätzlich (Ausnahmen bestätigen die Regel, die zu schildern wäre zu umfangreich):

    Ein "profimässig" erstellter Bohrbrunnen wird immer mit einem Arbeitsrohr errichtet, damit eine Kiesschüttung auf das Schichtenverzeichnis abgestimmt werden kann.

    Das Filterrohr hat dabei nicht die Aufgabe zu filtern, sondern ist Gerüst für die filternde Kiesschicht. Zwischen Arbeitsrohr und Brunnenrohr muss genügend Platz sein, um eine wirksame Filterkiesschicht schütten zu können.

    Alternativ dazu gibt es im Fachhandel (kein Baumarkt) sogenannte Kiesklebefilter oder Kiesbelagfilter (sehr teuer, aber gut), die man statt einer Kiesschüttung verbauen kann.

    Die Abstimmung von Filterkies oder Kiesklebefilter auf die Bodenschicht ist eine komplexe Überlegung, die sehr umfangreich werden kann, um maximale Ergebnisse zu erzielen.

    Da hobbymässig erstellte Brunnen nicht der Wasserversorgung von Stadtteilen dienen, können hier Abstriche an das maximal Mögliche gemacht werden.



    Will man ohne Arbeitsrohr arbeiten, ändern sich die Verhältnisse gravierend.

    Jetzt dient das Filterrohr nicht mehr als Traggerüst für eine genau abgestimmte Kiesfilterschicht, sondern als Traggerüst für das Erdreich um die Filteröffnungen.

    Da man meistens nicht weiss, wie sich das Erdreich zusammensetzt, bleibt einem nichts anderes übrig, als die kleinste Schlitzweite zu nehmen und zu hoffen, dass das passt.

    Ist der Boden um die Filter zu fein, so gehen die Körner durch die Filterschlitze und der Brunnen wird ständig Sand führen.

    Haben die Bodenkörner die gleiche Grösse wie die Filterschlitze, so werden diese in einem hohen Umfang verstopfen und den Wassereintritt stark verringern.

    Nur wenn die Körner grösser als die Filterschlitze sind, können sie sich wie eine Filterkiesschüttung an das Filterrohr anlegen.

    Nun besteht der Boden ja nicht aus gewaschenem und gesiebten Sand bzw. Kies, sondern es sind alle möglichen Korngrössen in einer Probe zu finden. Deswegen muss man einen Esslöffel getrockneten Boden auf mm-Papier streuen, um ihn beurteilen zu können.

    Die grösseren Körner sollten grösser als die Filterschlitze sein, die kleineren, das sogenannte Unterkorn, sollte kleiner als die Schlitze sein.

    Beim Klarpumpen eines Brunnens wird im Idealfall das Unterkorn durch die Schlitze abgepumpt, im Laufe der Zeit immer weniger und der Brunnen wird sandfrei.


    Ob man nun ein Arbeitsrohr setzt, mit Kiesschüttung oder Kiesklebefiltern arbeitet, oder das Rohr direkt abteuft, muss jeder Hobbybrunnenbauer selbst entscheiden.

    Manchmal sind Erfahrungen der unmittelbaren Nachbarschaft oder Schichtenverzeichnisse der zuständigen Ämter nützlich. Sie sind aber nie(!) eine Garantie für den Boden,den man dann tatsächlich antrifft. Innerhalb weniger Meter können sich die Bodenverhältnisse massiv verändern.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • :D als Hobby Brunnenbauer würde ich mich nicht bezeichnen, eher als Brunnenbauer "by accident". Es ist schon über 10 Jahre her, dass ich den ersten Versuch unternommen hatte. Nurndie Trockenheit im letzten Jahr hat mich dazu gebracht, überhaupt einen Neuen Versuch zu starten. Aus dem damaligen Versuch stammt ein großer Teil der Daten zum Boden, der dort, nur ca. 6m weiter schon merklich von der neuen Bohrstelle abweicht. Wo ich jetzt nur Feinsand habe, hatte ich da noch Zwischenschichten geringer Dicke (<1m) aus Lehm. Ein Schichtverzeichnis liegt mir nicht vor.


    Geologisch befinde ich mich hier leider auf einem alten Seegrund, zum Glück aber im zeitweiligen Mündungsbereich eines Fließgewässers. Da kann die Schichtung der Sedimente tatsächlich mit jedem Meter weiter komplett anders aussehen.


    Allerdings möchte ich nicht nur auf die geringe Chance setzen, per Zufall ein verlandetes Bachbett zu finden. Andererseits werde ich aber meine Frau nicht davon überzeugen können, noch in nennenswertem Umfang in den Brunnen zu investieren. Also muss ich mit Kompromissen arbeiten, außer es gibt bald wieder ein so trockenes Jahr wie 2018.


    Ich muss also entweder das verwerten, was ich da habe (mit minimaler Investition) oder aufgeben. Für das Aufgeben bin ich aber nicht der Typ. Zumindest nicht bevor ich die verfügbaren Mittel versucht habe.


    Gruß

    Liuthar

Brunnen selber bauen