Problem mit Fein-/Fliessand

  • [FONT=&quot]Hallo zusammen,


    nachdem ich 14 Tage hier in diesem tollen und superguten Forum gestöbert habe bin ich nun ein frisch angemeldeter Benutzer und habe bei meinem ersten Brunnenbau gleich mein erstes Problem, an dem womöglich mein Projekt gleich zu Beginn scheitern könnte....


    Ich plane folgenden Brunnen:
    -Brunnen zur reinen Gartenbewässerung, 1.500-2.000 l/Std. würden mir reichen
    -Bohrbrunnen mit 180mm Handbohrer
    -5m Brunnenarbeits-/Stützrohr KG DN150/160, welches ich gerne dauerhaft im Boden lassen möchte, falls man das Brunnen- rohr noch mal ziehen oder erneuern muss (mein Gedanke ist, dann spare ich mir viel Schweiß....) und das Pumpen geht bestimmt auch leichter+schneller
    -Brunnenrohr DN100 bestehend aus 0,6m Sumpfrohr, 3m Filterstrecke, 5,4m Vollrohr
    -Pumpe noch nicht entschieden, abhängig vom Grundwasserstand


    Nun habe ich erst vor vier Tagen mit dem Bau begonnen und ich bin sehr begeistert gewesen, denn alles ging bislang wie geschmiert und nach einer Arbeitszeit von 8 Stunden wäre ich theoretisch eigentlich schon fertig.....:
    -in knapp drei Stunden mit den 180er Handbohrer bis auf 4,60m gekommen, dann schon Grundwasser, was deutlich früher als erwartet war. Bohren ging damit nicht mehr, haben dann das KG-Rohr versenkt, 50cm schauten noch raus.
    -dann erst das Brunnenrohr bestellt, wie oben beschrieben
    -die Kiespumpe hatte ich schon vorher im Netz bestellt, kam gestern an: Aus meiner Sicht ein Desaster, was ich in einem anderen Beitrag noch einmal beschreiben werde, um andere vor Fehlkäufen und Bauernfängerei zu schützen..... Interessant dabei ist, das dies von einem bekannten Brunnenbauanbieter kam....
    Also hektisch für 50,- Pumpenteile beim Eisenhandel gekauft, im Netzt wären es 35,- gewesen aber ich wollte die Pumpe gestern fertig haben....
    -Dann heute um 15:00 Uhr begonnen, erst das KG bis 10 cm unter Geländeoberkannte zu plansche. Meine Selbstbaupumpe arbeitet wie der Teufel, nach 15 Min. die 50cm versenkt.
    -Und Achtung: Sozusagen mit dem Grundwasser beginnt auch eine neue Fein-/Fließsand-Schicht, vorher beim Bohren war alles mögliche vorhanden: grober Sand, mit und ohne Kies, Ton und zum Glück nur Steine bis 8cm, die der super Bohrer perfekt gemeistert hat.
    -Brunnenrohr wurde dann heute Morgen aus Berlin geliefert, ich habe leider nach Rücksprache mit dem Dealer bei den drei Metern Filterrohr eine SW von 0,5 genommen, leider??
    -dann die ersten 5,5m Brunnenrohr in das KG-Rohr gestellt und mit der Kiespumpe, nein Sandpumpe losgelegt
    -nach knapp 5 Stunden habe ich dann heute die ganzen 9m Rohr versenkt[/FONT][FONT=&quot][/FONT][FONT=&quot]!
    -und jetzt kommt das Aber und damit mein Problem:
    Der gesamte Bereich ab Grundwasserspiegel, heißt ca. 4,40m, bestehen ausschließlich aus feinstem Sand/Fließsand.
    Es war nicht ansatzweise ein Korn von 1 oder 2mm dabei.
    Und das führ nun zu folgendem Ergebnis:
    Nachdem ich das komplett Rohr drin hatte, gemessen: Grundwasser wie erwartet bei ca. 4,6m, Boden im Rohr bei ca. 7,15!!
    Also weiter ohne Last auf dem Rohr weiter gepumt. Ich dachte, das lieget daran, dass das Rohr ja unter dem Gewicht (max. hatte ich 150kg drauf) tiefer in den Sand rutsch und ich diesen nun nur noch hoch hohlen muss. So meine Theorie....
    Also weitergepumt und 19:15 Uhr tatsächlich bis auf 8,8m Meter Grund gekommen! Freude? Nur kurz....
    Weiter gepumt, ich wollte bis zum Abendbrot die 9,0m haben....
    Um 20:00 Uhr gemessen, nur noch 8,2m!!!
    Abendbrot gegessen und noch mal gemessen: Sch...., nur noch 7,4m!!!!


    Damit war für mich klar: Nach meiner Theorie läuft mit dem Wasser sehr viel feiner Sand durch die Schlitze und füll nicht nur Wasser, sondern auch wieder Sand auf.....


    Und nun die Frage an euch, was soll ich machen???


    Weitere 3m Vollrohr kaufen und hoffen, dass der feine Sand irgendwann aufhört? Gibt es Erfahrungswerte, wie dick diese Feinsandschichten in der Regel sein können?


    Rohr ziehen, und 0,3mm SW bestellen? Ich bin aber sicher, dass der Sand auch hier durchkommt!?


    Oder 2 Meter von dem sündhaft teuren Sandfilter (109,-€/Meter) kaufen? Bekommt man den auch gut in den Boden, geht das auch mit der Kiespumpe??


    Derzeit wäre bei meinen 9 Metern eine Wassersäule von ca. 4,4 Metern möglich sein, heißt rund einen Meter über dem Filterrohr.


    Ich danke euch für eure Rückmeldungen und Hilfe!


    Viele Grüße,
    Stefan

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  • "[FONT=&amp]Damit war für mich klar: Nach meiner Theorie läuft mit dem Wasser sehr viel feiner Sand durch die Schlitze und füll nicht nur Wasser, sondern auch wieder Sand auf....."
    Wohl kaum, der Sand wird unten in das offene Rohr gedrückt.


    "Und nun die Frage an euch, was soll ich machen???"
    Das kann u.U. vermieden werden, in dem das Rohr mit zusätzlichem Wasser zur Erzeugung eines Gegendruckes gefüllt wird.


    "Gibt es Erfahrungswerte, wie dick diese Feinsandschichten in der Regel sein können?"
    Nein. Die geologischen Bodenzusammensetzungen hängen immer von den regionalen Eigenschaften ab. Mal im Netz schauen, ob es für deine Gegend Informationen gibt, oder Nachbarn mit Brunnen fragen.


    "Oder 2 Meter von dem sündhaft teuren Sandfilter (109,-€/Meter) kaufen? Bekommt man den auch gut in den Boden, geht das auch mit der Kiespumpe??"
    Nein, Kiesklebefilter kann man nicht einplunschen. Dazu wird ein Arbeitsrohr benötigt.


    Übrigens, wenn Du hier mal die laufenden Threads lesen würdest, könnte ich mir viel Schreibarbeit sparen, denn die Thematik Feinsand und ihre Probleme wird z.Zt. diskutiert.
    Generell ist es für Anfänger im Brunnenbau wesentlich wichtiger, hier oder in anderen Foren erst Mal so viel wie möglich zu lesen, und dann erst mit der Planung und Arbeit zu beginnen.


    Gruss
    kg49


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    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Hallo KG49,


    und erst einmal vielen Dank für Deine Antwort und das viele Schreiben....


    Wie ich schon geschrieben habe, ich hatte bereits gut 14 Tage gelesen und mich schlau gemacht, aber ich denke, wer sich zum ersten Mal an einen Brunnenbau wagt, wird nie alles Fachwissen gleich zu Beginn parat haben können....


    Ich habe mal den Sand mit einer Micrometerschrube gemessen, er hat eine Körnung von ca. 0,15mm.
    Insofern hat sich dann auch zumindest der Gedanke an einen neuen Filter mit einer geringeren SW von 0,3 erledigt.....


    Mit der Verlängern des Rohres um z.B. weitere drei Meter tue ich mich ein wenig schwer, da ich nicht sicher sein kann, dann immer noch den gleichen Feinsand zu haben. Ich hatte übrigens im Vorwege bei der Anzeige meines Brunnenbaus beim Amt nach der Bodenbeschaffenheit erkundigt, aber die konnten mir nicht helfen und Nachbarn im näheren Umkreis von 200 m haben leider keinen Brunnen....


    Da man die Feinfilter ja leider nicht einplunschen kann habe ich nun folgende Idee (bitte nicht schon wieder schlagen, wenn naiv und mal die Zusatzkosten außer acht gelassen):


    Ich pumpe allen Sand aus meinen 9m Rohr (dann natürlich mit einigermaßen hoher Wassersäule im Rohr :-) ) und verschließe dann zügig den Boden mit Tonpellets, Quellstopfen etc..


    Dann lasse ich ein neues DN80 Brunnenrohr mit 2 oder 3 Metern HDPE-Filterkörper/Feinsandfilter und Bodenkappe in das jetzt verbaute DN100 ein und die kleinen zwischenräume verfülle ich mit Filterkies.


    Kann das funktionieren oder ist das Murks?
    Lassen die äußeren DN100 Filterrohre mit 0,5 SW dann trotz Feinsand genug Wassen zum innenliegenden Filterrohr durch?
    Oder sollte ich dann lieber das DN100 Brunnenrohr ziehen (wenn es klappen sollte)?


    Vielen Dank und Grüße,
    Stefan

  • Würde erst mal 3 weitere Meter Vollwandrohr investieren und bis auf 12m runter gehen.

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    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
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  • Diese Variante ist zwar besser, wird aber letztendlich auch zu einem Versanden des Brunnes führen. Es gibt aus meiner Sicht nur eine Lösung. Die KG-Rohre als Schutzverrohrung 1-2 m tiefer als die ursprünglich geplante Brunnentiefe einplunschen. Das gesamte Rohr mit Wasser als Gegendruck auffüllen. Anschließend die Brunnenrohre z.B. DN 80 einbauen. Um ein Versanden zu vermeiden, könnte man dann verschiedene Filterarten einbauen:
    - Kiesklebefilter als teuerste Maßnahme,
    - oder HiLU-Nutlochgewebefilter mit 20-er Tresse,
    - oder handelsübliche Schlitzfilter mit 0,5 mm Schlitzweite, dazu Brunnentresse (sog. 20-er, die fein genug gewebt ist). Diese um die Filter wickeln und mit Maurerschnur umwickeln. Die Enden jeweils mit Kunststoffklebeband umwickeln, damit sich die Enden der Maurerschnur nicht ablösen.


    Bevor ich es vergesse, man sollte zusätzlich Filtersand der Körnung 0,71-1,21 mm in den Ringraum zwischen Brunnenrohr und Schutzrohr schütten. Dabei nicht vergessen, max. 1 m auffüllen, dann das Schutzrohr entsprechend ziehen.

  • Diese Variante ist zwar besser, wird aber letztendlich auch zu einem Versanden des Brunnes führen.


    Woher weist Du das? Weist Du wo tivi wohnt und wie die geologischen Verhältnisse dort sind?


    Ich nicht, würde aber weiter erkunden, bevor ich den Brunnen im Brunnen bau.

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    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
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  • Woher weist Du das? Weist Du wo tivi wohnt und wie die geologischen Verhältnisse dort sind?


    Ich nicht, würde aber weiter erkunden, bevor ich den Brunnen im Brunnen bau.


    Keine Ahnung wo er wohnt, ist auch nicht so wichtig. Bei Filterschlitzen von 0,5 mm und anstehenden Feinsand (Korngröße zwischen 0,2...0,063 mm) kommt es unweigerlich zu einem Versanden.

  • Keine Ahnung wo er wohnt, ist auch nicht so wichtig. Bei Filterschlitzen von 0,5 mm und anstehenden Feinsand (Korngröße zwischen 0,2...0,063 mm) kommt es unweigerlich zu einem Versanden.


    Aber woher weist Du, ob 3m tiefer immer noch der gleiche Feinsand vorgefunden wird?

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    Schacht-, Bohr-, Spülbrunnenhybrid
    60 cm Durchmesser, Filter durch Kies in der Sohle
    4,5 m tief, GW bei 3,5 m
    Pumpe: GARDENA 9000 aquasensor
    Anschluss z.Z. nur Gartenschlauch
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  • Hallo zusammen,


    ich wohne im schönen, aber derzeit nassen und ar...kalten Hamburg :-)...


    Die beiden letzten Vorschläge haben ja beide etwas, und der von Renatus wäre ja fast die Idee von mir, im jetzt bestehenden DN100 Brunnenrohr ein zweites DN80 einzubringen.


    Das jetzige DN150 KG-Schutzrohr (bislang ja 5 Meter im Boden) allerdings noch weitere 5m in den Feinsand plunschen, ist doch vermutlich mehr als Knochenarbeit, wenn überhaupt möglich? Ich habe nur eine 90mm Kiespumpe.


    Noch weitere 3 o. 4 Meter DN100 Vollrohr versenken, ist vermutlich schon eher machbar. Mit Glück habe ich dann groben Sand oder Kies, wenn nicht dann nichts gewonnen....


    Glaubt ihr denn, das durch die derzeitige 3m Filterstrecke (SW 0,5) des DN100 dauerhaft genug Wasser an das dann innenliegende zweite DN80-Brunnenrohr mit entsprechendem Sandfilter kommen würde??
    Natürlich wäre vermutlich sehr kurzfristig der Zwischenraum zwischen den beiden Rohren mit dem Feinsand gefüllt, aber die Frage ist, ob das sehr viel schlechter wäre, als wenn der neue DN80 Sandfilter direkt im Feinsand steht....


    Was meint ihr?


    VG, Stefan



  • Es ist zweckmäßiger die DN 100 Rohre so weit zu ziehen, daß sich der Filter des DN 80-Rohres vollständig außerhalb der Verrohrung befindet. Die DN 100 Filter werden definitiv versanden und die Durchlässigkeit mit Sicherheit absenken. Der Durchlässigkeitsbeiwert von Feinsand beträgt ca. 5*10^-5 m/s, ein verstopfter Filter des DN 100-Rohres könnte den kf-Wert noch einmal um eine Zehnerpotenz und mehr verringern, was für einen dauerhaften Betrieb des Brunnens ziemlich ungünstig ist.

  • Vielen Dank,


    dann sieht mein weiteres Vorgehen voraussichtlich so aus:


    -ich bestelle 4m DN100 nach (wären dann zusammen 13m) und versuche im ersten Schritt, ob die Bodenverhältnisse besser werden.
    -Danach Plan B und DN80 kaufen und in das Rohr ablassen.
    -Ich würde dann allerdings das DN 100 komplett ziehen, da es mir ja später auch nichts mehr bringen würde und versuche es, in der Bucht zu verkaufen.


    Noch eine Fragen zu Plan B:
    -Sollten im Feinsand denn 2m Filterstrecke DN80 mit Sandfilter reichen oder lieber 3m nehmen? Mein Wunsch wäre mind. 1.500l die Stunde


    VG, Stefan

  • Hallo zusammen,


    ich hätte noch eine Frage zum Thema Feinsandfilter.


    Welche Variante wird denn empfohlen bzw. hat sich bewährt:


    -die teuerste Variante wäre ein mit HDPE-Filterkörper. Hier stört mich ein wenig, dass dieser offenbar nur mit Rohr-Feingewinde zu bekommen ist und ggfls. mit einem extra Adapter auf Trapezgewinde versehen wird
    -ein Gewebefilter fertig kaufen
    -oder einen Filterrohr selber mit Gewebefilterschlauch versehen. Hier kann man ja zwei, drei Lagen nehmen und die Frage wäre, ist diese preiwerteste Lösung auch vernünftig?


    Danke und viele Grüße,
    Stefan

  • Wozu HDPE? Dieses Material ist viel teurer und wird vor allem bei Altlastenuntersuchungen und kontaminiertem Grundwasser eingesetzt. Handelsübliche Filter aus PVC mit Brunnentresse oder spezielle HiLU Nutlochgewebefilter sind passender.

Brunnen selber bauen