Wasserspiegel-Absenkung

  • Hallo,


    eine Frage zur Absenkung des Wasserspiegels im Brunnen: lässt sich die Wasserspiegelabsenkung gegenüber dem natürlichen Wasserspiegel mit einer Faustformel oder Schätzformel ermitteln, wenn man folgende Größen kennt:


    - Fördermenge (in m3/Std., m3/tag oder m3/Jahr)

    - Durchlässigkeit des den Brunnen speisenden Untergrundes/Grundwasserleiter (in m/sec)?


    Weitere Eingangsgrößen stehen nicht zur Verfügung. Die Formeln von Sichardt oder Kusakin kommen nicht in Betracht, denn für die braucht man ja die Brunnen-Absenkung als Eingangsgröße.


    Hat jemand einen Tipp?


    Vielen Dank!

  • Die Formeln von Sichardt oder Kusakin kommen nicht in Betracht, denn für die braucht man ja die Brunnen-Absenkung als Eingangsgröße.

    Ich gestehe, dass mir diese Formeln nicht gegenwärtig sind, aber lässt sich dies nicht durch Formelumstellung lösen?

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Nein, eine Formelumstellung (du meinst sicher wie beim Dreisatz) geht nicht, denn ich habe ja nur 2 bekannte Größen: Fördermenge und Durchlässigkeit des Untergrundes. Bei den beiden genannten Formeln kommt als Ergebnis die horizontale Reichweite der Brunnenabsenkung heraus. Die ist aber unbekannt.


    Ich möchte die gesuchte Größe (Brunnenwasserspiegel-Absenkung) aus den 2 bekannten Größen errechnen, dazu suche ich die passende Formel. Die internen Brunnenverluste (Eintrittswiderstand im Filter oder Widerstand bei der Passage der Kiesschüttung) sollen hier vernachlässigt werden.


    Trotzdem vielen Dank -

    und guten Rutsch

  • Hallo,


    man kann es doch berechnen - ich habs nach einiger Zeit gefunden. Vielleicht hilft es hier auch anderen wieter.


    Voraussetzung ist, dass man die Wasserdurchlässigkeit des Untergrundes (des Grundwasserleiters) kennt: kf-Wert. Den kennen normalerweise die regionalen Wasserwirtschaftsbehörden. Dann muss man einen Brunnenradius (Bohrlochdurchmesser) nach Erfahrung ansetzen, je nach geforderter Brunnenförderleistung. Schließlich muss man die folgenden 2 Gleichungen gleichsetzen:


    a) Wasserandrang

    Q = 2 pi ∙ r ∙ h ∙ (Wurzel (kf) / 15)


    b) Brunnen-Fassungsvermögen

    Q = pi ∙ kf ∙ (H2 - h2 / ln R - ln r )


    Q: Wasserstrom, Brunnenförderleistung (m3/s)

    r: Brunnenradius/Bohrlochdurchmesser (m)

    kf: Wasserdurchlässigkeit (m/s)

    h: Höhe des im Brunnen abgesenkten WSP ü. Brunnensohle (m)

    H: Höhe des unbeeinflussten WSP ü. Brunnensohle (m)


    Am besten das Ganze in ein Excel-Arbeitsblatt einbinden.


    Dann variiert man h so lange, bis die beiden Q's annähernd gleich sind. Dadurch erhält man diejenige WSP-Absenkung im Brunnen, bei der Q maximal ist, bei der also ein optimaler Brunnenbetrieb herrscht. Gleichzeitig hat man den dann bestehenden Absenkungsbetrag (H - h).


    Genauer ist alles beschrieben in:


    - Bieske: Bohrbrunnen (Oldenbourg-Verlag)

    - Tholen: Arbeitshilfen für Brunnenbauer (wvgw-Verlag)


    Gruß,

    Salomo

Brunnen selber bauen