Bohrbrunnen und Tonschicht

  • Werte Forenmitglieder,


    nachdem ich schon einige Tage mitlese, möchte ich heute mein Projekt vorstellen und um Rat bitten.


    Geplant war ein Bohrbrunnen zur Gartenbewässerung in PLZ 18519. In der Nachbarschaft gibt es nur einen Brunnen, der auf 12m Tiefe gebort wurde. Bodenverhältnisse konnten mir dort leider nicht genannt werden. Lt. geologischer Karten MV, ist das Grundwasser in einer Tiefe von >5-10m zu erwarten.


    Vor ein paar Tagen habe ich mit einem Handerdbohrer (Durchmesser 165mm) innerhalb von 1,5h auch in eine Tiefe von 3,5m problemlos bohren können. Dort erreichte ich eine wasserführende Feinsandschicht. Brunnenrohr 4" habe ich dann eingebracht um mit der Kiespumpe weiterzuarbeiten. Schon beim Einbringen des Brunnenrohrs rutschte das Rohr leicht durch diese Schicht (um ca. 40cm) und ich merkte, dass etwas festes folgte. Es stellt sich raus, das die wasserführende Feinsandschicht nur ca. 40cm stark ist und über einer Tonschicht steht. Die wird also nicht sher ergiebig sein.


    Also Brunnenrohr wieder entfernt und versucht weiter zu bohren. Der Ton ist aber so zäh und fest, dass ich den Bohrer nicht in die Schicht bekommen. Er bleibt nach 1 Umdrehung stecken, obwohl seitlich aufgekantet.

    Also Edelmannbohrer gebaut. Aber auch damit komme ich nicht in diese Schicht. Sehr fest und zäh.

    Nächster Versuch: Riverside-Bohrer gebaut. Dieser schneidet sich auch ein wenig in die Schicht, aber es bleibt kein Material haften.

    Daher habe ich es abwechselnd mit Riverside vorgebohrt und mit Schneckenbohrer Material hochgeholt.

    Mittlerweile habe ich mich so ca. 50-70cm vorgekämpft.

    Durch die rumbohrerei habe ich nun eine Wasser-Feinsandmischung ca. 1,5m hoch im Bohrloch zu stehen, was die Arbeit sehr erschwert.


    Was nun?

    Ich überlege, nun ein 160er KG Rohr als Arbeitsrohr auf die Tonschicht zu stellen. Anschließend dann Wasser und Feinsand aus dem Arbeitsrohr entfernen. Die Hoffnung ist, das Wasser und Feinsand nicht mehr im Wege sind. Ich habe nämlich das Gefühl, dass das Wasser den Ton erst richtig klebtrig macht.


    Könnte das klappen? Habt ihr andere Ideen.


    Viele Grüße

    Sundbohrer

  • Der Ansatz ist gut. Nur solltest Du Dir dreimal überlegen, ob KG-Rohr für Deine Situation als Arbeitsrohr die richtige Wahl ist.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.


    Dazu gehört hier im Forum vor allem die Beschreibung der Randbedingungen eines zu lösenden Problems,

    also z.B. Schichtenverzeichnis, Brunnenausbauplan, genaue Typenbezeichnung der Pumpe.

    Wenn Daten nicht zur Verfügung stehen, sollte das auch angegeben werden.

  • Wenn ich ihn richtig verstehe will er mit dem KG-Rohr ja nicht in den Ton sondern nur obendrauf um weiteren Wasserzufluss zu verhindern. Und dann in diesem 'Trockendock' für sein eigentliches Brunnenrohr (hoffentlich ohne Muffe...) weiterbohren. Wenn er da dann ein 5m-Rohr nimmt, die Muffe unten abschneidet und damit das Rohr auf die gewünschten knapp 4m bringt sollte das doch funktionieren?


    Davon abgesehen:

    Der Ton ist aber so zäh und fest, dass ich den Bohrer nicht in die Schicht bekommen. Er bleibt nach 1 Umdrehung stecken, obwohl seitlich aufgekantet.

    Das dürften also je nach Bohrersteigung zwischen 5 und 10cm Aushub sein, ist doch gar nicht so schlecht? Also Kettenzug ans Dreibein, damit den Bohrer aus dem Ton ziehen bis du ihn wieder von Hand heben kannst, raus damit, säubern und wieder rein und weiter.

    Denk nicht mal im Ansatz daran dass du in Ton auch nur annähernd den Bohrfortschritt erreichen wirst wie vorher in Sand, das ist und bleibt ein zähes Geschäft und eine Plackerei. Lieber kontinuierlich in kleinen Häppchen als den Bohrer irgendwie mit Gewalt tiefer reinwürgen und sich dann mit dem randvollen Bohrer einen Bruch heben, das wird dir nicht lange Spass machen.

    Hast du mal ein Bild vom Edelman-Bohrer? Wenn der sich am Original orientiert sollte der eigentlich ganz ordentlich funktionieren. Bei mir selbst war es bislang hilfreich ihn immer hin- und her zu drehen, ein Stückchen zurück und dann wieder ein Stück weiter rein. Auf einen Rutsch wollte der auch nicht rein, dann aber hat er sich schon zuverlässig den Weg nach unten geschabt.

    Es schadet auch nix eine Flex mit einer Fächerscheibe griffbereit zu haben um hin und wieder die Schneiden fix nachzuschärfen, das Bodenmaterial ist halt doch extrem abrasiv.

  • Danke für eure Antworten.


    Das KG Rohr soll, wie Toenne richtig vermutet hat, nur bis zur Tonschicht eingebracht werden. Das soll nicht weiter eingetrieben werden. Ich weiß, dass KG nicht geeignet ist. Es soll auch ein 5m Stück sein. Ansonsten würde ich die Muffe auch nicht in mein Bohrloch kriegen. Der Bohrer ist ja "nur" 165mm.

    Als Brunnenrohr habe ich schon das blaue 4" Rohr liegen. Auf weiteres Arbeitsrohr wollte ich eigentlich verzichten. Finanziell sollte das im Rahmen bleiben...


    Jetzt brauche ich natürlich noch einen weiteren Bohrer, da mein 165er nicht ins KG passt. :-(


    Die Idee mit dem Kettenzug ist sehr gut. Darauf bin ich noch nicht bekommen. Hatte den Bohrer immer nur soweit in den Ton gedreht, dass ich ihn gerade noch so mit Muskelkraft rausziehen kann. Mit Kettenzug sollte da mehr drin sein. So schnell werden die Schrauben vom Bohrgestänge (M6) ja nicht abscheren.


    Bilder vom Equipment stelle ich gleich ein.


    Gruß

    Sundbohrer

  • 'Nicht so schön' ist eine hübsche Umschreibung...aber wäre 'gar nicht' nicht die bessere Beschreibung? ;)

    So kratzt das Teil natürlich nur auf dem Ton rum ohne einzudringen. Entweder mit einem Brenner glühend machen und dann über einem soliden Rohr in Form schmieden oder im Zweifelsfall lieber eine längliche dreieckige Spitze die sich dann wohl eher in den Ton treiben lässt. Besser wäre natürlich ersteres.

  • [...] entweder mit einem Brenner glühend machen und dann über einem soliden Rohr in Form schmieden oder im Zweifelsfall lieber eine längliche dreieckige Spitze die sich dann wohl eher in den Ton treiben lässt. Besser wäre natürlich ersteres.

    Wenn ich gewusst hätte, dass man fürs Brunnen bohren eine komplette Metallbearbeitungsstrecke braucht... :-) Dann versuche ich es mit der Spitze. Brenner steht mir nicht zur Verfügung...

    Morgen hole ich mal das KG160 in 5m länge und versuche mal mein Glück mit Edelmann und Riverside. Vielleicht komme ich ja um einen weiteren Bohrer herum.

    Ich werde berichten

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