Welche Tiefbrunnenpumpe

  • Hallo, ich habe dieses Jahr ein Haus mit Grundstück gekauft wo ein Brunnen drauf ist. die Pumpe, Grundfos SP2-18 hat bis letzens funktioniert streikt aber nun. Jetzt suche ich eine Qualitativ gute Pumpe. Bin jetzt durch Internetrecherchen bei der "Orlando" hängengeblieben. Jetzt weiß ich nicht weiter und mir schien die Grundfos etwas zu überdimensioniert. Habe nun unterschiedliche Meinungen zum Wirkungsgrad gelesen. Etwa 30-20% oder 50-60%.


    Nun zu den Daten:


    Tiefe des Brunnens ca. 30m

    das PE Rohr Druckrohr 22 m, Pumpe hängt ca. 10m im Wasser

    dann verläuft ein PE Rohr 30m, 3 m Steigung zum Haus. Im Haus befindet sich ein Druckkessel mit 300l. Bis zur Zapfstelle sind es noch 3m senkrecht. Laut meiner Berechnung müsste die st 1014 geeignet sein um noch ca. 4 bar an der Zapfstelle zu haben. Wie ist eure Meinung dazu?

  • Pumpe hängt ca. 10m im Wasser

    Dieser Wert ist nicht von Belang, anscheinend wurde da etwas bei der Pumpenberechnung nicht verstanden.


    Da weder der Durchmesser der Verteilerleitung noch die geplante Wassermengenentnahme angegeben wurde, kann die Berechnung nicht nachvollzogen werden.


    Da es immer wieder Verständnisprobleme bei der Pumpendimensionierung gibt, habe ich mal folgenden Text zusammengestellt:


    "Wählt man ohne nähere Kenntnisse oder mit einer schlechten Beratung eine Pumpe aus, so gibt es für deren Stärke drei Möglichkeiten:

    Zu stark,

    zu schwach,

    zufällig genau richtig.

    Um dem Zufall auf die Sprünge zu helfen und um eine optimale Auswahl treffen zu können, muss man zwei Werte bestimmen:

    1. Die maximale Wassermenge, die die Pumpe pro Zeiteinheit liefern soll

    2. Den erforderlichen Wasserdruck, der am Pumpenausgang bei der unter (1.) bestimmten Wassermenge anliegen muss.


    Am einfachsten ist dabei die Bestimmung der Wassermenge.

    Jeder renommierte Sprinklerhersteller gibt den Druck und die Wassermenge an, die für die Beregnung einer Fläche erforderlich ist. Bei unbekannten Verbrauchern kann man die Wassermenge mit Hilfe des Hausnetzes und einem Durchflussmesser (Wasseruhr) bestimmen oder auf Erfahrungswerte zurückgreifen (Eimerfüllmethode). Allerdings ist die Anschaffung einer Wasseruhr sowieso auch für später sehr nützlich.

    Unter Beachtung des Gleichzeitigkeitsfaktors erhält man nun eine bestimmte Wassermenge, z.B. 1800 L/h bzw. 1,8 m³/h.


    Die Bestimmung des erforderlichen Pumpendrucks ist etwas aufwändiger. Hier müssen drei verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

    1. Druckverluste durch Höhenunterschiede

    2. Druckverluste durch Wasserströmung

    3. Betriebsdruck des Gerätes


    Die Druckverluste durch Höhenunterschiede bestimmt man durch den Höhenunterschied zwischen Grundwasserspiegel und dem höchsten Wasserentnahmepunkt (Die Tiefe, in der eine Tiefbrunnenpumpe hängt, spielt keine Rolle!).


    Beispiel: Grundwasserspiegel im Betrieb bei – 8m, höchster Entnahmepunkt + 13m, bezogen auf die Höhe des Brunnenkopfes bzw. dem Standort einer Saugpumpe. Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 21m, was einem Druckverlust von 2,1 Bar entspricht.

    Druckverluste durch Wasserströmung bestimmen sich aus dem Querschnitt und Länge des Steig- (Ansaug-) rohres der Pumpe sowie aus Querschnitt und Länge der Verteilerleitungen.

    Die Berechnung ist so komplex, dass man diese nicht selbst durchführt, sondern auf Tabellen oder Berechnungprogramme zurückgreift. Z.B. www.druckverlust.de/onlinerechner .


    Hierbei muss nur beachtet werden, dass grundsätzlich der Innendurchmesser des Rohres eingegeben werden muss. Gerade bei PE Rohren führt das immer wieder zu Missverständnissen. PE 40 hat halt 32mm Innendurchmesser.

    Hat man Leitungen mit verschiedenen Durchmessern, so müssen diese einzeln berechnet und die Einzeldruckverluste am Schluss addiert werden.


    Zu den Druckverlusten der Leitungen kommen dann noch Druckverluste von Rückflussventilen, Wasseruhr, Filter, Presscontrol, Schieber, Hähne etc. hinzu. Hier kommt es auf Anzahl und Querschnitt an. Meistens kommt man mit einer Pauschalannahme von 0,5 – 1,5 Bar aus.


    Der Betriebsdruck des Gerätes (Sprenger etc.) steht im Datenblatt oder kann beim Hersteller angefragt werden.


    Diese Drücke von der Höhendifferenz, dem Strömungswiderstand und dem Betriebsdruck des angeschlossenen Gerätes werden addiert, z. B. erhält man 5,7 Bar.


    Kürzt man

    den Druck der Höhendifferenz mit PH

    den Druck des Strömungswiderstandes mit PS

    den Betriebsdruck eines Gerätes mit PB

    und den Druck des Arbeitspunktes mit PA

    ab, so gilt folgender einfacher Zusammenhang:

    PH + Ps + PB = PA


    Mit der im Beispiel angenommenen max. erforderlichen Wassermenge von 1,8m³/h erhält man jetzt den Arbeitspunkt der gesuchten Pumpe: 5,7 Bar / 1800L.

    Für diesen berechneten Arbeitspunkt ist jede Pumpe geeignet, deren Pumpenkennlinie genau durch diesen Punkt läuft.


    Man muss also bei Pumpen, die man aussuchen oder vergleichen will, die Pumpenkennlinien anschauen, ob sie (in etwa) durch diesen Punkt laufen.


    Oft geben Pumpenhersteller bei ihren Pumpenkennlinien einen Bereich an, in dem die Pumpe einen guten Wirkungsgrad hat. Dieser Bereich wird häufig durch zwei senkrechte Striche in der Pumpenkennlinie gekennzeichnet. Man sollte Pumpen bevorzugen, bei denen der berechnete Arbeitspunkt innerhalb dieses Bereiches liegt."


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Beitrag von Kb38 ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Die verteilerleitung ist ist ein PE Rohr DN 40 und die wasserentnahmemenge 1.800l/h betragen

    Jetzt fehlt nur noch die Grundwassertiefe und Du kannst dann den Arbeitspunkt berechnen. Wie, hatte ich Dir ja bereits beschrieben.

    Wenn Du den Arbeitspunkt berechnet hast, können wir mal schauen, ob die ausgesuchte Pumpe passt.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • ich weiß es nicht wie die Grundwassertiefe ist.

    das PE Rohr Druckrohr 22 m, Pumpe hängt ca. 10m im Wasser

    Wenn die Pumpe 10m tief im Wasser hängt (woher weisst Du das?) kann man aus den gemachten Angaben die Tiefe des Grundwasserspiegels berechnen.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Bist Du Dir sicher, richtig gerechnet zu haben?

    Ich komme (grob gerundet) mit 1,8m³/h Fördermenge, 20m Höhenunterschied, 50m Leitungslänge und 4Bar Nutzdruck auf ca. gut 6 Bar.

    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

  • Hallo, nein bin mir jetz gar nicht mehr sicher.


    Berechnet habe ich wie folgt:


    Grundwasserspiegel -22, höchster Entnahmepunkt +4 =26m

    Druckverlust 2,6 bar

    Steigleitung 22m 1" = 0,11bar

    Hausanschlussleitung 30m 1 1/4" = 0,04 bar

    Arbeitsdruck 4 bar


    2,6+0,11+0,04+1,5+4=8,25 bar


    Ich dachte immer die 22m pe rohr sind fest.

  • Grundwasserspiegel -22

    ? ? ?

    Wenn die PE Steigleitung 22m lang ist und davon 10m nass waren, so beträgt der Grundwasserpegel -12m ab GOK.

    Höhenunterschiede im Haus 6m, also betragen die Höhenverluste grob gerundet

    20m, d.h. 2 Bar.


    52m 40er PE - Leitung erzeugen bei 1,8m³/h einen Druckverlust von ca. 0,1 Bar.


    Da keine Filter, Prescontrol etc. zu berücksichtigen sind, ergibt dies einen gerundeten Druckverlust von

    2,1 Bar.


    Plus Nutzdruck von 4 Bar erhält man einen Abeitspunkt von 6 Bar bei 1800L/h.


    Je nach Steilheit der Pumpenkennlinie könnte man noch eine Reserve von 0,5 Bar berücksichtigen.


    Gruss

    kg49

    Ein Problem ist meist schon halb gelöst, wenn es klar formuliert und vollständig beschrieben wird.

Brunnen selber bauen